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35. Jahrgang Heft 2 Februar 2014

Originalarbeit
Stefan Schlosser, Sonneberg

„Unit-Dose“ bezeichnet die Belieferung der Patienten mit patientenindividuell in der Apotheke zusammengestellten Arzneimitteln. Der Verbreitungsgrad dieser Form der Arzneimittelversorgung ist in deutschen Kliniken sehr niedrig, obwohl es bereits seit mehr als 20 Jahren eingeführt ist. Um zu ergründen, welche Aspekte für oder gegen eine Anwendung von Unit-Dose als Form der Arzneimittelversorgung sprechen und welche Rahmenbedingungen eine Verbreitung verhindern, wurde ein Fragebogen entwickelt und im Mai 2013 an Krankenhausapotheken verschickt, die Unit-Dose betreiben oder sich damit auseinandersetzen. Die Ergebnisse dieser Erhebung zeigen, dass die angestrebten Ziele, die mit Unit-Dose angegangen werden können, realisierbar sind. In erster Linie geht es darum, eine Qualitätssteigerung bei der medikamentösen Therapie zu erzielen. Dabei kommt es vor allem darauf an, eine enge Verzahnung von Station und Apotheke zu schaffen und den Apotheker als Arzneimittelfachmann einzubinden. Spezialisierung und Automatisierung des Arzneimittelstellvorgangs sind ebenfalls ursächlich für die genannte Qualitätssteigerung. Falls die Arzneimitteltherapie als Hochrisikoprozess weiter in das Interesse von Politik und Öffentlichkeit rückt, gelangen Arzneimitteltherapiesicherheit und damit die Patientensicherheit auch im Krankenhaus in den engeren Fokus. Hierfür kann Unit-Dose durch den Ringschluss zwischen Verordnung und Belieferung die geeignete Basis zur Optimierung der Arzneimitteltherapie darstellen.

Schlüsselwörter: Unit-Dose, patientenindividuelle Arzneimittelversorgung, Unit-Dose-Automaten, Verordnungssoftware

Unit-dose supply in German hospitals – 2013

The term “unit-dose system” indicates the supply and delivery of individually dosed pharmaceutical drugs for patients through pharmacies. The distribution rate is very low in German hospitals, despite the fact that this type of medicinal care was introduced over 20 years ago.

In order to expose the aspects that speak for or against the use of the unit-dose system as a medication system, and to find out which general conditions prevent the distribution of this system, a questionnaire was developed and distributed in May 2013 in those hospital pharmacies that operate with the unit-dose system or at least are looking into it.

The results of the investigation show that the aspired goals within the unit-dose system are feasible. Primarily, the intention is to increase the quality of medicinal therapy. To this point, it is essential to create a close collaboration between the wards and the pharmacy and to include the pharmacist as a medicinal expert. The specialization and automation of the drug preparing procedure are also essential for an increase in quality.

In the event that medicinal therapy, as a high-risk-process, receives more public and political attention, the safety of medicinal therapy and therefore the safety of the patients will also receive more attention in hospitals. For this purpose, the unit-dose system can offer the appropriate foundation for the optimization of medicinal therapy through the ring closure between prescription and supply.

Key words: Unit-dose, individual patient-ready medication system, unit-dose automation, software for prescription

Krankenhauspharmazie 2014;35:35–44.



ADKA-Zielepapier
Präsidium und Vorstand der ADKA
„Krankenhausapotheker schaffen den bestmöglichen Nutzen der Arzneimitteltherapie für die Patienten.“

Krankenhauspharmazie 2014;35;45–53.



Der klinisch-pharmazeutische Fall
Julia Podlogar und Hendrik Kloss, Münster

Ein bisher stabil mit Ergenyl® chrono 500 mg 2–0–2 eingestellter Epilepsiepatient erleidet nach Anlage eines Ileostomas erneut komplexe fokale Anfälle. Der Patient hatte die Matrixtabletten seit kurzem gemörsert, da er sie ansonsten „unverdaut“ im Stomabeutel wiedergefunden habe. Nach Aufklärung über die galenische Besonderheit von Ergenyl® chrono durch die Klinikapothekerin nimmt der Patient die Tabletten wieder normal ein und ist seitdem anfallsfrei.



Serie
Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit
Wichtiges Informationsschreiben landet im Müll

Bei Umstellung eines Arzneimittels auf die Hauslistenmedikation muss die Dosierung auf Station nochmals kontrolliert werden. Der nachfolgende Fall behandelt die Überdosierung eines Patienten, die durch Prüfung des Lieferscheins hätte vermieden werden können.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Rosemarie Ziegler, Albershausen
Colchicin unterstützt die Therapie akuter Perikarditis

In einer italienischen Studie senkte zusätzlich zur antientzündlichen Standardtherapie verabreichtes Colchicin signifikant die Rate fortbestehender und rezidivierender Symptome von Patienten mit akuter Perikarditis.



Sylvia Obermeier, Villingen-Schwenningen
Cystatin C, Creatinin oder die Kombination – womit können spätere Risiken besser prognostiziert werden?

Das Risiko, klinisch harte Endpunkte zu erreichen, korreliert besser mit dem Nierenfunktionswert, wenn die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) mithilfe von Cystatin C oder mithilfe von Cystatin C und Creatinin berechnet wird, als wenn nur Creatinin in die eGFR-Berechnung eingeht. Dies ist die Schlussfolgerung einer Metaanalyse des CKD-PC.



Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen
Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Ziel ist die personalisierte Therapie

Der Verlauf einer akuten Myokarditis ist individuell sehr unterschiedlich. Ein Teil der Patienten entwickelt einen bleibenden myokardialen Schaden, was als inflammatorische Kardiomyopathie bezeichnet wird. Die Therapiestrategie sollte sich an dem im Vordergrund stehenden pathogenetischen Mechanismus – Viruspersistenz oder chronische Inflammation – orientieren.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau