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28. Jahrgang Heft 3 März 2007

Übersichten
Michael Boehm, Hubertus Neuber, Ramona Otto, Ina Launert, Peggy Wagner und Susan Steinbrink, Leipzig
Ein Auftrag für mehr Therapiesicherheit und verbesserte Wirtschaftlichkeit auf klinischen Stationen und in der Ambulanz

“Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind günstig” (Seneca)

Im Rahmen der Ausbildung von Pharmaziepraktikanten und Studenten der Pharmazie im Examenssemester (Universität Leipzig) wurde im Bundeswehrkrankenhaus Leipzig eine erweiterte Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker untersucht. Als Kernstück dieser Arbeit stand dabei die Entwicklung und Anwendung eines „Pharmazeutischen Konsils“ als interdisziplinärer ärztlicher Auftrag an den klinischen Pharmazeuten im Vordergrund.

Pharmaceutical Consultations In Daily Hospital Routines. Pharmaceutical consultations in daily hospital routines

Within the framework of a project the use of physician requesting pharmaceutical support of therapies by a clinical pharmacist (pharmaceutical consultation) is tested.

Those pharmaceutical consultations were widely accepted by physicians.

The professional support in therapy and the joint attendance with the pharmacist in direct contact with the patient enhanced medication safety as well as the overall safety of therapy and additionally reduced costs.

The ultimate goal is:

Optimal care for in-patients who are satisfied with the treatment given.

Keywords: Pharmaceutical consultations, pharmaceutical support of therapy, medication safety, pharmaceutical patients consultation hour, patient safety, economic pharmacy

Krankenhauspharmazie 2007;28:79–86.



Stefan A. Ehret, Martin J. Hug und Egid Strehl, Freiburg

Großkliniken zeichnen sich durch stetiges Wachstum und hohe Dynamik aus. Als Dienstleister müssen die Krankenhausapotheken ihr Arzneimittelsortiment ständig diesen Veränderungen anpassen. Kundenwünsche und wissenschaftliche Innovationen führen zu einer Verbreiterung des Sortiments und steigendem Warenumsatz. Moderne Technologien machen automatische Warenkommissionierung zu einer sinnvollen Option. Im Folgenden soll das am Universitätsklinikum Freiburg erarbeitete und inzwischen umgesetzte Konzept erläutert werden. Ausgangspunkt war eine genaue Analyse der Lagerbewegungen. Dabei zeigte sich, dass vor allem die Kommissionierung der Langsamdreher und das Umlagern aus dem Übervorrat Optimierungspotenzial besitzen. Die Erfahrungen mit Großautomaten und die räumlichen Gegebenheiten bewogen uns, ein Einzelpackungssystem mit chaotischer Lagerung zu wählen. Wir entschieden uns für das System Apostore der Fa. KHT/Apostore, welches in der Lage ist, mehrere Packungen hintereinander einzulagern und in einem Arbeitsgang zu entnehmen. Die Arzneimittelabgabe kann per Rohrpost oder in Versandkisten erfolgen. Diese Anlage ist Baustein eines Logistikkonzepts, dessen Zielvorgabe es ist, ein Optimum für die Lagerung und Kommissionierung jedes einzelnen Artikels zu finden. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass sich mit diesem Ansatz eine hohe Effizienz erreichen lässt.

Schlüsselwörter: Kommissioniersystem, Logistikkonzept, Automatisierung, Apostore

Fully automated storage and picking systems as part of a logistic concept

In this article we demonstrate how the logistics of a hospital pharmacy can be optimized by using automated storage and picking. The system installed in the pharmacy of the University hospital Freiburg is common in many community pharmacies. Here we describe the system that has been chosen and how the installation has been performed. Advantages but also disadvantages of this system named apostore that is manufactured and delivered by KHT are compared with other commercially available systems.

Keywords: Logistic, picking system, automation, apostore

Krankenhauspharmazie 2007;28:87–92.



Dirk Strumberg, Herne, und Bettina Martini, Memmingen*
Neue Therapieoption in der Onkologie

Sorafenib ist ein oral verfügbarer Multikinase-Inhibitor, der Proliferation und Angiogenese hemmt. Sorafenib ist für die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms zugelassen bei Patienten, bei denen eine Interferon-alfa- oder Interleukin-2-basierte Therapie versagt hat oder die für eine Zytokin-Therapie nicht geeignet sind. In Deutschland erkranken jährlich etwa 17 000 Personen an einem Nierenzellkarzinom, meist im Alter von 50 bis 70 Jahren. Bei etwa einem Viertel der Patienten ist die Erkrankung bereits zum Zeitpunkt der Diagnose im fortgeschrittenen Stadium, bei etwa einem Drittel der Patienten mit lokal fortgeschrittenem Stadium, die zunächst operiert werden können, kommt es zu einem Rezidiv. Außer einer Immuntherapie mit Zytokinen gab es bislang für diese Patienten keine etablierte Therapieoption. Sorafenib wird auch beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC), beim hepatozellulären Karzinom und malignen Melanom in Studien untersucht.

Sorafenib – a novel opportunity in oncology

Sorafenib (Nexavar®) is an oral multi-kinase inhibitor, which targets angiogenesis and tumor proliferation. It’s approved for the treatment of patients with advanced renal cell carcinoma (RCC), or kidney cancer, who have failed prior interferon alfa or interleukin-2 based therapy or are considered unsuitable for such therapy.

Keywords: Sorafenib, renal cell carcinoma, kidney cancer, multi-kinase inhibitor

Krankenhauspharmazie 2007;28:93–7.



Bericht von Susanne Heinzl, Stuttgart
Die Pipeline von Novartis Oncology

Die Geschäftseinheit Onkologie der Firma Novartis gehört zum zweitgrößten Anbieter im deutschen Onkologie-Markt. Die weltweite Zentrale befindet sich in den USA, die Europa-Zentrale in Mailand. Hauptindikationsbereiche sind Brustkrebs, Knochenmetastasen, Leukämien, gastrointestinale Tumoren, transfusionsbedingte Eisenüberladung und gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumoren. Die Pipeline ist gut gefüllt.



Bericht von Susanne Heinzl, Stuttgart

Die weltweite Zunahme resistenter Bakterien muss zum Teil als direkte Folge großzügiger Antibiotika-Gaben betrachtet werden. Es gibt allerdings große Unterschiede in den Resistenzmustern, zwischen den Ländern, zwischen einzelnen Krankenhäusern und zwischen einzelnen Abteilungen der gleichen Klinik. Infektionskrankheiten sind durch den Einsatz von Antibiotika keineswegs für immer und ewig besiegt.



Serie
Arbeitsgemeinschaft Medikationsfehler der ADKA e.V.

Einer Patientin wird ambulant von einem nicht mit der Therapie vertrauten Arzt eine zehnfach zu hohe Dosis Morphin verabreicht.



ADKA intern
Ausschreibung der Seminar-Staffel für Young Potentials (Führungskräftenachwuchs) und Junge Chefs

Bewerbungsfrist läuft bis 31. Mai 2007



Für die YP’s III, Pamela Reissner
Das Young-Potential-Programm in seiner dritten Auflage


Referiert & kommentiert
Dr. Susanne Heinzl
Chronische Nierenerkrankungen

Chronische Nierenerkrankungen haben eine erhebliche medizinische und gesundheitsökonomische Bedeutung. Sie entstehen als Folge zahlreicher erworbener oder angeborener Nierenerkrankungen. In Deutschland benötigen etwa 75 000 Patienten eine so genannte Nierenersatztherapie in Form einer Dialyse oder einer Nierentransplantation.



Dr. Annemarie Musch
HIV
Antiretrovirale Therapie: Sind Therapiepausen empfehlenswert?

Eine sich an der CD4-Zellzahl orientierende Unterbrechung der antiretroviralen Therapie bei HIV-Infizierten ist nach den Ergebnissen einer großen randomisierten Studie nicht empfehlenswert (SMART = The strategies for management of antiretroviral therapy): Im Vergleich zur standardmäßigen kontinuierlichen Behandlung der Patienten erlitten die Patienten, die ab einer CD4-Zellzahl > 250 Zellen/mm3 die Therapie aussetzten, signifikant häufiger opportunistische Erkrankungen oder verstarben (primärer Endpunkt).



Dr. Annemarie Musch
Neue Daten zur Therapie mit Anastrozol

Bei der adjuvanten Therapie von Mammakarzinom-Patientinnen in der Postmenopause kam es mit Anastrozol seltener zu thromboembolischen Ereignissen als bei der Tamoxifen-Gabe, weiterhin sind Endometriumveränderungen seltener zu beobachten. Dies zeigen neue Auswertungen der ATAC-Studiedaten (Arimidex, tamoxifen alone or in combination). Diese Daten wurden beim 29th San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) im Dezember 2006 vorgestellt und im Januar 2007 auf einer Pressekonferenz zur endokrinen Therapie des Mammakarzinoms der Firma AstraZeneca in Berlin referiert.



Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen
Schlechtere Nachversorgung für jüngere Überlebende in den USA

In den Vereinigten Staaten berichteten Überlebende eines Schlaganfalls, die jünger als 65 Jahre alt waren, über einen schlechteren Zugang zu ärztlicher Betreuung und medikamentöser Therapie als ältere Patienten. Dies könnte eine unangemessene Veränderung von Risikofaktoren und wiederkehrende kardiovaskuläre Ereignisse zur Folge haben.



Dr. Annemarie Musch
Zahl Beschäftigter gestiegen