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35. Jahrgang Heft 7 Juli 2014

Kongress
Marianne E. Tippmann, Ober-Mörlen

Mit diesem – angesichts des diesjährigen Generalthemas eher klassisch anmutenden – Vortragstitel startete die Plenarsitzung des 39. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes der Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. am 16. Mai 2014 in Hamburg in die zweite Runde. Mit Blick auf ihre Apotheke spannte Prof. Irene Krämer, Mainz, den Bogen von der elektronischen Waage bis hin zur Hightech-Lösung.



Marianne E. Tippmann, Ober-Mörlen

Die Informationstechnologie hat sich dank ihrer in den letzten 20 Jahren vollzogenen Wandlung vom rein administrativen Werkzeug zum strategischen Instrument zu einem wesentlichen Bestandteil in der klinischen Versorgung entwickelt. Noch sind allerdings Stolpersteine und Limitierungen im elektronischen Räderwerk nicht auszuschließen. Mit Nutzen und Ausgereiftheit, Vorzügen, aber auch Widrigkeiten des Clinical Decision Support Systems (CDSS) beschäftigte sich Dr. Stefanie Walk-Fritz, Heidelberg, in ihrem Plenarvortrag im Rahmen des 39. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. am 16. Mai 2014 in Hamburg.



Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart

„eMedikation und Apothekenkonsil als integratives Konzept“ – unter diesem Titel berichtete Dr. Jörg Brüggmann, Berlin, in seinem Plenarvortrag beim diesjährigen ADKA-Kongress über die Umstellung des Unfallkrankenhauses Berlin auf eine rein elektronische Patientenakte einschließlich elektronischer Arzneimittelverordnung. Anschaulich beschrieb er, welche Gestaltungsmöglichkeiten die Apotheke in diesem Rahmen hat, um eine wirtschaftliche und vor allem sichere Arzneimitteltherapie zu gewährleisten.



Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart

Die elektronische Arzneimitteldistribution ist ein wichtiger Baustein für eine sichere Arzneimittelversorgung. Welche technischen Lösungen es hierfür gibt und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, erläuterte Dr. Jochen U. Schnurrer, Essen, in seinem Plenarvortrag im Rahmen des 39. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. am 16. Mai 2014 in Hamburg.



Antje Prenzel, Berlin
Seminartag „Von PTA für PTA“

Der Wunsch, in einen Erfahrungsaustausch mit anderen Krankenhaus-PTA zu treten und Kurzvorträge zu Themen aus dem Krankenhausalltag zu erleben, bewegte in diesem Jahr über 50 pharmazeutisch-technische Assistent(inn)en dazu, nach Hamburg zu kommen und am Seminartag „Von PTA für PTA“ teilzunehmen, der auch in diesem Jahr im Rahmen des ADKA-Kongresses stattfand. Wie schon in den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt des Seminars auf der gemeinsamen Diskussion mit anderen Teilnehmern.



Bericht von Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart
Hamburg, 17. Mai 2014

Ein Kernthema im Bericht des ADKA-Präsidenten Dr. Torsten Hoppe-Tichy zur diesjährigen Mitgliederversammlung war die zunehmende Anerkennung der ADKA als wissenschaftliche Fachgesellschaft. In dieser Funktion hat die ADKA im Berichtsjahr an fachgruppenübergreifenden wissenschaftlichen Projekten und Leitlinien mitgewirkt – besonders hervorzuheben ist die S3-Leitlinie zum Antibiotic Stewardship –, und sie hat eine Reihe von eigenen Leitlinien verabschiedet oder auf den Weg gebracht, wie der Präsident berichtete. Die Mitgliederversammlung billigte unter anderem eine Änderung des Verfahrens für die Ausschusswahlen und eine Verlängerung des Young-Potentials-Programms unter geänderten Finanzierungsbedingungen. Prof. Dr. Irene Krämer wurde als 2. Vizepräsidentin verabschiedet. Nach Präsidialzyklus und Präsidiumswahlen besteht das ADKA-Präsidium bis 2016 aus Markus Müller (Präsident), Rudolf Bernard (1. Vizepräsident), Torsten Hoppe-Tichy (2. Vizepräsident), Pamela Kantelhardt (Schatzmeisterin) und Jochen Schnurrer (Schriftführer).

Krankenhauspharmazie 2014;35:270–4.



Originalarbeit
Sonja Zeggel, Annika Demuth und Herbert Plagge, Basel
Experimentelle Ermittlung von Auswirkungen und Umfang der Lieferengpassproblematik in der Spital-Pharmazie Basel

Auch in der Schweiz beobachten wir eine kontinuierliche Zunahme der Lieferengpässe für Arzneimittel in den letzten Jahren. Um die Auswirkungen für alle Beteiligten so gering wie möglich zu halten, sind pharmazeutisches Fachwissen, ein strukturiertes Bearbeiten in der Krankenhausapotheke und eine zeitnahe Information der Kunden unerlässlich. Ein optimales Management von Arzneimittel-Lieferengpässen erfordert eine umfangreiche Dokumentation und ist mit einem erheblichen Mehraufwand für das Apothekenpersonal verbunden. Neben der Ermittlung von Ausmaß und Umfang der Lieferengpassproblematik wurde in einem sechsmonatigen Projekt der personelle Aufwand für das Management der Lieferengpässe untersucht.

Schlüsselwörter: Lieferengpass, Arzneimittelmärkte, Globalisierung, Zeiterfassung, Dokumentation

Management of drug shortages in a hospital pharmacy in Switzerland

We observe an increase of drug shortages over the past years in Switzerland. To minimize the consequences for all involved persons pharmaceutical know-how, a structured handling in the hospital pharmacy and a prompt information of the customers are essential. An optimized management of drug shortages requires a high expenditure of time for the pharmacy staff and an extensive documentation. We analyzed the personnel resources for the management of drug shortages in the hospital pharmacy during six months and identified the dimension and the complexity of the issue.

Key words: drug shortages, pharmaceutical market, globalisation, time registration, documentation

Krankenhauspharmazie 2014;35:275–80.



Bericht
Donald Ranft, Leipzig

Im Dezember 2013 wurde die von acht deutschen und österreichischen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften erstellte S3-Leitlinie „Strategien zur Sicherung rationaler Antibiotika-Anwendung im Krankenhaus“ auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) veröffentlicht [1]. Hervorzuheben ist an dieser Stelle der Einsatz, welcher 2011 zur Aufnahme der ADKA als medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft in die Reihen des AWMF geführt und die Mitarbeit von Kollegen an dieser Leitlinie erst ermöglicht hat.



Analyse von CYP450-Wechselwirkungen
Holger Petri, Bad Wildungen
Das Interaktionspotenzial hochpotenter Opioide

Für die Bewertung des pharmakokinetischen Interaktionspotenzials der hochpotenten Opioide ist die Affinität zum Cytochrom-P450(CYP)-Isoenzym 3A4 von maßgeblicher Bedeutung. In der Interaktionstabelle (Tab. 1) wird das Verhalten der hochpotenten Opioide Buprenorphin, Fentanyl und Oxycodon zu diesem Cytochrom-P450-Isoenzym dargestellt.



Serie
Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit
Risiken beim Arzneimittel-Hopping

Durch den unkritischen Austausch („Arzneimittel-Hopping“) zweier Doxepin-Präparate kam es einmal zu einer Unterdosierung bei der Entzugssymptomatik bei Alkoholabhängigkeit und ein anderes Mal zu einer Überdosierung, die langfristig zu einer Arzneimittelabhängigkeit führte. Beide Fehldosierungen müssen stationär behandelt werden.



ADKA intern
Aufruf zur Postereinreichung

Unter dem Leitthema „Der Apotheker als Wissensmanager – mehr Sicherheit für Arzt und Patient“ findet am 9. und 10. Januar 2015 in Köln der 4. Kongress für Arzneimittelinformation statt. Workshops, Plenarveranstaltungen und Kurzvorträge bieten die Gelegenheit, sich auf dem Gebiet der Arzneimittelinformation fachlich fit zu halten, Neues kennenzulernen, Bekanntes zu vertiefen und sich intensiv mit Experten und Neueinsteigern auszutauschen.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Dr. Claudia Becker, Zürich
Optimierung der Antibiotikatherapie bei stationären Patienten

Aktuelle Analysen der amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zeigen eine hohe Prävalenz von Antibiotikaverordnungen bei stationären Patienten sowie ein großes Verbesserungspotenzial im Bereich der Antibiotikatherapie. Die CDC empfehlen daher die Einrichtung von Antibiotic-Stewardship-Programmen in allen Krankenhäusern und verweisen auf Leitlinien und Informationsmaterial auf der CDC-Internetseite.



Prof. Dr. med. Matthias Trautmann, Stuttgart
Effektive Kombinationstherapie mit Ampicillin plus Ceftriaxon

Standardtherapie bei Enterokokken-Endokarditis ist Ampicillin in Kombination mit Gentamicin. Eine aktuelle Kohortenstudie zeigt, dass statt des potenziell nephrotoxischen Aminoglykosids auch das Drittgenerations-Cephalosporin Ceftriaxon eingesetzt werden kann. Die klinische Ansprechrate (gemessen v. a. an Symptomdauer und Rückfallrate) war nahezu identisch.

 Mit einem Kommentar von Prof. Dr. med. Matthias Trautmann, Leiter des Instituts für Krankenhaushygiene, Klinikum Stuttgart



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Dialyse Ja oder Nein?

Patienten mit akutem Nierenversagen (ANV) und hohen Serum-Creatinin-Konzentrationen profitieren von einer Dialyse, während sie bei Patienten mit niedrigen Serum-Creatinin-Konzentrationen eher nachteilige Effekte hat. Dies ergab eine große Propensity-gematchte Kohortenstudie.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Obinutuzumab plus Chlorambucil bei Patienten mit Begleiterkrankungen

Der neue monoklonale Antikörper Obinutuzumab plus Chlorambucil erwies sich im Vergleich zur Standardtherapie aus Rituximab plus Chlorambucil als wirksamer bei der Behandlung von Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) und Begleiterkrankungen.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau