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26. Jahrgang Heft 2 Februar 2005

Übersichten
Markus Zieglmeier, München
Die Rolle des Krankenhausapothekers

Die Einbeziehung des Krankenhausapothekers ins Wundmanagement bietet dem Krankenhaus die Chance unmittelbarer Einsparungen durch Optimierung von Einkaufskonditionen und durch Eigenherstellung. Darüber hinaus aber kann der Krankenhausapotheker auch einen Beitrag zur Standardisierung und Optimierung des Wundmanagements leisten mit dem langfristigen Ziel einer früheren Entlassung von Patienten mit chronischen Wunden aus der stationären Behandlung. Die Strategien, die hier zur Anwendung kommen können, werden in diesem Artikel anhand der Vorgehensweise in einem Krankenhaus der Maximalversorgung vorgestellt und erörtert.

Schlüsselwörter: Wundmanagement, Wirtschaftlichkeit

Management of chronic wounds: The role of the hospital pharmacist

The hospital pharmacist joining the wound management team offers the chance of saving money by lowering the manufacturer’s prices and by his own production of selected products. Beside this, pharmacists may contribute to the standardisation and optimisation process of wound management itself, and the goal of shortening the hospital stay of patients with chronic wounds. This article reports the strategies applied in a 1000-bed-hospital in Germany.

Keywords: Wound management, economy

Krankenhauspharmazie 2005;26:41–7.



Karin Käser, Jeannette Zandee, Oskar Bänziger, Zürich, und Jeannette Goette, Bern

Die vielseitigen Anforderungen an die Austrittsmedikation von Neugeborenen bedingen eine gezielte Regelung. In interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den beteiligten Funktionen der Universitäts-Kinderklinik Zürich wurde ein Qualitätskonzept zur Optimierung der Austrittsmedikation erarbeitet. Es umfasst die Integration der Austrittsmedikation ins Qualitätssicherungssystem der Apotheke, die Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei der Verordnung, Anwendung und Versorgung, die Dokumentation der Austrittsmedikation und einen Fragebogen für die Eltern zur Messung der Ergebnisqualität. Ziel ist die Gewährleistung einer patientenorientierten Austrittsmedikation, die einen Beitrag zu einer sicheren, effizienten und ökonomischen Arzneimitteltherapie leistet.

Schlüsselwörter: Austrittsmedikation, Elternbefragung, Neonatologie, Prozessanalyse, Qualitätskonzept

Quality concept concerning medication of patients leaving a neonatal department

The complex demands on medication of patients leaving the neonatal department require strict guidelines. An interdisciplinary team of the University Children’s Hospital in Zurich worked out a quality concept which comprises the integration of the medication process into the quality assurance of the hospital pharmacy and the improvement of the drug safety focusing on prescription, application and supply of drugs for new-borns leaving the neonatal department. A questionnaire for parents has been developed to determine the outcome of the measures. The aim is to guarantee a patient oriented medication which contributes to a safe, efficient and economic drug therapy.

Keywords: Analysis of the process/process path, medication for outpatients, neonatal department, quality concept, questionnaire for the parents

Krankenhauspharmazie 2005;26:48–53.



Walter Deutschmann, Bremen
Eine logistische und pharmazeutisch-pharmakologische Herausforderung – Teil II: Produktionseinstellungen und Importe

Neben vorübergehenden Lieferengpässen veranlassten Produktions- und Vertriebseinstellungen die Zentralapotheke zu erheblichen Anstrengungen, um die Arzneimittelversorgung „ihrer“ Krankenhäuser in gewohntem und erforderlichem Umfang sicherzustellen: In den vergangenen zwei Jahren waren für die Bremer Kliniken neben 56 Präparatewechseln (bei gleichem Inhaltsstoff) aus ersterem Anlass noch 30 wegen dauerhafter Nichtmehrverfügbarkeit durchzuführen. Zu elf Umstellungen auf wirkungsähnliche Arzneimittel wegen Lieferengpässen kamen 16 solcher Umstellungen wegen Produktionseinstellungen. Durch pharmazeutisch und pharmakologisch gut vorbereitete Auswahl gelang es trotz dieser hohen Zahl von rund 120  Umstellungen, die Arzneimittelliste nicht nur einzuhalten, sondern noch zu straffen. Die Kliniken mussten auf Ersatz für diese essenziellen Arzneimittel nur in sehr wenigen Fällen verzichten, so dass die Patientenversorgung von den herstellerbedingten Schwierigkeiten so gut wie nicht betroffen war. Diese nahezu lückenlose Versorgung der Kliniken gelingt der Zentralapotheke nicht allein durch Beschaffungen auf dem Arzneimittelmarkt in Deutschland, sondern nur durch eine umfangreiche und regelmäßige Importtätigkeit: Etwa 40 hier nicht zugelassene Arzneimittel werden benötigt, um tropische Infektionskrankheiten (z. B. Malaria), multiresistente Tuberkuloseinfektionen, Notfall-/ Schocksituationen und bestimmte Vergiftungen adäquat behandeln zu können. Ebenso hängt die Durchführung einer Reihe diagnostischer und operativer Verfahren von in Deutschland nicht zugelassenen Arzneimitteln ab. Die Bevorratung mit diesen geschieht in eigenverantwortlicher Hilfeleistung zur Abwehr unmittelbarer (Lebens-)Gefahr, verstößt jedoch gegen das Verbot der Lagerung nicht hier zugelassener Arzneimittel. Dass die Öffentlichkeit bislang nur das überbordernde Arzneimittelangebot außerhalb des Krankenhauses zur Kenntnis genommen hat, aber nichts von den herstellerbedingten Schwierigkeiten bei der Versorgung der Kliniken, dürfte der Beweis sein, dass Krankenhausapotheken ebenso wirkungsvoll wie unauffällig deren Auswirkungen auf die Patientenversorgung abwenden.

Schlüsselwörter: Lieferengpass, Produktionseinstellung, Arzneimittelimport, Arzneimittellogistik, Patientenversorgung

Krankenhauspharmazie 2005;26:54–7.



Bericht
Bericht von Susanne Wasielewski, Münster

Mit Aripiprazol wurde kürzlich ein atypisches Neuroleptikum zur Behandlung der Schizophrenie zugelassen, das als partieller D2-Agonist wirkt. In klinischen Studien verbesserte Aripiprazol neben der Positivsymptomatik auch Negativsymptomatik, Depressivität und kognitive Funktionen. In seinem Nebenwirkungsspektrum weicht es deutlich von den anderen Atypika ab.

Die Schizophrenie ist eine schwerwiegende Krankheit. Ihre Prävalenz liegt bei etwa 1 %. Neben den bekannten Positivsymptomen, wie Wahn und Halluzination, leiden die Patienten an Negativsymptomen, wie Antriebsmangel und Affektverarmung, und an kognitiven Defiziten.



Serie
Arbeitsgemeinschaft Medikationsfehler der ADKA e.V.

Durch paravasale Applikation von Alkohol-Konzentrat erleidet ein Patient schwerwiegende Nekrosen an der rechten Hand



Fragen aus der Praxis
Dürfen auch MRSA-besiedelte Reha-Patienten Privatkleidung tragen?

Frage eines Arztes: „Bei unseren neurologischen Frührehabilitationspatienten kommt es bei gutem Verlauf meist zu teilweisem oder ausschließlichem Gebrauch von deren Privatkleidung, die dann von Angehörigen ausgetauscht und gewaschen wird. Kann auch bei MRSA-kolonisierten Patienten so verfahren werden oder muss bei der Reinigung der Wäsche Besonderes beachtet werden?“



ADKA intern
Aufruf für Poster und freie Vorträge

„Pharmakovigilanz – mehr als Meldung der UAW? Von der Vermeidung bis zur Dokumentation“ lautet das zentrale Thema der nächsten ADKA-Fachtagung und Mitgliederversammlung vom 2. bis 4. Juni 2005 in Mannheim. In einem Plenarvortrag, Kurzstatements und einer moderierten Diskussion soll das Thema umfassend aus Sicht der Krankenhausapotheker, Ärzteschaft, Pflegewissenschaft, Patienten, Krankenhausleitung, pharmazeutischer Industrie und Gesundheitsbehörden betrachtet werden.



Referiert & kommentiert
Wolfgang Messerschmidt, Seelbach

Arzneimittel sind nach Arzneibuchvorschriften, anerkannten monographieentsprechenden Vorschriften oder eigenen Vorschriften zu prüfen und zu bewerten. Aufgrund nationaler und europäischer Direktiven müssen alle Prüfverfahren validiert sein.

Schlüsselwörter: Validierung, Statistik, CEP, ASMF, Stabilität

Comments to testing and evaluation of compounded medications Drugs have to be tested and evaluated according to the monographs of the official pharmacopoeias, pharmacopoeia conforming monographs of the manufacturer or own monographs. Due to national and european directives all test procedures must be validated.

Keywords: Validation, statistics, CEP, ASMF, stability



Edgar J. Schmitt, Berlin
Auftaktseminar für junge Chefapotheker und Chefapothekerinnen

Nachdem der Startschuss für die Organisation einer ADKA-Seminarreihe für junge Leiter und Leiterinnen von Krankenhausapotheken fiel, ging es unmittelbar an die Planung der Inhalte, der Termine, der Veranstaltungsorte und der Finanzierung.



Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Welche Therapieansätze gibt es?

Die nichtalkoholische Steatohepatitis ist in der westlichen Welt keine seltene Erkrankung. Obwohl unterschiedliche Therapieprinzipien im Rahmen klinischer Studien eingesetzt wurden, steht eine etablierte Therapie dieses Krankheitsbilds bisher nicht zur Verfügung. Bei Übergewichtigen und Diabetikern steht die Gewichtsreduktion im Vordergrund, bei Patienten mit einer Hyperlipoproteinämie sollte eine Therapie mit einem CSE-Hemmer eingeleitet werden. In Einzelfällen kann auch eine antibiotische Therapie sinnvoll sein.



Dr. Brigitta Schreiber, München
Nebenwirkungen von Chemotherapeutika an der Haut

Zum neunten Mal trafen sich am 19. Oktober 2004 die onkologisch tätigen Krankenhausapotheker sowie die pharmazeutisch-technischen Assistent/innen aus dem Münchner Raum zu ihrem nun schon traditionellen Stammtisch. Die Veranstaltung wurde durch die Firma Sanofi-Aventis ermöglicht.



Dr. Barbara Kreutzkamp, München
Bei schweren Infektionen Azithromycin i.v.

Azithromycin steht seit rund zehn Jahren für die Kurzzeit-Antibiose, zum Beispiel bei Atemwegsinfektionen, zur Verfügung. Das Azalid kann oral auch bei einer akuten Exazerbation einer chronischen Bronchitis eingesetzt werden. Für schwere Infektionen soll in Kürze in Deutschland die i.v. Zubereitung zugelassen werden.



Rosemarie Ziegler, Albershausen
Perkutane Koronarintervention bei Diabetikern

Diabetische Patienten mit akutem Koronarsyndrom sind Hochrisikopatienten. Sie profitieren mehr als Nicht-Diabetiker von einer aggressiven antithrombotischen Therapie sowie von einer frühen koronaren Angiographie und Intervention auf der Basis von Stents.