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27. Jahrgang Heft 1 Januar 2006

Übersichten
Friedrich Vogel, Hofheim, Hans Wilhelm Doerr, Frankfurt, Günther Scherbel, Cordula Lebert, Nürnberg, und die Mitglieder der Infekt-Liga
Inzidenz, Prävention und Therapie


Holger Petri, Bad Wildungen
Die neue Liste und mehr

Der folgende Beitrag beinhaltet eine aktualisierte Version der Liste Arzneimittel über Sonde, die im Oktober 2001 in der Krankenhauspharmazie publiziert wurde. Es wird zudem ein Entscheidungsbaum vorgestellt, der in graphischer Form algorithmisch die einzelnen Ebenen der Arzneimittelauswahl bei Patienten mit Ernährungssonde abbildet. Schließlich wird kurz das in unserem Klinikverbund praktizierte Verfahren beschrieben, die Arzneimitteltherapie dieser Patienten durch Erstellen von Applikationsplänen qualitätsgesichert und patientennah zu gestalten.

Schlüsselwörter: Arzneimittelapplikation, enterale Ernährung, pharmakotherapeutische Qualitätssicherung

Administration of medication via feeding tubes

The article includes an update drug list for application about enteral feeding tubes. A graphically guide line considering the various aspects to choice suitable drugs is presented. Finally the procedure is described how we ensure in our clinic a successful enteral administration of medications.

Keywords: Drug administration, enteral feeding, guideline

Krankenhauspharmazie 2006;27:5–16.



Andreas Engel und Roberto Frontini, Leipzig
Übersicht über Varianten von Inhalt und Logistik

Modulare Versorgung ist im Bereich der Materialwirtschaft in vielen Einrichtungen etabliert, in der Versorgung mit Arzneimitteln hingegen weit seltener. Umfang und Qualität der Dienstleistung werden unterschiedlich definiert und gehandhabt. Die größten ökonomischen Potenziale liegen in der Reduktion von Sortiment und Mengen bei Erstausstattung, der Kontrolle der Bestell-Zeitpunkte und der Rückführung nicht benötigter Medikamente. Qualitatives Potenzial liegt in der Übernahme weiterer Aufgaben durch die Versorgungsassistenten. Detaillösungen bei der Bestell-Software, Barcode-Lesern sowie beim Warenwirtschaftsmodul Versorgungsassistent können von entscheidender Bedeutung für die Funktionalität und Akzeptanz sein. Ein hoher Anteil von Modul-Präparaten erleichtert die Bestellung und die Bestandskontrolle. Aus logistischen Gründen sollten alle Präparate aus der Hausliste ohne Sonderanforderung bestellbar sein. Für den Pflegedienst sollte eine geeignete technische Lösung zur Unterscheidung von normierten und nicht normierten Präparaten gefunden werden. Die Häufigkeit von Präparatewechseln ist realistisch zu bewerten und in die Planung einzubeziehen. Es ist vorher klar zu definieren, welche Zielsetzung mit der Einführung einer modularen Versorgung und mit Versorgungsassistenten verbunden sein soll. Aus der Beantwortung der Frage, ob es sich um eine rein logistische Dienstleistung handelt oder ob qualitative Aspekte zur Aufgabenstellung gehören, ergeben sich Konsequenzen für Anzahl und Qualifikation der Versorgungsassistenten sowie für die Verantwortung für den Arzneimittel-Bestand. Die Gegenüberstellung verschiedener Modelle soll wesentliche Gesichtspunkte herausarbeiten.

Schlüsselwörter: Modulare Versorgung, Versorgungsassistent, Logistik, Arzneimittel-Versorgung

Modular supply of drugs: Review of options of contents and logistics

Modular supply is well established for materials, but is not commonly used for the supply of drugs. The scope and quality of the service are defined and operated in different ways. The biggest economical potentials lie in the reduction of the variety and amount of drug preparations, during the introduction of the system, the controlling of the times of the drug order and the return of unused drugs. Qualitative potential lies in the transfer of further tasks to the supply assistants. Details can be crucial for the functionality and the acceptance of the system. It should be defined clearly in advance, which goal is to be achieved by the implementation of a modular supply system. The number and the qualification of involved personnel depend on the type of service including either only logistics or qualitative aspects. The comparison of different models should indicate essential problems.

Keywords: Modular supply, supply assistant, logistics, drugs supply

Krankenhauspharmazie 2006;27:17–23.



Evelyn Walter, Wien
Kosteneinsparungspotenzial bei Gabe alle drei Wochen

Hintergrund: Die vorliegende Analyse soll das Einsparungspotenzial von Darbepoetin alfa 500 µg 1 x alle 3 Wochen (Q3W) im Vergleich zu den Anämietherapien Darbepoetin alfa 150 µg 1 x pro Woche (QW), r-HuEPO 30 000 I. E. 1 x pro Woche (QW) und r-HuEPO 10 000 I. E. 3 x pro Woche (tiw) darstellen.

Methode: Die ökonomische Beurteilung mit einem 12-wöchigen Kostenminimierungs-Modell berücksichtigte Behandlungskosten und Transportkosten und wurde aus der Perspektive des österreichischen Gesundheitswesens durchgeführt. Die Wirksamkeitsbeurteilung erfolgte anhand des Ansprechens, definiert als Verbesserung des Hämoglobin-Werts und basierte auf folgenden Annahmen: 50 % aller Responder sprechen erst nach Dosisverdopplung an (gilt nur für Therapieoptionen, die eine Dosisverdopplung erlauben), 70 % der Patienten werden beim Facharzt, 30 % in der Krankenhausambulanz behandelt und 50 % benötigen einen sitzenden Transport zur Behandlung.

Ergebnisse: Durchschnittliche direkte und indirekte Kosten pro Patient über 12 Wochen sind für Darbepoetin alfa Q3W 3 810,79 Euro, für Darbepoetin alfa QW 4 721,04 Euro, für r-HuPEO QW 4 690,14 Euro und tiw 5 146,51 Euro. Darbepoetin alfa Q3W ist daher im Durchschnitt um 19,28 %, 18,75 % bzw. 25,95 % günstiger als die derzeit am österreichischen Markt befindlichen Alternativen und stellt damit die günstigste Therapieoption dar. Die Sensitivitätsanalyse (Variationen der Kosten und Wahrscheinlichkeiten) zeigte ein robustes Ergebnis.

Schlussfolgerung: Eine Anämiebehandlung von Tumorpatienten mit Darbepoetin alfa Q3W ist kosteneffektiver als alternative Behandlungsstrategien in Österreich.

Schlüsselwörter: Kosteneffektivität, Anämie, Erythropoetin, Darbepoetin alfa, Österreich

Darbepoetin alfa as treatment for chemotherapy-induced anaemia in Austria

Economic impact of darbepoetin alfa once every 3 weeks

Objectives: The cost-saving potential of darbepoetin alfa 500 µg once every 3 weeks (Q3W) as compared to darbepoetin alfa 150 µg weekly (QW), rHuEPO 30 000 I. U. weekly (QW), and rHuEPO 10 000 I. U. 3 times each week (tiw) as treatment for chemotherapy-induced anaemia was analysed.

Methods: A 12-week cost-minimization model including costs of direct treatment and transport was used. Efficacy of therapeutic alternatives was determined by comparing haemoglobin response rates. Analyses were performed from the perspective of the Austrian health care system and were based on the following assumptions: in 50 % of cases, response was not achieved before dose escalation (applicable only to therapies permitting dose escalation); 70 % of patients were treated at the specialist, 30 % in a hospital, and 50 % were transported to treatment in a seated position.

Results: The average expected direct and indirect costs per patient were 3 810.79 Euro for darbepoetin alfa Q3W, 4 721.04 Euro for darbepoetin alfa QW, 4 690.14 Euro for rHuEPO QW and 5 146.51 Euro for rHuEPO tiw. Cost-savings associated with darbepoetin alfa Q3W were 19.28 % relative to darbepoetin alfa QW, 18.75 % to rHuEPO QW, and 25.95 % to rHuEPO tiw.

Conclusion: For treating anemia among cancer patients in Austria, darbepoetin alfa Q3W is more cost-effective than alternative treatment strategies.

Keywords: Cost-effectiveness, anaemia, erythropoietin, darbepoetin alfa, Austria

Krankenhauspharmazie 2006;27:24–31.



Jens Schenk, Springe
Ein praktischer Ansatz

Die Verfolgung aller in der Apotheke anfallenden QS-Maßnahmen kann recht umfangreich sein. Hilfswerkzeuge hierzu, das heißt entsprechende Software, bringt neben dem meist hohen Preis den Nachteil weiteren Aufwands zur Einarbeitung der Mitarbeiter in die Bedienung mit sich. Einfacher und ebenso effizient kann für diese Aufgabe ein Tabellenkalkulationsprogramm eingesetzt werden.

Schlüsselwörter: QS-Maßnahmen, CAPA, Abweichungen, Terminverfolgung

Transparency in quality assurance – a practical approach

To track all quality assurance actions which accumulate while running a pharmacy can mean a lot of work. The use of software tools (which are expensive) serving this purpose causes additional effort to train the employees in using it correctly.

With more ease but still efficient a spreadsheet program can be used.

Keywords: QA action, CAPA, deviation deadline observing

Krankenhauspharmazie 2006;27:32–4.



Serie
Arbeitsgemeinschaft Medikationsfehler der ADKA e.V.

Die Überdosierung des synthetischen Antithrombotikums Fondaparinux (Arixtra® ) konnte rechtzeitig durch den Apotheker verhindert werden.



ADKA intern
Dr. Peter Walther, Berlin
Die Krankenhausapotheke als Arbeitsplatz

Die AKDA bietet Mitgliedern ab Januar 2006 eine Rechtsberatung als neues Dienstleistungsangebot an.



AG Unit-Dose, Dr. Swantje Eisend, Northeim
Ziele und Projekte der AG Unit-Dose der ADKA

„Unit-Dose“ kann die Patientensicherheit bei der medikamentösen Therapie optimieren. Einige Krankenhausapotheken beliefern ihre Stationen schon seit Jahren durch dieses System der patientenorientierten Arzneimittelversorgung in unterschiedlichster Art und Weise. Die neu formierte AG Unit-Dose der ADKA ist für alle Kollegen im Krankenhaus der Ansprechpartner im Bereich der patientenindividuellen Arzneimittelversorgung durch Unit-Dose.



Referiert & kommentiert
Herz-Kreislauf-Erkrankung wieder häufigste Todesursache

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, starben nach den Ergebnissen der Todesursachenstatistik im Jahr 2004 in Deutschland insgesamt 818 271 Personen (383 388 Männer und 434 883 Frauen). Dies waren 35 675 Sterbefälle oder 4,2 % weniger als im Vorjahr.



Hardy-Thorsten Panknin, Berlin und Prof. Dr. med. Matthias Trautmann, Stuttgart
Antimikrobiell beschichtete Venenkatheter: pro und kontra

Im Jahre 2003 erschien in der renommierten US-amerikanischen Zeitschrift „Clinical Infectious Diseases“ eine Übersichtsarbeit zur Wirkung einer antimikrobiellen Beschichtung auf Venenkathetern. Die Autoren unterzogen darin alle bis dahin publizierten klinischen Studien einer kritischen Bewertung. Sie kamen zu dem Schluss, dass die wissenschaftliche Datenlage zu beschichteten Kathetern trotz einer überwiegend positiven Aussage der meisten Studien letztlich noch unbefriedigend ist.



Dr. Barbara Kreutzkamp, München
Klinische Relevanz noch nicht ganz klar

Nicht jedes Medikament ist bei jedem Menschen gleich gut wirksam. So gibt es auch bei der Gabe von Acetylsalicylsäure in der Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse Therapieversager. In einer Übersichtsarbeit wurde dieses Phänomen, das in der angelsächsischen Literatur teilweise recht ungenau auch als ASS-Resistenz bezeichnet wird, näher charakterisiert.



Dr. Barbara Kreutzkamp, München
Clopidogrel-Gabe vor PCI verbessert klinisches Ergebnis

Patienten mit einem ST-Hebungsinfarkt, die eine fibrinolytische Therapie erhalten haben und sich einige Tage später einer perkutanen Koronarintervention (PCI) unterziehen, profitieren von der Vorbehandlung mit Clopidogrel zusätzlich zur Standardtherapie mit Acetylsalicylsäure. Durch die Vorbehandlung reduzieren sich die Raten für nochmaligen Herzinfarkt, kardiovaskulären Tod und Schlaganfall signifikant.



Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Docetaxel als Kombinationspartner

Docetaxel (Taxotere®) wird in der adjuvanten und palliativen Chemotherapie des Mammakarzinoms eingesetzt. Neuere Studienergebnisse zeigen, dass Docetaxel bei Patientinnen mit HER-2-positiven Tumoren adjuvant und palliativ in Kombination mit dem humanisierten monoklonalen Antikörper Trastuzumab (Herceptin®) eingesetzt werden kann.



Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Effektiver Schutz mit Granulozyten-koloniestimulierendem Faktor

Bei der Anwendung myelotoxischer Chemotherapeutika in der adjuvanten und präoperativen Situation empfiehlt sich die Gabe eines Granulozyten-koloniestimulierenden Faktors (G-CSF) wie Pegfilgrastim (Neulasta®), um eine Neutropenie zu vermeiden.



Dr. Annemarie Musch
Schneller Nachweis von MRSA