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32. Jahrgang Heft 2 Februar 2011

Editorial
KPH-Redaktion


Interview - unsere beruflichen Partner über uns
Prof. Dr. Gerd Glaeske, Bremen und Prof. Dr. Egid Strehl, Freiburg
Prof. Dr. Gerd Glaeske ist Co-Leiter der Abteilung für Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung der Universität Bremen


Übersichten
Simone Müller, Rainer Trittler, Rolf Schubert und Egid Strehl, Freiburg
Sind sie in Schmerzmittelreservoiren zur kontinuierlichen parenteralen Applikation stabil?

Parenteral mithilfe von PCA-Pumpen applizierte Analgetika-Mischungen bieten Schmerzpatienten auch in ihrer häuslichen Umgebung eine adäquate, sichere und komfortable Schmerztherapie (PCA: patientenkontrollierte Analgesie). Die Mischung verschiedener Arzneistoffe in einer Lösung birgt aber immer das Risiko von Instabilitäten oder Inkompatibilitäten. Drei der binären Analgetika-Mischungen, die erfolgreich in PCA-Pumpen eingesetzt werden, enthalten die Opioid-Analgetika Morphin, Hydromorphon oder Oxycodon in Kombination mit dem Nichtopioid-Analgetikum Metamizol. In der hier vorgestellten Arbeit wurden diese Mischungen erstmals auf ihre chemische und physikalische Stabilität über einen Zeitraum von drei Wochen und bei Lagerungstemperaturen zwischen 4 und 37 °C untersucht.

Schlüsselwörter: Opioid, Morphin, Hydromorphon, Oxycodon, Metamizol, Stabilität, PCA

Mixtures of an opioid analgesic and dipyrone – are they stable in PCA devices for continuous parenteral application?

Mixtures of different analgesics applied parenteral by PCA (patient controlled analgesia) devices are an adequate, sure and comfortable analgesic therapy for patients with strong chronic pain even at home. The mixture of different chemical species often bears the risk of instabilities or incompatibilities. Three of the successfully used binary analgesic mixtures contain the opioid analgesics morphine, hydromorphone or oxycodone and the non-opioid analgesic dipyrone. This paper shows the first studies of these mixtures’ physical and chemical stability over three weeks at temperatures between 4 °C and 37 °C.

Key words: Drug stability, dipyrone, morphine, hydromorphone, oxycodone, opioid analgesic, stability, PCA.

Krankenhauspharmazie 2011;32:89–96.



Miriam Gyalrong, Bernadette Paessens, Stephan Baum und Rudolf Bernard, München

In der Apotheke des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München wurde damit begonnen, teure, nicht gelistete Präparate zu portionieren und in bedarfsgerechten Mengen an die Stationen abzugeben. So soll vermieden werden, dass die Haltbarkeitsdauer der von den Stationen nicht mehr benötigten Präparate verstreicht, neue Arzneimittel angefordert und zusätzliche Kosten verursacht werden. Im Jahr 2009 wurden 29 verschiedene Präparate portioniert. Dadurch ließen sich mehr als 84 000 Euro einsparen.

Schlüsselwörter: Portionierung, Kostenersparnis, Verfall

Cost savings by dividing in portions

The hospital pharmacy of the Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Germany, began portioning expensive drugs and delivering the proper quantity to the wards, thus avoiding drug expiration and additional costs due to a new request. 29 different drugs were divided in portions in 2009. This measure led to a savings of more than 84 000 Euros.

Key words: Portioning, cost savings, expiration.

Krankenhauspharmazie 2011;32:98–100.



Niklas Bien, Stefanie Wolff, Jörg Arend und Hans Lippert, Magdeburg

In der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der Universitätsklinik Magdeburg wurde im Zeitraum von 09/2008 bis 02/2009 ein klinischer Pfad zur Leberteilresektion entwickelt. Dieser stellte die Grundlage für eine genaue Prozesskostenrechnung dar. Im Rahmen der Entwicklung des klinischen Pfades wurden alle Arbeitsschritte der beteiligten Berufgruppen, alle Verbrauchsmaterialien und Medikamente erfasst. Damit konnte diesen Kostenfaktoren ein Wert zugeordnet werden. Zuzüglich der klinikspezifischen Zuschläge konnten damit die Kosten ermittelt werden, die ein Patient, bei dem eine Leberteilresektion durchgeführt wird, verursacht. Es handelt sich hierbei um 7 242,93 Euro. Stellt man diesen Wert den Einnahmen gegenüber, zeigt sich, dass die Operation bei komplikationsfreiem Verlauf kostendeckend durchführbar ist. In einem weiteren Schritt wurden mögliche Komplikationen dieser Operation berechnet. Es zeigt sich in unserem Fall, dass sich Minorkomplikationen noch im Kostenrahmen befinden. Bei schwerwiegenden Komplikationen ist der finanzielle Spielraum jedoch rasch erschöpft.

Schlüsselwörter: Klinischer Pfad, Prozesskostenrechnung, Leberteilresektion, Komplikationen

Based costing in surgery by the example of liver resection

In the period from September 2008 to February 2009 in the department of general, visceral and vascular surgery, University Hospital Magdeburg, Germany, a clinical path to the partial liver resection was developed. This was the basis for an accurate costing. During the development of the clinical path all the steps done by involved professional groups, all supplies and medications were collected. Thus it was possible to assign a value to these cost factors. In addition to hospital-specific prices the costs, which are occasioned by a patient with a partial liver resection, could be determined. This is about 7242.93 euros. If this value is contrasted with the receipts it could be seen, that the surgery is cost-covering, in the case it could be done without complications. In a further step, possible complications relating to this surgery were calculated. In our case it can be shown that minor complications are still within the budget. In case of serious complications the financial scope is quickly exhausted.

Key words: Clinical path,costing, liver resection, complications.

Krankenhauspharmazie 2011;32:101–7.



Bericht
Tanja Liebing, Stuttgart
12. Sanofi-Aventis-Symposium für Krankenhausapotheker, Berlin, 13. November 2010

Wie ist der Stand für Krankenhaus und Krankenhausapotheke zum Jahreswechsel 2010/2011? Dies war Thema des Sanofi-Aventis-Symposiums für Krankenhausapotheker, das im November 2010 in Berlin zum 12. Mal unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Kämmerer, Wiesbaden, stattfand. Traditionsgemäß wurden im ersten Teil der Veranstaltung berufspolitische Themen vorgestellt und diskutiert. Medizinisch-pharmazeutische Beiträge zu einigen bereits auf dem Markt befindlichen Arzneimitteln, aber auch zu Substanzen in klinischer Entwicklung der Firma Sanofi-Aventis, gab es im zweiten Teil der Veranstaltung.

Krankenhauspharmazie 2011;32:109–14.



Interview
Marianne E. Tippmann, Ober-Mörlen
Prophylaxe der Chemotherapie-induzierten Neutropenie Interview mit Prof. Dr. Gary H. Lyman und Dr. Nicole M. Kuderer, Duke University, Durham, North Carolina, USA

Zu den schwersten Toxizitäten einer myeloablativen Chemotherapie gehört die febrile Neutropenie (FN): Sie gilt als signifikanter Risikofaktor für infektionsassoziierte Morbidität und Mortalität und ist häufiger Grund für Dosisreduktionen oder Zyklusverschiebungen, die die Überlebensprognose verschlechtern können. Eine primärprophylaktische Gabe von Granulozyten-koloniestimulierenden Faktoren (G-CSF) reduziert das Risiko einer febrilen Neutropenie und erlaubt damit dosisdichte Protokolle, die ansonsten nicht tolerierbar wären. Inwieweit das langwirksame Pegfilgrastim zudem das Gesamtüberleben verbessern kann, wie es die Ergebnisse einer Observationsstudie implizieren, darüber unterhielt sich die Medizinjournalistin Marianne E. Tippmann mit Prof. Dr. Gary H. Lyman und Dr. Nicole M. Kuderer, Duke University, Durham, USA.

Krankenhauspharmazie 2011;32:115–18.



Referiert & kommentiert: Therapiehinweise
Dr. Claudia Becker, Singapur
Entwicklung und Validierung eines Bewertungsschemas

Ältere Patienten sind besonders gefährdet, eine unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW) während eines stationären Aufenthalts zu erleiden, daher sollten sie verstärkt auf das Vorliegen von Risikofaktoren für unerwünschte Arzneimittelwirkungen überwacht werden. In der vorliegenden Studie wurde ein Bewertungsschema erstellt und validiert, das die Einschätzung des Risikos für unerwünschte Arzneimittelwirkungen erleichtern soll. Die Anzahl der verordneten Medikamente sowie vorangegangene unerwünschte Arzneimittelwirkungen sind demnach am deutlichsten mit einem erhöhten Risiko assoziiert.



Hardy-Thorsten Panknin, Berlin Prof. Dr. med. Matthias Trautmann, Stuttgart
Steuerung der Antibiotikatherapie mittels Procalcitonin

In der PRORATA-Studie wurde untersucht, ob eine an den Labormarker Procalcitonin orientierte Antibiotikatherapie bei Patienten auf Intensivstation zu einer Reduktion der Sterblichkeit aufgrund jedweder Ursache nach 28 bzw. 60 Tagen führt oder die Anzahl der Tage, an denen keine Antibiotika mehr angewendet wurden, senkt. Die Sterblichkeit unterschied sich in den beiden Gruppen nicht signifikant, die Dauer der Antibiotikaanwendung war in der Procalcitonin-Gruppe signifikant im Mittel um 2,7 Tage verkürzt. Der Einfluss auf die Erregerresistenz sowie die Frage, ob durch eine verkürzte Dauer der Antibiotikagabe eine Kostenreduktion resultiert, wurden in der vorliegenden Studie nicht untersucht.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Therapiestopp bei kompletter molekularer Remission möglich?

Die Therapie mit Imatinib (Glivec®) kann bei Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) gestoppt werden, wenn die Patienten über mindestens zwei Jahre in kompletter molekularer Remission sind. Das zeigten die Zwischenergebnisse der prospektiven STIM-Studie (Stop imatinib trial). Die Therapie sollte jedoch nur im Rahmen klinischer Studien beendet oder unterbrochen werden.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Lange oder kurze Thrombosestrümpfe nach Schlaganfall?

Bei Patienten, die nach einem Schlaganfall Strumpfhosen zur Thromboseprophylaxe trugen, traten signifikant weniger tiefe Venenthrombosen auf als bei Patienten, die nur Kniestrümpfe trugen (p = 0,008). Das zeigte das Ergebnis der CLOTS-2-Studie.



Referiert & kommentiert: Aus Forschung und Entwicklung
Dr. Barbara Kreutzkamp, Hamburg
Anti-Toxin-Antikörper senken Rezidivrate

Patienten mit einer Clostridium-difficile-assoziierten Diarrhö profitieren von Antikörpern gegen C.-difficile-Toxine, die zusätzlich zu oralem Metronidazol oder Vancomycin intravenös gegeben werden. Die Rezidivrate war bei diesen Patienten deutlich niedriger als bei Patienten, die statt der Antikörper eine Plazebo-Infusion erhielten, so das Ergebnis einer neuen Studie. Auf die Dauer und Schwere der akuten Infektion hatten die Antikörper dagegen keinen Einfluss.



Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen
Dr. Brigitta Schreiber, München
Therapie des kolorektalen Karzinoms und Prophylaxe des Burn-out-Syndroms

Im Herbst 2010 trafen sich auf Einladung der Firma Merck Serono onkologisch tätige Krankenhausapotheker und pharmazeutisch-technische Assistenten aus dem Raum München zu einer Fortbildungsveranstaltung, die in der Tradition des ehemaligen Münchner onkologischen Stammtischs steht. Die Fortbildungsveranstaltung gliederte sich in zwei Teile. Im ersten Teil wurden die Teilnehmer zum Thema Dickdarmkrebs informiert, im zweiten Teil erhielten sie Informationen zur Prophylaxe des Burn-out-Syndroms.



Birgit Hecht, Stuttgart
Neue Wege zur Versorgung von Wunden

Die Möglichkeiten der Wundversorgung werden immer vielfältiger. Neue Produkte und Methoden ermöglichen, dass auch schwierige Wunden heilen können. Gleichzeitig ist aus der Wundversorgung beinahe eine eigene Wissenschaft geworden. Der 13. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e. V. vom 17. bis 19. Juni 2010 in Freiburg bot Gelegenheit, sich in Vorträgen und Symposien über aktuelle Aspekte der Wundversorgung zu informieren, und zum Erfahrungsaustausch für Angehörige verschiedener Berufsgruppen, die in die Versorgung von Patienten mit Wunden involviert sind.



Kirstin Heinrich, Esslingen
Folgen für die Krankenhausapotheke

Im Rahmen einer von der Firma Ipsen geförderten Fortbildung der ADKA Baden-Württemberg wurde diskutiert, wie sich die 15. AMG-Novelle auf die Abrechnung ambulanter Leistungen der Krankenhausapotheke auswirken wird. Darüber hinaus wurden Szenarien dargestellt, die sich aus dem am 1. Januar 2011 in Kraft getretenen Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) ergeben könnten.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau