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32. Jahrgang Heft 10 Oktober 2011

Editorial
Prof. Dr. Egid Strehl, Freiburg, Dr. Tanja Liebing, Stuttgart, und Dr. Holger Knoth, Dresden (Initiator)


Der Herausgeber interviewt


Übersichten
Ulrike Fiedler, Freiburg/Zürich (Schweiz), Michael H. G. Kubbutat und Ralph Graeser, Freiburg

Biomarker sind aus der modernen Medizin kaum mehr wegzudenken. Derzeit gewinnen sie zunehmend in der Krebsdiagnostik, bei der Entwicklung neuartiger zielgerichteter Krebsmedikamente und in der Krebstherapie an Bedeutung.

Schlüsselwörter: Biomarker, Krebsmedikamente, zielgerichtete Medikamente

The use of biomarkers in oncology

The focus of this article is on the increasing importance of biomarker measurements in the development of novel anti-tumoral therapeutics. Biomarker measurements have gained more relevance with the recent strategy switch in the pharmaceutical industry to develop targeted rather than the classical cytotoxic drugs. These novel drugs may often not affect tumor growth directly, and gauging there efficacy may therefore require analysis of their action on the intended target, or, if that is not possible, some downstream or surrogate marker. Moreover, the targets of these drugs may not be present in all tumors, and even if present, not all tumors may be sensitive towards the treatment. Thus tumors have to be tested for their susceptibility before a given treatment is started. Last but not least, markers are still be sought to diagnose tumors early, before patients develop clinical disease. Definitions of the plethora of biomarkers are given, and their use in diagnosis and drug development explained using examples from the clinic.

Key words: Biomarker, anti-cancer drugs, targeted drugs

Krankenhauspharmazie 2011;32:523–9.



Bettina Jung, Tobias Bergler, Miriam Banas und Bernhard Banas, Regensburg

Die steigende Prävalenz von Patienten mit therapieresistenter oder schwer einstellbarer Hypertonie ist eine zunehmende Herausforderung für das Gesundheitssystem, weil eine unkontrollierte arterielle Hypertonie mit einer deutlich erhöhten kardiovaskulären Morbidität und Mortalität assoziiert ist. Als therapieresistente Hypertonie wird das Nichterreichen eines definierten Zielblutdrucks trotz adäquater medikamentöser Therapie bezeichnet. Zu den häufigsten Ursachen bzw. prädisponierenden Faktoren zählen ein steigendes Lebensalter, Adipositas, unzureichende Compliance, Medikamenteninteraktionen, eine inadäquate medikamentöse Therapie oder sekundäre Hypertonieformen. Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist eine sorgfältige Evaluation und das Beseitigen prädisponierender oder fördernder Faktoren, die Optimierung der medikamentösen Therapie und Compliance sowie die Identifizierung und Behandlung der sekundären Ursachen einer arteriellen Hypertonie.

Schlüsselwörter: Hypertonie, therapieresistente Hypertonie, schwer einstellbare Hypertonie, sekundäre Hypertonie

Resistant hypertension – etiology, diagnostic evaluation and therapeutic approach

The rising prevalence of resistant hypertension becomes a growing problem in clinical practice because uncontrolled arterial hypertension is one of the main risk factors for cardiovascular morbidity and mortality. Resistant hypertension most commonly is defined as the failure to achieve a blood pressure below 140/90 mm Hg or below 130/80 mm Hg in case of concomitant diabetes mellitus or renal disease and despite the use of 3 or more antihypertensive drugs in an optimal dose, including a diuretic. The etiology is often multifactorial. A systematic evaluation of predisposing factors (e. g. lifestyle factors, interactions with co-medication) and the identification of poor compliance are the most relevant prerequisites for an effective therapy. If there is evidence for true resistant hypertension one has to rule out secondary hypertension. The treatment of secondary hypertension depends on the underlying cause and can be curative or can at least facilitate the management of these patients. If secondary hypertension is excluded and predisposing factors for resistant hypertension are corrected the therapeutic approach should focus on the optimization of the pharmacologic antihypertensive therapy. If not done before a diuretic should be included. A combination of different classes of antihypertensive drugs reduces side effects and improves efficiency. A simplification of the therapeutic regime (long acting substances, once-daily medications) enhances the compliance.

Key words: Hypertension, resistant hypertension, secondary hypertension

Krankenhauspharmazie 2011;32:531–42.



Berichte
Regina Spreng, München
Workshop im Rahmen des 36. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. am 13. Mai 2011

In einem Workshop wurde vermittelt, wie man schnell und kostengünstig gute Arzneimittelinformation bieten kann. Die Teilnehmer lernten im „Zirkeltraining“ viele verschiedene Möglichkeiten der Recherche, Erfassung und Dokumentation von Anfragen im Bereich der Arzneimittelinformation.

Krankenhauspharmazie 2011;32:543–5.



Susanne Heinzl, Reutlingen
Kurzvorträge im Rahmen des 36. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V., Berlin, 13. Mai 2011

In der von Dr. Jörg Brüggmann und Thomas Waßmann, Berlin, moderierten Sitzung mit Kurzvorträgen wurden verschiedene Projekte zur patientenorientierten Pharmazie vorgestellt.

Krankenhauspharmazie 2011;32:546–7.



Serie

Das vom Labor getestete und im Antibiogramm angegebene Tetracyclin wird in der Therapieroutine durch Doxycyclin ersetzt. Ein neuer und noch unerfahrener Arzt versäumt es, die Dosierung anzugleichen. Es werden viel zu hohe Wirkstoffmengen verabreicht.



Referiert & kommentiert: Therapiehinweise
Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Metaanalyse vergleicht Humanalbumin mit Kolloiden und kristallinen Lösungen

Intensivpatienten in der akuten Sepsisphase verlieren massiv Flüssigkeit ins Interstitium. Ein adäquater intravenöser Volumenersatz spielt daher eine entscheidende Rolle für die frühzeitige hämodynamische Stabilisierung. Zur Auswahl stehen kristalline Lösungen, synthetische Kolloide, gelatinehaltige Lösungen und Humanalbumin. Eine aktuelle Metaanalyse randomisierter Studien zeigte bei genauerer Betrachtung keine klinische Überlegenheit von Humanalbumin gegenüber Kolloiden. Nur in einzelnen Subgruppen ließ sich ein Benefit darstellen.



Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Rückgang unter „Antibiotic Stewardship“?

Ein unkritischer, wenig gezielter und im Einzelfall zu lange dauernder Antibiotikaeinsatz trägt gerade auf Intensivstationen zur Resistenzzunahme bei. In einer Längsschnittstudie wurde der Einfluss einer von den Autoren als „Antibiotic Stewardship“ bezeichneten, strukturierten Antibiotikapolitik auf die Resistenzrate von Erregern untersucht. Sowohl der Verbrauch von Breitspektrumantibiotika als auch die Isolierungsrate infektionsassoziierter Erreger konnten gesenkt werden. Eine eindeutige Zuordnung der Ergebnisse zu den einzelnen Interventionsmaßnahmen ist jedoch aufgrund des gewählten Studiendesigns nicht möglich.



Dr. Claudia Becker, Singapur
Internationaler Konsens zum Thema Tumorkachexie

Experten in der Behandlung kachektischer Tumorpatienten haben gemeinsam eine Definition sowie Empfehlungen zur Diagnose, Einteilung und Behandlung der Tumorkachexie entwickelt.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Verringern Simvastatin/Ezetimib das kardiovaskuläre Risiko?

Bei Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen verringert eine Senkung des LDL-Cholesterolspiegels mit Simvastatin/Ezetimib das Risiko für ein schweres atherosklerotisches Ereignis signifikant um 17 %. Dies ergab die SHARP-Studie, in der 9 270 Patienten eingeschlossen worden waren. Für dialysepflichtige Patienten war das Ergebnis allerdings nicht signifikant.



Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen
Marianne E. Tippmann, Ober-Mörlen
Adhärenz-fördernde Erhaltungstherapie bei Schizophrenie

Mit Paliperidonpalmitat (Xeplion®) steht seit dem 2. Mai 2011 auch in Deutschland eine Depotformulierung von Paliperidon zur Verfügung, die auf eine deutliche Verbesserung der Erhaltungstherapie bei Schizophrenie abzielt. In welchem Maße die nur einmal monatliche Gabe des neuen langwirksamen atypischen Antipsychotikums die medikamentöse Adhärenz fördern kann, war zentrales Thema eines Satellitensymposiums, das die Firma Janssen-Cilag am 13. Mai 2011 im Rahmen des 36. Wissenschaftlichen Kongresses der ADKA in Berlin ausrichtete [1].



Dr. Annette Junker, Wermelskirchen
Primärprävention mit Exemestan bei postmenopausalen Frauen

Eine präventive Einnahme des Aromatase-Inhibitors Exemestan reduziert das Risiko für invasiven Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko. Das zeigte die randomisierte doppelblinde Phase-III-Studie MAP.3, die am 5. Juni 2011 während des jährlichen Treffens der amerikanischen Krebsgesellschaft in Chicago vorgestellt wurde.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau