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31. Jahrgang Heft 9 September 2010

Interview - unsere beruflichen Partner über uns
Thomas Müller, Freiburg


Übersichten
Jürgen Barth und Mathias J. Rummel, Gießen
N-Lost-Derivat mit klinischen Besonderheiten

Alkylanzien sind vielfach die Basis einer antitumoralen Chemotherapie. Sie lassen sich nach verschiedenen Kriterien in Subklassen wie Aziridine, Bismethanosulfonate, N-Lost-Abkömmlinge (Bischlorethylamine), substituierte N-Lost-Derivate (Oxazaphosphorine) und andere mehr unterteilen. Jede dieser Subklassen hat ihre eigenen Wirkqualitäten. Dass es innerhalb einer solchen Subklasse ebenso weitere Unterschiede gibt und es sich nicht um „Analogsubstanzen“ handelt, soll am Beispiel der N-Lost-Abkömmlinge, speziell des Bendamustins, deutlich gemacht werden. Aufgrund des breiten Einsatzes, vertiefter Erkenntnisse und der neuen therapeutischen Ergebnisse in jüngster Zeit werden in diesem Beitrag die Substanzeigenschaften von Bendamustin zusammengefasst und aktualisiert. Bestimmte Handlungsweisen müssen im Vergleich zu den 1990er Jahren – beispielsweise bei Niereninsuffizienz oder Hautreaktionen – angepasst werden.

Schlüsselwörter: Alkylanzien, N-Lost-Derivate, Bendamustin, Pharmakologie, Pharmakokinetik, Toxizitätsprofil, Dosierungen, Dosismodifikationen, Dosierungsempfehlungen

Antitumoral therapy with bendamustine – N-lost-derivative with clinical particularities

Alkylating agents are often a backbone of an antitumoral chemotherapy. They can be subdivided under various criteria into aziridines, bismethanosulfonates, N-lost-derivatives (Bischlorethylamines), substituted N-Lost-derivatives (Oxazaphosphorines) and others more. Every subclass has its own quality of action. Within such a subclass further varieties can be observed, showing that several molecules should not be simple regarded as “analogous substances”. This will be highlighted exemplarily with the N-lost descendant bendamustine. Because of a broader use, a deepened knowledge and new recent therapeutic results, properties of bendamustine are summarized and updated. Certain courses of action – i. e. in case of renal insufficiency or skin reactions – have to be re-adjusted.

Key words: Alkylating agents, N-lost-derivatives, bendamustine, pharmacology, pharmacokinetics, toxicity profile, dosing, dose modification, dose recommendations

Krankenhauspharmazie 2010;31:393–404.



Matthias Fellhauer, Villingen-Schwenningen, Otto R. Frey, Heidenheim, Carolin Schuhmacher, Villingen-Schwenningen, und Wiltrud Probst, Heidenheim
Eine Umfrage bei den regionalen Arzneimittelinformationszentren (RAiZ) der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg

Die Qualität der Arzneimittelinformation hängt wesentlich von den verwendeten Quellen ab. Einschlägige Leitlinien [1] fordern die Verfügbarkeit geeigneter Quellen, geben aber meist keine detaillierten Empfehlungen. Verschiedentlich, beispielsweise im Rahmen von Fort- und Weiterbildungen im Bereich Arzneimittelinformation, werden von den Kollegen jedoch konkrete Vorschläge für empfehlenswerte Literatur und Datenbanken gefordert. Trotz des subjektiven Charakters erscheint daher eine Auflistung empfehlenswerter Literatur, Datenbanken und Internetseiten hilfreich. Sie ermöglicht den etablierten Arzneimittelinformationszentren eine kritische Betrachtung der Aktualität von regelmäßig selbst verwendeten Quellen. Weiterhin kann sie den Einstieg in die Arzneimittelinformation erleichtern oder auch Kollegen in der Aus- und Weiterbildung unterstützen. Seit 1999 sind die regionalen Arzneimittelinformationszentren der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg (RAiZ) etabliert. Sie stehen allen Apotheken für klinisch-pharmazeutische und pharmakologische Fragestellungen, die nicht mit den in der eigenen Apotheke verfügbaren Quellen zu beantworten sind, zur Verfügung.

Schlüsselwörter: Arzneimittelinformation, Datenbanken, Qualitätssicherung, Arzneimittelinformationszentren

Top literature for drug information

The quality of drug information depends mainly on the sources used. Relevant guidelines demand the availability of appropriate sources, however you cannot find detail information there. Hospital pharmacists claim for definite proposals for recommendable literature and databases. Thus a list of recommendable literature to be used for drug information is subjective, it seems to be helpful. This kind of list can also be used to judge the sources which are regularly used for one’s own search, e. g. regarding actuality. Furthermore, a list can be helpful for new colleagues. Since 1999, regional centres for drug information (RAiZ) are established in Baden-Württemberg, Germany. Those centres are provided for every pharmacy in the case of pharmaceutical and pharmacological questions, which cannot be answered by using one’s own sources.

Key words: Drug information, databases, quality assurance, drug information centres

Krankenhauspharmazie 2010;31:406–10.



Bericht
Kim Green, Heidelberg
Ein Erfahrungsbericht über klinisch-pharmazeutische Tätigkeiten im Praktischen Jahr

Als Pharmazie-Student habe ich mich während des Hauptstudiums dazu entschlossen, eine Hälfte des Praktischen Jahres (PJ) in der Krankenhausapotheke zu absolvieren. Die verschiedenen Einsatz- und Arbeitsmöglichkeiten, wie die Teilnahme an Visiten oder die Zytostatikazubereitung, aber auch der Patientenbezug waren für mich dabei von besonderem Interesse. Mit sieben weiteren Pharmazeuten startete mein PJ in der Krankenhausapotheke des Universitätsklinikums Heidelberg im November 2009. Zu den Aufgaben der Praktikanten gehörte es, in den einzelnen Abteilungen der Apotheke mitzuarbeiten. Zusätzlich bekam jeder Praktikant ein Stationsprojekt übertragen.

Krankenhauspharmazie 2010;31:411–2.



Serie
AG Arzneimitteltherapiesicherheit

Im ersten der hier beschriebenen Fälle erhielt eine Patientin mit Dexa-sine® ein vermeintlich konservierungsmittelfreies Augentropfenpräparat. „Sine“ bedeutete hier jedoch nicht Konservierungsmittelfreiheit, sondern dass es sich um ein Präparat ohne Antibiotikum handelte; das Konservierungsmittel löste bei der Patientin eine allergische Reaktion aus. Im zweiten Fall zeigte sich, dass auch der Namenszusatz „uno“ missverständlich sein kann. Der Zusatz ist bei verschiedenen Nifedipin-Präparaten zu finden, steht aber nicht für die gleiche Stärke. Es resultierte eine 50%ige Überdosierung.



Aktuelles aus der Rezeptur
Dr. Dirk Keiner und Lars Krüger, Suhl

Mit dem Entzug der Zulassung von Bufexamac in dermatologischen und proktologischen Externa im Mai 2010 aufgrund des schon länger bekannten allergenen Risikopotenzials [1] stellt sich die Frage nach einer sinnvollen und preiswerten Alternative für eine stadiengerechte Behandlung von Hämorrhoiden.



ADKA intern
Almut Weygand, Wiesbaden

Bericht zum Seminar beim 35. Wissenschaftlichen Kongress des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. vom 29. April bis 1. Mai 2010 in Freiburg; die Moderation des Seminars erfolgte durch Dr. Dorothea Strobach, München, und Dr. Carolin Schuhmacher, Villingen-Schwenningen. Was genau versteht man unter Arzneimittelinformation? Und wie kann es gelingen, in Zeiten knapper finanzieller und personeller Ressourcen zu einem aussagekräftigen und guten Rechercheergebnis zu gelangen? Diese Thematik wurde in diesem Seminar kompetent und anschaulich vermittelt.



Stephanie Trutwin-Bornhöft, Wernigerode

Bericht zum Seminar beim 35. Wissenschaftlichen Kongress des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. vom 29. April bis 1. Mai 2010 in Freiburg; die Moderation des Seminars erfolgte durch Prof. Dr. Roland Radziwill, Fulda, und Dr. Frank Dörje, Erlangen. In immer größerem Maße spielt nach einer stationären Behandlung im Krankenhaus eine ambulante Nach- und Weiterversorgung in den eigenen vier Wänden (Home Care) eine Rolle. Neben der Wundbehandlung und dem Blutzucker-Management gehört auch die Versorgung mit enteraler oder parenteraler Ernährung dazu.



Joachim Sattler, Aschaffenburg

Bericht zum Seminar beim 35. Wissenschaftlichen Kongress des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. vom 29. April bis 1. Mai 2010 in Freiburg; die Moderation des Seminars erfolgte durch Holger Hennig, Stuttgart, und Dr. Steffen Amann, München. Das Seminar wurde von den Moderatoren mit einem Bericht über den eigenen Werdegang bei der ADKA eingeleitet. Beide erzählten übereinstimmend, wie sinnvoll und befriedigend es ist, sich bei der ADKA zu engagieren.



Dr. Simone Müller, Freiburg

Bericht zum Seminar beim 35. Wissenschaftlichen Kongress des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V., vom 29. April bis 1. Mai 2010 in Freiburg; die Moderation des Seminars erfolgte durch Prof. Dr. Wolfgang Kämmerer, Wiesbaden, und Dr. Adelheid Hecker-Niedik, Bonn.



Referiert & kommentiert
Dr. Bettina Mecking, Düsseldorf
Auswirkungen auf die Krankenhausapotheke

Anlässlich des 35. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. in Freiburg fand am 29. April 2010 ein Satellitensymposium der NeoCorp AG zur praktischen Umsetzung der 15. AMG-Novelle in der Krankenhausapotheke statt. Bei der Veranstaltung wurde deutlich, dass sowohl seitens der Krankenhausapotheker als auch seitens der Krankenkassen der Wunsch besteht, dass das System überdacht und nachjustiert wird. Der vorliegende Bericht wurde von Dr. Frank Dörje, Erlangen, kommentiert.



Christiane Querbach und Dorit Engelke, München
Daptomycin – Dosisanpassung bei übergewichtigen Patienten erforderlich?

Die Zahl übergewichtiger Menschen in Deutschland ist im Lauf der letzten Jahre gestiegen. Mittlerweile sind etwa 70 % der erwachsenen Männer und 50 % der erwachsenen Frauen übergewichtig oder adipös [8]. Bei der Anwendung von Arzneimitteln bei übergewichtigen Patienten kann je nach Eigenschaften des Arzneistoffs eine Dosisanpassung erforderlich sein. Dosierungen von Arzneimitteln werden beispielsweise auf das ideale Körpergewicht (ideal body weight; IBW) oder das Gesamtkörpergewicht (total body weight; TBW) bezogen. Bei übergewichtigen Patienten stellt sich die Frage, welches Gewicht als Grundlage für die Dosierung herangezogen werden soll.



Andrea Warpakowski, Itzstedt
Weitere Möglichkeit der Reinfektionsprophylaxe

Seit Anfang 2010 können erstmals HBV-DNS-negative Patienten, deren Lebertransplantation wegen einer HBV-assoziierten Lebererkrankung seit mindestens sechs Monaten zurückliegt, die Erhaltungstherapie der Reinfektionsprophylaxe zu Hause selber durchführen. Die Anwendung des subkutan injizierbaren Hepatitis-B-Immunglobulin Zutectra® wurde bei einem Symposium der Firma Biotest im Rahmen der Jahrestagung der European Association for the Study of the Liver (EASL) im April 2010 in Wien vorgestellt.