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32. Jahrgang Heft 12 Dezember 2011

Editorial
Prof. Dr. Irene Krämer, Präsidentin des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V.


Der Herausgeber interviewt
Prof. Dr. Egid Strehl, Freiburg

Herr Professor Niebling, Sie sind Mitinhaber einer allgemeinmedizinischen Gemeinschaftspraxis im Schwarzwald. Gleichzeitig sind Sie Leiter des Lehrbereichs Allgemeinmedizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Daneben sind Sie noch in mehreren Institutionen und Gremien größtenteils federführend aktiv, zum Beispiel als Vorsitzender der Gesellschaft der Hochschullehrer für Allgemeinmedizin (GHA), Gründungsmitglied des Ärztenetzes Qualitätspraxen e. V., Vorstandsmitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AKdÄ) und Mitherausgeber der Zeitschrift für Allgemeinmedizin (ZfA), um nur einige zu nennen. Umso mehr freuen wir Klinikapotheker uns darüber, dass Sie uns – trotz Ihres vollen Terminkalenders – Ihre persönliche Sicht zu den im Folgenden angesprochenen Themen wissen lassen.



Übersichten
Jörg Bickeböller-Friedrich, Ravensburg

Die aktive Mitarbeit des Apothekers macht es möglich, die Antibiotikatherapie qualitativ und ökonomisch zu optimieren. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Apotheker seine fachliche Kompetenz einbringt und die Ärzte hinsichtlich einer patientenindividuellen Auswahl des Antibiotikums und dessen bestmöglicher Dosierung berät. Nicht zuletzt ist auch die soziale Kompetenz des Apothekers gefragt, damit die fachlichen Inhalte der Beratung im therapeutischen Team der Intensiv- und Normalstationen akzeptiert werden und in die Therapieentscheidung einfließen können.

Schlüsselwörter: Vancomycin, therapeutisches Drug-Monitoring, TDM, AUIC, MRSA

Optimization of vancomycin therapy for infections by multiresistant enterococcus and staphylococcus spp.

As part of the therapeutic team the pharmacist can help to improve the quality and cost-effectiveness of antibiotic therapies in the hospital setting. The case examples show the implementation of intensive therapeutic drug monitoring into practice and its impact regarding the patients’ therapy. The reintroduction of an “old issue” like therapeutic drug monitoring on vancomycin allowed to implement and establish further instruments for antibiotic guidance. The pharmacists’ professional competence and his active dealing with consulting service in terms of choice of antibiotics, pharmacokinetic aspects, dosing and dosing intervals is a precondition to reach these outcomes. Additionally, the pharmacist has to be reachable also at weekends to offer immediate service of therapeutic drug monitoring. In addition the pharmacists’ social skills are important. They may help that his professional counseling is accepted by the members of the therapeutic team and consequently that he will be integrated into therapeutic decisions.

Key words: vancomycin, therapeutic drug monitoring, methicillin resistant Staphylococcus aureus, Enterococcus, area under the inhibitory curve, pharmacist, antibiotic therapy.

Krankenhauspharmazie 2011;32:609–13.



Hans-Peter Lipp, Tübingen, und Markus Thalheimer, Heidelberg
Rechtliche Rahmenbedingungen, aktueller Stand und zukünftige Herausforderungen – Teil 1

Mit dem Beginn des G-DRG-Systems im Jahr 2003 war auch die Einführung von Zusatzentgelten (ZE) und Neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB) unvermeidlich. Während die zentrale Steuerung der ZE durch das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) inzwischen allgemein akzeptiert wird, ergeben sich regional bei den NUB-Verhandlungen immer wieder erhebliche zeitliche Verzögerungen, Unterfinanzierungen und wirtschaftliche Unsicherheiten für das Krankenhaus. Schwierigkeiten sind darüber hinaus in der Kostenerstattung von Gerinnungsfaktoren bei sekundär erworbener Hämophilie und teilweise auch bei Off-Label-Anwendungen von ZE oder NUB zu beobachten. Eine stärkere Einbindung des InEK bei Preiskalkulationen von nicht bewerteten ZE und NUB sowie die Beachtung der besonderen Voraussetzungen des Off-Label-Use im stationären gegenüber dem ambulanten Bereich sind zukünftig vehementer voranzutreiben.

Schlüsselwörter: G-DRG-System, Zusatzentgelte, Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus, Gerinnungsfaktoren, Off-Label-Use

Reimbursement of drug costs in the in-patient and out-patient setting – general conditions by law, current situation and future challenges (part 1)

By introduction of the G-DRG system supplementary payments (German Zusatzentgelte [ZE]) and New Methods of Examination and Treatment (German Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden [NUB]) had to be included. Whereas the former is mainly regulated by the Institute for Hospital Reimbursement (InEK), the latter makes regional negotiations between hospitals and different health ensurancies necessary which, however, are often associated with delayed conclusions of contracts, and economic uncertainties, e. g. reimbursement of clotting factors and off-label-use of ZE or NUB. As a consequence, InEK should be embedded more intensively in price calculations as well as NUB negotiation in the near future.

Key words: G-DRG-system, supplementary payments, new methods of examination and treatment, institute for hospital reimbursement, clothing factors, off-label-use

Krankenhauspharmazie 2011;32:615–20.



Bericht
Marianne E. Tippmann, Ober-Mörlen

… unter diesem Anspruch lassen sich vier im Rahmen des 36. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. am 13. Mai 2011 in Berlin präsentierte Kurzvorträge zusammenfassen, in denen individuelle Projekte und Konzepte vorgestellt wurden.

Krankenhauspharmazie 2011;32:621–3.



Serie
Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit

Ab und zu werden falsche Präparate durch die Apotheke auf die Station geliefert oder trotz Bestellung nicht ausgeliefert. Lücken in der Organisation und fehlende Kontrolle zählen zu den häufigsten Ursachen. Durch interdisziplinäre Teamsitzungen kann gegengesteuert werden. Gut bewährt haben sich Vermeidungsstrategien, die mit dem Ishikawa-Diagramm gemeinsam erarbeitet werden können.



Aktuelles aus der Rezeptur
Maciej Orzel, Duisburg

Die Nutzung einer Suspension zur selektiven oralen Dekontamination stellt eine effektive und kostengünstige Behandlungsmethode zur Prophylaxe von Pneumonien, Bakteriämien und anderen Komplikationen bei beatmungspflichtigen Patienten dar.



Referiert & kommentiert: Therapiehinweise
Hardy-Thorsten Panknin, Berlin, Prof. Dr. Matthias Trautmann, Stuttgart
Substanzwahl und Therapiedauer

Durch die im Oktober 2010 erschienenen Empfehlungen der Paul-Ehrlich-Gesellschaft (PEG) zur kalkulierten parenteralen Initialtherapie bakterieller Erkrankungen bei Erwachsenen sind für Deutschland bereits aktuelle, wissenschaftlich fundierte Therapieempfehlungen verfügbar. Eine neue französische Arbeit betrachtet speziell die Therapie auf der Intensivstation und gibt wichtige Hinweise zum Therapiebeginn und zur Therapiedauer.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Elektronische Arzneimittelverordnung – Nutzen noch unklar

In einer Übersichtsarbeit werden bislang verfügbare Studien zum Einsatz von CPOE-Systemen auf Intensivstationen zusammengefasst. Der Überblick zeigt, dass die Implementierung dieser Systeme gut geplant und durchdacht sein muss. Zum Nutzen von CPOE sind weitere systematische Untersuchungen erforderlich.



Prof. Dr. med. H.-C. Diener, Essen
Häufigkeit von Blutungskomplikationen unter Dabigatranetexilat und Warfarin

Der direkte Thrombinhemmer Dabigatranetexilat (zweimal täglich 110 mg oder 150 mg) wurde in der RE-LY-Studie mit individuell dosiertem Warfarin verglichen. Schwerwiegende Blutungen waren unter der niedrigeren Dosis von Dabigatranetexilat signifikant seltener als unter Warfarin. Bemerkenswert ist, dass das Risiko für eine Hirnblutung unter beiden Dosierungen von Dabigatranetexilat signifikant niedriger war als unter Warfarin. Das Risiko für Blutungen ist jedoch altersabhängig. Patienten über 80 Jahre mit einem erhöhten Blutungsrisiko sollten daher eher mit der niedrigeren Dosis von Dabigatranetexilat behandelt werden als mit der höheren.



Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen
Dr. Ulrike Mühlhäuser, Göttingen
Warum und für welche Arzneistoffe ist therapeutisches Drug-Monitoring sinnvoll?

Entscheidend für eine wirksame medikamentöse Therapie von Pilzinfektionen ist, dass am gewünschten Wirkort wirksame Arzneistoffspiegel aufgebaut und dabei die Toxizität der Antimykotika möglichst gering gehalten wird. Im Rahmen eines Workshops beim 36. ADKA-Kongress im Mai 2011 in Berlin erläuterten die Referenten, wann, warum und für welche Antimykotika ein therapeutisches Drug-Monitoring sinnvoll ist.



Dr. Ulrike Mühlhäuser, Göttingen
Wie man mit SOPs Kosten spart

Pilzinfektionen sind für Patienten auf Intensivstationen häufig ein Problem. Entwickelt der Patient eine Candidämie, führt diese in knapp 70 % der Fälle zum Tod. Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist ein rascher Behandlungsbeginn sowie die Auswahl eines wirksamen Antimykotikums. Die Einführung von SOPs zur Diagnostik und Intervention sowie zur Therapiestrategie trägt dazu bei, Kosten zu reduzieren und die Sicherheit für den Patienten zu erhöhen. Dies war Thema eines Workshops im Rahmen des 36. ADKA-Kongresses im Mai 2011 in Berlin.



Dr. Annette Junker, Wermelskirchen
Erstlinientherapie mit Ipilimumab verbessert Überleben

Eine Phase-III-Studie hat gezeigt, dass die Kombination aus dem monoklonalen Antikörper Ipilimumab (Yervoy®) und dem Zytostatikum Dacarbazin (DTIC; z. B. Detimedac®) das mediane Gesamtüberleben bei Patienten mit vorher unbehandeltem metastasiertem Melanom signifikant verlängert. Erstmals konnte eine klinische Studie zeigen, dass die Kombination aus einer Immuntherapie und einer Chemotherapie beim metastasierten Melanom sicher und effektiv ist.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau