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36. Jahrgang Heft 2 Februar 2015

Übersicht
Carolin Wolf*, Anne Pauly*, Steffi Nutt, Leo Mangartz, Kristina Friedland, Erlangen, und Claudia Langebrake, Hamburg
Ein Vergleich der Systeme durch die retrospektive Eingabe von Arzneimittel-bezogenen Problemen

Zur Dokumentation von arzneimittelbezogenen Problemen (ABP) und ihrem Ausgang stehen verschiedenste Systeme zur Verfügung. Das Mainzer PIE-System, das in die APOSTAT-Datenbank eingebettet ist, sowie das von der ADKA ins Leben gerufene DokuPIK haben sich auf die Dokumentation von ABP im Krankenhaus spezialisiert. Ein direkter Vergleich der Systeme sollte ihre Stärken und Schwächen identifizieren, Verbesserungspotenzial aufdecken und Einsatzbereiche definieren. Dazu wurden 493 ABP, die im Rahmen einer klinischen Studie in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Erlangen in der APOSTAT-Datenbank dokumentiert wurden, retrospektiv in DokuPIK eingepflegt. Anschließend wurden die generellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Systeme sowie die unterschiedlichen Problem- und Ergebnisklassifizierungen der ABP ermittelt. In beiden Systemen sind validierte Problem- und Ergebnisklassifikationen hinterlegt. Während das PIE-System eine sehr detaillierte Dokumentation fordert, die innerhalb von klinischen Studien sinnvoll ist, setzt DokuPIK eher auf grobe Einteilungen, die im klinischen Alltag eine rasche Auswahl erlauben. Mit der Nutzung der webbasierten DokuPIK-Datenbank kann der Mehrwert der Arbeit der deutschen Krankenhausapotheker deutschlandweit durch Auswertungen der ADKA dargestellt werden.

Schlüsselwörter: DokuPIK, PIE-System, Arzneimittelbezogene Probleme, Dokumentation, APOSTAT

Krankenhauspharmazie 2015;36:69–78.

Comparison of two documentation systems for drug-related problems: DokuPIK and PIE-System

A variety of systems for the documentation of drug-related problems (DRP) and their outcomes exists. The PIO-System (problem, intervention, outcome) from Mainz and DokuPIK, established by the ADKA, are specialized in documenting DRP that occur in hospital. A comparison of both systems aimed to identify their strengths and weaknesses, to reveal potential for improvement and to define fields for application. Therefore, 493 DRP that were documented with the PIO-System within a clinical trial of the Institute of Molecular & Clinical Pharmacy, University Erlangen-Nürnberg and the Department for Psychiatry and Psychotherapy, University Hospital Erlangen, were entered retrospectively in DokuPIK. Subsequently, general distinctions and similarities of the systems as well as the differing classifications of problems and outcomes have been determined. Both systems use validated categorizations for problems and outcomes. The PIO-System allows a detailed differentiation of problems and outcomes, which can be valuable in clinical trials. In contrast, with the DokuPIK-system the user has less options for categorization resulting in a fast documentation of the problem in daily clinical practice. DokuPIK is an internet-based database by which the value of all pharmacists on ward using the system can be demonstrated.

Key words: DokuPIK, PIO-System, APOSTAT, documentation, drug-related problems



Originalarbeit
Claudia Martin, Lahr-Ettenheim

In einem Projekt im Rahmen des praktischen Jahres wurde der zeitliche und finanzielle Aufwand für die Bearbeitung der Retouren und der Wert der wieder eingesetzten Arzneimittel in der Zentralapotheke Lahr ermittelt und ausgewertet. Durch die professionelle Bearbeitung der Arzneimittel-Retouren trägt die Zentralapotheke wesentlich zur Wirtschaftlichkeit des Ortenau-Klinikums Lahr-Ettenheim bei. Auf den Klinikstationen beschränkt sich die Anzahl der Arzneimittelpackungen. Ebenso bleibt die sichere und einwandfreie Arzneimittelversorgung unter der Aufsicht der Apotheke. Ein weiterer positiver Aspekt ist auch die Einsparung der Kosten für eine Arzneimittelneubestellung.

Krankenhauspharmazie 2015;36:79–80.



Kongress
Bericht von Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart
4. Kongress für Arzneimittelinformation, Köln, 9./10. Januar 2015

„Der Apotheker als Wissensmanager – mehr Sicherheit für Arzt und Patient“, unter diesem Motto fanden sich am 9. und 10. Januar in Köln an gewohnter Stelle im Maternushaus so viele Interessierte zusammen wie nie zuvor. Mit über 450 Teilnehmern – Apothekern, Medizinern, Pflegenden, Wissenschaftlern und Beschäftigten im Krankenhaus – war der Kongress bereits Mitte Dezember ausgebucht. Das wissenschaftliche Komitee unter Leitung von Dr. Cornelia Vetter-Kerkhoff und Dr. Steffen Amann vom ADKA-Ausschuss für Arzneimittelinformation hatte ein vielfältiges Programm zusammengestellt, das in Vorträgen, Workshops und Postern die verschiedensten Aspekte der Arzneimittelinformation und Arzeimitteltherapiesicherheit beleuchtete – bis hin zu ethischen Betrachtungen und andererseits ganz praktischen Fragen wie den Voraussetzungen einer gelungenen Präsentation.

Krankenhauspharmazie 2015;36:81–4.



Solvejg Langer, Stuttgart

Beim 4. Kongress für Arzneimittelinformation in Köln wurde viel über die Notwendigkeit von evidenzbasierter Information gesprochen und wie diese zu bekommen ist. Vertreter der Ärztekammer, des deutschen Cochrane-Zentrums und des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen zeigten Möglichkeiten und Grenzen der evidenzbasierten Information.

Krankenhauspharmazie 2015;36:85–6.



Petra Jungmayr, Esslingen

Die zunehmende Verordnung oraler Zytostatika erfordert die Begleitung und Aufklärung des onkologischen Patienten. Wie dieser dabei unterstützt und beraten werden kann, erläuterte Dr. Tilman Schöning, Heidelberg, am 10. Januar 2015 beim 4. Kongress für Arzneimittelinformation in Köln.

Krankenhauspharmazie 2015;36:87.



Petra Jungmayr, Esslingen
Komplementär und evidenzbasiert – ein Widerspruch?

Wie können komplementäre Arzneimittel beurteilt werden? Vor dieser Frage stehen viele Ärzte und Apotheker, denn „unsere Patienten greifen auf alternative und komplementäre Heilmethoden zurück und dafür brauchen sie uns“, so Dr. Jutta Hübner, Deutsche Krebsgesellschaft Berlin, am 10. Januar 2015 beim 4. Kongress für Arzneimittelinformation in Köln.

Krankenhauspharmazie 2015;36:88–9.



Petra Jungmayr, Esslingen
Berührungspunkte und offene Fragen

Zwischen einer Tumorerkrankung, ihrer Therapie und der Ernährung des Patienten gibt es zahlreiche Berührungspunkte. Dies zeigte Dr. Anke Ernst, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, beim 4. Kongress für Arzneimittelinformation am 10. Januar 2015 in Köln anhand einiger an den Krebsinformationsdienst gerichteten Fragen auf.

Krankenhauspharmazie 2015;36:89–90.



Solvejg Langer, Stuttgart

Laut Dr. Torsten Hoppe-Tichy ist es auf den meisten Kongressen das beliebteste Vortragsformat: die Top-Paper. Anlässlich des 4. Kongresses für Arzneimittelinformation in Köln stellte Dr. Dorothea Strobach, München, die wichtigsten Publikationen der letzten Jahre zum Thema Arzneimittelinformation vor.

Krankenhauspharmazie 2015;36:91.



Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart
Tipps für „merk-würdige“ Präsentationen

Was macht einen gelungenen Vortrag aus, dessen Inhalt bei den Zuhörern haften bleibt und der auch den Referenten zufrieden stellt? Hierfür gibt es keine „10 goldenen Regeln“, stellte der Sprechwissenschaftler Matthias Beckmann, M.A., München, gleich zu Beginn klar, gab in seinem lebendigen Vortrag beim 4. Kongress für Arzneimittelinformation dann aber doch viele merk-würdige Informationen und Tipps.

Krankenhauspharmazie 2015;36:92.



Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart

Der 4. Kongress für Arzneimittelinformation dokumentierte das vielfältige Engagement von Apothekern in der Arzneimittelinformation. Aber tut man hier auch das ethisch Richtige? Diese Frage stellte der Medizinethiker Prof. Dr. Dr. Daniel Strech, Hannover – mit einer beruhigenden Antwort und einigen offenen Fragen.

Krankenhauspharmazie 2015;36:93–4.



Marianne E. Tippmann, Ober-Mörlen
Geht das auch in der Psychiatrie?

Qualitätsgesicherte Unit-Dose-Versorgung, eingebettet in einen komplett digitalisierten Verschreibungs- und Abgabeprozess – kann das überhaupt in der Psychiatrie funktionieren? Ziehen Ärzte und Pflegekräfte mit; wie kommt es bei den Patienten an? Mit diesen Fragestellungen beschäftigte sich Dr. Sanjiv Sarin, Andernach, in einem im Rahmen des ADKA-Kongresses 2014 ausgerichteten Seminar des ADKA-Ausschusses Psychiatrie, Neurologie und Gerontopsychiatrie, in dem er über eigene Erfahrungen mit der vor gut drei Jahren in seiner Apotheke begonnenen Umstellung der Medikationsverordnung auf ein elektronisches System berichtete.

Krankenhauspharmazie 2015;36:95–7.



Serie
Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit
Orale Midazolam-Lösung parenteral appliziert

Eine für die orale Anwendung bestimmte Midazolam-Lösung wurde in eine Spritze abgefüllt und versehentlich parenteral verabreicht. Durch Verwendung von LuerLock-inkomatiblen Spritzen und deren besondere Kennzeichnung, könnte der Fehler zukünftig vermieden werden.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Dr. Danielle A. Stegmann, Stuttgart
Intraarterielle Behandlung beim akuten ischämischen Insult

Eine niederländische randomisierte Phase-III-Multicenter-Studie (MR CLEAN) untersuchte Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall infolge eines proximal intrakranial arteriellen Verschlusses. Sie kam zum Schluss, dass eine intraarterielle Behandlung innerhalb der ersten sechs Stunden nach Schlaganfall effizient und sicher ist. Sie zeigte sich somit der Standardtherapie mit Alteplase überlegen.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Keine Vorteile bei Zystennieren

Eine duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) ist bei Patienten mit Zystennieren nicht wirksamer als eine Mono-Blockade mit einem ACE-Hemmer. Die Progression der Nierenerkrankung kann bei der Mehrzahl der Patienten mit einem ACE-Hemmer ausreichend kontrolliert werden, so das Ergebnis zweier randomisierter, doppelblinder Placebo-kontrollierter HALT-PKD-Studien (Halt progression of polycystic kidney disease), die bei der American Society of Nephrology's Kidney Week 2014 im November 2014 in Philadelphia vorgestellt und parallel im New England Journal of Medicine publiziert wurden.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Paclitaxel und Trastuzumab adjuvant bei früher Erkrankung

Eine adjuvante Therapie mit Paclitaxel (z. B. Taxol) und Trastuzumab (Herceptin®) kann bei Frauen mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom das Risiko eines frühen Rezidivs auf etwa 2 % verringern, so das Ergebnis einer prospektiven einarmigen multizentrischen Studie.



Dr. Danielle A. Stegmann, Stuttgart
Elektronisches Warnsystem senkt die Verordnungshäufigkeit


Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen
Prof. Dr. Egid Strehl, Freiburg
Zentrumsbasierte interdisziplinäre Versorgung von Echinokokkose-Patienten

Die beiden Bandwurmarten Echinococcus granulosus (Hund) und E. multilocularis (Fuchs) infizieren Menschen in vielen Regionen der Welt. Die zystische Echinokokkose kommt in Deutschland heute praktisch ausschließlich als importierte Erkrankung vor. Dabei sind fast ausnahmslos Immigranten aus Hochprävalenzgebieten betroffen. Die alveoläre Echinokokkose ist in Deutschland besonders im Süden ein Problem, breitet sich jedoch in den letzten Jahren zunehmend in andere Landesteile aus. E. granulosus entwickelt sich zwischen Hund (Endwirt) und Paarhufern (Zwischenwirte), der Mensch ist ein „Fehlwirt“. Bei E. multilocularis fungiert der Fuchs – seltener auch der Hund – als Endwirt. Zwischenwirte sind kleine Nagetiere; auch hier ist der Mensch akzidenteller Fehlzwischenwirt.



Prof. Dr. Egid Strehl, Freiburg
Inhalative Antibiotika bei Pneumonie

Inhalative Antibiotika werden in Deutschland üblicherweise zusätzlich zu einer systemischen Therapie verabreicht. Dabei können vor allem Patienten mit durch multiresistente Erreger ausgelösten Pneumonien profitieren. Diskutiert wurde dieses Thema im Oktober bei einem Symposium der InfektLiga.



Prof. Dr. Egid Strehl, Freiburg
Inhalative antiinfektive Therapie bei Bronchiektasen

Bronchiektasen sind irreversible Ausweitungen der Bronchien, die häufig bakteriell besiedelt sind und das Risiko einer Exazerbation bergen. Ein möglicher präventiver Therapieansatz besteht in der inhalativen Gabe von Antibiotika; als geeignet hat sich Ciprofloxacin erwiesen, wie bei einer Tagung der Infekt-Liga berichtet wurde.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau