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32. Jahrgang Heft 1 Januar 2011

Editorials
Dr. Cornelia Vetter-Kerkhoff und Dr. Steffen Amann, Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V., Kongressleitung des 2. Kongresses für Arzneimittelinformation


Prof. Dr. Irene Krämer, Mainz
„Wir Krankenhausapotheker schaffen den bestmöglichen Nutzen der Arzneimitteltherapie für unsere Patienten“


ADKA-Zielepapier
„Wir Krankenhausapotheker schaffen den bestmöglichen Nutzen der Arzneimitteltherapie für unsere Patienten.“


Stellungnahme
Ausschuss für Verpackung und Kennzeichnung der ADKA und Arbeitsgruppe Onkologie im Ausschuss Klinische Pharmazie der ADKA
Stellungnahme des Ausschusses für Verpackung und Kennzeichnung der ADKA und der Arbeitsgruppe Onkologie im Ausschuss Klinische Pharmazie der ADKA zur Desinfektion von Zytostatikaverpackungen in Schutzbehältern (angeboten unter den Bezeichnungen NeoSafe®/OncoSafe®, Oncoguard®, Oncoprotektor®, TopLoad®)


Übersichten
Dorothea Strobach, München, und Carolin Schuhmacher, Villingen-Schwenningen
Zehn Tipps für eine schnelle, kostengünstige und praxisrelevante Arzneimittelinformation

Das Bereitstellen von Informationen über Arzneimittel zählt zu den wichtigsten Aufgaben des Apothekers im Krankenhaus. Zeitmangel oder ungenügende Recherchemöglichkeiten sind jedoch oft Hindernisse auf dem Weg zu einer praxisrelevanten Arzneimittelinformation. Ein zeitökonomisches Arbeiten lässt sich durch eine strukturierte Recherche in gezielt ausgewählter Literatur und in Datenbanken auch bei nur geringem Budget umsetzen. Ein „1 000-Euro-Basispaket“ kann eine Hilfe sein und dazu beitragen, die Arzneimittelinformation aus der Apotheke als Standardleistung in jedem deutschen Krankenhaus zu etablieren.

Schlüsselwörter: Arzneimittelinformation, strukturiertes Vorgehen, Hintergrundinformationen, Recherchequellen, Dokumentation, Internetadressen

No time, no money, not a clue? 10 tips for searching drug information

Drug information is an important task of the hospital pharmacist. Several reasons are usually mentioned not to implement drug information services in daily practice: no time, no access to appropriate literature and lack of knowledge in this area. How can these problems be solved? Asking the right background questions to the enquiry presented and thinking along the enquiries needs helps acquire the experience for clinical useful drug information. Specific pharmaceutical knowledge is not integrated enough in ensuring drug safety. A timesaving approach can be realised by working with structured searches depending on the topic of the enquiry and a responsible use of the different types of scientific literature. Even with a small budget a well considered selection of databases and further literature and the (responsible) use of free access resources can cover the most important topics of drug information. As an example a „1,000-Euro-basic package“ is presented. Drug information by clinical pharmacists should be implemented as a standard service in every German hospital.

Key words: Drug information, background information, search, documentation.

Krankenhauspharmazie 2011;32:14–22.



Carolin Schuhmacher, Villingen-Schwenningen, und Christiane Querbach, München
Die richtigen Fragen zu wichtigen Themengebieten der Arzneimittelinformation

Die Qualität der Arzneimittelinformation hängt von verschiedenen wichtigen Kriterien ab: Neben pharmazeutischem Wissen, Sachkenntnis auf dem Gebiet der Arzneimittelinformation, geeignetem Werkzeug zur Informationsbeschaffung, wie Literatur, Datenbanken oder Internetseiten, und dem richtigen Gespür beim Recherchieren bedarf es zusätzlich der Fähigkeit, die entscheidenden Hintergrundinformationen bei Aufnahme der Anfrage in Erfahrung zu bringen. Ziel ist es, mit den richtigen Fragen die eigentliche „Frage hinter der Frage“ herauszuarbeiten. Eine sehr gute Übersicht zu wichtigen Hintergrundfragen untergliedert nach Themengebieten bietet der „Quick Question Guide“ des United Kingdom Medicines Information Service (UKMi).

Schlüsselwörter: Arzneimittelinformation, Hintergrundfragen, Hintergrundinformationen, Quick Question Guide

The Quick Question Guide – German translation

The quality of medicines information depends on several important criteria: to answer an enquiry not only pharmaceutical knowledge, expertise in medicines information and the right search strategy are needed, but also the ability to obtain all of the relevant background information from the enquirer. Asking the right questions is important in order to work out the “question behind the question”. Common background questions categorized by type are listed in the “Quick Question Guide” provided by the United Kingdom Medicines Information Service (UKMi).

Key words: Medicines information, background questions, background information, quick question guide.

Krankenhauspharmazie 2011;32:23–7.



Bettina Zeiter und Irene Krämer, Mainz
Eine Maßnahme zur Optimierung der Arzneimitteltherapiesicherheit auf Intensivstationen

Die Arzneimitteltherapiesicherheit lässt sich mit unterschiedlichen Maßnahmen zur Standardisierung verbessern. Standardisierte Konzentrationen und Volumina von Parenteralia sind in deutschen Krankenhäusern auf einzelnen Stationen etabliert, doch ist eine krankenhausweite Standardisierung selten. In diesem Beitrag wird beschrieben, wie eine standardisierte „Perfusor®-/Infusomat®-Liste“ auf allen Intensivstationen der Universitätsmedizin Mainz etabliert wurde. Nach elektronischer Verordnung werden die standardisierten Injektions- und Infusionslösungen mit „intelligenten“ Pumpen, die durch eine integrierte Arzneimitteldatenbank gesteuert werden, verabreicht. Der Einsatz neuer Technologien ist eine Chance, die Therapiesicherheit zu erhöhen, birgt jedoch gleichzeitig die Gefahr, neue Fehler zu generieren.

Schlüsselwörter: Standardisierung, Arzneimitteltherapiesicherheit, „intelligente“ Infusionspumpen, Intensivstation

Administration of standardized continuous infusion solutions by smart pumps – an option to improve patient safety in intensive care units

The medication safety can be improved by standardization. Standardized concentrations and volumes of parenterals are implemented on some wards, but hospital wide standardization is rare. The implementation of a unique standard on all intensive care units of the university medical center Mainz, Germany, is described in this article. The standardized injections and infusions are administered with smart pumps with an integrated drug library. The introduction of new electronic technologies is an opportunity to improve safe drug administration and patient safety. However there is also a risk to produce new mistakes.

Key words: Standardization, medication safety, smart pumps, intensive care unit.

Krankenhauspharmazie 2011;32:28–34.



Kongress
Abstracts der Poster, vorgestellt beim 2. Kongress für Arzneimittelinformation der ADKA vom 14. bis 15. Januar 2011 in Köln

Die Abstracts der Poster sind alphabetisch nach Autorennamen (Erstautor) sortiert.



Berichte
Andreas Ziegler, Großhabersdorf

„Was gibt’s Neues in der Klinischen Pharmazie?“ Diese Frage stellten sich Krankenhausapotheker aus dem gesamten Bundesgebiet auf dem 1. KlinPharm-Update-Kongress am 1. und 2. Oktober 2010 in Mainz. An beiden Tagen informierten hervorragende Referenten auf Basis der Publikationen des letzten Jahres über die neuesten klinisch-pharmazeutischen Entwicklungen in der evidenzbasierten Medizin. Ausgewiesene Experten ihres Fachgebiets selektierten für Krankenhausapotheker relevante Inhalte, kommentierten diese und diskutierten mit den Teilnehmern der gut besuchten Veranstaltung. Im Folgenden sollen einige der Themen beleuchtet werden.



Doris Haitz, Starnberg
Wichtiger Baustein der Klinikapotheke – ein Erfahrungsbericht

In der Klinikapotheke Starnberg wird die ADKA Arzneimittel-Info-Datenbank seit 12. Mai 2004 genutzt. Was gut ist, hat Bestand. Deshalb ist die Nutzung der Datenbank auch noch im Jahr 2010 etabliert und nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken.

Krankenhauspharmazie 2011;32:56–7.



Peter Obitz, Mainz
Möglichkeiten und Grenzen der ADKA Arzneimittel-Info-Datenbank in der täglichen Routine – ein Erfahrungsbericht

Die Beschaffung, Bewertung und Weitergabe von Arzneimittelinformationen ist eine der Kernleistungen der Krankenhausapotheke. Ein fehlerhafter Umgang mit Arzneimittelinformationen kann nicht nur zu einer Gefährdung des Patienten, sondern auch zu wirtschaftlichen und rechtlichen Konsequenzen führen und das Ansehen der Klinik nachhaltig gefährden. Daher muss der Umgang mit qualitätsrelevanten Arzneimittelinformationen im Rahmen eines Qualitätsmanagementsystems beschrieben und fortlaufend dokumentiert werden.

Krankenhauspharmazie 2011;32:57–8.



Fragen aus der Praxis
Christiane Querbach, München
Wann und wie muss eine Candidurie behandelt werden?

Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V., Ausschuss für Arzneimittelinformation und Kommunikation und Arbeitsgruppe FAQ

Candida-Spezies treten zunehmend häufig als Erreger von Harnwegsinfektionen bei stationären Patienten auf. Ob eine Candidurie behandelt werden muss, wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Welche Antimykotika sich zur Therapie eignen und ob bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion eine Dosisanpassung erfolgen muss, wird im Folgenden diskutiert.



Serie
AG Arzneimitteltherapiesicherheit

Aufgrund eines laut Laborbericht zu niedrigen Kaliumspiegels (2,7 mmol/l) erhielt ein Patient eine hoch dosierte Kaliumsubstitution. Zwei Tage zuvor zeigte der Laborbefund noch einen zu hohen Kaliumspiegel. Durch die hoch dosierte Kalium-Gabe, die der Apotheker bei der Visite nach Diagnosestellung durch den Arzt empfohlen hatte, bekam der Patient Herzrhythmusstörungen und musste zur Überwachung auf die Intensivstation verlegt werden. Bei der Untersuchung einer weiteren Blutprobe des Patienten stellte sich dann heraus, dass vermutlich die Blutproben vertauscht worden waren und es sich somit bei dem als zu niedrig gemessenen Kaliumspiegel wahrscheinlich um einen fehlerhaften Laborbefund handelte.



Lesermeinungen

Oder die Frage, ob es in einem Kreiskrankenhaus mit der zentralen Zytostatikaherstellung weitergehen kann



ADKA intern
Prof. Dr. Egid Strehl, Freiburg
Berlin, 4. bis 5. November 2010


Auch im Jahr 2011/2012 möchte die ADKA-Stiftung nunmehr zum sechsten Mal die Förderprogramme speziell für Krankenhausapotheker durchführen. Zu dieser Entscheidung trugen nicht zuletzt auch die engagierte Mitarbeit und die positive Resonanz der bisherigen Lehrgangsteilnehmer bei. Die Bewerbungsfrist läuft bis 15. April 2011.



Referiert & kommentiert
Dr. Claudia Becker, Singapur
Klinisch-pharmazeutische Schulungsintervention reduziert Medikationsfehler

In einer auf einer neuropädiatrischen Station des Universitätsklinikums Heidelberg durchgeführten prospektiven zweiphasigen Interventionsstudie wurde die Qualität der oralen Arzneimittelgabe vor und nach einem umfassenden Schulungsprogramm für an der Arzneimittelapplikation beteiligte Pflegekräfte, Ärzte und Eltern der Patienten untersucht. Die Fehlerrate konnte dabei um absolut 35 % gesenkt werden. Besonders effektiv erwies sich die Schulung der Eltern. Dieses Projekt wurde von Prof. Dr. Thilo Bertsche, Leipzig, im Rahmen der Weiterbildung zum Fachapotheker für Klinische Pharmazie bei der Apothekerkammer Baden-Württemberg konzipiert.



Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Aktuelle Erhebung auf 70 Intensivstationen in Frankreich

Im Rahmen der Einführung von Qualitätsmanagement-Programmen wird derzeit in vielen Krankenhäusern der Umgang mit medizinischen Behandlungsfehlern thematisiert. In der Iatroref-I-Studie wurden die fehlerträchtigsten Prozesse auf unterschiedlichen Intensivstationen in Frankreich, in der Iatroref-II-Studie deren Häufigkeit in einem bestimmten Zeitraum untersucht. Bei knapp 27 % der behandelten Patienten trat mindestens ein Behandlungsfehler auf. Am häufigsten waren Medikationsfehler bei der Applikation von Insulin. Ein signifikanter Anstieg der Letalität wurde bereits ab zwei Fehlern pro Patient festgestellt.



Dr. Gunther Hellmann, Erlangen
Aktueller Stand und Umsetzungsperspektiven im Krankenhaus

Mit dem Aktionsplan [1] des Bundesministeriums für Gesundheit zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) sind erstmals in Deutschland Maßnahmen definiert worden, die zahlreiche Aktivitäten und Projekte ausgelöst haben. Mit einer von der Deutschen Krankenhausgesellschaft beauftragten Studie wird aktuell ein erster Überblick gegeben. Es werden Möglichkeiten der elektronischen Prüfungen der Arzneimitteltherapiesicherheit für das Krankenhaus untersucht. Dabei zeigen sich Potenzial und Umsetzungsmöglichkeiten für die Krankenhäuser – auch im Zusammenspiel mit beteiligten Sektoren und Leistungserbringern.



Dr. Claudia Becker, Singapur
Hyperkaliämie durch Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Systems plus Co-trimoxazol

In einer Fall-Kontroll-Studie wurde bei 367 älteren Patienten mit einer Dauermedikation von ACE-Hemmern oder Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten, die kürzlich zusätzlich eine Antibiotikatherapie aufgrund einer Harnwegsinfektion erhalten hatten, das Risiko für pathologisch erhöhte Kalium-Serumspiegel ermittelt. Im Vergleich zu einer zeitgleichen Therapie von ACE-Hemmern bzw. Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten mit Amoxicillin war das Hyperkaliämie-Risiko nach einer Komedikation von Trimethoprim-Sulfamethoxazol (Co-trimoxazol) und ACE-Hemmern bzw. Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten 6,7-fach erhöht.