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26. Jahrgang Heft 4 April 2005

Übersicht
Astrid Schwabe, Wolfgang Kamin und Irene Krämer, Mainz

Die Feuchtinhalation ist in der Therapie chronischer Atemwegserkrankungen eine vielfach angewendete Therapieform. Dabei werden zum Teil verschiedene Inhalationslösungen gemischt und simultan inhaliert. Aus pharmazeutisch-technologischer Sicht stellt sich die Frage, ob Mischungen von Inhalationslösungen physikalisch-chemisch kompatibel sind. In diesem Artikel werden die Ergebnisse einer Literaturrecherche zur physikalisch-chemischen Kompatibilität von Inhalationslösungen mit Salbutamol, Ipratropium, Cromoglicinsäure, Budesonid, Tobramycin und Dornase alfa dargestellt und diskutiert.

Schlüsselwörter: Inhalationslösungen, Kompatibilität, Salbutamol, Ipratropium, Cromoglicinsäure, Budesonid, Tobramycin, Dornase alfa

Physico-chemical compatibility of nebulizer solutions

Therapy of chronic respiratory diseases often comprises inhalation with nebulizers. As nebulizer solutions are mixed and inhaled simultaneously, the question arises if nebulizer solutions are physico-chemical compatible. In this article results of a literature research are presented and discussed concerning the physico-chemical compatibility of nebulizer solutions containing albuterol, ipratropium, cromolyn, budesonide, tobramycin and dornase alfa.

Keywords: Nebulizer solutions, compatibility, albuterol, ipratropium, cromolyn, budesonide, tobramycin, dornase alfa

Krankenhauspharmazie 2005;26:119–26.



Übersichten
Harald Erdmann, Lübeck


Nils Keiner, Erfurt, Dirk Keiner, Eisenberg, und Marion Schaefer, Berlin
Beitrag des Apothekers im therapeutischen Team

Die leitlinienorientierte Patientenversorgung kann vom Krankenhausapotheker effektiv mitgestaltet werden. Auf Patientenseite kann das Wissen über und der Umgang mit Arzneimitteln verbessert werden. Der gleichzeitig erzielbare ökonomische Nutzen liegt in einer Reduktion der Anzahl und der Dauer von Krankenhausaufenthalten. Am Beispiel der klinisch-pharmazeutischen Betreuung von 22 COPD-Patienten im Klinikum Erfurt durch einen Krankenhausapotheker wird dargestellt, wie sich im Rahmen dieses Projekts die Versorgung und somit definierte Ergebnisparameter der Patienten während des Klinikaufenthalts verändern.

Schlüsselwörter: COPD, pharmazeutische Betreuung, Patientenschulung

Guideline-based pharmaceutical care of COPD patients as contribution of the hospital pharmacist in the therapeutic team

Patient education offered as a clinical training programme by the hospital pharmacist has proved to be effective in this study. It led to an increased identification and solution of drug-related problems (DRPs), improved patient knowledge, skills (inhalation technique) and compliance, all of which can contribute to a better self-management of patients. Being embedded into a guideline supported care approach for patients, it was also well-accepted among cooperating physicians.

Keywords: COPD, pharmaceutical care, patient training

Krankenhauspharmazie 2005;26:114–8.



Gerd Nagel, Männedorf (Schweiz)*

Der Begriff Patientenkompetenz ist neu. Er beschreibt im Wesentlichen die aktive Rolle, die ein Patient in seiner Erkrankung spielen will. Im Zusammenhang mit Fragen der Medikamentensicherheit resultiert aus der Patientenkompetenz ein wichtiger Beitrag zur Versorgungsqualität, der weit über die eigentliche Compliance hinausgeht. Die Inhalte der Patientenkompetenz haben mit charakteristischen Denkstilen zu tun. Diese sind geprägt von subjektiven Vorstellungen, Erfahrungen und Erwartungen. Die Popularität der Komplementärmedizin bei Patienten und die Ablehnung derselben durch die Medizin haben ebenfalls mit Denkstilen zu tun. Beim Phänomen Patientenkompetenz handelt es sich wahrscheinlich um einen modernen Megatrend. Auf diesen muss sich unser Gesundheitswesen erst noch einstellen. Es gibt derzeit eine Reihe von Bestrebungen zur Förderung der Patientenkompetenz. Noch treffen sie auf zum Teil massive Widerstände aus Kreisen des traditionell patriarchalisch strukturierten Gesundheitswesens.

Krankenhauspharmazie 2005;26:128–33.



Irene Krämer, Mainz
Verbesserte Qualitätssicherung beim Herstellen von sterilen, applikationsfertigen Arzneiformen

In der neuen USP-Monographie <797> werden Qualitätsanforderungen für die aseptische Herstellung applikationsfertiger Arzneimittelzubereitungen definiert. Die wichtigsten Inhalte der Monographie (Risikostufen, Reinraumklassen, Prozesskontrollen, Endkontrollen, Haltbarkeit) werden, auch im Vergleich zur ADKA-Leitlinie „Herstellung und Prüfung von applikationsfertigen Parenteralia“, erläutert.

Schlüsselwörter: USP-Monographie <797>, aseptische Herstellung, Risikostufen, Reinraumklassen, Prozesskontrollen

Krankenhauspharmazie 2005;26:134–6.



Matthias Fellhauer, Villingen-Schwenningen
Monographie neue Antiinfektiva der Arbeitsgruppe antiinfektiöse Therapie des Ausschusses Klinische Pharmazie der ADKA

Die in der Monographie erwähnten (Basis-)Dosierungen, Applikationen, Indikationen und Stabilitäten sind entsprechend dem Wissensstand zum Zeitpunkt der Manuskripterstellung recherchiert. Sämtliche Therapieempfehlungen wurden gewissenhaft überprüft. Der Anwender des jeweiligen Arzneimittels ist jedoch gefordert, die Dosierungen, Kontraindikationen und sonstige Therapierichtlinien eigenverantwortlich gemäß dem Stand des medizinischen Wissens auf Richtigkeit zu überprüfen.

Krankenhauspharmazie 2005;26:137–8.



Bericht
Michael Baehr, Hamburg
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf startet Pilotprojekt zur patientenindividuellen Arzneimittelversorgung

Unter dem Moto „Scan for Safety“ stand das Auftaktsymposium zur Einführung einer neuen, patientenorientierten Arzneimittelversorgung im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Oberarzt Dr. Hans F. E. Klose und Chefapotheker Dr. Michael Baehr hatten zum 18. Januar 2005 in das historische Erikahaus eingeladen, um den Meilenstein einer mehr als einjährigen Projektarbeit gemeinsam mit 120 Gästen in festlicher Atmosphäre zu feiern.



Serie
Arbeitsgemeinschaft Medikationsfehler der ADKA e.V.

Der falsche Austausch eines Präparats auf ein Hauslistenpräparat durch das Pflegepersonal führte zu einer nicht wirksamen Arzneimitteltherapie beim Patienten.



Referiert & kommentiert
Dr. Steffen Amann, München
Treffen von ADKA und NVZA in Königsdorf

Am 7. und 8. Oktober 2004 veranstaltete die Firma Hofmann-La Roche in Königsdorf ein Symposium für holländische und deutsche Krankenhausapotheker. Am Rande dieser Veranstaltung gab es die erste offizielle gemeinsame Sitzung der Präsidien der holländischen und der deutschen Krankenhausapothekerorganisationen NVZA (Netherlands Society of Hospital Pharmacists) und ADKA. Die Präsidenten Martin Schuitenmaker (NVZA) und Steffen Amann (ADKA) leiteten das Treffen.



Hans-Joachim Werner,
Fortbildungsveranstaltung und Mitgliederversammlung

Am 15. Januar 2005 trafen sich in Dresden 37 sächsische Krankenhausapotheker zu ihrer alljährlichen Mitgliederversammlung, die traditionsgemäß mit einer Fortbildungsveranstaltung verbunden ist.



Dr. med. Nana Mosler, Leipzig
Neues Kollagenpulver spart Geld

Bislang therapieresistente Wunden lassen sich mit dem Kollagen-Pulver Catrix® heilen. Das Pulver verfügt über eine gute Wirksamkeit, führt zu einer verkürzten Therapiedauer und kann so die Behandlungskosten senken. Eine Studie mit 89 Patienten wurde auf einer Pressekonferenz der Firma ICN Pharmaceuticals in Mainz vorgestellt.



Dr. med. Nana Mosler, Leipzig
Neues Immunglobulin-Präparat eingeführt

Das intravenöse Immunglobulin Gamunex® ist seit dem 1. Oktober 2004 nach den USA und Kanada auch in Deutschland eingeführt. Es wird zur Behandlung von primären und sekundären Immundefekten sowie zur Immunmodulation bei einigen Autoimmunerkrankungen (idiopathischer thrombozytopenischer Purpura, Kawasaki- und Guillain-Barré-Syndrom) eingesetzt.



Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Weniger Phlebitiden durch Infusionsfilter

In zwei Studien in Singapur wurde der Effekt von „In-Line-Infusionsfiltern“ auf die Phlebitisrate bei Venenverweilkanülen untersucht. Die Phlebitisrate pro Kanülierung sank von etwa 20 % auf 4 bis 7 %, die Phlebitisrate pro Patient von 30 bis 35 % auf 5 bis 8 %. Filter können demnach Phlebitiden verhindern und die komplikationslose Kanülenliegedauer verlängern.



Rosemarie Ziegler, Albershausen
Dexrazoxan reduziert Kardiotoxizität von Doxorubicin

Dexrazoxan reduziert Herzmuskelschäden durch eine Doxorubicin-Therapie bei Kindern mit akuter lymphatischer Leukämie. Über knapp 3 Jahre Nachbeobachtungzeit wurde mit der adjuvanten Therapie dieselbe ereignisfreie Überlebenszeit festgestellt wie mit der Doxorubicin-Therapie allein.



Nahezu jeder zweite Gestorbene 2003 einer Herz-Kreislauf-Erkrankung erlegen

Im Jahr 2003 starben in Deutschland insgesamt 853 946 Personen (396 270 Männer und 457 676 Frauen); dies waren 12 260 Sterbefälle oder 1,5 % mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg ist in erster Linie durch den größer werdenden Anteil der älteren Bevölkerung zu erklären. Rechnet man diesen Effekt heraus, ist die Sterblichkeit gegenüber dem Jahr 2002 nur um 0,3 % gestiegen.



Kosten 2002 um 3,4 % gestiegen