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30. Jahrgang Heft 10 Oktober 2009

Editorial
Holger Hennig, ADKA-Präsident


Übersichten
Cordula Lebert, Nürnberg, Dieter Adam, München, Klaus-F. Bodmann, Hildesheim, Arne C. Rodloff, Leipzig, Hannes Wacha, Frankfurt/M., Friedrich Vogel, Hofheim a. Ts., und die Experten der Infekt-Liga

Die Divertikulose tritt mit einer geschätzten Prävalenz von etwa 30 bis 50 % in westlichen Ländern auf und gilt als Zivilisationserkrankung. Die Lokalisation der Divertikel ist vorzugsweise das Colon sigmoideum. Die Divertikulose verläuft oft asymptomatisch, etwa 25 % der Fälle sind jedoch behandlungsbedürftig. Die häufigste Komplikation der Divertikelkrankheit ist die Sigmadivertikulitis. Obwohl die Divertikulose und die Divertikulitis somit eine hohe Bedeutung in der Gesundheitsfürsorge haben, fehlen bislang evidenzbasierte Empfehlungen zu Therapieansätzen. Ziel dieser Arbeit ist daher eine aktuelle Bewertung chirurgischer, antiinfektiver und adjuvanter Maßnahmen. Hierzu wurde eine Literaturrecherche in Medline und Embase durchgeführt und auf der Basis relevanter Publikationen der derzeitige Kenntnisstand zusammengestellt.

Schlüsselwörter: Divertikulose, Divertikulitis, Diagnose, chirurgische Therapie, medikamentöse Therapie

Diagnostic and therapy of acute and chronic diverticulitis

The prevalence of the diverticular disease in the western population ranges between 30 and 50 % as estimated in several large autopsy and radiographic series. The diverticula are localised mainly in the Colon sigmoideum. Most patients with diverticulosis remain asymptomatic, about 25 % need treatment. Common complications of the diverticular disease are diverticulitis of the colon sigmoideum. In spite of its great common importance evidence based guidelines are lacking. Therefore it is the aim of this article to give a present state of surgical, anti-infective and alternative treatment options according to the literature found in a MEDLINE and EMBASE research.

Keywords: Diverticular disease, diverticulitis, diagnosis, surgical treatment, medical treatment.

Krankenhauspharmazie 2009;30:487–98.



Jürgen Baumann, Ostfildern
Indische Arzneimittelgesetzgebung bietet Anregungen für eindeutige Kennzeichnung von Arzneimitteln

Die „The Drugs and Cosmetics Rules 1945“ in der gültigen Fassung vom 30. Juni 2005 legen in Indien die Anforderungen an die Beschriftung der Verpackung von Arzneimitteln fest. Im Gegensatz zur Gesetzgebung in Deutschland ist in Indien die Wirkstoffbezeichnung des Arzneimittels auffälliger zu drucken als der Handelsname. Wird ein Handelsname benutzt, so soll er unmittelbar nach oder unterhalb des eigentlichen Namens erscheinen. Die genaue Bezeichnung der Arzneimittel unterstützt die im Gesundheitswesen tätigen Berufsgruppen und die Patienten in der Auswahl des richtigen Arzneimittels und im sicheren Gebrauch.

Schlüsselwörter: Etikettierung, Arzneimittelverpackung, Indien, Arzneimittelsicherheit

Labelling of the outer packaging of drugs in India

The Drugs and Cosmetics Rules 1945, as amended up to 2005, set up the requirements for labelling of the outer packaging of drugs in India. In contrast to the legislation in Germany in India the proper name of the drug shall be printed or written in a more prominent position than the trade name. The trade name shall be printed immediately after or under the proper name. The proper labelling of drugs assists health care professionals as well as patients to select the correct medicines and use it safely.

Keywords: Labelling, drug packaging, India, drug safety.

Krankenhauspharmazie 2009;30:500–4.



Leitlinie
Konsensusbericht*, im Auftrag des Präsidiums der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie herausgegeben von Pierre Federspil, Homburg/Saar

Die folgenden Leitlinien wurden 1999 durch eine Konsensuskonferenz der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie mit Vertretern von zehn weiteren Gesellschaften erarbeiet und durch ein Delphi-Verfahren ergänzt. 2002 und 2008 erfolgten Aktualisierungen durch die Mitglieder der Konsensuskonferenz, des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft HNO-Infektiologie der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie und des Präsidiums der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Die Leitlinien betreffen die Antibiotikatherapie der bakteriellen Infektionen an Hals, Nase und Ohren unter Berücksichtigung des zu erwartenden Erregerspektrums, der mikrobiologischen und klinischen Wirksamkeit und der Wirtschaftlichkeit. Nach Hinweisen auf grundsätzliche Prinzipien werden die verschiedenen Infektionen mit den verursachenden Erregern und den zur Therapie in Frage kommenden Antibiotika in tabellarischer Form dargestellt (Tab. 1–3). Dabei wird zwischen dem Antibiotikum oder den Antibiotika erster Wahl und den Alternativen unterschieden. In Tabelle 4 sind die Dosierungen der oralen und parenteralen Antibiotika bei Erwachsenen und Kindern angegeben.

Guidelines of the antibiotic treatment in oto-rhino-laryngology, head and neck surgery

Consensus report on behalf of the presidency of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

In 1999, the following guidelines were elaborated by a consensus conference of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery with delegates of 10 further societies and complemented by a Delphi procedure. 2002 and 2008 up-dates were performed by the members of the consensus conference, the chair of the study group of ENT infectiology of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery and the presidency of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery. The guidelines concern the antibiotic treatment of the bacterial infections of the ears, nose and throat, taking the expected spectrum of pathogens, the microbiological and clinical efficacy and the containment of costs into consideration. After specification of the basic principles, the different infections with their causative pathogens and the antibiotics coming into question for therapy are tabulated (tables 1 to 3) and a differentiation is made between the antibiotic or the antibiotics of first choice and alternatives. In table 4 the different dosages of oral and perenteral antibiotics in adults and children are indicated.

Keywords: Guidelines, antibiotic treatment, infections of head and neck, ear, nose and throat infections, oto-rhino-laryngology, head and neck surgery, antimicrobial therapy

Krankenhauspharmazie 2009;30:505–14.



Serie

Auf Rückfrage einer Pflegekraft fällt auf, dass ein Patient mit seinem Inhalator Theophyllin-Retardkapseln inhaliert. Ursache waren eine mangelnde Aufklärung und Missverständnisse beim Präparatewechsel.



Referiert & kommentiert
Bettina Christine Martini, Legau
HIV
Antiretrovirale Therapie mit Maraviroc

Bereits im September 2007 wurde der CCR-5-Hemmer Maraviroc in Deutschland zugelassen (Celsentri®). Aber erst Ende 2008 wurden die Daten der großen Phase-III-Studien, die Grundlage für die Zulassung waren, veröffentlicht. Sie zeigen die Wirksamkeit von Maraviroc bei intensiv vorbehandelten Patienten mit ausschließlich CCR5-tropen Viren.



Reimund Freye, Baden-Baden
Zulassungserweiterung für Adalimumab

Im Sommer 2008 erhielt der TNF-α-Antikörper Adalimumab von der europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) die Erweiterung der Zulassung zur Behandlung der juvenilen idiopathischen Arthritis. Die Ergebnisse der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie wurden auf einer Pressekonferenz, veranstaltet von Abbott, im Oktober 2008 in Frankfurt vorgestellt.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Trifunktionaler Antikörper zur Behandlung von malignem Aszites

Der trifunktionale bispezifische Antikörper Catumaxomab (Removab®) ist seit Mai 2009 zur intraperitonealen Behandlung des malignen Aszites bei Patienten mit EpCAM-positiven Karzinomen, für die keine Standardtherapie zur Verfügung steht oder bei denen diese nicht mehr anwendbar ist, zugelassen. Bei der 45. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Orlando vom 28. Mai bis 2. Juni 2009 wurden unter anderem neue Daten zum Wirkungsmechanismus der Substanz vorgestellt.



Dr. Luise Mansel, Haimhausen
TNF-α-Antikörper Infliximab gewinnt bei entzündlichen Darmerkrankungen an Bedeutung

Auf der 16. United European Gastroenterology Week (UEGW) in Wien beschäftigten sich auffallend viele wissenschaftliche Beiträge mit dem Einsatz des TNF-α-Antikörpers Infliximab (Remicade®) in der Therapie des Morbus Crohn und der Colitis ulcerosa. Aktuelle Daten wurden im Rahmen eines Post UEGW-Pressegesprächs, veranstaltet von Essex Pharma, im November 2008 in München vorgestellt. Themen waren vor allem der optimale Therapiealgorithmus, die Bedeutung der Schleimhautheilung für den Krankheitsverlauf, neue Prognosefaktoren und Kosten-Nutzen-Abwägungen. Außerdem wurden die Vorteile von Infliximab gegenüber Azathioprin anhand neuer Daten der SONIC-Studie vorgestellt.



Helga Vollmer, M. A., München
Punktgenau gegen den Krebs

Tumoren und Metastasen ohne größere Operation zu zerstören ist Ziel der modernen Radiologie. Per selektiver interner Radiotherapie (SIRT), einer speziellen Form der Strahlenbehandlung, können minimal invasiv primäre Lebertumoren und Lebermetastasen verschiedener Tumoren wirksam behandelt werden, wenn eine Operation nicht in Frage kommt oder/und sich eine Chemotherapie als unwirksam erwiesen hat. Dies war Thema der 111. Gesprächsrunde der Münchner Medizinjournalisten im Oktober 2008, veranstaltet von der Ludwig-Maximilians-Universität, München.