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31. Jahrgang Heft 4 April 2010

Übersichten
Michael Fröhner, Marc-Oliver Grimm und Manfred Wirth, Dresden
Zusammenfassung und Kommentierung der Empfehlungen der interdisziplinären S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnose und Therapie des Prostatakarzinoms

Im September 2009 wurde die neue S3-Leitlinie zum Management des Prostatakarzinoms veröffentlicht. Ziel der Leitlinie ist es, eine angemessene, dem neuesten wissenschaftlichen Stand entsprechende Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms zu unterstützen. Das Prostatakarzinom ist der häufigste maligne Tumor des Mannes. Aufgrund der Häufigkeit des Krankheitsbilds und des im Fall einer nicht mehr möglichen Heilung oft langwierigen Verlaufs kommt einer rationalen medikamentösen Therapie eine große Bedeutung zu. Wichtig ist das Erreichen des Therapieziels sowie die Vermeidung von Nebenwirkungen und von unnötigen Kosten durch unkritische Anwendung von Arzneimitteln. Im Folgenden werden die Empfehlungen der Leitlinie zur medikamentösen Therapie des Prostatakarzinoms diskutiert.

Schlüsselwörter: Prostatakarzinom, S3-Leitlinie, evidenzbasierte Medizin, medikamentöse Tumortherapie

Interdisciplinary guideline of S3 quality for the early detection, diagnostics and treatment of the different stages of prostate cancer – drug treatment of non-metastatic, recurrent or metastatic prostate cancer

In September 2009, the newly developed S3 guideline for the management of prostate cancer was published. The aim of this guideline is to further an appropriate early detection, diagnostics and treatment based on the latest scientific evidence for the most common malignancy in men. Because of the frequency and in the case of incurable disease often slowly progressing course, rational drug treatment is of major clinical concern. Beside of achieving the therapeutic aim sparing of side effects particularly in the case of long-term treatment and of considerable unnecessary costs due to uncritical use are important issues. In this article the recommendations of the guideline concerning drug treatment of prostate cancer are discussed.

Key words: Prostate cancer, S3 guideline, evidence-based medicine, anticancer drugs

Krankenhauspharmazie 2010;31:133–139.



Pamela Kantelhardt, Kassel, Veit Rohde, Alf Giese und Sven R. Kantelhardt, Göttingen
Fehlermanagement und Entwicklung von Strategien zur Risikominimierung

Die Einführung eines komplexen Risiko- und Fehlermanagementsystems in einer neurochirurgischen Klinik steht im Fokus dieses Artikels. Es wird gezeigt, wie ein Fehlerberichtssystem interdisziplinär eingeführt und wie Vermeidungsstrategien entwickelt und implementiert werden können. Eine Möglichkeit zur Strategiebewertung wird beschrieben. Damit war es möglich, Wirtschaftlichkeit und Nutzen von Strategien vor Implementierung zu bewerten.

Schlüsselwörter: Therapiesicherheit, Fehlermanagament, Risikomanagement, Neurochirurgie, Strategiebewertung

Implementation of a risk management system for increasing medication safety

We refere about the implementation of an risk management system for neurosurgeons. Within we describe how to develop and implement strategies to avoid errors in our hospital. Also we present an example for evaluating strategies. Thus we were able to decide which strategies are more effective and efficient as an parameter for our decission, which strategies to implement.

Key words: risk management, neurosurgery, medication errors, evaluating strategies

Krankenhauspharmazie 2010;31:141–146.



Bericht
Mareike Kunkel, Mainz
10. Workshop für Krankenhausapotheker, Gent/Beerse, 30.9. bis 2.10.2009

Vor über zehn Jahren hat die Janssen-Cilag GmbH ihre Fortbildungsreihe „Workshop Klinische Pharmazie in Holland“ gestartet. Das 50-jährige Jubiläum von Janssen-Cilag wurde zum Anlass genommen, den Workshop in Belgien durchzuführen. Es wurden zwei Krankenhausapotheken in Gent und Brügge sowie die Janssen-Cilag Zentrale in Beerse besichtigt. Die jeweiligen Mitarbeiter führten die Teilnehmer an aktuelle Themen der klinischen Pharmazie in Belgien und an die Entwicklung von Arzneimitteln heran. Weiterhin wurde den deutschen Krankenhausapothekern die Möglichkeit geboten, eigene Projekte vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Organisiert und moderiert wurde der Workshop in bewährter Form von Frau Dr. Viktoria Mönch, München, der Initiatorin dieser Workshopreihe, unterstützt von Prof. Hugo Robays, Leiter der Apotheke der Universitätsklinik Gent, und Herrn Daniel Schick, Janssen-Cilag.

Krankenhauspharmazie 2010;31:147–154.



Serie

In der ersten Fallbeschreibung bereitet eine Pflegekraft ausnahmsweise Epinephrin-Notfallspritzen zur Anwendung am Patienten vor, da auf der Station der Vorrat aufgebraucht ist; normalerweise werden die Notfallspritzen von der Apotheke applikationsfertig geliefert. Aufgrund eines Rechenfehlers erhält der Patient eine falsche Dosierung. In der zweiten Fallbeschreibung wird bei einem Notfallpatienten die Konzentration des Wirkstoffs in Lösung von einer unerfahrenen Pflegekraft falsch berechnet; die Pflegekraft bezog sich bei ihrer Berechnung auf die Masse des reinen Wirkstoffs statt auf die des Wirkstoffsalzes.



Aktuelles aus der Rezeptur
Dr. Dirk Keiner und Lars Krüger, Suhl

Bei der intrathekalen Applikation werden die Medikamente durch einen Katheter direkt in die Rückenmarksflüssigkeit geleitet. Eine unter die Haut implantierte Medikamentenpumpe dient als Arzneimittelreservoir. Dabei kommen vor allem starke Schmerzmittel wie Morphin in hohen Konzentrationen zur Anwendung. Bei einem maximalen Volumen des Medikamentenreservoirs von 10 bis 35 ml sind höhere Morphinkonzentrationen als die verfügbaren Industrieprodukte sinnvoll und notwendig. Eine Ausgangsdosierung von maximal 1,0 mg/Tag wird empfohlen. Im Zentralklinikum Suhl werden SynchroMed II und IsoMed Infusionssysteme eingesetzt.



ADKA intern
Dr. Norbert Ohem, Frankfurt (Oder)


Referiert & kommentiert
Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
WHO-Checkliste reduziert die Komplikationsrate

Chirurgische Eingriffe stellen weltweit eine der wichtigsten medizinischen Maßnahmen dar. Häufig kommt es bei einer Operation zu vermeidbaren Komplikationen und damit zu erheblichen Kosten für das Gesundheitswesen. In der vorliegenden Studie konnte gezeigt werden, dass durch die Nutzung einer chirurgischen Checkliste Komplikationen und Todesfälle, die in Zusammenhang mit einer Operation stehen, signifikant reduziert werden konnten. Der dafür verantwortliche Mechanismus ist relativ unklar, beruht wahrscheinlich auf vielen unterschiedlichen Faktoren und sollte in weiteren Studien untersucht werden.



Dr. Monika Neubeck, Kaiserslautern
Vorteil durch Cetuximab für Patienten mit K-ras-Wildtyp

Bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom bewirkte eine Behandlung mit Cetuximab zusätzlich zu einer Therapie mit FOLFIRI, ein um 15 % reduziertes Progressionsrisiko. Auswirkungen auf das Gesamtüberleben konnten nicht gezeigt werden, so die Resultate der CRYSTAL-Studie.



Dr. Barbara Kreutzkamp, Hamburg
Moxifloxacin Ethambutol überlegen?

Bei Patienten mit klinisch manifester Tuberkulose verbessert der Ersatz von Ethambutol durch Moxifloxacin über acht Wochen, zusätzlich gegeben zu Isoniazid, Rifampicin und Pyrazinamid, die Konversionsrate von Mycobacterium-tuberculosis-positiven Sputumkulturen hin zu einem negativen Befund. Die Kulturkonversion nach acht Wochen Therapie gilt als nützlicher Surrogatmarker für den bakterieneliminierenden Effekt von Regimen zur Behandlung der Tuberkulose und deutet auf eine gute Wirksamkeit des Fluorochinolons in der Tuberkulosebehandlung hin.



Prof. Dr. Hans Christoph Diener, Essen
Erhöhtes Risiko für plötzlichen Herztod

In einer Datenbankanalyse von über 90 000 Patienten, die Neuroleptika einnahmen, zeigte sich – verglichen mit 186 000 Kontrollen – dass sowohl die Therapie mit typischen als auch mit atypischen Neuroleptika zu einem erhöhten Risiko für plötzlichen Tod führt. Das Risiko ist für atypische Neuroleptika höher.