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30. Jahrgang Heft 1 Januar 2009

Editorial
Dr. Steffen Amann und Dr. Cornelia Vetter-Kerkhoff, München


Übersichten
Kristian Fresenius und Irene Krämer, Mainz

Das diabetische Fußsyndrom stellt eine häufige und besonders gravierende Folgeerkrankung des Diabetes mellitus dar. Die Schwere der physischen und psychischen Beeinträchtigungen sowie die hohen Krankheitskosten lassen der Prävention, Behandlung und Rezidivprophylaxe des diabetischen Fußsyndroms einen hohen Stellenwert zukommen. Daher etablierten und untersuchten wir den Einfluss einer pharmazeutischen Betreuung auf klinische und soziale Behandlungsergebnisse bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom. 52 Patienten mit diabetischem Fußsyndrom wurden in die randomisierte, kontrollierte Interventionsstudie eingeschlossen. Die Patienten der Interventionsgruppe wurden kontinuierlich durch einen Apotheker pharmazeutisch betreut; die Kontrollgruppe erhielt die übliche medizinische Betreuung. Zur Messung des Einflusses der pharmazeutischen Betreuung wurde als primärer Zielparameter der klinische Verlauf der Fußläsionen gewählt. Sekundäre klinische Zielparameter waren die Rezidivfreiheit und die Rehospitalisierungsrate. Weiterhin wurden arzneimittelbezogene Probleme dokumentiert und ausgewertet. Jeder Patient wurde über einen Zeitraum von 12 Monaten beobachtet. Die Studienergebnisse belegen einen positiven Einfluss der pharmazeutischen Betreuung auf die klinischen Endpunkte bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom. Nach 12 Monaten war die Anzahl an komplett abgeheilten bzw. nicht abgeheilten Läsionen in beiden Gruppen gleich. Doch die Zeitdauer bis zur Wundheilung der Indexläsionen konnte in der Interventionsgruppe deutlich verkürzt werden. Zudem konnte in der Interventionsgruppe die Anzahl an neu aufgetretenen Läsionen sowie weiterer Krankenhausaufenthalte um jeweils fast 50 % verringert werden. Insgesamt zeigt die klinisch-pharmazeutische Betreuung positive Ergebnisse und Tendenzen, die in weiteren Studien mit höheren Fallzahlen und einer längeren Beobachtungsphase bestätigt werden müssen. Aufgrund der Resultate wäre es wünschenswert, eine strukturierte und engmaschige pharmazeutische Betreuung der Patienten mit diabetischem Fußsyndrom regelhaft und über den bisherigen Rahmen hinaus anzubieten. Diese sollte in eine Betreuung der Patienten auch in öffentlichen Apotheken münden.

Schlüsselwörter: Diabetisches Fußsyndrom, Indexläsion, Wundheilung, Rezidiv, Rehospitalisierung, pharmazeutische Betreuung, Ergebnisverbesserung

Implementation and evaluation of pharmaceutical care on the outcomes of patients suffering from diabetic foot syndrome

Diabetes mellitus is one of the most prominent chronic diseases worldwide and the diabetic foot syndrome (DFS) one of its major complications. In order to study whether patients receiving specific pharmaceutical care do have a better clinical and social outcome, we conducted an interventional study in our diabetes clinic. The aim of the study was to show if the implementation of pharmaceutical care can improve the overall prognosis of diabetic foot lesions compared to a control group. The healing process, incidence of new lesions and admission due to lesions were chosen as outcome parameters. 52 patients were randomized either to the intervention group or the control group. During their hospitalization and ambulatory visits, patients of the intervention group were additionally counselled by a pharmacist. The pharmaceutical care program comprised oral and written information about drug therapy and wound management. Furthermore patients were educated how to prevent new lesions. Patients of the control group received standard medicinal care. The observation period was 12 months per patient. Lesions in the intervention group showed faster reduction in wound size than in the control group. At the time intervals 3, 6 and 9 months considerably more lesions in the intervention group were reduced more than 75 % in wound surface. Both groups showed similar rates of healed and unhealed lesions at the end of observation period. The number of new lesions and hospital readmissions was 50 % lower for patients in the intervention group compared to patients in the control group. Patients of the intervention group seemed to benefit from the pharmaceutical care program. Intensive patient counselling by a pharmacist is an effective strategy to improve clinical outcomes of foot ulcers.

Keywords: Diabetic foot syndrome, lesion, wound healing, relapse, hospital readmission, pharmaceutical care, outcome improvement

Krankenhauspharmazie 2009;30:2–10.



Gesine Picksak1, Heidrun Lingner2, Marie-Luise Dierks2 und Heike Alz1, Hannover
Die Arbeit des Apothekers bei der Patientenuniversität

An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) werden bei der Patientenuniversität zum wiederholten Mal Organe und ihre Funktionsweisen sowie ausgewählte Krankheitsbilder Laien verständlich erklärt. Im Anschluss an eine klassische Vorlesung zum jeweiligen Thema folgt ein praktischer Teil, bei dem sich die Patienten in kleinen Gruppen unter fachkundiger Betreuung Modelle ansehen, Versuche durchführen und mit Experten, unter anderem Apothekern, themenspezifische Probleme und Fragen diskutieren können.

Schlüsselwörter: Patientenuniversität, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Apotheker, Patienteninformation

Patient becomes student – the role of the pharmacist at the patients’ university

In a repeat edition of the “Patients’ University” at the Hanover Medical School (MHH), laymen are given the chance to learn about human organs and the way they work. Selected medical symptoms are being explained to them in a comprehensive way. Following traditional type topical lectures, the “Patients’ University” concludes with a series of practical workshops. Patients work in small groups to look at models (e. g. animal organs and pharmaceuticals) and conduct a number of experiments under experts’ supervision. The workshops also allow to discuss specific problems with and ask questions to medical experts, including pharmacists.

Keywords: Patients’ university, Hanover Medical School (MHH), pharmacist, patient information

Krankenhauspharmazie 2009;30:11–4.



Serie

Laut Anforderung sollte ein Patient nur drei Viertel der eigentlich notwendigen Dosierung bekommen. Die Unterdosierung hätte zum Therapieversagen führen können.



Kongress
Abstracts der Poster und Kurzvorträge, vorgestellt beim 1. Deutschen Kongress für patientenorientierte Arzneimittelinformation der ADKA vom 16. bis 17. Januar 2009 in Köln

Die Abstracts der Poster sind alphabetisch nach Autornamen (Erstautor) sortiert.



ADKA intern
Prof. Dr. Egid Strehl, Freiburg
Berlin, 23. bis 24. Oktober 2008


Ausschreibung der Seminar-Staffel für Young Potentials (Führungskräftenachwuchs) und Junge Chefs

Auch im Jahre 2009/10 möchte die ADKA-Stiftung die Förderprogramme speziell für Krankenhausapotheker wieder durchführen. Zu dieser Entscheidung trugen nicht zuletzt auch die engagierte Mitarbeit und die positive Resonanz der bisherigen Lehrgangsteilnehmer bei. Die Bewerbungsfrist läuft bis 10. April 2009.



Referiert & kommentiert
Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Schutz durch Probiotika?

Die Antibiotika-assoziierte Kolitis nimmt deutschlandweit zu. Eine neue Studie aus England belegt einen präventiven Effekt für ein Lactobazillen-haltiges Probiotikum.



Dr. Annette Schlegel, Versmold
Immuntherapie bei Erdnussallergien bislang erfolglos

Die Häufigkeit von Allergien und speziell die allergischen Reaktionen auf Erdnüsse nehmen in den letzten Jahren stetig zu. Bislang wird noch rein symptomatisch therapiert. Die wissenschaftlichen Entwicklungen geben jedoch Anlass zur Hoffnung, dass den Betroffenen in den nächsten Jahren mit einer adäquaten Immuntherapie geholfen werden kann.



Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen
Hohes Risiko und keine ausreichende Prophylaxe

Weltweit haben mehr als die Hälfte aller Krankenhauspatienten das Risiko, eine venöse Thromboembolie zu entwickeln. Patienten auf einer chirurgischen Abteilung sind stärker betroffen als solche anderer medizinischer Fachgebiete. Nur die Hälfte der Risikopatienten wird ausreichend prophylaktisch behandelt. Das ergab die Auswertung der Krankenakten von fast 70 000 Patienten in 32 Ländern.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Zoledronsäure erhält Knochendichte bei prämenopausalen Frauen

Erste Ergebnisse der CALGB-Studie Nr. 79809 zeigen, dass das Bisphosphonat Zoledronsäure (Zometa®) einen Knochenmasseverlust bei prämenopausalen Frauen verhindern kann, bei denen durch eine zytostatische Chemotherapie ein Versagen der Ovarfunktion ausgelöst wurde. Diese Daten wurden bei der 44. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago Ende Mai 2008 vorgestellt.



Dr. Susanne Heinzl
Gut gefüllte Pipeline

Die onkologische Geschäftseinheit ist bei Novartis Pharma mittlerweile die größte Gruppierung. Für die Zukunft ist die onkologische Pipeline gut bestückt. Sehr weit fortgeschritten ist zum Beispiel die Entwicklung des mTOR-Hemmers Everolimus. Einen interessanten neuen Angriffspunkt hat ASA404, ein sogenanntes Tumor Vascular Disrupting Agent.