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38. Jahrgang Heft 7 Juli 2017

Kongress
Solvejg Langer, Stuttgart
Der Weg zur Digitalisierung

„Krankenhauspharmazie 4.0 – Digitalisierung, pharmazeutische Logistik und neue Therapieformen“ war das Motto des diesjährigen Kongresses der ADKA. Verschieden Keynote-Lectures und Seminare gaben Impulse für eine erfolgreiche Implementierung von elektronischen Verordnungssystemen unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Bedürfnissen verschiedener Berufs- und Patientengruppen.

Krankenhauspharmazie 2017;38:317–9.



Solvejg Langer, Stuttgart

Analog zur Industrie 4.0 sieht Mathias Nietzke, Zentral-Apotheke St.-Johannes-Hospital Dortmund, in der Pharmazie 4.0 eine elektronische Steuerung des kompletten medikamentösen Behandlungsablaufs. Doch „Was sind erste Schritte dahin?“ fragte er in seinem Seminar „Zytostatikatherapie in Closed Loop“ im Rahmen des 42. Wissenschaftlichen Kongresses der ADKA in Würzburg.

Krankenhauspharmazie 2017;38:320–1.



Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart

„Einfache IT-Lösungen für klinisch-pharmazeutische Dienstleistungen“ – der Bedarf daran ist offenbar groß, wie die gut gefüllten Reihen in dem gleichnamigen Seminar beim diesjährigen ADKA-Kongress vermuten lassen. Nadine Frerk und Dr. Insa Gross, Abteilung für Arzneimittelinformation und Klinische Pharmazie des Klinikums Region Hannover, gaben Tipps aus ihrem Alltag in einem kommunalen Klinikverbund mit recht heterogenen IT-Gegebenheiten.

Krankenhauspharmazie 2017;38:322–3.



Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart
Gentherapeutika, somatische Zelltherapeutika und biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte

Arzneimittel für neuartige Therapien (ATMP) sind eine neue und spannende Entwicklung, stellte Dr. Lenka Taylor, Heidelberg, in ihrer Keynote-Lecture beim 42. Wissenschaftlichen Kongress der ADKA fest und ermutigte die Kollegen, sich mit diesen Therapeutika zu befassen. Die regulatorischen Rahmenbedingungen sind zwar komplex, aber den Apotheken in vielen Details zum Beispiel aus dem Umgang mit Zytostatika vertraut. So kann nach Taylors Einschätzung die Apotheke eine kompetente Partnerin für akademische ATMP-Hersteller sein. In einem Seminar vermittelten Frau Dr. Taylor und Dr. Tilman Schöning, Heidelberg, Informationen zum Umgang mit ATMP in klinischen Studien.

Krankenhauspharmazie 2017;38:324–6.



Claus Gassner, Villingen-Schwenningen
Kommunikation 4.0

Im Workshop „Kommunikation platzieren 4.0“ standen weniger die Grundlagen der zwischenmenschlichen Kommunikation im Vordergrund, sondern es wurden vielmehr Wege aufgezeigt, wie die Krankenhausapotheke Information unterschiedlicher Art innerhalb der Abteilung, des Klinikums und nach außen kommunizieren kann. Immer häufiger werden hierfür auch moderne digitale Medien verwendet.

Krankenhauspharmazie 2017;38:327–8.



Solvejg Langer, Stuttgart

Sie stellten auch in Würzburg wieder die finale Plenarsession: die Top-Papers. Dem geübten ADKA-Kongressbesucher fiel jedoch eine Veränderung auf – in neuer Reihenfolge stellten in diesem Jahr Prof. Dr. Hans-Peter Lipp, Dr. Matthias Fellhauer und Priv.-Doz. Dr. Martin Hug wichtige Veröffentlichungen in den Bereichen Onkologie, Infektiologie und innere Medizin vor.

Krankenhauspharmazie 2017;38:329–30.



Antje Prenzel, Berlin
Mehr als 70 Teilnehmer beim jährlichen Treffen der Krankenhaus-PTA

Die Themenauswahl des diesjährigen Seminartags „Von PTA für PTA“ veranlasste mehr als 70 Krankenhaus-PTA, am 13. Mai 2017 nach Würzburg zu kommen. Dies ist ein neuer Besucherrekord für den Seminartag, der – wie auch schon in den vergangenen sieben Jahren – vom Arbeitskreis der Krankenhaus-PTA des Bundesverbandes der PTA (BVpta) organisiert und im Rahmen des jährlichen ADKA-Kongresses durchgeführt wurde.

Krankenhauspharmazie 2017;38:331–3.



Originalarbeit
Irene Krämer, Iman Sarakbi und Judith Thiesen, Mainz

Die physikalisch-chemische Stabilität von Oxaliplatin-beta-Infusionslösungskonzentrat 5 mg/ml nach Erstanbruch und von verdünnten Oxaliplatin-beta-Infusionslösungen der Konzentrationen 0,2 mg/ml und 1 mg/ml wurden mit verschiedenen Methoden über 28 Tage experimentell untersucht. Die Infusionslösungen wurden mit 5%iger Glucose-Lösung in vorbefüllten Polyolefin-Infusionsbeuteln hergestellt. Die Testlösungen wurden im Kühlschrank (2–8 °C) und bei Raumtemperatur (22 °C) lichtgeschützt aufbewahrt. Alle Testlösungen erwiesen sich unabhängig von der Lagertemperatur und der Konzentration gemäß quantitativer HPLC-Analyse über mindestens 28 Tage als chemisch stabil. Ebenso war physikalische Stabilität gemäß visueller Prüfung auf Farbänderungen und sichtbare Partikel, Partikelzählung für nicht-sichtbare Partikel in den Infusionslösungen und pH-Wert-Messungen über den gesamten Zeitraum gegeben.

Schlüsselwörter: Oxaliplatin beta, Infusionslösungskonzentrat, Infusionslösung, physikalisch-chemische Stabilität, HPLC, nicht-sichtbare Partikel

Krankenhauspharmazie 2017;38:334–40.

Long-term stability of Oxaliplatin-beta-infusion concentrate and diluted infusion solutions

The physico-chemical stability of oxaliplatin beta infusion concentrate 5 mg/ml (200 mg/40 ml) and the diluted ready-to-administer oxaliplatin infusion solutions was experimentally tested by HPLC-technique, visual inspection, particle counting of subvisual particles and pH measurement. Oxaliplatin beta infusion concentrate 5 mg/ml remained physically and chemically stable after first puncture of the original vials either stored at room temperature (22 °C) or refrigerated (2–8 °C) over the observation period of 28 days.

Oxaliplatin beta infusion solutions of the concentration 0.2 and 1 mg/ml prepared in prefilled 5 % glucose polyolefin infusion bags remained, independent from the concentration, physically and chemically stable over a storage period of 28 days either stored light protected at room temperature (22 °C) or refrigerated (2–8 °C) over the observation period of 28 days.

Key words: Oxaliplatin, infusion concentrate, infusion solution, physico-chemical stability, HPLC, subvisual particles



Gunar Stemer, Wien
Einsatz und Verbreitungshäufigkeit in österreichischen Krankenhäusern

Die Verschreibung von Arzneimitteln ist in der Prävention und für die Therapie vieler Erkrankungen heutzutage nicht mehr wegzudenken. Steigende Kosten von Arzneimitteltherapien, insbesondere durch neue, häufig mit dem Attribut „innovativ“ versehene Arzneimittel bei gleichzeitig beschränkten budgetären Ressourcen kreieren ein schwieriges Handlungsfeld für Entscheidungsträger und Zahler im Gesundheitssystem, unabhängig davon, ob es sich um den stationären oder ambulanten Versorgungsbereich handelt.

Schlüsselwörter: Therapiekosten, Preisvereinbarungen, Pay-4-Performance, Unsicherheit, Steuerung

Krankenhauspharmazie 2017;38:341–9.

Prevalence of Managed Entry Agreements in Austrian hospitals

A new medicine entering the market often comes with substantial risks for the payer. At market entry, it is commonly unkown which patients benefit the most. To mitigate the financial risk of new, especially high-priced medicines, Managed Entry Agreements (MEA) were developed. MEA are arrangements between manufacturers of medicines and payers (e.g. a hospital), that lead to the availability (and reimbursement) of medicines subject to defined conditions. MEA can be classified into three different subgroups, depending on intended goals: (1) MEA solely addressing the budget impact of medicines (e.g. rebates, price/volume agreements), (2) MEA leading to improved medicines use (e.g. medicines use restrictions), and (3) MEA managing uncertanties (e.g. pay for performance). Little is known to which extent MEA are used in Austrian Hospital to address the increasing budget impact of high-priced medicines. An online survey among all Austrian hospital pharmacies (response rate 54,3%) showed that MEA of group 1 are widely used to reduce medicines costs. On the other hand, MEA addressing uncertantities are rarely used, the reason being the lack of offers by pharmaceutical industry. Survey respondents mainly fear the administrative burden of MEA and express substantial concerns regarding data privacy. This survey for the first time yields data on this emerging topic for Austria, also exploring barriers to an expansion of MEA in hospitals and summarizing and highlighting various strategies to further manage the budget impact of expensive medicines.

Key words: therapy costs, price agreements, pay-for-performance, uncertainties, controlling



Serie
Der Artikel wurde unter Einbeziehung von Diskussionsbeiträgen von Dr. Jörg Brüggmann, Berlin, Prof. Dr. Christoph Hiemke, Mainz, und Dr. Jochen Weber, Bad Wildungen, erstellt.
Das Interaktionspotenzial der antirheumatischen Basistherapeutika

Zu den antirheumatischen Basistherapeutika zählen konventionelle synthetische und biologische krankheitsmodifizierende Arzneimittel (conventional synthetic/biological disease-modifying antirheumatic drugs [csDMARD/bDMARD]). Entzündungsmediatoren unterdrücken die Bildung von Cytochrom-P450(CYP)-Isoenzymen. Durch entzündungshemmende Wirkungen können somit auch Biologika auf indirektem Weg Einfluss auf den Metabolismus anderer Arzneistoffe haben. In der Interaktionstabelle (Tab. 1) wird das Verhalten der konventionellen Basisantirheumatika zu den CYP-Enzymen dargestellt.



Dr. Gesine Picksak für den Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit
Ein Doxy, zwei Doxy, drei Doxy, vier …

Eine Patientin wird mit Magen-Darm-Beschwerden in der Klinik vorstellig. Es stellt sich heraus, dass diese einer massiven Doxycyclin-Überdosierung infolge einer Mehrfachverordnung geschuldet sind.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Dr. Maja M. Christ, Stuttgart
Prophylaktische Levosimendan-Gabe verbessert nicht das Outcome

Sollen Risikopatienten vor einer Herzoperation mit kardiopulmonalem Bypass prophylaktisch Levosimendan-Infusionen erhalten? In einer aktuellen Studie konnte für Patienten mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion kein signifikanter Vorteil gegenüber Placebo festgestellt werden. Die Studie wurde im New England Journal of Medicine publiziert und beim ADKA-Kongress im Mai 2017 als eines der „Top Paper“ vorgestellt.



Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Bedeutung als Erregerquelle für Infektionen von Intensivpatienten?

Infektionen durch multiresistente gramnegative Stäbchenbakterien (MRGN) spielen auf Intensivstationen eine immer größere Rolle. Während in Deutschland der Begriff MRGN in verschiedenen Abstufungen gebräuchlich ist, wird im internationalen Sprachgebrauch der Begriff „ESBL-Bildner“ verwendet. Eine klinische Studie untersuchte, ob eine intestinale ESBL-Besiedlung bei Aufnahme eine nachfolgende invasive Infektion voraussagt.

 Mit einem Kommentar von Prof. Dr. Matthias Trautmann, Stuttgart



Dr. Dr. Tanja Neuvians, Ladenburg
Neue Kriterien in der Bildgebung zur Therapieentscheidung

Starke Blutdruckschwankungen nach einem Schlaganfall verschlechtern den Therapieerfolg. Bisher konnte in klinischen Studien jedoch kein Nutzen durch Blutdrucksenker nachgewiesen werden. Neue diagnostische Kriterien in der Bildgebung zeigen, welche Patienten von einer Blutdruckregulation profitieren könnten.



Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen
Dr. Annette Junker Wermelskirchen
Brusterhaltende Therapie manchmal besser als Mastektomie


Dr. Annette Junker, Wermelskirchen
Neoadjuvante/adjuvante Chemotherapie: welches Regime wann?


Dr. Annette Junker, Wermelskirchen
Was muss man 2017 in Klinik und Praxis wissen?


Notizen
Bettina Christine Martini, Legau