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38. Jahrgang Heft 9 September 2017

ADKA-Statement
Holger Hennig, Stuttgart, für den Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V.


Federführend erstellt von Dr. Tilman Schöning, Heidelberg, und Prof. Dr. Irene Krämer, Mainz, für den Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V.
Positionspapier des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker ADKA e. V.


Übersicht
Constanze Rémi, München, Steffen T. Simon, Raymond Voltz, Anne Pralong, Köln, Markus Follmann, Berlin, und Claudia Bausewein, München

Tumorerkrankungen zählen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland [9] und der Bedarf an palliativmedizinischer Versorgung wächst. Die Integration palliativmedizinischer Behandlungsansätze in die Versorgung onkologischer Patienten kann einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Lebensqualität leisten. Die 2015 publizierte S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“, die durch das Leitlinienprogramm Onkologie gefördert wurde, stellt einen wichtigen Schritt in der Schaffung einheitlicher, evidenzbasierter Therapieempfehlungen dar. Diese können helfen, die Versorgung von Palliativpatienten in Deutschland zu verbessern. Die Leitlinie behandelt verschiedene Aspekte der Palliativversorgung von Tumorpatienten. Neben Bereichen wie Versorgungsstrukturen, Kommunikation und Betreuung in der Sterbephase finden sich auch Kapitel zu spezifischen Krankheitssymptomen und deren Behandlung. In dieser ersten Version der Leitlinie sind dies Atemnot, Tumorschmerz, Obstipation und Depression. In diesem Artikel sollen die Empfehlungen zur medikamentösen Therapie genauer betrachtet werden.

S3 Guideline “Palliative Care for Patients with Incurable Cancer”

Maintaining the best quality of life up to the end is a central objective of palliative care in cancer patients. Pharmacotherapy plays a significant role in symptom management. The S3 Guideline “Palliative Care for Patients with Incurable Cancer”, which is part of the German Guideline Program in Oncology, was developed by a representative expert panel employing a consensus process. It contains evidence based recommendations on different topics in palliative care. This article presents the guidelines recommendations on drug therapy.

Key words: Palliative care, guideline, pharmacotherapy



Originalarbeit
Hans-Peter Lipp und Wieland Gfrörer, Tübingen
Weitergehende Überlegungen zur Haltbarkeit und Aufbrauchfrist

Das Zytostatikum Trabectedin stellt derzeit eine wichtige therapeutische Option in der Zweitlinie oder weiter fortgeschrittenen Phasen des metastasierten Lipo- und Leiomyosarkoms dar. Das Fertigarzneimittel Yondelis® muss vor Gebrauch rekonstituiert und einer Trägerlösung zugesetzt werden. Da bisher nur Angaben des Herstellers zur Haltbarkeit der rekonstituierten Lösung vorliegen, wurden in der vorliegenden Arbeit weitergehende physikalisch-chemische HPLC-basierte Untersuchungen vorgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Lagerung bei 2 bis 8° C für mindestens 21 Tage zu einer Wiederfindungsrate der Ausgangssubstanz von ≥ 99% führt. Aufgrund dieser Datenbasis können die derzeitigen ökonomischen Defizite im Rahmen der Kostenerstattung stationärer Anwendungen in Zukunft verringert werden.

Physico-chemical stability of reconstituted trabectedin containing solutions

The cytotoxic anticancer drug trabectedin represents an important option for second- or more-line therapy in lipo- as well as leiomyosarcoma.

The approved formulation Yondelis® has to be reconstituted before use and further dilution. Based on the available limited product characteristics, further data were generated by HPLC to get more experience to the potential physico-chemical stability.

The corresponding analytical results indicate that the reconstituted solution 0.05 mg Trabectedin/mL remains stable over a period of at least 21 days under refrigeration based on ≥ 99% recovery of the parent compound. As a consequence, pharmaco-economic deficits can be reduced regarding current in-patient reimbursement procedures for trabectedin.

Key words: Trabectedin, reconstitution, physico-chemical stability, HPLC, reimbursement



Evelyn Kramme, Lübeck, Anette Friedrichs, Swantje Eisend, Kiel, Hans-Gerd Strobel und Julia Thern, Lübeck

Resistenzraten gegen Antibiotika steigen weltweit. Um Therapieoptionen für Infektionserkrankungen zu erhalten, sollten die zur Verfügung stehenden Antibiotika mit Bedacht eingesetzt werden. Der Einsatz eines interdisziplinären Antibiotic-Stewardship-Teams ist effektiv zur Implementierung rationaler Therapiestrategien an Kliniken. Aus Kostengründen wird häufig auf die Implementierung solcher Teams, die mit Mandat und Deputat ausgestattet sind, verzichtet. Es kann jedoch gezeigt werden, dass regelmäßige Interventionen durch ein adäquat ausgestattetes Team zu einer Reduktion des Antibiotikaverbrauchs führt und somit eine kosteneffektive Maßnahme an einem Universitätsklinikum darstellt.

The impact of antibiotic stewardship on antibiotic costs and consumption density in a university medical care center

Antibiotic resistance rates are on the rise worldwide. To perpetuate therapy options for complex infectious diseases, it is crucial to adopt rational antibiotic treatment strategies.

The implementation of an interdisciplinary antibiotic stewardship team improved the quality of antiinfective prescribing. Regular interventions performed by an adequately staffed team with mandate and dedicated time for ABS lead to the reduction of antibiotic consumption density and costs. Thus, the establishment of an ABS-team was a cost-effective measure in a university medical care center.

Key words: Antibiotic Stewardship, Antibiotic costs, Antibiotic consumption density



Analyse von CYP450-Wechselwirkungen
Holger Petri, Bad Wildungen
Das Interaktionspotenzial konventioneller Zytostatika

Analyse von CYP450-Wechselwirkungen – kleiner Aufwand, große Wirkung

Bei gleicher Dosis antineoplastischer Arzneimittel kann das individuelle Ansprechen hinsichtlich klinischer Wirksamkeit und Verträglichkeit stark variieren. Unterschiedliche Plasmaspiegel einzelner Zytostatika und ihrer Metaboliten sind auch abhängig von der Funktionalität der Cytochrom-P450(CYP)-Isoenzyme. In der Interaktionstabelle (Tab. 1) wird das Verhalten häufig eingesetzter Krebsmittel zu den CYP-Enzymen dargestellt.



Serie
Dr. Gesine Picksak für den Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit
Viskos, gelartig, fest …

Mikrosphären (Hepasphere® Microspheres) kommen aufgrund der speziellen Indikation der Gefäßembolisation nicht in jeder Krankenhausapotheke zum Einsatz und bedürfen aufgrund der seltenen Anwendung während der Zubereitung einer sehr hohen Aufmerksamkeit und Konzentration.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Dr. Claus Gassner, Villingen-Schwenningen
Geringere Mortalität unter Vancomycin als unter Metronidazol

In der Therapie von Infektionen durch Clostridium difficile (CDI) werden vornehmlich zwei Substanzen eingesetzt: Vancomycin und Metronidazol. Die Wirksamkeit ist für beide Antibiotika belegt. Nach den Erkenntnissen der vorliegenden Studie bietet die Therapie mit Vancomycin jedoch vor allem bei schwer verlaufenden Infektionen Vorteile bezüglich des Mortalitätsrisikos im Vergleich zu Metronidazol.



Dr. Claudia Becker, Offenburg
Bezlotoxumab zur Prävention rezidivierender Clostridium-difficile-Infektionen

In zwei Phase-III-Studien an Patienten mit Clostridium-difficile-Infektionen (CDI) oder einem Rezidiv traten Rezidive unter einer Therapie mit dem humanen monoklonalen Antikörper gegen das Clostridium-difficile-Toxin B Bezlotoxumab bzw. einer kombinierten Therapie mit Actoxumab/Bezlotoxumab signifikant seltener auf als unter Placebo. Die Verträglichkeit war in allen Gruppen vergleichbar.



Dr. Barbara Kreutzkamp, Hamburg
Trastuzumab bietet auch nach elf Jahren Vorteile

HER2-positive Brustkrebspatientinnen profitieren von der einjährigen Therapie mit dem Anti-HER2-Rezeptor-Antiköper Trastuzumab bei rezidivfreiem und Gesamtüberleben auch in einem Beobachtungsintervall von elf Jahren. Die Ausdehnung der Biologika-Therapie über zwei Jahre bringt insgesamt keine weitere Verbesserung des Outcomes und ist mit einer leichten Zunahme von kardialen Nebenwirkungen verbunden. Das ergab die Finalauswertung der HERA-Studie.



Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Gibt es orale Therapieoptionen?

Mit einem Kommentar von Prof. Dr. Matthias Trautmann, Stuttgart

Bakterielle Harnwegsinfektionen gehören in Klinik und Praxis zu den häufigsten Infektionsarten. Als klassische Erstlinientherapie wurden bislang Fluorchinolone oder orale Cephalosporine eingesetzt. Aufgrund der Zunahme von multiresistenten Erregern müssen jedoch andere Therapieoptionen, darunter auch Altsubstanzen, evaluiert werden.



Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen
Dr. Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart
Arzneimittel aus einem besonderen Rohstoff

Die Herstellung therapeutischer Plasmaproteine ist mit speziellen technischen, organisatorischen und regulatorischen Anforderungen verbunden. Einen Überblick gaben Sándor Tóth als Vertreter der Plasma Protein Therapeutics Association und Dr. Gerrit Praefcke als Vertreter des Paul-Ehrlich-Instituts bei einem Satellitensymposium, das von Biotest im Rahmen des diesjährigen ADKA-Kongresses veranstaltet wurde.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau


Ausschreibung

gestiftet von der B. Braun Melsungen AG

ADKA-Wettbewerb zur Förderung der Teilnahme am 23rd Congress of the EAHP



Prof. Dr. Roland Radziwill, Apotheke, Ernährungszentrum und Patienten-Beratungs-Zentrum, Klinikum Fulda gAG

gestiftet von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Zum 16. Mal wird der Innovationspreis von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH gestiftet. Mit diesem Preis soll ein innovatives Projekt der Krankenhauspharmazie gewürdigt werden. Der Innovationspreis ist mit 7 500 Euro dotiert. Die Satzung steht im Internet unter www.krankenhauspharmazie.de > Archiv > Heft 9/2017.



Ausschüsse Antiinfektive Therapie, Intensivmedizin und klinische Ernährung, Onkologie, Pädiatrie und Psychiatrie, Neurologie und Gerontopsychiatrie der ADKA e. V.

gestiftet von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH