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33. Jahrgang Heft 3 März 2012

Übersichten
Hans-Peter Lipp, Tübingen
Innovation in der Therapie von postmenopausaler Osteoporose und Tumor-assoziierten Knochenkomplikationen

Durch die spezifische Bindung von RANKL inhibiert der voll humane monoklonale Antikörper Denosumab die Osteoklasten-assoziierte Knochendestruktion. In der Behandlung der postmenopausalen Osteoporose war Denosumab (60 mg s. c. alle 6 Monate) dem Bisphosphonat Alendronsäure bezogen auf die Steigerung der Knochenmineraldichte überlegen. Auch bei Patienten mit metastasierten soliden Tumoren ergaben sich unter Denosumab (120 mg s. c. alle 4 Wochen) gegenüber i. v. Zoledronsäure signifikante Vorteile hinsichtlich der Zeit bis zum Eintreten des ersten skelettalen Ereignisses. In der höheren Dosis waren weniger Akut-Phase-Reaktionen und renale Dysfunktionen als unter i. v. Zoledronsäure zu beobachten, während die Inzidenz an Osteonekrosen in beiden Behandlungsgruppen vergleichbar war. Weiter gehende pharmakoökonomische Analysen werden neben den Therapiekosten die gute Adhärenz und den verminderten Anteil an Skelettkomplikationen unter Denosumab über die Zeit einbeziehen müssen.

Schlüsselwörter: Denosumab, Bisphosphonate, Vergleichsstudien, pharmakoökonomische Analysen

Denosumab – fully human monoclonal antibody directed against RANKL as a novel therapeutic principle in postmenopausal osteoporosis and tumor-associated bone complications

Denosumab, a fully human monoclonal antibody, is a specific inhibitor of RANKL activity which results in osteoclast-mediated bone destruction arrest. Compared to Alendronate p. o., Denosumab 60 mg s. c. every 6 months revealed to be superior in respect to the increase of bone mineral density in patients with postmenopausal osteoporosis. Higher dosages (120 mg s. c. every 4 weeks) were associated with a significant delay of first skeletal related events compared to zoledronate i. v. in patients with solid tumors and bone metastasis as well as better tolerability in respect to acute phase reactions and renal dysfunction, whereas the incidence of osteonecrosis of the jaw were comparable in both groups. Besides overall drug costs, pharmacoeconomic analysis will have to consider adherence and potential reduction of skeletal morbidity over time more detailled.

Key words: Denosumab, bisphosphonates, comparative trials, pharmacoeconomic analysis

Krankenhauspharmazie 2012;33:105–15.



Katja Suter, Irene Wyss-Huggenberger und Herbert Plagge, Basel (Schweiz)
Was ist zu tun nach unsachgemäßer Lagerung?

Nicht selten kommt es im Krankenhaus oder in Pflegeheimen auf dem letzen Abschnitt der Logistikkette von kühlpflichtigen Arzneimitteln zu Unregelmäßigkeiten, beispielsweise, wenn auf einer Station ein Kühlschrank ausfällt, kühl zu lagernde Arzneimittel nicht unmittelbar nach der Anlieferung in den Kühlschrank eingelagert werden oder wenn ein Präparat vor der Applikation auf Raumtemperatur erwärmt wurde, die Applikation jedoch verschoben oder abgesagt werden musste. Für diese temporär außerhalb der spezifizierten Lagertemperatur gelagerten Arzneimittel gilt es zu entscheiden, ob ein Einsatz noch zulässig und vertretbar ist. Die Fachinformationen geben jedoch nur selten Hinweise über zu treffende Maßnahmen. Kommt es zu Unsicherheiten im Umgang mit Arzneimitteln, wenden sich die Pflegekräfte häufig an die Krankenhausapotheke und benötigen meist unmittelbar eine Empfehlung. Zur Vorbereitung derartiger Empfehlungen erarbeiten viele Krankenhausapotheken Übersichtstabellen. Der vorliegende Artikel erläutert das Informationsbedürfnis der Krankenhausapotheke bezüglich der Lagerung und der zu treffenden Maßnahmen im Falle einer temporären Unter- oder Überschreitung von spezifizierten Lagerbedingungen.

Schlüsselwörter: Logistikkette, Kühlprodukte, Fachinformation, Krankenhausapotheke, Informationsbedarf

Supply chain of refrigerated products from the manufacturer to the patient – what to do in the case of incorrect storage?

In hospitals or nursing homes problems concerning the logistic of refrigerated drugs are common. There are daily situations on the ward causing uncertainty about the further use of a product, e. g. after the breakdown of a refrigerator or a short-term adaptation of the treatment regime after the refrigerated product already has been warmed-up to room temperature prior to the administration. In all these cases a decision is unavoidable, whether the product can be used or not. The storage conditions are usually specified in the summary of product characteristics, but normally information about the handling in the case of a temporary temperature deviation is lacking. Therefore, nurses address the hospital pharmacy if they are uncertain of the correct procedure. It is important to give the necessary information without delay in order to assure the planned administration or reorder the rejected product. As information about the management of incorrectly stored products is not required by the authorities and therefore usually not provided by the manufacturers, many hospital pharmacists work out lists or tables with data on this topic to support the ward staff in time. The aim of this paper is to expose the requirements of hospital pharmacists concerning information about the correct handling and storage of refrigerated drugs in the case of a temporary temperature deviation.

Key words: supply chain, refrigerated products, SPC, hospital pharmacy, information needs.

Krankenhauspharmazie 2012;33:117–20.



Hanna Hasselblatt, Susanne Jena, Gerd Antes und Gabriele Dreier, Freiburg
Eine zusätzliche Quelle für Arzneimittelinformationen

Das Deutsche Register Klinischer Studien (DRKS) liefert Informationen zu abgeschlossenen, laufenden und geplanten klinischen Studien in Deutschland. Zusammen mit der geplanten Datenbank des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), in welche die Ergebnisse klinischer Prüfungen eingetragen werden sollen, unterstützt das Register die Krankenhausapotheker bei einer ihrer wichtigsten Aufgaben: dem Bereitstellen von Informationen über Arzneimittel.

Schlüsselwörter: Klinische Studien, Register, Arzneimittelinformationen, Recherche, Hintergrundinformationen, Deutsches Register Klinischer Studien

The German Clinical Trials Register – an additional source for drug information

The German Clinical Trials Register (DRKS) provides information on planned, ongoing and completed clinical trials in Germany. Together with the currently developed results database at DIMDI (German Institute of Medical Documentation and Information), the DRKS assists hospital pharmacists in one of their main challenges: the provision of drug information.

Key words: Clinical trials, register, drug information, data retrieval, clinical trials registry, German clinical trials register.

Krankenhauspharmazie 2012;33:121–5.



Bericht
Elke Engels, Bad Vilbel

Bei keiner anderen Medikamentengruppe gibt es so viel Beratungsbedarf wie bei den oralen Zytostatika, so das Fazit einer Fortbildungsveranstaltung, die am 26. Oktober 2011 im Krankenhaus Nordwest in Frankfurt/Main stattfand. Was ist bei der Einnahme von oralen Zytostatika zu beachten, bei welchen Nebenwirkungen muss der Patient sofort den Arzt aufsuchen? Ein Thema, bei dem es sich lohnt, das eigene Fachwissen aufzufrischen. Die Veranstaltung stand unter der wissenschaftlichen Leitung von Chefapothekerin Karin Kiesel-Klaus und wurde von den Firmen Actavis und GlaxoSmithKline finanziell unterstützt.

Krankenhauspharmazie 2012;33:126–7.



Kommunizieren & Organisieren
Elke Engels, Bad Vilbel

Ein Newsletter ist ein ideales Instrument, um Kollegen abteilungs- und fachübergreifend zu informieren. Doch damit die Zielgruppe die Post mit Interesse verfolgt, müssen die enthaltenen Meldungen spannend, kurz und prägnant sein. Wie Sie einen solchen Newsletter erstellen, lesen Sie im folgenden Beitrag.



Referiert & kommentiert: Therapiehinweise
Prof. Dr. med. Matthias Trautmann, Stuttgart
Fidaxomicin wirkt auch unter laufender systemischer Antibiotikatherapie

Infektionen durch Clostridium difficile nehmen weltweit dramatisch zu. Die neue, gegen Clostridium difficile wirksame Substanz Fidaxomicin (Dificlir®) behält ihre Wirksamkeit auch bei Fortführung einer systemischen Antibiose. Die Europäische Kommission hat das neue Antibiotikum am 5. Dezember 2011 für die Behandlung von Erkrankungen durch Clostridium difficile zugelassen.



Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Rückgang von C.-difficile-Infektionen durch Umstellung auf Schmalspektrumantibiotika

Antibiotika-assoziierte Diarrhöen durch Clostridium difficile nehmen weltweit zu. Auch in Deutschland steigt die Inzidenz. Durch Umstellung der empirischen Antibiotikatherapie auf Schmalspektrumsubstanzen konnte eine englische Arbeitsgruppe die Inzidenz dieser Erkrankung in einem Akutkrankenhaus signifikant senken. Entscheidend hierbei war auch die Mitwirkung des in der Antibiotikatherapie erfahrenen Apothekers auf Station.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Hoher Verbrauch von Blutprodukten

Blutprodukte wie Erythrozytenkonzentrate, Thrombozytenkonzentrate oder Fresh Frozen Plasma werden bei einer Standardchemotherapie besonders häufig zur Behandlung von infektionsbedingten Komplikationen benötigt. Dies ergab die Teilanalyse einer prospektiven Kohortenstudie, in der die Daten von 273 Patienten mit 1 004 Chemotherapiezyklen erfasst worden waren.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Kosten steigen mit Häufigkeit der Grad-3/4-Nebenwirkungen

Die Kosten für das Management einer Zytostatika-bedingten Toxizität steigen exponentiell mit der Zahl von Grad-3/4-Nebenwirkungen, also schweren und schwersten Nebenwirkungen. Sie sind in den Zyklen besonders hoch, in denen mehr als vier Chemotherapie-bedingte Toxizitäten auftreten, in Zyklen mit Intensivbehandlung sowie in Zyklen, in denen es zu Grad-3/4-Infektionen und febriler Neutropenie kommt. Dies ergab eine prospektive Kohortenstudie, in der die Daten von 273 Patienten mit 1 004 Chemotherapiezyklen analysiert wurden.



Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen
Dr. Brigitta Schreiber, München
Therapieoptionen beim metastasierten Prostatakarzinom

Am 15. November 2011 trafen sich auf Einladung der Firma Sanofi-Aventis Deutschland GmbH onkologisch tätige Krankenhausapotheker und pharmazeutisch-technische Assistenten aus dem Großraum München im Rahmen des onkologischen Stammtisches zur zweiten Fortbildungsveranstaltung des Jahres 2011 zum Thema „Therapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms“.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau