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33. Jahrgang Heft 7 Juli 2012

Editorial
Dr. Torsten Hoppe-Tichy, Heidelberg


Kongressbericht
Tanja Liebing, Stuttgart

Mit diesen Worten eröffnete die Präsidentin, Prof. Dr. Irene Krämer, am 10. Mai 2012 den 37. Wissenschaftlichen Kongress des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. in Mainz. Auf fast 1 000 Teilnehmer wartete ein wissenschaftlich anspruchsvolles, abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen, Seminaren, Workshops und mehr als 80 Posterbeiträgen. Vertreter aus Politik und Behörden überbrachten Grußworte ihrer Institutionen, zahlreiche pharmazeutische Firmen waren in der Industrieausstellung mit einem Stand vertreten.



Tanja Liebing, Stuttgart
Anlässlich des 37. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V., Mainz, 10. bis 12. Mai 2012

Die ADKA verlieh im Rahmen ihres Wissenschaftlichen Kongresses insgesamt acht Preise, darunter erstmals die beiden Ausbildungsprojektpreise für die beste Diplom- bzw. Projektarbeit. Weiterhin erhielten die Kongressteilnehmer Informationen zum Stand der beiden Promotionsprojekte. Das mit den Auszeichnungen verbundene Preisgeld wurde von verschiedenen pharmazeutischen Firmen gestiftet.



Tanja Liebing, Stuttgart
Eröffnungsvortrag im Rahmen des 37. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V., Mainz, 11. Mai 2012

Bedingt durch den zunehmenden Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung in Deutschland ist mit einem steigenden Verbrauch von Arzneimitteln und damit auch mit zunehmenden Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu rechnen. Vorhandene Ressourcen müssen daher zweckmäßig und wirtschaftlich eingesetzt werden. Dafür ist es aus Sicht von Prof. Dr. Gerd Glaeske, Co-Leiter der Abteilung für Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung der Universität Bremen, erforderlich, die Wirksamkeit eines Arzneimittels unter Alltagsbedingungen zu kennen. Denn häufig unterscheide sie sich von der absoluten Wirksamkeit, die im Rahmen zulassungsrelevanter Studien ermittelt werde. Was eine gute Versorgungsforschung ausmacht, erläuterte Glaeske in seinem Vortrag.



Marianne E. Tippmann, Ober-Mörlen
Plenarvortrag im Rahmen des 37. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V., Mainz, 11. Mai 2012

Bei seltenen Erkrankungen handelt es sich um eine heterogene Gruppe sehr unterschiedlicher Krankheitsbilder, deren häufigste Ursache Fehler im Erbgut sind. Sie manifestieren sich in nahezu allen Organen, sind häufig unheilbar und verlaufen vielfach chronisch oder sogar lebensbedrohlich. Die geringen Fallzahlen, die Diversität der Erkrankungen, ihre Genese und die komplexen, aber oft sehr individuellen Krankheitsverläufe bringen eine Reihe von übergreifenden strukturellen Problemen bei der Diagnostik und medizinischen Versorgung der Patienten mit sich. Ausnahmen sind hier lediglich einige wenige gut erforschte und therapierbare Erkrankungen. Um den bestehenden Defiziten begegnen zu können, wurde im März 2010 vom Bundesministerium für Gesundheit das „Nationale Aktionsbündnis für Menschen mit seltenen Erkrankungen“ (NAMSE) ins Leben gerufen, das auf eine verbesserte Koordination, Kooperation und Vernetzung von Forschung, medizinischer Betreuung und Patienten abzielt. Aber die Apotheker blieben hier außen vor. In seinem Plenarvortrag beschäftigte sich Dr. Andreas Reimann, Bonn, mit den Versorgungsstrukturen bei seltenen Erkrankungen, der Pharmakotherapie als Teil des Betreuungskonzeptes und nicht zuletzt mit der Rolle von Krankenhausapotheken im intersektoralen Patientenmanagement.



Claudia Heß, Mainz
Plenarvortrag im Rahmen des 37. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V., Mainz, 11. Mai 2012

Die molekulare Diagnostik ist eines der spannendsten Felder der Arzneimitteltherapie. Mit ihr können nicht nur Krankheiten erkannt und wirkungsvoll bekämpft werden, sondern es ist auch möglich, Krankheitsrisiken zu erkennen sowie Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Arzneimitteltherapie vorherzusagen. Doch wie weit ist das „molekulare Profiling“ zurzeit noch vom Routineeinsatz in der Praxis entfernt? Prof. Dr. Theodor Dingermann, Frankfurt am Main, gab anlässlich des diesjährigen ADKA-Kongresses einen kompakten Überblick über den Stand der Dinge.



Marianne E. Tippmann, Ober-Mörlen

Unter diesem Titel stand ein im Rahmen des 37. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. am 11. Mai 2012 in Mainz präsentierter Kurzvortrag, in dem Sabine von Hobe, Apotheke des Universitätsklinikums Aachen (UKA), ein am UKA erarbeitetes E-Learning-Programm zur Schulung im sicheren Umgang mit Zytostatika vorstellte.



Claudia Heß, Mainz
Worauf der Krankenhausapotheker im praktischen Alltag achten sollte

Die aseptische Herstellung von Arzneimitteln gehört zu den anspruchsvollsten Tätigkeiten in der Krankenhausapotheke. Wichtige Aspekte sind dabei auch die Überwachung der Umgebungsbedingungen für die Herstellung sowie die Validierung des Herstellungsverfahrens. Wie das in einer Krankenhausapotheke im klinischen Alltag umgesetzt werden kann, dazu gab Apothekerin Dr. Elke Füller, Ulm, zahlreiche praktische Tipps im Rahmen eines Seminars anlässlich des diesjährigen Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. am 12. Mai 2012 in Mainz.



Claudia Heß, Mainz, und Tanja Liebing, Stuttgart
Ein neuer Weg zur Qualitätssicherung in der Krankenhausapotheke

Immer häufiger werden Krankenhausapotheken bei der Auditierung durch Behörden mit Audit-Checklisten nach GMP (GMP: Good Manufacturing Practice) konfrontiert, die bisher hauptsächlich für die Inspektion pharmazeutischer Firmen verwendet wurden. Dieser Industriestandard ist für die apothekenübliche Herstellung in Krankenhausapotheken nicht geeignet. Aus dieser Problematik entstand die Idee der beiden Krankenhausapotheker Dr. Yvonne Remane, Leipzig, und Dr. Jahn Wehrle, Frankfurt am Main, die Produktionsbereiche ihrer Apotheken gegenseitig zu auditieren. In einem Kurzvortrag im Rahmen des 37. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. stellten sie erste Ergebnisse dieses Kollegenaudits vor.



Marianne E. Tippmann, Ober-Mörlen

Arzneimittelbezogene Probleme in der Pädiatrie spielen sowohl auf Seiten der ärztlichen Verordnung als auch bei der Anwendung durch das Pflegepersonal eine gravierende Rolle. Was passiert an der Schnittstelle? Wie anfällig ist der Umsetzungsprozess, insbesondere im Hinblick auf Dosierungsabweichungen? Dies zu dokumentieren war das Ziel einer im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg durchgeführten Beobachtungsstudie, die Dorothee Niemann, Doktorandin am Institut für Pharmazie, Klinische Pharmazie der Universität Leipzig, in ihrem Kurzvortrag beim 37. Wissenschaftlichen Kongress des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. am 11. Mai 2012 in Mainz vorstellte.



Claudia Heß, Mainz, und Tanja Liebing, Stuttgart

Dr. Annette Freidank, Apotheke des Klinikums Fulda, wurde im Rahmen der 37. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. mit dem Innovationspreis 2012 im Bereich Klinische Pharmazie ausgezeichnet. Das Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro wurde von der Firma Sanofi-Aventis gestiftet. Die Preisträgerin setzte sich in ihrer Arbeit zum Ziel, einen höheren Praxisbezug in der Ausbildung von Pharmaziestudenten zu schaffen. Die Studenten sollen künftig früher und in einem höheren Maß alltägliche Anforderungen ihres späteren Berufsalltags kennenlernen und den Umgang damit üben, so der Ansatz von Freidank. Das erlernte Wissen wird am Ende eines Kurses jeweils in einem „Objective Structured Clinical Examination“ (OSCE) überprüft. Im Anschluss daran bewerteten die Studenten das Prüfungsmodell mithilfe eines Fragebogens, den Freidank dazu nutzte, das OSCE zu optimieren und herauszufinden, ob es auch als Prüfung in der pharmazeutischen Ausbildung in Deutschland eingesetzt werden kann.



Antje Prenzel, Berlin
Ein Seminartag unterstützt mit zielgruppenrelevanten Themen die tägliche Arbeit von pharmazeutisch-technischen Assistenten

Schon zum dritten Mal hat der Arbeitskreis Krankenhaus-PTA praxisrelevante Themen speziell für pharmazeutisch-technische Assistenten in Krankenhausapotheken zusammengestellt und als Seminartag im Rahmen des Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. angeboten. Ein wichtiges Ziel der diesjährigen Veranstaltung in Mainz war es, den Teilnehmern Erkenntnisse und Anregungen zu vermitteln, die sie an ihren Arbeitsplätzen rasch und effizient umsetzen können.



Übersicht
Herbert Niklas, Stuttgart

Medizinische Gase zur Inhalation sind Arzneimittel, mit denen öffentliche Apotheken zumeist nichts zu tun haben. Im Krankenhaus jedoch spielen medizinische Gase eine große Rolle. Sie sind – je nach Zweckbestimmung – Arzneimittel oder Medizinprodukte. Dieser Aufsatz will Krankenhausapotheker darüber informieren, welche arzneimittelrechtlichen Vorschriften die Hersteller medizinischer Gase zu beachten haben und welche Verantwortungen und Prüfpflichten sich hinsichtlich medizinischer Gase für die Krankenhausapotheke ergeben.

Schlüsselwörter: medizinisches Gas, Sauerstoff, Flüssigsauerstoff, Chargenfreigabe, Prüfpflicht

Medical gases – medicinal products or medical devices?

Medical gases for inhalation are medicinal products usually public pharmacies are not concerned with. In hospitals however they play an important role in daily routine. According to intended use gases are medicinal products or medical devices. This essay will give an overview for hospital pharmacies which legal regulations have to be considered by manufacturers of medical gases in particular. It will be shown to what extend hospital pharmacies have any responsibility for medical gases.

Key words: Medical gases, oxygen, liquid oxygen, batch release, testing responsibility

Krankenhauspharmazie 2012;33:326–30.



Referiert & kommentiert: Therapiehinweise
Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Erregerspektrum und Antibiotikatherapie bei älteren Menschen

Die Epidemiologie der ambulant erworbenen Pneumonie hat sich im letzten Jahrzehnt stark verändert. Mehr als die Hälfte aller Krankenhausaufnahmen aufgrund einer Pneumonie betreffen heute Patienten jenseits des 65. Lebensjahres. Ein Teil der Patienten wird dabei aus dem häuslichen Milieu, ein anderer Teil aus Altenpflegeeinrichtungen aufgenommen. Eine aktuelle Studie zeigte auffällige Unterschiede der Antibiotikatherapie in diesen beiden Patientengruppen.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Erhöhtes Risiko für Netzhautablösung

Die aktuelle Einnahme von Fluorchinolonen kann kurzfristig das Risiko für eine Netzhautablösung erhöhen. Dies lässt sich möglicherweise mit der Wirkung dieser Antiinfektiva auf Bindegewebsstrukturen erklären.



Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen
Simone Reisdorf, Erfurt
Früh starten, hoch dosieren, früh beenden!

Patienten mit schwerer bakterieller Sepsis oder septischem Schock benötigen eine adäquate antibiotische Therapie. In Anlehnung an die Tarragona-Strategie wurde auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie 2012 in Nürnberg gefordert, die Antibiotikagabe so früh und so breit wie nötig zu beginnen sowie Unterdosierungen zu vermeiden. Wichtig ist außerdem, die Therapie rechtzeitig zu stoppen. Wie die ProCAP- und die ProRata-Studie zeigten, ist hierbei Procalcitonin ein hilfreicher Marker.



Dr. Petra Jungmayr, Esslingen
Vemurafenib bei BRAF-mutierten Melanomen

Seit drei Jahrzehnten kommt erstmals Bewegung in die Therapie des malignen Melanoms. Eine der neuen Optionen ist der BRAF-Inhibitor Vemurafenib, der seit Februar 2012 zur Therapie des nicht resezierbaren oder metastasierten Melanoms zugelassen ist. Die Daten der Zulassungsstudie wurden am 23. Februar 2012 bei einer von der Firma Roche veranstalteten Pressekonferenz vorgestellt.



Abdol A. Ameri, Weidenstetten
Verbesserte Sedierung mit Dexmedetomidin

Eine adäquate Sedierung ist ein wesentlicher Bestandteil in der Versorgung kritisch kranker Patienten. Der selektive Alpha2-Rezeptoragonist Dexmedetomidin bewirkt eine gut steuerbare Sedierung. Die Patienten können durch Ansprache geweckt werden, sie sind orientiert und kooperativ. Das neue Sedativum wurde bei einer von Orion Pharma veranstalteten Pressekonferenz im Rahmen des 11. Kongresses der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin vorgestellt.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau