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35. Jahrgang Heft 11 November 2014

Editorial
Prof. Dr. Irene Krämer, Mainz


Übersicht
Elfriede Nusser-Rothermundt, Stuttgart
Merkmale eines funktionierenden Systems – Ausblick auf Trends im Qualitätswesen

Im Juni 2014 endete die zweijährige Übergangsfrist der neuen Apothekenbetriebsordnung zur Einführung eines funktionierenden Qualitätsmanagementsystems (QMS) gemäß § 2a. Dieser Artikel will Hinweise geben, woran ein funktionierendes Qualitätsmanagementsystem zu erkennen ist und worin die Chancen für die Krankenhausapotheke liegen, wenn die Implementierung eines QMS als Möglichkeit zur strukturierten Organisationsentwicklung genutzt wird. Darüber hinaus enthält der Artikel skizzenartig die wichtigsten Eckpunkte der anstehenden Revision der DIN EN ISO 9001:2008.

Schlüsselwörter: Qualitätsmanagementsystem, Krankenhausapotheke, gesetzliche Anforderungen, Revision DIN EN ISO 9001:2008

Quality management system – requirements and chances

In June 2014 a two year period ended which the health authorities had granted for implementation of a quality management system according to German pharmacy law, paragraph 2a.

The present article intends to indicate how an efficient quality management system can be identified and to show the advantage of such a system as a tool for a learning organization. In addition, the most important changes in the upcoming revision of ISO 9001:2015 are highlighted.

Krankenhauspharmazie 2014;35:411–6.



Originalarbeit
Sabine Steinbach, Trier


Mit der Apothekenbetriebsordnung 2012 wurde für die Apotheken das verpflichtende Qualitätsmanagementsystem eingeführt, das für die pharmazeutischen Tätigkeiten die Sicherstellung und Prüfung der Qualität fordert. Welche Anforderungen jedoch an die Qualität von patientenbezogenen Dienstleistungen zu stellen sind und wie diese gemessen werden können, ist noch nicht beschrieben.

Ziel dieses Projekts war die Entwicklung von Qualitätsindikatoren für den Prozess „Empfehlungen der Apotheke zur Weiterführung der Medikation“. Damit sollten Instrumente entwickelt werden, die patientenbezogene Dienstleistungen bezogen auf das Qualitätsziel Arzneimitteltherapiesicherheit messen und bewerten können. Zur Entwicklung der Qualitätsindikatoren wurde ein mehrstufiges Verfahren verwendet. Zunächst wurden die Qualitätsziele definiert und eine Prozessanalyse durchgeführt. Die Literaturrecherche gab Anhaltspunkte zur Ableitung von Qualitätsindikatoren. Basierend auf diesen Schritten wurden die Qualitätsindikatoren entwickelt und anhand einer retrospektiven Datenerhebung auf ihre Aussagekraft und Eignung geprüft. Schließlich konnte mit fünf Qualitätsindikatoren-Sets der Prozess „Empfehlungen der Apotheke zur Weiterführung der Medikation“ umfassend untersucht werden.

Damit sind Qualitätsindikatoren auch für die Krankenhausapotheke geeignete Instrumente, um Dienstleistungen prozess- und ergebnisorientiert zu evaluieren und zu kontrollieren. Ihre Anwendung stellt einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Arzneimitteltherapiesicherheit dar.

Schlüsselwörter: Qualität, Qualitätsindikatoren, Schnittstellenmanagement, Arzneimitteltherapiesicherheit, Medication Reconciliation

Development of quality indicators for the process “recommendations of the pharmacy to continue patient’s medication” at Klinikum Mutterhaus

With the Ordinance on the Operation of Pharmacies 2012 all pharmacies have to operate a quality management system in accordance with the type and extent of pharmaceutical activities. The quality management system must stipulate and document the operational processes. But it isn’t described actually, which requirements have to be fulfilled in terms of the quality of patient-related services offered by the hospital pharmacy and how they can be measured.

Aim of this project was the development of quality indicators for the process “recommendations of the pharmacy to continue patient’s medication” at Klinikum Mutterhaus. An instrument was developed that can measure and rate the patient-related services of the hospital pharmacist at the intersectoral interface in terms of the quality target medication safety. A multistage process was selected for the development of the quality indicators. First, the quality objectives of the process were defined and a process analysis was performed. A literature review gave evidence for the derivation of quality indicators. Based on these steps the quality indicators were developed. In a retrospective data collection, the developed quality indicators are tested for their validity and suitability. Finally the process could be fully investigated by five quality indicator sets.

Quality indicators are even for the hospital pharmacy adequate instruments to evaluate and to control patient related services orientated to the results and the processes. Their application represents an important contribution to ensuring medication safety.

Key words: Quality, quality indicator, transition care, medication safety, medication reconciliation

Krankenhauspharmazie 2014;35:417–24.



ADKA-Statement
Koordinierungsgruppe zur Umsetzung und Fortschreibung des Aktionsplanes des Bundesministeriums für Gesundheit zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland (Aktionsplan AMTS)


Bericht
Stefanie Amelung, Heidelberg

Die diesjährige Jahrestagung der DGGÖ fand am 17. und 18. März in München statt und stand unter dem Thema „Ökonomie und Management von Krankheiten“. Neben Vorträgen zu verschiedenen Krankheitsbildern aus ökonomischer Sicht wurden Themen wie Krankenhausvergütung, patientenindividuelle Verblisterung und Arzneimitteltherapiesicherheit aufgegriffen.

Krankenhauspharmazie 2014;35:429–30



Analyse von CYP450-Wechselwirkungen
Holger Petri, Bad Wildungen
Das Interaktionspotenzial der Alpha-1-Adrenozeptorantagonisten

Für die Bewertung des pharmakokinetischen Interaktionspotenzials der Alpha-1-Adrenozeptorantagonisten ist die Affinität zum Cytochrom-P450(CYP)-Isoenzym 3A4 von maßgeblicher Bedeutung. In der Interaktionstabelle (Tab. 1) wird das Verhalten der Substanzen zu diesem Cytochrom-P450-Isoenzym dargestellt.



Serie
Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit
Präparateumstellung und alte Dosierungstabelle im Schrank

Ein Kind erhält die doppelte Dosis Ibuprofen, nachdem im Krankenhaus der 2%ige Saft durch den 4%igen Saft ersetzt wurde, ohne die Dosierungstabellen anzupassen und die Pflegekräfte entsprechend zu unterrichten.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen
Nach Initiierung von Warfarin steigt vorübergehend das Risiko ischämischer Insulte

In einer Registerstudie zeigte sich, dass nach Einleitung einer Warfarin-Therapie das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden vorübergehend erhöht ist. Es wurden Daten von 70 766 Patienten ausgewertet, die mit neu aufgetretenem permanenten Vorhofflimmern registriert worden waren.

 Mit einem Kommentar von Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen



Rosemarie Ziegler, Albershausen
Blutdrucksenker erhöhen bei Senioren das Risiko für schwere Sturzverletzungen

Die Ergebnisse einer repräsentativen Kohortenstudie in den USA weisen darauf hin, dass die Einnahme antihypertensiv wirkender Medikamente bei alten Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Sturzverletzungen verbunden ist. Das sollte vor allem bei multimorbiden Patienten mit früheren Sturzverletzungen in die Entscheidung über eine Fortsetzung der Hochdrucktherapie einfließen.



Claudia Borchard-Tuch, Zusmarshausen
Tedizolid als Alternative zu Linezolid?

Die Phase-III-Studie ESTABLISH-2 an 666 Patienten mit akuten bakteriellen Infektionen der Haut und Weichgewebe kommt zu dem Ergebnis, dass Wirksamkeit und Verträglichkeit von Tedizolid und Linezolid vergleichbar sind.



Solvejg Langer,
Einmalgabe von Oritavancin

In einer Phase-III-Studie wurde die Einmalgabe von Oritavancin zur Behandlung von Haut- und Weichgewebeinfektionen getestet. Im Vergleich mit einer Vancomycin-Behandlung erwies sich Oritavancin als nichtunterlegen bezüglich Effektivität und Sicherheit.



Bettina Christine Martini, Legau
Rehospitalisierungen vermeiden, aber wie?

Welche Maßnahmen sind in der Lage, die häufige und kostenintensive erneute Aufnahme eines Patienten ins Krankenhaus innerhalb von 30 Kalendertagen zu verhindern? Und wie effektiv sind sie? In einer kürzlich im JAMA publizierten Metaanalyse wurde versucht, sich diesen komplexen Fragen systematisch zu nähern.



Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen
Prof. Dr. Egid Strehl, Freiburg
Massentierhaltung als Hauptquelle des Problems?

Seit der drastischen Zunahme multiresistenter Bakterien in Fleischproduktionsbetrieben werden Antibiotika – im legal arbeitenden deutschen Bereich – überlegter und gemäß den bestehenden Regelungen eingesetzt. Flankierend dazu werden die Haltungsbedingungen in der Tiermast wesentlich verbessert und entsprechend den neuen Erkenntnissen zu den Infektionsketten weiterentwickelt. Erst die Zukunft wird zeigen, ob die Resistenzverbreitung bei Tier und Mensch damit erfolgreich gestoppt werden kann.



Prof. Dr. Egid Strehl, Freiburg
Isolierungsempfehlungen: Wen, wann und wie?

Isolierungsempfehlungen waren ein Thema beim diesjährigen Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin. Sie dienen der Prävention von Infektionen sowohl bei Patienten als auch beim Klinikpersonal. Die Basis zum Erreichen dieser Ziele bilden die Standard-Hygienemaßnahmen, vorrangig die Händedesinfektion. Erst danach kommen Maßnahmen wie Handschuhe, Kittel oder dergleichen und alle am Patienten oder mit von ihm isolierten Proben durchzuführenden Manöver. Das Reservoir für kontagiöse Agenzien ist nämlich in aller Regel der Patient selbst, nicht seine Umgebung.



Dr. Annette Junker, Wermelskirchen
Chemotherapie schon in der Erstlinientherapie mit der Hormonentzugstherapie kombinieren

Wird bei Männern mit neu diagnostiziertem, metastasiertem Prostatakarzinom schon zu Beginn der Behandlung die Hormonentzugstherapie mit einer Docetaxel-Chemotherapie kombiniert, so kann das zu einer mehr als 13-monatigen Verlängerung des Gesamtüberlebens im Vergleich zur alleinigen Hormonentzugstherapie führen. Ganz besonders profitieren Männer mit umfangreichem Befund der metastasierten Erkrankung. Die Daten der entsprechenden Studie wurden während der 50. Jahrestagung der amerikanischen Onkologen im Juni 2014 in Chicago vorgestellt.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau


Ausschreibung

Mit den Ausbildungsprojektpreisen „Diplom“ und „PJ-Projekt“ des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V. sollen herausragende Projekt- und Diplomarbeiten ausgezeichnet werden. 2015 werden die beiden Preise bereits zum vierten Mal verliehen. Als Preis erhält der Ersteller der Arbeit einen Büchergutschein im Wert von 100 Euro sowie die Teilnahme am ADKA-Kongress 2015 in Mannheim. Ersteller und Betreuer werden zusätzlich mit Urkunden ausgezeichnet.



ADKA intern
Aufruf für Poster und Kurzvorträge

„Rationale Antibiotikatherapie und Antibiotic-Stewardship – Pflicht und Kür für die Krankenhausapotheke“ lautet das Thema des 40. Wissenschaftlichen Kongresses der ADKA vom 28. bis 30. Mai 2015 in Mannheim. In Plenarvorträgen, Seminaren, Workshops und Kurzvorträgen wird das Thema dargestellt, diskutiert und mit den Tagungsteilnehmern weiter erarbeitet.