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26. Jahrgang Heft 12 Dezember 2005

Editorial
Steffen Amann, München, und Peter Walther, Berlin


Übersichten
Lutz Vogel, Ostfildern, im Auftrag der AABG-Arbeitsgruppe des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA e. V.)
Diuretika als Monosubstanzen zur Behandlung von Hypertonie und Ödemen

Das Arzneimittelausgabenbegrenzungsgesetz (AABG) sieht mit § 115c SGB V vor, dass bei Krankenhausentlassung ein preisgünstigerer Therapievorschlag anzugeben ist. Als Entscheidungshilfe für eine Aut-simile-Substitution ist die vorliegende Vergleichstabelle der Diuretika anzusehen.

Schlüsselwörter: AABG, Diuretika, Substitution, essenzielle Hypertonie, chronische Herzinsuffizienz

Krankenhauspharmazie 2005;26:471–80.



Claudia Becker, Raymond Schlienger, Basel, und Rudolf Stoller, Bern

In der Schweiz wurde im Jahr 2002 durch das neue Heilmittelgesetz eine umfassende Meldepflicht für unerwünschte Wirkungen eingeführt, die alle Fachleute im Umgang mit Heilmitteln einschließt. Das Pharmakovigilanz-System wurde reorganisiert und die Anzahl der Meldungen stieg in der folgenden Zeit stark an. In diesem Artikel werden das Schweizer Meldesystem für unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) sowie die derzeitigen Aktivitäten der Apotheker zur Pharmakovigilanz vorgestellt.

Schlüsselwörter: Pharmakovigilanz, Swissmedic, unerwünschte Arzneimittelwirkungen, Arzneimittelsicherheit

The Swiss Pharmacovigilance System

Reporting of adverse reactions has become mandatory for all health care professionals involved in dispensing, prescribing or the application of therapeutic products in Switzerland, when the new law on therapeutic products was introduced in 2002. Pharmacovigilance was reorganised and the number of reports increased notably. Until January 2002 only manufacturers were obliged to report suspected adverse reactions to the national regulatory agency Swissmedic; the Swiss Institute for Therapeutic Products. This article presents the organisation of the Swiss Pharmacovigilance System as well as the activities of the pharmacists in this regard.

Keywords: Pharmacovigilance, Swissmedic, adverse drug reactions, drug safety

Krankenhauspharmazie 2005;26:481–4.



Marion Jordan, Herbert Plagge, Balthasar Hug, Kristian Schneider und Christian Surber, Basel
Ein Beitrag der Spitalapotheke zur Kostenreduktion im Spital

Bei Stationsbegehungen konnte festgestellt werden, dass die Arzneimittelsortimente auf den Abteilungen des Universitätsspitals Basel sehr umfangreich sind. Die großen Mengen an Retouren aufgrund von Lagerbereinigungen legen die Notwendigkeit einer Optimierung des Arzneimittelsortiments in den Stationsapotheken (= Dispensarien) nahe. In Zusammenarbeit mit Ärzten und Pflegepersonal wurde im Rahmen einer Projektarbeit ein stationsspezifisch abgestimmtes Arzneimittelsortiment auf einer Station der Medizinischen Klinik B des Universitätsspitals Basel ausgearbeitet. In der Folge konnte das Sortiment des Dispensariums um 56 % verkleinert werden, was eine Reduktion des gebundenen Kapitals um 66 % bedeutet. Die Verkleinerung des Sortiments hatte ferner eine Senkung des Arzneimittelbewirtschaftungsaufwands für das Pflegepersonal in Form einer Verminderung der Extrabestellungen und der Anzahl Bestellvorgänge pro Tag zur Folge. Zwei Nachzählungen des Lagerbestandes im Dispensarium zeigten, dass der durch die pharmazeutische Betreuung erreichte Effekt der Intervention bestehen blieb. Durch die große Reduktion des Sortiments hat das Dispensarium an Übersichtlichkeit gewonnen, was sich auch positiv auf die Arzneimittelsicherheit auswirkt. Die Intervention hat sich bewährt und kann auf weiteren Abteilungen fortgeführt werden.

Schlüsselwörter: Stationsapotheke, Arzneimittelsortiment, Straffung, Kostenreduktion

Optimizing a drug dispensary: A contribution of the hospital pharmacy to cost-reduction in the hospital

In hospitals, drugs are routinely stored in designated satellite areas on the wards. Frequently the number of different drugs and drug packages stored tends to rise and may therefore lead to inefficient drug handling, becoming a potential risk factor in the medication process. An interdisciplinary intervention described here took place on a 42-bed ward, in a 700-bed university hospital, housing patients in internal medicine.

A ward individualized formulary (WIF) was defined. Drugs not included in the WIF were removed from the ward dispensary. With the optimized WIF the number of different drugs and drug packages stored on the ward (and therefore the capital investment in ward drugs) could be more than halved. Drug returns and the number of out-of-WIF orders were reduced. The benefit was sustained through out the observation period by an interdisciplinary co-operation of a lead pharmacist, nurse and clinician.

Keywords: Drug dispensary, stock, assortment, cost-reduction

Krankenhauspharmazie 2005;26:485–89.



Berichte
Bericht von Bettina Polk, Stuttgart
3. Deutsch-Französischer Kongress in Straßburg, 6. bis 7. Oktober 2005

Zum dritten Mal trafen sich Krankenhausapotheker aus Frankreich und Deutschland in Straßburg zu Fortbildung und kollegialem Austausch. In diesem Jahr waren rund 150 Teilnehmer dabei. Organisiert wurde der Kongress gemeinsam von Kollegen der APHAL (Association des Pharmaciens Hospitaliers d’Alsace et de Lorraine, vergleichbar mit den Landesverbänden der ADKA in Deutschland) und deutschen Krankenhausapothekern, insbesondere aus dem Südwesten Deutschlands. Wichtig für den Erfolg der Veranstaltung war unter anderem die gut funktionierende französisch-deutsche und deutsch-französische Simultanübersetzung.



Bericht von Annemarie Musch, Stuttgart
7. Sanofi-Aventis-Symposium für Krankenhausapotheker, Berlin, 8. bis 9. Oktober 2005

Mit der Änderung des Apothekengesetzes im Juni 2005 wurde die Arzneimittelversorgung im Krankenhaus gesetzlich neu geregelt. Die Zuständigkeit für die Lieferung der Arzneimittel, die Beratung und Kontrolle der Arzneimittelversorgung scheint zunächst noch in der Hand eines Apothekers zu liegen. Der Wegfall des Regionalprinzips ist allerdings eine Liberalisierung. Ist dies eine Chance oder erst der Anfang weiterer Liberalisierung? Aus der Sicht von Juristen, Behörden und Interessenvertretern ergeben sich viele Fragen und Kritikpunkte. Dennoch oder gerade deshalb liegt es an den Apothekern, Chancen zu nutzen. Denn im Mittelpunkt all dieser Diskussionen steht das Wohl der Patienten. Damit sich dies auch in der medikamentösen Therapie widerspiegelt, ist es wichtig, aktuelle therapeutische Möglichkeiten zu kennen und Fortschritte in der Arzneimitteltherapie mitzuverfolgen. Aktuelle berufspolitische Aspekte und neue Ansätze in der Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen wurden auf dem Sanofi-Aventis-Symposium für Krankenhausapotheker in Berlin vorgestellt.



Serie
Arbeitsgemeinschaft Medikationsfehler der ADKA e.V.

Durch Umstellung der stationär verordneten Epilepsiemedikation im ambulanten Bereich musste der Patient wegen schwerer Krampfanfälle erneut aufgenommen werden.



ADKA intern
Aufruf für Poster und freie Vorträge

„Sicherheit der Arzneimitteltherapie im Krankenhaus“ lautet das zentrale Thema des nächsten XXXI. Wissenschaftlichen Kongresses und der Mitgliederversammlung der ADKA vom 11. bis 13. Mai 2006 in Trier. In einem Plenarvortrag, Impulsreferaten, Workshops und Kurzvorträgen wird das Thema dargestellt, diskutiert und mit den Kongressteilnehmer(inne)n weiter erarbeitet.



Dr. Peter Walther, Berlin
Young Potentials (Führungskräftenachwuchs) und junge Chefs: Bewerbung bis 31. Januar 2006

Nach der regen Nachfrage in den beiden Vorjahren möchte die ADKA auch im nächsten Jahr die Förderprogramme speziell für Krankenhausapotheker wieder durchführen. Zu dieser Entscheidung trugen nicht zuletzt die engagierte Mitarbeit und die positive Resonanz der bisherigen Lehrgangsteilnehmer bei.



Referiert & kommentiert
Thanke Mehrtens und Dr. Jochen U. Schnurrer, Hannover
Young Potential II – 6. Seminar und Abschied

Der zweite Seminarzyklus des ADKA-Förderprogramms „Young Potential“ ist abgeschlossen. Zum Thema Zeitmanagement trafen sich die Teilnehmer vergangenen August in Saalfeld/Thüringen.



Andrea Warpakowski, Itzstedt
Kalkulierte parenterale Therapie mit dem Breitband-Antibiotikum Ertapenem

Sekundäre und postoperative Peritonitis sowie hepato-biliär-pankreatische Infektionen können nach den Empfehlungen der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e. V. (PEG) auch mit dem Carbapenem der Gruppe 2 Ertapenem (Invanz®) kalkuliert behandelt werden. Das Beta-Lactam-Antibiotikum ist wirksam bei aeroben und anaeroben Mischinfektionen, zeichnet sich durch eine hohe Proteinbindung und lange Halbwertszeit aus und muss daher nur einmal am Tag verabreicht werden. Bei den ESBL(Extented spectrum beta-lactamase)-bildenden Enterobacteriaceae ist Ertapenem so wirksam wie die Carbapeneme der Gruppe 1.



Dr. Barbara Kreutzkamp, München
Fallbericht: Heilung durch Caspofungin-basierte Behandlung ohne chirurgische Intervention

Die Behandlung einer Candida-Endokarditis kann ohne zusätzliche chirurgische Intervention mit einer Caspofungin-basierten Therapie durchgeführt werden, so ein aktueller Fallbericht.



Dr. Susanne Heinzl
Damit Antibiotika auch in Zukunft noch wirken

Die Entdeckung der Antibiotika hat die Medizin des 20. Jahrhunderts revolutioniert. Bakterielle Infektionskrankheiten schienen für immer ihren Schrecken verloren zu haben. Verschiedene Faktoren haben jedoch dazu geführt, dass die Wirksamkeit dieser Medikamente mittlerweile gefährdet ist. Mit ARGUS – Gemeinnützige Stiftung für den Erhalt und die Entwicklung von Infektionstherapeutika will Prof. Dr. med. Hartmut Lode, Berlin, diese besorgniserregende Entwicklung aufhalten. ARGUS setzt sich für den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika ein. Im Rahmen einer Pressekonferenz am 25. Oktober 2005 präsentierte sich ARGUS erstmals der Öffentlichkeit. Anlässlich dieser Veranstaltung wurde auch die erste Aktion der ARGUS-Stiftung, die von der Pfizer Pharma GmbH, Karlsruhe, unterstützte, gleichnamige Informationsinitiative, vorgestellt.



Bettina Polk, Stuttgart
Wundversorgung in Deutschland nicht optimal

Beim ersten Europäischen Kongress für Wundheilung diskutierten Experten, Industrie und Fachgesellschaften über Verbesserungsmöglichkeiten in der Versorgung chronischer Wunden.



Dr. Barbara Kreutzkamp, München
Losartan besser als Atenolol bei Prävention und Therapie

Hypertonie-Patienten mit anamnestisch bekanntem Kammerflimmern, die zur Rhythmusstabilisierung keinen Betablocker benötigen, profitieren von der Gabe des Angiotensin-1-Rezeptorantagonisten Losartan mehr als von einer Betablocker-basierten Behandlung. Bei Hypertonie-Patienten ohne Kammerflimmern verhindert Losartan außerdem signifikant besser das Neuauftreten von Kammerflimmern und Schlaganfällen im Vergleich zu Atenolol. Dies sind die Ergebnisse von Subgruppenanalysen der LIFE-Studie.



Dr. Susanne Heinzl
Neue Studien mit Ezetimib/Simvastatin

Große Studien mit CSE-Hemmern haben gezeigt, dass zwischen der Senkung der LDL-Cholesterol-Konzentration und der Abnahme des kardiovaskulären Risikos eine lineare Beziehung besteht. Die Senkung des LDL-Cholesterol-Spiegels ist insbesondere für Patienten mit erhöhtem koronarem Risiko wichtig. Derzeit sind weitere vier Studien mit Ezetimib/Simvastatin im Gang oder geplant, in denen die klinischen Vorteile einer stärkeren Lipidsenkung im Vergleich zu einer Monotherapie mit einem CSE-Hemmer anhand harter Endpunkte aufgezeigt werden sollen.