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35. Jahrgang Heft 10 Oktober 2014

Übersicht
Werner Menz, Mannheim

Dieser Artikel gibt eine aktuelle Übersicht der in Deutschland kommerziell verfügbaren Insuline. In Tabellenform werden, nach Firmen geordnet, Angaben zu Art und Zusammensetzung des Insulins, zu Wirkbeginn, -maximum und -dauer gemacht. Außerdem findet man Informationen über die Verfügbarkeit der verschiedenen Behältnisse, Konzentrationsangaben und Hinweise zur Haltbarkeit der verschiedenen Präparate nach Anbruch.

Schlüsselwörter: Insuline, Einteilung, Lagerung, pharmazeutische Dienstleistung

Overview of currently available insulin products in Germany

The following article informs about insulin products which are available in Germany. Grouped by company information is given about composition and start, duration and maximum of the drug effect. Furthermore you find information about concentrations, packaging and shelf life after opening

Key words: insulin, grouping, storage, pharmaceutical service

Krankenhauspharmazie 2014;35:371–5.



Originalarbeit
Stephanie Kilimann, Berlin
Ein Pilotprojekt

Diese Arbeit konzentriert sich auf die Prüfung, inwieweit sich patientennahe klinisch-pharmazeutische Dienstleistungen mit Hilfe des klinikinternen Krankenhaus-Informations-Systems (KIS) in der gerontopsychiatrischen Abteilung etablieren lassen. Es handelt sich um eine Machbarkeitsanalyse der formulierten Fragestellung zwecks Datengenerierung für weitere Projektierungen in diesem Bereich.* Das vorgestellten Pilotprojekt ist eine Abschlussarbeit, welche im Rahmen der Weiterbildung zur universitären Healthcare Managerin erstellt wurde.

Schlüsselwörter: klinisch-pharmazeutische Dienstleistungen, Krankenhaus-Informations-System (KIS), Gerontopsychiatrie

Introduction of clinical-pharmaceutical services using a hospital information system on a geriatric psychiatry station

In the framework of future planning, strategies have to be developed in the pharmacy of the hospital in Bedburg-Hau. Based on the demographic development and general development of cost in the health care system, these strategies will direct the spectrum of pharmaceutical services more towards the inpatients.

The hospital information system KIS (German: Krankenhaus-Informations-System) used by clinical pharmacists offers new opportunities in patient care with immediate benefit for patients. In our plan of action, special attention is paid to the field of clinical pharmacy, especially in the scope of clinical pharmaceutical care in elderly patients’ health.

Regarding economics and efficiency of drug therapy, the hospital will gain a long-term benefit itself by integrating their clinical pharmacists in the medical treatment teams.

Aim: To evaluate, if clinical pharmaceutical services, which are directly related to the inpatients, are feasible to implement in the hospital’s geriatric psychiatry department by using the in-house hospital information system.

By introducing these services into the therapeutic treatment concept, a proof of concept in patient care ought to be shown first.

Results: In a period of 8 weeks 32 inpatients received clinical pharmaceutical care starting with admission to a hospital station, which has a permanent capacity for 20 elderly persons, suffering from mental disorders.

305 prescriptions of systemic drugs were declared, approximately nine per patient. 449 relevant drug-drug interactions were detected. 136 drug prescriptions were substituted by medicines from the hospital’s medication list with equal active ingredients. The examination of renal and liver function showed 21 patients having an estimated glomerular filtration rate below 60 ml/min. In two patients, a significant reduction of liver function was found and suspected in two others. Because of these observations dose optimization was derived for ten patients for 31 drugs. In addition, medication was checked for substances being potentially inadequate for the elderly patients. Additionally 20 patients were examined on adverse drug effects.

Conclusion: The evaluation proves a definite benefit for patients, as well as for involved physicians and nursing staff and the hospital’s pharmacy respectively the hospital itsself as parent institution.

Furthermore the evaluation confirms that patients are benefiting from integrating clinical pharmacists in medical treatment teams. The meaning of the hospital pharmacy as an in-house centre for drug and medical device services and information becomes more evident and this can enable long-term cost control of drug therapy.

Key words: clinical-pharmaceutical services, hospital information system, geriatric psychiatry

Krankenhauspharmazie 2014;35:376–85.



Kongress
Marianne E. Tippmann, Ober-Mörlen

Seit Inkrafttreten der Novellierung der Approbationsordnung im Jahr 2001 ist das Fach Klinische Pharmazie ein fester Bestandteil des Pharmaziestudiums. Um die Ausbildung möglichst patientenorientiert zu gestalten, wurde im angelsächsischen Sprachraum die Position des Teacher Practitioner (TP) geschaffen – ein klinisch-pharmazeutisch erfahrener Krankenhausapotheker mit enger wissenschaftlicher Anbindung an die Lehreinheit Klinische Pharmazie des betreffenden Hochschulstandorts. In Deutschland hat sich weniger bewegt: trotz erfolgreicher Einzelinitiativen sind derartige Praktika derzeit keine festen Bestandteile der aktuellen Hochschulausbildung. Um eine positive Fortentwicklung des Curriculums in Deutschland zu fördern, hat die Bayerische Akademie für Klinische Pharmazie (BA KlinPharm) im Jahr 2011 erstmals ein TP-Projekt ausgeschrieben, in der Hoffnung, dass sein Leuchtturmcharakter den Weg für eine Verankerung des Teacher-Practitioner-Lehrmodells an deutschen Hochschulen ebnet. Den Zuschlag für dieses Anschubprojekt, dessen vernetzter Ansatz sowohl die klinisch-pharmazeutische Stationstätigkeit als auch die studentische patientennahe Ausbildung im Fach Klinische Pharmazie sowie die Mitarbeit innerhalb der Postgraduiertenqualifikation der BA KlinPharm umfasst, bekam der Hochschulstandort Erlangen. Über Handlungsfelder, Inhalte und Effektivität des Gemeinschaftsprojekts der Professur für Molekulare und Klinische Pharmazie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) (Prof. Kristina Friedland) und der Apotheke des Universitätsklinikum Erlangen (Dr. Frank Dörje) berichteten Dr. Frank Dörje und Monika Dircks (Teacher Practitioner) in einem wissenschaftlichen Seminar im Rahmen des ADKA-Kongresses 2014.

Krankenhauspharmazie 2014;35:386–8.



Bericht
Dr. Karen Heidorn, Rostock 

Die Erfahrungen mit der Umsetzung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) aus der Sicht von verschiedenen Beteiligten im Gesundheitswesen waren Gegenstand des 3. Forum Oeconomicum am 25./26. April 2014 in Rostock. Hochkarätige Referenten hielten in familiärer Atmosphäre Vorträge über dieses spannende Thema. Abgerundet wurde das Vortragsprogramm durch einen Einblick in die Vorgehensweise zur Beurteilung des Arzneimittelnutzens in Großbritannien.

Krankenhauspharmazie 2014;35:389–90.



Serie
Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit
Sound-alike führt zu Medikationsfehler

Ein Patient bekommt ohne ersichtliche Indikation Flecainid (Tambocor®), da zwei ähnlich klingende Eigennamen verwechselt werden.



Ausschreibungen
ADKA

Gestiftet von der B.Braun Melsungen AG.

ADKA-Wettbewerb zur Förderung der Teilnahme am 20th Congress of the European Association of Hospital Pharmacists (EAHP-Kongress).



Prof. Dr. Roland Radziwill, Apotheke und Patienten-Beratungs-Zentrum, Klinikum Fulda gAG

Gestiftet von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Zum 13. Mal wird der Innovationspreis von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH gestiftet. Mit diesem Preis soll ein innovatives Projekt der Krankenhauspharmazie gewürdigt werden. Der Innovationspreis ist mit 7500 Euro dotiert. Die Satzung finden Sie hier.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Dr. Marianne Schoppmeyer, Nordhorn
Colchicin auch bei wiederholten Perikarditiden wirksam

Für die akute Perikarditis sowie für die Therapie eines ersten Rezidivs konnte in der ICAP-Studie bereits gezeigt werden, dass Colchicin wirksam und sicher ist. In einer neuen Studie reduzierte das Gichtmittel nun auch die Rate der Perikarditis-Rezidive.



Dr. Petra Jungmayr, Esslingen
Klinisch relevante Interaktionen beim Einsatz von Tyrosinkinase-Inhibitoren

Mit zunehmenden Verordnungen von Tyrosinkinase-Inhibitoren steigt auch die Häufigkeit klinisch relevanter Interaktionen. Die häufigsten Wechselwirkungen betreffen Veränderungen der Bioverfügbarkeit aufgrund von pH-Verschiebungen im Magen, gemeinsame Metabolisierungswege sowie eine Verlängerung der QT-Zeit.



Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen
Behandlung des ischämischen Insults mit Thrombolyse in Baden-Württemberg

Ein großes Register aus Baden-Württemberg zeigt, dass der Einsatz der systemischen Thrombolyse mit Alteplase (rt-PA) beim akuten ischämischen Insult Ergebnisse erzielt, die denen der großen randomisierten Studien vergleichbar sind. Kritische Parameter für einen guten Outcome sind das Zeitintervall zwischen Beginn der Symptomatik und Beginn der Thrombolyse. Jenseits eines Zeitintervalls von 270 Minuten steigt allerdings die Mortalität nach Thrombolyse signifikant an.

 Mit einem Kommentar von Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen



Dr. Marianne Schoppmeyer, Nordhorn
Spironolacton enttäuscht bei Therapie der diastolischen Herzinsuffizienz

Im Gegensatz zur systolischen Herzinsuffizienz gibt es für die diastolische Herzinsuffizienz keine gesicherten evidenzbasierten Therapien. Der Aldosteronantagonist Spironolacton zeigte Anfang 2013 erste erfolgversprechende Ergebnisse bei Patienten mit diastolischer Herzinsuffizienz bezüglich der Herzmuskelstruktur und -funktion. Diese konnten nun jedoch in der weitaus größeren TOPCAT-Studie, in der die Morbidität und Mortalität von Patienten mit diastolischer Herzinsuffizienz untersucht wurde, nicht untermauert werden.



Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen
Naloxegol als Alternative zu Laxanzien?

Der pegylierte µ-Opioid-Rezeptorantagonist Naloxegol konnte bei Patienten mit Opioid-induzierter Obstipation die gastrointestinalen Nebenwirkungen gegenüber Plazebo deutlich reduzieren, ohne die zentral vermittelte Analgesie abzuschwächen.



Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen
Prof. Dr. Egid Strehl, Freiburg
Iatrogene Immunsuppression bei Krebspatienten

Zahlreiche therapeutische Maßnahmen können sowohl die humorale als auch die zelluläre Abwehr (mit-)beeinflussen und dabei sowohl spezifische als auch unspezifische Antworten modulieren. Eine iatrogene Immunsuppression wird hauptsächlich zielgerichtet oder zwangsläufig durch Bestrahlung bzw. Chemotherapie ausgelöst. Granulozyten, T-Zellen und Immunglobuline sind bevorzugt betroffen.



Dr. Annette Junker, Wermelskirchen
Kein Benefit für Bevacizumab im adjuvanten Setting

Wird einer adjuvanten Chemotherapie Bevacizumab hinzugefügt, so führt das bei Frauen mit HER2-negativem Brustkrebs nicht zu besseren Ergebnissen im Hinblick auf das Überleben. Die Ergebnisse dieser Negativ-Studie wurden während der 50. Jahrestagung der amerikanischen Onkologen (ASCO) im Juni 2014 in Chicago vorgestellt.



Dr. Annette Junker, Wermelskirchen
Duale HER2-Blockade nach der Operation nicht nötig

Die Ergebnisse einer großen Phase-III-Studie zeigten, dass in der postoperativen (adjuvanten) Therapie HER2-positiver Brustkrebs-Patientinnen mit frühem Brustkrebs eine Kombination zweier HER2-Inhibitoren – Trastuzumab plus Lapatinib – nicht wirksamer ist als eine Therapie nur mit Trastuzumab. In der Studie, die während der 50. Jahrestragung der amerikanischen Onkologen vorgestellt wurde, zeigten sich im Hinblick auf die Rate an krankheitsfreiem Überleben nach vier Jahren keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsarmen.



Dr. Annette Junker, Wermelskirchen
Höhere Ansprechraten in der Neoadjuvanz mit Bevacizumab

Ein histopathologisch komplettes Ansprechen (pCR) auf eine neoadjuvante Behandlung deutet bei Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs auf eine bessere Prognose hin. Offensichtlich können diese Ansprechraten durch ein Hinzufügen von Bevacizumab noch gesteigert werden. Entsprechende Daten wurden während des amerikanischen Krebskongresses im Mai 2014 vorgestellt.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau