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26. Jahrgang Heft 10 Oktober 2005

Editorial
Peter Walther, Berlin


Übersichten
Alexandra Maydl, Rudolf Schierl und Dennis Nowak, München

Wegen der bekannten Risiken im Umgang mit Zytostatika wurde in den letzten Jahren eine Reihe von Richtlinien für den sauberen und sicheren Umgang mit diesen Substanzen erstellt. In dieser Studie untersuchten wir Kontaminationen mit Zytostatika (Cyclophosphamid, Ifosfamid, Fluorouracil, Platin) an verschiedenen Plätzen auf Stationen in Krankenhäusern. Dabei zeigten sich teilweise hohe Konzentrationen der analysierten Zytostatika sowohl in den Zubereitungsbereichen als auch in der unmittelbaren Umgebung der Patienten. Bei Cyclophosphamid waren 38 % von 239 Proben kontaminiert, bei Ifosfamid 16 % (239 Proben), bei Fluorouracil 69 % (126 Proben) und bei Platin 60 % (202 Proben). Diese Ergebnisse zeigen, dass Kontaminationen in Krankenhäusern weit verbreitet sind, und deshalb die Arbeitsweisen optimiert werden müssen.

Schlüsselwörter: Zytostatika, Stationen, Wischproben, Kontamination

Contamination with antineoplastic drugs

Antineoplastic drugs are known to be a potential health hazard and therefore numerous guidelines for safe handling of drugs have been introduced during the last years. We investigated contamination with antineoplastic drugs (cyclophosphamide [CP], ifosfamide [IF], fluorouracil [FU], platinum [PT]) at several locations on hospital wards. High levels of contamination were detected in sites used to prepare the medications and in close vicinity to patients receiving the medications. For cyclophosphamide 38 % out of 239 samples were contaminated, for ifosfamide 16 % (239 samples), for fluorouracil 69 % (126 samples) and for platinum 60 % (202 samples). Thus we conclude that contaminations are a big issue and it is urgent to assure that personnel is following sound guidelines for handling antineoplastic drugs on wards.

Keywords: Antineoplastic drugs, wards, wipe samples, contamination

Krankenhauspharmazie 2005;26:391–7.



Dominic Fenske, Anja Klein, Claudia Mildner und Irene Krämer, Mainz
Überzeugendes Beispiel einer klinisch-pharmazeutischen Dienstleistung

Unterstützung bei der Umstellung der Dauermedikation stationär aufgenommener Patienten auf Arzneimittel der Hausliste ist als Serviceleistung in vielen Krankenhausapotheken etabliert. Klinischer und ökonomischer Nutzen, ebenso wie die Zufriedenheit der Anwender mit der Dienstleistung wurden 2004 systematisch untersucht. Dazu werden alle Substitutionsanfragen anonymisiert in einer Datenbank erfasst. Dokumentiert werden die Hausmedikation der Substitutionsvorschlag, außerdem werden gegebenenfalls auftretende klinisch-pharmazeutische Probleme sowie die korrespondierenden pharmazeutischen Interventionen nach dem PI-Doc System kodiert und ebenso dokumentiert wie die fiktiven Einkaufskosten der Hausmedikation. Im Jahr 2004 wurden bezogen auf Arzneimittel 1 613 schriftliche Substitutionsanfragen an die Apotheke gestellt. 830 Anfragen resultierten in einer Aut-idem-, 553 in einer Aut-simile-Substitution. In 159 Fällen wurde ein wirkstoffgleiches Präparat in einer anderen Stärke mit entsprechend angepasstem Dosierungsintervall vorgeschlagen. In 230 Fällen wurde eine Substitution nicht empfohlen. Bei 238 Anfragen (14,7 %) fielen arzneimittelbezogene Probleme auf. Durch den Substitutionsservice konnten in 2004 auf den betreuten Stationen Einsparungen von insgesamt etwa 15 000 € erzielt werden.

Schlüsselwörter: Substitution, klinischer Nutzen, ökonomischer Nutzen, Anwenderzufriedenheit

Evaluation of a pharmacy-based substitution service

During a hospital stay patients’ current medication is adapted to the formulary. Hospital pharmacists play a leadership role in generic substitution and therapeutic interchange. In the University Hospital Mainz the current medication of an individual patient is faxed on a special form to the pharmacy department. Pharmacists perform generic substitution and therapeutic interchange and screen the drug regime for potential pharmaceutical problems. In 2004, we systematically evaluated the clinical and economic benefit of the service as well as the medical staffs’ acceptance with this service. All written requests for substitution were anonymized documented. The documentation covered current medication, proposed formulary alternatives, calculated drug costs of the current medication as well as pharmaceutical problems and corresponding interventions (coded according to the PI-Doc®-System). In 2004, 1 613 substitution requests were sent to the pharmacy department. 830 requests (52 %) led to a generic substitution and 553 (34 %) to a therapeutic interchange. In 159 instances, a medication of an identical drug substance in a different formulation was proposed. In 230 cases (14 %) no substitution was necessary or possible. In 238 instances (14,7 %) medication-related problems were recognized.

Keywords: Generic substitution, therapeutic interchange, clinical benefit, economic benefit

Krankenhauspharmazie 2005;26:398–403.



Hannes Egle, Wilhelm Freiherr von Hornstein, Christoph Klaas und Martin Sutter, Freiburg
Unterstützung für Herstellung und Qualitätssicherung

Für die Herstellung von Reservoiren für die patientengesteuerte Analgesie (PCA) in der Apotheke ist es wichtig, diese sicher, fehlerfrei und mit einer ausreichenden Dokumentation herzustellen. Um diese Anforderungen zu erfüllen, wurde die Software PCASteri entwickelt. Damit ist es möglich, die Organisation und Herstellung von Schmerzmittelreservoiren zu erleichtern. Der Produktionsplan ermöglicht einen klaren Überblick über die angeforderten Therapien. Das Programm erzeugt nach Eingabe der Verordnung Patientenetiketten und Herstellungsetiketten. Die Herstellungsetiketten dienen zur fehlerfreien Herstellung und ausführlichen Dokumentation. Mit Hilfe von PCASteri ist eine eindeutige Kennzeichnung der Schmerzmittelreservoire, die sichere Herstellung und eine eindeutige Dokumentation sowie eine aussagekräftige Endkontrolle gewährleistet.

Schlüsselwörter: PCASteri, Patient Controlled Analgesia (PCA), Schmerztherapie, Schmerzmittelpumpen, tragbare Pumpensysteme, tragbare Infusionssysteme, Qualitätssicherung

PCASteri – Software for manufacturing aseptic medication reservoirs used in patient controlled analgesia

A useful support for manufacturing and quality management

The manufacturing process for the preparation of aseptic medication reservoirs, used in patient controlled analgesia (PCA), requires that the product is reliably of a high quality and is accompanied by adequate documentation. Computer software which simplifies the organization and production of medication for PCA, called PCASteri, was developed to meet these requirements. The production-schedule enables a review of all ordered therapies. After manually entering the prescription information, the software creates labels for the PCA reservoir and for the production process. PCASteri software generates specific labels for individual PCA, assures safe production and provides clear documentation, as well as ensuring a validated final control.

Keywords: PCASteri, patient controlled analgesia (PCA), pain therapy, portable pump systems, portable infusion systems, quality management

Krankenhauspharmazie 2005;26:404–7.



Swantje Eisend und Carolin Robotta, Northeim

Im Vergleich zu Unit-Dose-Automaten mit automatischer Rückführung von Arzneimitteln muss diese bei der Arbeit mit dem Baxter-Automaten manuell erfolgen. In diesem Bericht wird der Frage nachgegangen, ob dieser personelle Mehraufwand betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass dies bei Rückführung von ausgesuchten Medikamenten der Fall ist.

Schlüsselwörter: Unit-Dose, Arzneimittelrückführung, Kostenrechnung, Krankenhausapotheke

Manual recirculation – a disadvantage of the baxter dispensing system

In comparison with unit-dose machines with automatic recirculation of drugs, this work has to be done manually when using the baxter dispensing system. This article shows wether the additional work is profitable or not. Finally you can see that it is worth concentrating on chosen drugs.

Keywords: Unit-dose, drug recirculation, costing, hospital pharmacy

Krankenhauspharmazie 2005;26:408–11.



Bericht
Bericht von Annette Junker, Remscheid
41. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology, Orlando, 13. bis 17. Mai 2005

Über 25 000 Teilnehmer aus der ganzen Welt trafen sich während des amerikanischen Krebskongresses, um über die aktuellen Fortschritte in der Krebstherapie zu diskutieren. Besonders hervorgehoben wurden in diesem Jahr die neuesten Ergebnisse von Angiogenese-Hemmstoffen, gezielten Therapien, Ansätzen zur Prävention und Nachsorge von Krebserkrankungen sowie Fortschritten bei der adjuvanten Therapie von Brustkrebs. Durch die Verleihung des Karnofsky-Preises an Charles Sawyers, den Mitentwickler von Imatinib, einem der ersten Vertreter der zielgerichteten Therapien, hob die ASCO den Stellenwert der gezielten Therapie für die Zukunft der Krebstherapie hervor.

Krankenhauspharmazie 2005;26:412–6.



Serie
Arbeitsgemeinschaft Medikationsfehler der ADKA e.V.

Eine fehlerhaft erhobene Arzneimittelanamnese führt beinahe zu einem Austausch von Thiamazol durch Amitriptylin.



ADKA intern
11. Symposion Herstellung in der Krankenhausapotheke

Zum Thema „Mikrobiologische Prüfung in der Qualitätssicherung, GMP und Beispiele aus der Eigenherstellung“ findet am 24./25. November 2005 in Kassel und Melsungen das diesjährige Seminar des Ausschusses für Arzneimittelherstellung und Analytik ADKA e. V. statt.



Innovationspreis der sanofi-aventis-Gruppe im Bereich klinische Pharmazie

Zum vierten Male wird der Innovationspreis der sanofi-aventis-Gruppe (Aventis Pharma Deutschland/Winthrop Arzneimittel) gestiftet, wenn auch unter neuem Namen, ein Preis für eine Arbeit auf dem Gebiet der klinischen Pharmazie, der wie in den Vorjahren mit 10 000 € dotiert sein wird. Er wird wieder durch den Ausschuss für klinische Pharmazie verliehen.



Referiert & kommentiert
Pamela Reissner, Lübeck
Treffen der Europäischen Pharmazeutinnen

Am 27. August 2005 fand in Heidelberg das zweite Treffen der Europäischen Pharmazeutinnen statt. Eingeladen vom – noch relativ jungen – Verband Deutscher Pharmazeutinnen, vertreten durch die Vorsitzende Karin Wahl, waren Vertreterinnen aus den europäischen Mitgliedsstaaten. Gäste und Referentinnen aus Polen, Slowenien sowie Estland bereicherten den Austausch mit ihren Erfahrungen über die Situation der Frauen in der Pharmazie im neuen Europa.



3. Deutsches Unit-Dose-Symposium

Am 17./18. November findet im Rahmen der Medica in Düsseldorf das 3. Deutsche Unit-Dose-Symposium statt. Ein Schwerpunkt des wissenschaftlichen Programms ist die elektronische Verordnung.



Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Infektionsrisiko und Mortalität bei parenteraler versus enteraler Ernährung

Die enterale Ernährung von Intensivpatienten ist mit einer geringeren Rate systemischer Infektionen assoziiert. Das ergaben zwei Metaanalysen von Studien aus den letzten beiden Jahrzehnten, in denen Infektionsraten und Mortalitätsrisiko von Intensivpatienten bei parenteraler und enteraler Ernährung verglichen wurden. Eine der Metaanalysen ergab daneben einen (kausal nicht erklärten) Überlebensvorteil bei parenteraler Ernährung.



Alexandra Hennemann, Stuttgart
Signifikante Ergebnisse häufiger publiziert

Statistisch signifikante Ergebnisse werden nach einer Medline-Analyse über einen Monat etwa doppelt so häufig veröffentlicht wie andere Ergebnisse.



Dr. Barbara Kreutzkamp, München
Aminoglykoside einmal täglich besser als dreimal täglich?

In der Behandlung akuter bronchialer Exazerbationen bei Mukoviszidose-Patienten sind Aminoglykoside bei täglicher Einmalgabe klinisch vergleichbar wirksam wie eine tägliche Dreimalgabe. Möglicherweise hat die Einmalgabe außerdem weniger starke nephrotoxische Nebenwirkungen.



Dr. Susanne Heinzl
Palonosetron – Antiemetikum mit langer Halbwertszeit

Mit Palonosetron (Aloxi®) steht ein neuer Serotonin(5-HT3)-Rezeptorantagonist zur intravenösen Therapie zur Verfügung, der eine längere Halbwertszeit und eine höhere Rezeptoraffinität als die bisher verfügbaren Substanzen aufweist. Er ist zur Prävention von Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen bis zu fünf Tage wirksam und kann auch die Häufigkeit von verzögertem Erbrechen verringern.