Suche / Archiv


Erweiterte Suche

34. Jahrgang Heft 12 Dezember 2013

Editorial
Dr. Martin J. Hug, Freiburg
Vorübergehender Engpass oder Gefährdung der Patienten?


Übersicht
Hans-Peter Lipp, Tübingen, Lothar Bornmann, Oldenburg, Jelena Kunecki, Ulm, und Robert Terkola, Wien
Überarbeitete internationale Leitlinien und kritische Überlegungen zu Fallserien und veröffentlichten Rezepturen

Im Rahmen einer Radio/Chemotherapie kann es substanz- und dosisabhängig zu schweren Formen einer Mukositis in der Mundhöhle kommen. Zwar wurden in den letzten 20 Jahren vielfältigste Maßnahmen zur Prophylaxe und Therapie dieser Komplikation veröffentlicht, jedoch waren die Studien oft relativ klein, sodass zum einen widersprüchliche Ergebnisse publiziert wurden, zum anderen durch die Fachgesellschaften nur begrenzte Aussagen zum Evidenz- und Empfehlungsgrad möglich waren. So kam die ESMO am Beispiel von Gelclair®, Caphosol® und Biotene® schließlich zum Ergebnis, dass solche Produkte bisher nur ein limitiertes Spektrum an Studien vorweisen können, ihr Einsatz jedoch mit einer vergleichsweise großen Sicherheit verbunden ist, sodass einige Patienten davon profitieren können.

In diesem Zusammenhang spielen multidisziplinär zusammengesetzte Arbeitsgruppen eine zunehmend wichtigere Rolle, um unnötig komplexe Rezepturen nicht zu unterstützen und patientenindividualisierte Konzepte bestmöglich voranzubringen.

Schlüsselwörter: Radio/Chemotherapie-induzierte Mukositis-Prophylaxe und Therapie, Evidenz- und Empfehlungsgrad, Stellenwert von Medizinprodukten

Prophylaxis and treatment of radio/chemotherapy-associated mucositis. Revised international guidelines and critical considerations in respect to case series and published mixtures ready-to-use

Severe forms of mucositis within the oral cavity can develop during radio/chemotherapy dependent on dose and choice of intervention. During the last two decades, multiple measures have been published in respect to prophylaxis as well as treatment of this oral complication, however, study sizes were often rather small with conflicting data and limited evaluation of evidence and recommendation as a consequence. Thus, in the case of Gelclair®, Caphosol® and Biotene® the European Society of Medical Oncology (ESMO) concluded that the clinical evidence of those products is rather limited, however, based on the convincing safety profile, some patients may have a clear benefit by these medical devices. In this context, multidisciplinary working groups play an increasing role in order to avoid unnecessary, complex mixtures as well as to bring individualized concepts more forward.

Key words: Radio/chemotherapy, induced mucositis, prophylaxis and treatment, grade of evidence and recommendation, place of medical devices

Krankenhauspharmazie 2013;34:541–9.



Stellungnahme
Dr. Tilman Schöning, Dr. Le Hang Pelzl Heidelberg
Stellungnahme der ADKA-Ausschüsse Klinische Studien und Onkologie

Die zunehmende Erforschung des therapeutischen Einsatzes von onkolytischen Viren in der Behandlung Chemo- und Radiotherapie-refraktärer Tumoren wie Kopf-Hals- oder Hirntumoren hat bereits und wird auch in Zukunft neue Anforderungen an die Klinikapotheken stellen. Zu den Voraussetzungen und Grenzen der Übernahme von Leistungen in Zusammenhang mit diesen Therapien durch die Klinikapotheke besteht noch Unsicherheit. Im Folgenden geben wir daher notwendige Informationen zu Grundvoraussetzungen und Vorgehensweisen für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Krankenhausapotheken im Rahmen von klinischen Studien.



Leitlinien
Expertengremium: Dr. Werner Grieb, Heidenheim, Dr. Manfred Haber, Homburg/Saar, Michael Höckel, Kassel, Dr. Dirk Keiner, Suhl, Dr. Elfriede Nusser-Rothermundt, Stuttgart, Sabine Steinbach MSc, Trier (Vorsitz), Almut Weygand, Hannover, in Abstimmung mit den ADKA-Landesverbänden
Leitlinie der ADKA zur Qualitätssicherung. Stand der letzten Änderung: 7.11.2013

Krankenhauspharmazie 2013;34:553–4.



Expertengremium: Dr. Werner Grieb, Heidenheim, Dr. Manfred Haber, Homburg/Saar, Michael Höckel, Kassel, Dr. Dirk Keiner, Suhl, Dr. Elfriede Nusser-Rothermundt, Stuttgart, Sabine Steinbach MSc, Trier (Vorsitz), Almut Weygand, Hannover, in Abstimmung mit den ADKA-Landesverbänden
Leitlinie der ADKA zur Qualitätssicherung. Stand der letzten Änderung: 30.08.2013

Basierend auf den Empfehlungen der Bundesapothekerkammer zur Qualitätssicherung „Versorgung der Krankenhauspatienten durch Apotheken“ vom 24.11.2010

Krankenhauspharmazie 2013;34:555–65



Serie
Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit
Fehler durch Sound-alike

Ein Sound-alike führt zur fehlerhaften Angabe der Medikation im Entlassbrief. Neben zeitintensiver Zusatzarbeit für das Klinikpersonal ergibt sich daraus vor allem ein gesundheitliches Risiko für den Patienten wegen falscher Medikation.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Dr. Iris Hinneburg, Halle (Saale)
Neue Bewertungen zur möglichen Karzinogenität von Wirkstoffen

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) evaluiert regelmäßig verschiedene Umweltfaktoren im Hinblick auf ihr karzinogenes Potenzial. Bei einem internationalen Experten-Treffen Mitte Juni wurden neue Bewertungen für chemische und pflanzliche Wirkstoffe erstellt.



Dr. Barbara Kreutzkamp, Hamburg
Berichterstattung über unerwünschte Ereignisse noch nicht optimal

Bei der Mehrzahl der neueren Publikationen von randomisierten onkologischen Interventionsstudien bestehen Mängel in der Berichterstattung von unerwünschten Ereignissen. Zu diesem Ergebnis kommt ein systematischer Review, in dem die CONSORT-Empfehlungen aus dem Jahr 2004 als Maßstab für die Berichtsqualität herangezogen wurden.



Dr. Claudia Becker, Zürich
Medikamentöse Behandlung von MRSA-Infektionen postoperativer Wunden

Im Rahmen eines Reviews der Cochrane Collaboration wurde nach randomisierten kontrollierten Studien zur Therapie von postoperativen Infektionen mit Methicillin-resistenten Staphylococcus-aureus-Stämmen (MRSA) gesucht. Es konnte nur eine Studie aus dem Jahr 2004 identifiziert werden; in dieser zeigte Linezolid eine signifikant höhere MRSA-Eradikationsrate als Vancomycin.



Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Bringt die Verwendung von Inzisionsfolien einen Vorteil?

Die Rate postoperativer Wundinfektionen ist in chirurgischen Disziplinen ein entscheidender Qualitätsmarker. Bei geplanten, aseptischen Eingriffen in einem sauberen OP-Gebiet liegt die Wundinfektionsrate unter 1 %, bei sauber-kontaminierten Eingriffen (beispielsweise in der Abdominalchirurgie) zwischen 0 und 5 %. Lediglich bei sogenannten „schmutzigen“ Eingriffen in der Traumatologie können höhere Wundinfektionsraten auftreten.

 Mit einem Kommentar von Prof. Dr. med. Matthias Trautmann, Leiter des Instituts für Krankenhaushygiene, Klinikum Stuttgart



Dr. Jutta Zwicker, London
Linezolid im Vergleich mit Vancomycin bei Haut- und Weichteilinfektionen

In einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration zeigte Linezolid signifikant bessere Heilungsraten im Vergleich mit Vancomycin bei Haut- und Weichgewebeinfektionen. Die Daten der zugrunde liegenden Studien lassen jedoch ein erhebliches Bias-Risiko vermuten.



Dr. Barbara Kreutzkamp, Hamburg
Gemcitabin verlängert Überlebenszeit

Im Rahmen der CONKO-001-Studie erreichten Patienten mit einem komplett resezierten Pankreaskarzinom unter einer sechsmonatigen Behandlung mit intravenösem Gemcitabin signifikant längere krankheitsfreie Überlebenszeiten als auch Gesamtüberlebenszeiten im Vergleich zu Patienten, die postoperativ lediglich beobachtet wurden. Damit kann die Prognose dieser Patienten etwas verbessert werden.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau


ADKA intern
Aufruf für Poster und Kurzvorträge

„Der elektronische Arzneimittelversorgungsprozess – Schlüssel zur Arzneimitteltherapiesicherheit“ lautet das Thema des 39. Wissenschaftlichen Kongresses der ADKA vom 15. bis 18. Mai 2014 in Hamburg. In Plenarvorträgen, Seminaren, Workshops und Kurzvorträgen wird das Thema dargestellt, diskutiert und mit den Tagungsteilnehmern weiter erarbeitet.



Kongress-Stipendium für Pharmazeuten im praktischen Jahr durch die ADKA

Zur Förderung des pharmazeutischen Nachwuchses für an der Krankenhauspharmazie interessierte Pharmazeuten im praktischen Jahr (PJ) schreibt die ADKA Kongress-Stipendien für den wissenschaftlichen Kongress des Bundesverbandes deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. durch das Wissenschaftliche Komitee (WIKO) aus.



Kongress-Stipendium für Pharmazeuten in Weiterbildung durch die ADKA

Für interessierte Pharmazeuten, die sich in der Weiterbildung (WB) zum Apotheker für Klinische Pharmazie befinden, schreibt die ADKA Kongress-Stipendien für den wissenschaftlichen Kongress des Bundesverbandes deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. durch das Wissenschaftliche Komitee (WIKO) aus.



Ausbildungsprojektpreis der ADKA

2014 werden bereits zum dritten Mal die Ausbildungsprojektpreise „Diplom“ und „PJ-Projekt“ des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. verliehen. Als Preis erhält der Ersteller der Arbeit einen Büchergutschein im Wert von 100 Euro sowie die Teilnahme am ADKA-Kongress 2014 in Hamburg. Ersteller und Betreuer werden zusätzlich mit Urkunden ausgezeichnet.



Ausschreibungen
Prof. Dr. Roland Radziwill, Apotheke und Patienten-Beratungs-Zentrum, Klinikum Fulda gAG

Gestiftet von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Zum 12. Mal wird der Innovationspreis von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH gestiftet. Mit diesem Preis soll ein innovatives Projekt der Krankenhauspharmazie gewürdigt werden. Der Innovationspreis ist mit 7500 Euro dotiert. Die Satzung finden Sie hier.



Gestiftet von der Firma Amgen GmbH


Gestiftet von der Bayer Vital GmbH

Zum 4. Mal wird der Autorenförderpreis von der Firma Bayer gestiftet, ein Preis insbesondere für junge Autoren, der mit 2 000 Euro dotiert ist. Die Arbeit soll sich mit einem Thema aus dem Bereich der Krankenhauspharmazie befassen. Der Preis wird anlässlich des 39. Wissenschaftlichen Kongresses der ADKA e. V. im Jahr 2014 verliehen.