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35. Jahrgang Heft 6 Juni 2014

Kongress
Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart
39. Wissenschaftlicher Kongress des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V.

Nach 30-jähriger Pause war Hamburg vom 15. bis 18. Mai wieder Schauplatz eines wissenschaftlichen Kongresses der ADKA und dankte es den Teilnehmern mit viel Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. Fast 1000 Teilnehmer aus Krankenhausapotheken, pharmazeutischer Industrie und von Apothekendienstleistern trafen zum Austausch zusammen. Vorträge, Seminare und Workshops, über 80 Poster, eine Reihe von Satellitensymposien und die Industrieausstellung boten Informationen zu aktuellen Entwicklungen in der Krankenhauspharmazie. Das zukunftsweisende Leitthema lautete: „Der elektronische Arzneimittelversorgungsprozess. Schlüssel zur Arzneimitteltherapiesicherheit“ – am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt, wie der Vorsitzende des wissenschaftlichen Komitees, Dr. Jörg Brüggmann, Berlin, feststellte. Ein Höhepunkt der Mitgliederversammlung am 17. Mai war die Auszeichnung von Sabine Steinbach, M. Sc., Trier, mit der ADKA-Ehrennadel. Rudolf Bernard, München, wurde zum 1. Vizepräsidenten gewählt.



Marianne E. Tippmann, Ober-Mörlen
Schlüssel zur Arzneimitteltherapiesicherheit

Getreu dem diesjährigen Motto stand der 39. Wissenschaftliche Kongress des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V., der vom 15. bis 18. Mai 2014 in Hamburg stattfand, ganz im Zeichen elektronischer Systeme rund um den Arzneimittelversorgungsprozess. Als facettenreiches Programm wurde das Thema in den Plenarvorträgen, Seminaren, Workshops, Kurzvorträgen und Poster Sessions aufgenommen und vermittelte eine Fülle neuer Erkenntnisse, Informationen und Denkanstöße. Einen Überblick über die Möglichkeiten und Perspektiven eines geschlossenen elektronischen Arzneimittelversorgungsprozesses gaben einleitend drei Plenarvorträge, die im Folgenden zusammengefasst werden.



Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart

Bei der Eröffnungsveranstaltung zum diesjährigen ADKA-Kongress und im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden erneut herausragende Projekte und Publikationen von Krankenhausapothekern mit Preisen bedacht. Im Mittelpunkt standen hierbei patientenorientierte Dienstleistungen aus der Krankenhausapotheke und dabei gleich in mehreren Fällen die Mitwirkung der Krankenhausapotheke an der stationär-ambulanten Schnittstelle.



ADKA-Statement
Prof. Dr. Irene Krämer, Mainz, und Dr. Jochen U. Schnurrer, Essen, für den Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V.
Statement des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V., beschlossen vom ADKA-Vorstand Mai 2014


Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker ADKA e. V. – Ausschuss Onkologie
Handlungsempfehlungen zur Optimierung eines Hochrisiko-Medikationsprozesses

Verschiedene Chemotherapie-Behandlungsschemata sehen die intravenöse Gabe von Vincaalkaloiden am selben Tag einer intrathekalen Gabe von Chemotherapeutika vor. Dies betrifft im Wesentlichen ausgewählte Kombinationsschemata für Kinder und für Erwachsene zur Behandlung von Leukämien, sowie Lymphomen [1–6]. Daraus entsteht das Risiko einer intrathekalen Applikation von Vincaalkaloiden insbesondere Vincristin, da deren Zubereitungen in Spritzen zur Bolus-Gabe oder Infusionsbehältnissen mit sehr kleinen Volumina geliefert werden. Bedingt durch eine protrahiert auftretende schwerwiegende Neurotoxizität bei Injektion in den Spinalkanal resultiert ein zwar sehr selten auftretender, aber fataler Medikationsfehler mit überwiegend tödlichen Folgen.

Schlüsselwörter: Vincristin, Vincaalkaloide, intrathekal, Medikationsfehler, Prävention

Krankenhauspharmazie 2014;35:227–9.



Leitlinie
Expertengremium: Dr. Dorothea Strobach, München, Dr. Carolin Schuhmacher, Villingen-Schwenningen, Dr. Steffen Amann, München, Jacqueline Menchini, Konstanz, Dr. Claudia Mildner, Mainz, Christiane Querbach, München, Dr. Cornelia Vetter-Kerkhoff, München (Vorsitz), in Abstimmung mit den ADKA-Landesverbänden
Leitlinie der ADKA zur Qualitätssicherung. Stand der letzten Änderung: 14.03.2014

Krankenhauspharmazie 2014;35:230–7.



Bericht
Für die Absolventen des Jahrganges 2011–2013: Almut Weygand M. Sc., Hannover, Sabine Steinbach M. Sc., Trier
Feierliche Exmatrikulation des ersten Jahrgangs im Masterstudiengang Krankenhauspharmazie

Am 17. Januar 2014 war es endlich soweit: die ersten 12 Studierenden des berufsbegleitenden Masterstudiengangs (M. Sc.) Krankenhauspharmazie wurden im Radisson Blu Gewandhaus Hotel in Dresden feierlich exmatrikuliert. Prof. Dr. Hans Wiesmeth, Präsident der Dresden International University, überreichte gemeinsam mit den wissenschaftlichen Leitern des Studiengangs, Prof. Dr. Wolfgang Kämmerer, Dr. Holger Knoth, Dr. Matthias Fellhauer und Dr. Jörg Brüggmann, den ersten Absolventen mit der Masterurkunde und dem Masterzeugnis den lang ersehnten Masterhut für den international anerkannten akademischen Titel „Master of Science“ (M. Sc.) im Studiengang Krankenhauspharmazie.



Serie
Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit
Ist Komma gleich Punkt?


Aktuelles aus der Rezeptur
Dr. Michael Ober, Dr. Maike Rosenhagen, Dr. Stefanie Sauer, Dr. Torsten Hoppe-Tichy, Heidelberg
Aktive Weitergabe von Informationen zu Eigenherstellungen an öffentliche Apotheken

Immer wieder erhalten Patienten im Krankenhaus eigenhergestellte Arzneimittel, die sie auch nach der Entlassung weiterhin benötigen. Die Apotheke des Universitätsklinikums Heidelberg hat verschiedene Angebote entwickelt, um den Kollegen in der öffentlichen Apotheke frühzeitig hilfreiche Informationen für die Herstellung dieser Arzneimittel zur Verfügung zu stellen.



ADKA intern
Programm zur Förderung des Führungsnachwuchses in Krankenhausapotheken („Young Potential“)

Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. September 2014.



Aufruf zur Postereinreichung

Unter dem Leitthema „Der Apotheker als Wissensmanager – mehr Sicherheit für Arzt und Patient“ findet am 9. und 10. Januar 2015 in Köln der 4. Kongress für Arzneimittelinformation statt. Workshops, Plenarveranstaltungen und Kurzvorträge bieten die Gelegenheit, sich auf dem Gebiet der Arzneimittelinformation fachlich fit zu halten, Neues kennenzulernen, Bekanntes zu vertiefen und sich intensiv mit Experten und Neueinsteigern auszutauschen.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Aktuelle Konzepte aus chirurgischer Sicht

Die internationale Sepsiskampagne („Surviving Sepsis Campaign“) hat in ihren Empfehlungen vor allem labordiagnostische Aspekte und medikamentöse Therapiemöglichkeiten der Sepsis aufgegriffen. Eine entscheidende Rolle spielt jedoch die frühzeitige Erkennung und Sanierung des Sepsisherdes („source control“). Wie dabei aus chirurgischer Sicht vorzugehen ist, stellt eine aktuelle Übersichtsarbeit aus dem Universitätsklinikum Gießen dar.

 Mit einem Kommentar von Prof. Dr. med. Matthias Trautmann, Leiter des Instituts für Krankenhaushygiene, Klinikum Stuttgart



Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen
Reimund Freye, Baden-Baden
Frühzeitige Intervention rettet Leben

Invasive Candida-Infektionen in Krankenhäusern sind frühzeitig zu behandeln – selbst bei noch nicht vollständig gesichertem Nachweis. Denn diese Pilzinfektionen führen auf Intensivstationen schnell zu Komplikationen wie septischem Schock und ziehen eine erhebliche Letalität nach sich. Bei der Therapie ist auf die zunehmende Azol-Resistenz, vor allem bei bestimmten Spezies wie Candida glabrata und C. krusei unbedingt zu achten. Indiziert sind in diesem Fall Echinocandine. Die Vorgehensweisen wurden bei einem Symposium der Firma MSD im Rahmen des Symposiums Intensivmedizin und Intensivpflege diskutiert.



Dr. Claudia Bruhn, Schmölln
Zielgerichtete Antikörpertherapie nach Mutationstestung

Die Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. weist in einem aktuellen Statement [1] darauf hin, dass Anti-EGFR-Antikörper in Kombination mit einer Chemotherapie beim metastasierten Kolorektalkarzinom (mKRK) zu einem klinisch relevanten Überlebensvorteil führen können und daher bei der Therapie berücksichtigt werden sollten – jedoch nur bei Patienten mit RAS-Wildtyp.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau