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31. Jahrgang Heft 12 Dezember 2010

Übersichten
Johannes Pfeilschifter, Essen
Die wichtigsten Neuerungen nach der aktuellen Leitlinie des Dachverbands für Osteologie

Knochenbrüche infolge von Osteoporose sind eine häufige Ursache für Einbußen an Selbständigkeit und Lebensqualität im Alter. Die wichtigsten Maßnahmen, um Frakturen zu vermeiden, sind der Erhalt von Muskulatur und Koordination, die tägliche Zufuhr von 1 000 mg Calcium, eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und der umsichtige Umgang mit sturz- und osteoporosebegünstigenden Medikamenten. Ab einem 10-Jahres-Frakturrisiko von 30 % für proximale Femurfrakturen und Wirbelkörperbrüche empfiehlt die neue Leitlinie des Dachverbands Osteologie eine Langzeittherapie mit spezifischen Osteoporose-Medikamenten.

Schlüsselwörter: Osteoporose, Frakturen, Calcium, Vitamin D, Knochendichte

Osteoporosis prevention and treatment according to the DVO guidelines

Osteoporotic fractures are a frequent cause of disability and a loss of quality of life in old age. Maintenance of muscle function and balance, a daily intake of 1000 mg calcium, sufficient Vitamin D and a prudent use of fall- and osteoporosis-associated drugs are key components of fracture prevention. The German guideline recommends that a specific long-term osteoporosis medication should be initiated in individuals with a 10-year risk of 30 % for hip fractures and vertebral fractures.

Keywords: Osteoporosis, fractures, calcium, vitamin D, bone mineral density

Krankenhauspharmazie 2010;31:517–23.



Otto Roman Frey, Melissa Bias und Andreas Köberer, Heidenheim
Eine Einführung mit zwei Fallbeispielen

Das therapeutische Drug-Monitoring (TDM) beinhaltet die Messung von Serumkonzentrationen ausgewählter Arzneistoffe und die Interpretation der Messergebnisse zur Optimierung der Arzneimitteltherapie individueller Patienten. Der reine Messwert wird aber erst aussagekräftig, wenn er mit patientenindividuellen Parametern in Zusammenhang gestellt wird. Diese sind Größe, Gewicht, Alter, Creatinin-Clearance, vorausgegangene Dosierung, Indikation, Zeitpunkt der Blutabnahme, Komedikation und das klinische Bild des Patienten. Im Rahmen der Antibiotikatherapie ist das therapeutische Drug-Monitoring vor allem für Vancomycin und Aminoglykoside etabliert. Der Ablauf des therapeutischen Drug-Monitorings ist komplex und durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen (Ärzte, Pflegekräfte, Laborpersonal, Apotheker) geprägt. Der Apotheker bringt sein analytisches, pharmakologisches und pharmakokinetisches Wissen ein mit dem Ziel, die Therapie effektiv und patientenorientiert zu gestalten [1]. Aufbauend auf den Artikel „HPLC-Methode zur quantitativen Bestimmung von Meropenem im Serum“, der in der November-Ausgabe 2010 der Krankenhauspharmazie erschienen ist [2], wird in dem vorliegenden Beitrag das therapeutische Drug-Monitoring von Meropenem in der klinischen Praxis beschrieben.

Schlüsselwörter: Meropenem, Carbapeneme, Pharmakokinetik, Dosierung, TDM, therapeutisches Drug-Monitoring, Serumspiegelbestimmung, Dauerinfusion

Therapeutic drug monitoring of meropenem in clinical practice: an introduction based on two cases

Therapeutic drug monitoring (TDM) is used to adjust drug doses based on measured serum concentrations to attain values within the therapeutic range. It is defined as the use of drug levels, pharmacokinetic principles and pharmacodynamic factors to optimise drug therapy in individual patients. TDM of antibiotics has traditionally been used to prevent toxicity as well as to improve efficiency of pharmacotherapy and is the standard of care for aminoglycosides and glycopeptides. However for carbapenems and other beta-lactam antibiotics it has not been implemented widely in clinical practice yet. It is important to recognise that TDM is affected by the multidisciplinary cooperation of physicians, nurses, laboratory technicians and pharmacists. A pharmacy-based assay service offers control over the rational use of drugs and coordination of the interpretation and application of the measured drug concentrations. Based on the publication “Determination of meropenem in serum by high-performance liquid chromatography” [2] we describe how to conduct TDM of meropenem in clinical practice.

Key words: Meropenem, carbapenems, TDM, therapeutic drug monitoring, pharmacokinetics, continuous infusion, dosing.

Krankenhauspharmazie 2010;31:525–31.



Interview
Marianne E. Tippmann, Ober-Mörlen
Interview mit Dr. med. Markus Thalheimer, Medizinische Klinik, Abteilung Innere V, Universitätsklinikum Heidelberg

Das Thema ambulante Versorgung bleibt auch drei Jahre nach Einführung des § 116 b SGB V Dauerbrenner. Konflikte scheinen nicht zuletzt angesichts der 15. AMG-Novelle weiterhin vorprogrammiert. Konfrontation statt Kooperation heißt vielfach die Devise. Über unverzichtbare Vorbedingungen und potenzielle Lösungsansätze für einen Wettbewerb auf Augenhöhe sprach die Medizinjournalistin Marianne E. Tippmann mit Dr. Markus Thalheimer von der Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg.

Krankenhauspharmazie 2010;31:532–5.



Berichte
Tanja Liebing, Stuttgart
Onkologische Fortbildung für PTA im Krankenhaus Nordwest in Frankfurt a. M.

Rund 120 PTA nahmen am 20. Oktober 2010 an der onkologischen Fortbildung im Krankenhaus Nordwest in Frankfurt a. M. teil. Im Rahmen der Fortbildungsveranstaltung wurde ein Überblick über das sichere Arbeiten mit Zytostatika und über ausgewählte Supportivtherapien in der Tumortherapie gegeben. Außerdem erhielten die Teilnehmer von einer Kommunikationsberaterin „Erste Hilfe bei Konflikten“. Karin Kiesel-Klaus, Leiterin der Apotheke des Krankenhauses Nordwest, ist Initiatorin dieser Fortbildungsveranstaltung, die von den Firmen MacoPharma und Actavis finanziell unterstützt wurde.

Krankenhauspharmazie 2010;31:536–7.



Claudia Becker, Singapur
Themen und Eindrücke von der 10. Asian Conference on Clinical Pharmacy (ACCP)

Die ACCP ist ein Forum zur Diskussion zentraler Themen der klinischen Pharmazie und findet jährlich jeweils in einem anderen Land Asiens statt. Das Interesse an der Konferenz wächst – in diesem Jahr haben über 1 100 Teilnehmer die Möglichkeit zur Präsentation ihrer Forschungsergebnisse sowie zum Networking genutzt.

Krankenhauspharmazie 2010;31:538–9.



Serie

Eine Dosisänderung machte den Austausch der bereits im Vorfeld gestellten Medikation nötig. Hierbei wurden jedoch die Tabletten verwechselt, was zu einer massiven Überdosierung von Digitoxin führte.



Aktuelles aus der Rezeptur
Constanze Rémi und Dr. Andreas Thalmeier, München

Mit dem Ausbau der palliativen Versorgungsstrukturen steigt auch die Nachfrage an Arzneimitteln und speziellen Rezepturen für diesen Bereich. Morphin-Gel zur topischen Anwendung auf schmerzhaften Haut- und Schleimhautläsionen vereint die hohe analgetische Potenz mit den Vorteilen der lokalen Anwendung.



ADKA intern
Andrea Hohl, Lübben, und Beate Predel, Tübingen
Young-Potential-Staffel 2009 bis 2010

Die fünfte Staffel des ADKA-Förderprogramms „Young Potentials (Führungskräftenachwuchs)“ fand vom September 2009 bis Februar 2010 statt. Wir berichten über die fünf inhaltsreichen Seminarwochenenden.



Aufruf für Poster und Kurzvorträge

„100 Jahre ADKA – Meilensteine und neue Horizonte für die Krankenhausapotheker“ lautet das Thema des 36. Wissenschaftlichen Kongresses der ADKA vom 12. bis 15. Mai 2011 in Berlin. In Plenarvorträgen, Seminaren, Workshops und Kurzvorträgen wird das Thema dargestellt, diskutiert und mit den Tagungsteilnehmern/Tagungsteilnehmerinnen weiter erarbeitet.



Ausschreibung
Promotionspreis für Krankenhauspharmazie

Gestiftet von der Firma Nycomed Deutschland GmbH

Zum ersten Mal verleiht die ADKA den Promotionspreis für Krankenhauspharmazie. Die Firma Nycomed Deutschland GmbH stiftet diesen Preis im Rahmen ihrer Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.



Referiert & kommentiert
Hardy-Thorsten Panknin, Berlin Prof. Dr. med. Matthias Trautmann, Stuttgart
Ergibt sich für Neugeborene ein Benefit?

Die vorliegende Metaanalyse von 18 randomisierten Studien bestätigte die Wirksamkeit einer Antibiotika-Prophylaxe nach vorzeitigem Blasensprung für das Neugeborene in Bezug auf das Auftreten eines akuten Atemnotsyndroms, intraventrikulärer Blutungen und gesicherter Septikämien. Die postpartale Mortalität wurde durch die Antibiotika-Prophylaxe nicht signifikant beeinflusst. Eine orale oder sequenzielle parenterale/orale Antibiotikaprophylaxe ist daher bei vorzeitigem Blasensprung zu empfehlen. Der Einsatz von anaerobier-wirksamen Antibiotika, wie Amoxicillin/Clavulansäure, sollte jedoch vermieden werden, da mögliche negative Effekte wie ein erhöhtes Risiko einer postpartalen nekrotisierenden Enterokolitis bislang nicht auszuschließen sind.



Andrea Warpakowski, Itzstedt
PARP-Inhibitor als zielgerichtete Option

Das dreifach negative Mammakarzinom zeichnet sich durch Hormonunabhängigkeit, fehlende HER2/neu-Überexpression, hohe Proliferationsrate und weitere prognostisch ungünstige Faktoren aus. Bisher gibt es keine Standardtherapie für diesen Brustkrebs. Ein neuer Therapieansatz könnte die Hemmung der Poly[ADP-Ribose]-Polymerase 1 (PARP1) sein. Der am weitesten entwickelte Vertreter dieser neuen Substanzklasse ist BSI-201, dessen Entwicklungsprogramm auf einem Symposium des Unternehmens Sanofi-Aventis im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie im Sommer 2010 in Hamburg vorgestellt wurde.



Dr. med. Claudia Borchard-Tuch, Zusmarshausen
Roflumilast: PDE-4-Inhibition als neues therapeutisches Prinzip

Mit Roflumilast (Daxas®) wurde im Juli 2010 ein neuer oraler Entzündungshemmer zur Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zugelassen. Roflumilast ist zur Dauertherapie bei Erwachsenen mit schwerer COPD und chronischer Bronchitis sowie häufigen Exazerbationen in der Vorgeschichte zusätzlich zu einer bronchodilatatorischen Therapie indiziert. Bei diesen Patienten erreicht der Wirkstoff eine Reduktion der Exazerbationsrate sowie eine zusätzliche Verbesserung der Lungenfunktion. Zu beachten ist, dass Roflumilast kein direkter Bronchodilatator und daher nicht als Notfallmedikament geeignet ist. Im Rahmen eines von der Firma Nycomed veranstalteten Symposiums im Juli 2010 in Baden-Baden wurden die Daten der zulassungsrelevanten Studien vorgestellt.



Dr. med. Claudia Borchard-Tuch, Zusmarshausen
Antikoagulation bei Heparin-induzierter Thrombozytopenie II

Mit Argatroban (Argatra®) steht Erwachsenen mit Heparin-induzierter Thrombozytopenie II (HIT II) ein wirksames parenterales Antikoagulans zur Verfügung. Im Jahr 2009 stimmten die schwedische Arzneimittelagentur MPA (Medical Product Agency) sowie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) der Aufnahme detaillierter Dosierungsempfehlungen für spezielle Patientengruppen in die Fachinformation zu. Die Daten wurden bei einem Fachpressegespräch der Firma Mitsubishi im Juni 2010 in München vorgestellt.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
CSE-Hemmer verringern Rituximab-Wirkung