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35. Jahrgang Heft 9 September 2014

Der Herausgeber interviewt


Übersicht
David Reiner, Berlin, und Anka Röhr, Heidenheim

Das praktische Jahr (PJ) ist die letzte Hürde im vielfältigen Studium der Pharmazie. Mit Vollendung des dritten Abschnitts der pharmazeutischen Prüfung und Approbation ist der Apotheker ermächtigt, eigenverantwortlich die Leitung einer Apotheke zu übernehmen. Das stellt den durchschnittlichen Kenntnisstand des Jung-Approbierten vor Anforderungen und Aufgaben, die durch eine mangelnde Präsenz im pharmazeutischen Curriculum schnell überfordern können. Die theoretische, fachliche Ausbildung der Hochschulabgänger ist sehr fundiert. Im Apothekenalltag sind jedoch praktische Kompetenzen des Apothekers gefordert.

Schlüsselwörter: Praktisches Jahr, Pharmazeuten im Praktikum, Approbationsordnung, pharmazeutische Ausbildung

Krankenhauspharmazie 2014;35:338–40.



Originalarbeit
Benjamin Bitzer, Gummersbach
Erster Teil: Gap-Analyse

Am 5. Juni 2012 ist die neue Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) in Kraft getreten. Der Herstellung von Arzneimitteln zur parenteralen Anwendung wurde ein eigener Paragraph, § 35 ApBetrO, gewidmet.Diese Arbeit will einen Beitrag dazu leisten, dass die einzelne Krankenhausapotheke der neuen Apothekenbetriebsordnung gerecht werden kann. Dazu wird in Anlehnung an die „Gap Analysis Survey Compounding Sterile Preparations® USP < 797 > “ eine Gap-Analyse zur ADKA-Leitlinie erarbeitet. Die Gap-Analyse stellt fest, wo Differenzen zwischen der Praxis der Krankenhausapotheke und der ADKA-Leitlinie bestehen. Identifizierte Unterschiede können eine Grundlage für die Optimierung des Qualitätsmanagements darstellen.

Schlüsselwörter: Gap-Analyse, Leitlinie, aseptische Herstellung, Parenteralia, Krankenhausapotheke

Implementation of ADKA guideline to aseptic preparation and quality control of ready-to-administer parenterals

First part: Gap analysis

On June 5th 2012 the new German pharmacy law came into force. An own paragraph was dedicated to the preparation of parenterals. The scope of this article is to provide an exemplary gap analysis for the new regulation. Following the "Gap Analysis Survey Compounding Sterile Preparations® USP < 797 >" a gap analysis to for the ADKA Guideline "Aseptic preparation and quality control of ready-to-administer parenterals" was developed. The gap analysis can be used to identify differences between current practices of the hospital pharmacy and the specifications of the AKDA guideline. The results can be used to improve the quality of aseptic preparation according to the guideline.

Krankenhauspharmazie 2014;35:341–51.



Serie
Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit
Keine Verbesserung des Gesundheitszustands durch Vancomycin i. v. statt oral

Aufgrund fehlender Applikationshinweise durch den Arzt wird ein oral anzuwendendes Präparat intravenös verabreicht. Der Zustand des Patienten verschlechtert sich, da das Arzneimittel seinen Wirkort nicht erreicht.



Analyse von CYP450-Wechselwirkungen
Holger Petri, Bad Wildungen
Das Interaktionspotenzial der Antitussiva

Für die Bewertung des pharmakokinetischen Interaktionspotentials der Opioid-Antitussiva ist die Affinität zu den Cytochrom-P450(CYP)-Isoenzymen 2D6 (Codein, Dextromethorphan und Dihydrocodein) sowie 2C9 (Noscapin) von maßgeblicher Bedeutung. In der Interaktionstabelle (Tab. 1) wird das Verhalten der vier Substanzen zu den beiden Cytochrom-P450-Isoenzymen dargestellt.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Solvejg Langer, Stuttgart
Einmal wöchentliche Therapie mit Dalbavancin versus Standardtherapie

In zwei randomisierten Doppelblindstudien wurde die einmal wöchentliche intravenöse Anwendung von Dalbavancin mit der Standardtherapie bei Haut- und Weichteilinfektionen verglichen. Die Behandlung mit Dalbavancin erwies sich dabei als nicht unterlegen gegenüber der Therapie mit Vancomycin und Linezolid.



Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Abrufverpflichtung für Laborbefunde reduziert unnötige Antibiotikagaben

Eine klinisch asymptomatische Bakteriurie bedarf in der Mehrzahl der Fälle keiner antibiotischen Behandlung. Die Erfahrung im Stationsalltag zeigt allerdings, dass häufig dennoch „zur Sicherheit“ ein Antibiotikum verordnet wird. Hierdurch kommt es zu unnötigen Kosten und einem verstärkten Selektionsdruck. In einer prospektiven klinischen Studie aus dem Mount-Sinai-Krankenhaus, einem akademischen Lehrkrankenhaus der Universität von Toronto, Kanada, wurde jetzt ein innovativer Ansatz geprüft: Positive mikrobiologische Harnbefunde wurden dem einsendenden Kliniker zunächst nicht mitgeteilt. Stattdessen wurde um Rückruf bei weiterbestehendem klinischem Interesse gebeten [1].

 Mit einem Kommentar von Prof. Dr. med. Matthias Trautmann, Leiter des Instituts für Krankenhaushygiene, Klinikum Stuttgart



Bettina Christine Martini, Legau
EGFR-Hemmer oder konventionelle Chemotherapie?

Bei Patienten mit fortgeschrittenem nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) und EGFR-Wildtyp, deren Erkrankung nach einer First-Line-Therapie erneut fortgeschritten ist, kommt eine zytotoxische Chemotherapie oder eine zielgerichtete Therapie mit EGFR-Hemmern in Betracht. Beides gilt als Standardtherapie nach aktuellen Empfehlungen. Ein direkter Vergleich der beiden Optionen bei Patienten mit EGFR-Wildtyp liegt allerdings nicht vor. Nun zeigt eine Metaanalyse, dass die Chemotherapie die bessere Option sein könnte.



Dr. Barbara Kreutzkamp, Hamburg
Tyrosinkinasehemmer Nintedanib bremst Abfall der Vitalkapazität

Bei Patienten mit idiopathischer pulmonaler Fibrose hemmt der Multityrosinkinase-Inhibitor Nintedanib verschiedene am Fibrosierungsprozess beteiligte Wachstumsfaktoren. In zwei methodisch identischen Phase-III-Studien bei Patienten mit einer idiopathischen pulmonalen Fibrose reduzierte der Kinasehemmer unter anderem den Abfall der forcierten Vitalkapazität im Vergleich zu Plazebo. Häufigste Nebenwirkung von Nintedanib ist Diarrhö.



Dr. Barbara Kreutzkamp, Hamburg
Pirfenidon hemmt Vitalkapazitäts-Verlust und Krankheitsprogression

Pirfenidon ist ein oral applizierbares Antifibrotikum, das bei Patienten mit einer idiopathischen pulmonalen Fibrose unter anderem den Abfall der forcierten Vitalkapazität und den Krankheitsprogress hemmt. Häufigste Nebenwirkungen sind gastrointestinale und Hautreaktionen, der Wirkungsmechanismus ist bisher nicht geklärt.



Andrea Breitbach, Bonn
Verbesserung der Patientenbehandlung und des Therapieerfolgs

Arzneimittelinformationsdienste leisten einen wertvollen Beitrag zur Therapie, insbesondere auch im Hinblick auf die Minimierung von Arzneimittelrisiken. Dies wurde durch eine multizentrische prospektive Studie in England bestätigt. Im Rahmen dieser Studie wurden die Anfragen an Arzneimittelinformationszentren und deren Ergebnisse quantifiziert und sowohl durch die Fragesteller als auch durch ein externes Expertengremium und/oder externe Prüfer validiert. Dabei konnte auch gezeigt werden, dass die Apotheker in den Arzneimittelinformationszentren in etwa einem Fünftel der Fälle aktiv auf klinisch relevante Punkte hinwiesen, die die Fragesteller nicht erkannt hatten.

 Mit einem Kommentar von Dr. Dorothea Strobach, München



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Paracetamol ohne Wirkung?

Paracetamol, regelmäßig oder nach Bedarf eingenommen, hat bei akuten Kreuzschmerzen im Vergleich zu Plazebo keinen Effekt auf die Erholungszeit. Aufgrund dieser Ergebnisse einer randomisierten multizentrischen, Plazebo-kontrollierten australischen Studie stellt sich die Frage, ob die Empfehlung als Erstlinientherapie in Leitlinien gerechtfertigt ist.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau