Suche / Archiv


Erweiterte Suche

31. Jahrgang Heft 2 Februar 2010

Interview - unsere beruflichen Partner über uns
Prof. Dr. med. Giovanni Maio, M.A., Freiburg


Übersichten
Constanze Rémi, München
Welche Rolle spielt der Krankenhausapotheker?

In der Palliativmedizin sollen quälende Symptome von Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen gelindert und die Lebensqualität gesteigert oder erhalten werden. Alle im Gesundheitswesen tätigen Fachkräfte sollten Kenntnisse über die grundlegenden palliativmedizinischen Prinzipien und die Symptomkontrolle besitzen. Apotheker können durch kompetente Arzneimittelinformation, die in der Palliativmedizin eine sehr abwechslungsreiche Herausforderung darstellt, dazu beitragen, die Versorgung von Palliativpatienten zu verbessern. Ziel dieses Artikels ist, das Bewusstsein für Palliativmedizin zu stärken, Grundlagen der Behandlung häufiger Symptome zu vermitteln und hilfreiche Informationsquellen für die Arzneimittelinformation aufzuzeigen.

Schlüsselwörter: Palliative Care, Palliativmedizin, Arzneimittelinformation

Pharmacotherapy and drug information in palliative care

Palliative care aims to provide relief of distressing symptoms and increase or maintain quality of life for people facing life threatening illnesses. Every health care professional should have knowledge of the basic principles of palliative care and symptom control. Pharmacists can help to improve the care of a patient through drug information – a multifaceted task in palliative care. This article aims to raise awareness on palliative care, provide information on the management of common symptoms and highlight useful drug information resources.

Key words: palliative care, palliative medicine, drug information

Krankenhauspharmazie 2010;31:50–8.



Robert Janknegt, Sittard, und Martin J. Hug, Freiburg

Die Auswahl von Arzneimitteln bei der Erstellung und Verwaltung einer Arzneimittelliste ist ein komplexer Vorgang, wobei die Entscheidungen der verordnenden Ärzte oder der Verwaltung Konsequenzen für die übrigen Beteiligten haben. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass der Auswahlprozess transparent ist und alle Betroffenen in diesen Prozess mit eingebunden sind. Zwingende Voraussetzung hierfür ist, dass der Auswahlprozess nachvollziehbar und von gleich bleibender Qualität ist. Obwohl jeder der Auffassung zustimmen mag, dass die Auswahl von Arzneimitteln ein rationaler Prozess sein sollte („Evidenzbasierte Medizin“), der auf Kriterien wie klinische Effizienz, dokumentierte Effekte auf klinisch relevante Endpunkte, Sicherheit, Verträglichkeit, Erfahrung, Arzneimittelinteraktionen, Therapieintervall und Kosten beruht, spielen noch viele weitere Faktoren eine wichtige Rolle bei der Arzneimittelauswahl. Matrixmodelle verwenden ausschließlich rationale und klinisch relevante Auswahlkriterien. Dieser Ansatz führt zu einem transparenten und interaktiven Auswahlprozess und eliminiert emotionale sowie andere unerwünschte Einflüsse auf die Auswahl von Arzneimitteln.

Schlüsselwörter: SOJA, InforMatrix, Arzneimittelauswahl, Matrixmodelle

Matrix models in drug selection

Besides rational selection criteria other factors play a role in drug decision making, such as emotional, personal or financial criteria. These factors should be excluded as much as possible. One model for rational drug decision making for formulary purposes is the System of Objectified Judgement Analysis (SOJA). In the SOJA method selection criteria for a given group of drugs are prospectively defined and the extent to which each drug fulfills the requirements for each criterion is determined by a panel of experts. The following selection criteria are applied in SOJA scores: clinical efficacy, documented effects on clinical endpoints, incidence and severity of side-effects, dosage frequency, drug interactions, costs, documentation, pharmacokinetics and pharmaceutical aspects. The relative weight that is assigned to each criterion will always be a subject of discussion. Therefore interactive software programs have been developed, in which the user of the system may enter his own personal relative weight to each selection criterion and make his own personal SOJA score. The main advantage of matrix methods is, that all non-rational selection criteria are excluded and that drug-decision making is based solely on rational criteria. The use of the interactive programs makes the decision process fully transparant as it becomes clear on which criteria and weightings decisions are based. The use of this method facilitates the discussion in the formulary committee, as discussion becomes much more concrete. All matrix models are updated every 3 months. The interactive programs are available on www.sojaonline.nl and www.informatrix.nl.

Key words: InforMatrix, drug selection, matrix models

Krankenhauspharmazie 2010;31:60–7.



Berichte
Oliver Schwalbe, Bonn, Dirk Keiner, Suhl, und Thilo Bertsche, Heidelberg

Anlässlich der DPhG-Jahrestagung in Jena mit insgesamt mehr als 600 Teilnehmern fand am 28. und 29. September 2009 auch das Vorsymposium der DPhG-Fachgruppe Klinische Pharmazie statt. Im Fokus stand dabei der geriatrische Patient. Namhafte ausgewiesene Experten präsentierten Aspekte aus Forschung und Praxis. Der Teilnehmerkreis setzte sich insbesondere aus Apothekern aus Offizin, Krankenhaus und Wissenschaft zusammen. Die Veranstaltung wurde von Dr. Thilo Bertsche, Kooperationseinheit Klinische Pharmazie, Universität Heidelberg, und Dr. Oliver Schwalbe, Klinische Pharmazie der Universität Bonn, organisiert und moderiert. In seiner Begrüßung wies Bertsche darauf hin, dass die Optimierung der Arzneimitteltherapiesicherheit besonderer Patientengruppen beispielsweise geriatrischer Patienten eine der zentralen Herausforderungen der nächsten Jahre für alle Gesundheitsberufe darstellt. Aus therapeutischer, klinisch-pharmazeutischer Sicht ist dabei der therapeutische Gesamtzustand des Patienten entscheidend. In diesem Zusammenhang stellen Multimorbidität, Gebrechlichkeit (Frailty), Polypragmasie und Polypharmakotherapie wichtige Eckpunkte dar.

Krankenhauspharmazie 2010;31:68–70.



Wilfried von Eiff, Münster
Sicherheit und Wirtschaftlichkeit in der Medikalprodukte- und Arzneimittellogistik

Elektronische Versorgungsschränke in Verbindung mit bedarfsorientierten Logistiksteuersystemen bilden in zahlreichen ausländischen Krankenhäusern das Rückgrat einer wirtschaftlichen, bedarfsgerechten und sicheren Versorgung von Verbrauchstellen (OP, Intensivstation, Notfallaufnahme, Stationen) mit Medikalprodukten und Arzneimitteln. Im Rahmen einer Exkursion in das Once Lieve Vrouwe Gasthuis (OLVG Hospital) in Amsterdam, organisiert durch das Centrum für Krankenhaus-Management, wurden Geschäftsführer und Logistikverantwortliche mit der neuen Technologie vertraut gemacht.

Krankenhauspharmazie 2010;31:71–2.



Serie

In der ersten Fallbeschreibung wird von einer fehlerhaften Befüllung einer Schmerzpumpenkassette mit Piritramid durch eine Pflgekraft auf Station während des Nachtdiensts berichtet. Das in Rezepturen verwendete Wort „Ad“ wurde von der Pflegekraft missverstanden, und der Patient erhält daraufhin eine falsche Dosierung. In der zweiten Fallbeschreibung wird aufgrund einer vergessenen Nachbestellung von Ketamin-Perfusorspritzen ein Perfusor mit Ketamin-Verdünnung von der Pflegekraft auf Station hergestellt. Für die Herstellung wurde ein im Hinblick auf die Wirkstoffkonzentration falsches Präparat verwendet; der Patient erhält infolgedessen eine zu geringe Dosierung.



Aktuelles aus der Rezeptur
Dr. Dirk Keiner und Lars Krüger, Suhl

Aufgrund eines Lieferengpasses bei Xylocain 4 % Lösung wurde eine Eigenproduktion im Defektur-Maßstab notwendig, um eine kontinuierliche Arzneimittelversorgung zu gewährleisten.



ADKA intern
Prof. Dr. Egid Strehl, Freiburg
Berlin, 12. bis 13. November 2009

Am 12. und 13. November 2009 fand in der ADKA-Geschäftsstelle in Berlin die 2. ordentliche Sitzung des ADKA-Vorstands (Präsidium, Vorsitzende der Landesverbände, Geschäftsführer, Leiterin der ADKA-Serviceabteilung) für das Jahr 2009 statt. Während insgesamt neun Stunden Sitzungszeit waren 26 Tagesordnungspunkte zu behandeln, von denen hier auf die folgenden näher eingegangen wird.



Referiert & kommentiert
Dr. Tanja Saußele, Stuttgart
Zulassungserweiterung zur Behandlung des Mantelzell-Lymphoms

Temsirolimus ist seit November 2007 zur Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms bei Patienten, die mindestens drei von sechs prognostischen Risikofaktoren aufweisen, zugelassen. Seit November 2006 besteht bereits der Orphan-Drug-Status für die Indikation Mantelzell-Lymphom und seit Ende August 2009 ist Temsirolimus nun auch für die Therapie des Mantelzell-Lymphoms zugelassen. Die Ergebnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie wurden auf einem Pressegespräch der Firma Wyeth im Rahmen des Kongresses der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie am 2. Oktober 2009 in Mannheim vorgestellt.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Neues Epoetin für Nephrologie und Onkologie

Mit Epoetin theta (Eporatio®) führte die Firma Ratiopharm im Dezember 2009 eine biotechnische Neuentwicklung in den Handel ein. Epoetin theta ist zur Behandlung der renalen Anämie und für die Therapie der symptomatischen Anämie bei Erwachsenen mit nicht myeloischen malignen Erkrankungen, die eine Chemotherapie erhalten, zugelassen. In den präklinischen und klinischen Studien bei fast 2 000 Probanden und Patienten wurde gezeigt, dass Epoetin theta eine vergleichbare Wirksamkeit und Sicherheit wie das Referenzprodukt Epoetin beta aufweist. Die Daten wurden bei einem Symposium der Firma Ratiopharm im November 2009 in Ulm vorgestellt.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Rituximab plus Chemotherapie bessert Überlebensraten

Die Kombination von Rituximab (Mabthera®) mit Fludarabin und Cyclophosphamid verlängert das Überleben von Patienten mit vorher unbehandelter, fortgeschrittener chronischer lymphatischer Leukämie (CLL). Dieses Ergebnis der im Dezember 2009 beim ASH-Kongress in New Orleans (USA) vorgestellten CLL8-Studie stützt die Empfehlung, die Dreifachkombination als Standardtherapie bei CLL-Patienten in guter körperlicher Verfassung einzusetzen.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Dabigatran vergleichbar gut wirksam und verträglich wie Warfarin

Der direkte orale Thrombinhemmer Dabigatran (Pradaxa®) ist bei Patienten mit akuten Thromboembolien vergleichbar gut wirksam und verträglich wie der Vitamin-K-Antagonist Warfarin. Dabigatran kann jedoch in einer festen Dosis eingenommen werden und erfordert kein regelmäßiges Monitoring. Dies ergab die randomisierte, multizentrische RE-COVER-Studie mit 2 539 Patienten.