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38. Jahrgang Heft 6 Juni 2017

Kongress
Solvejg Langer, Stuttgart
42. Wissenschaftlicher Kongress des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V.

„Krankenhauspharmazie 4.0 – Digitalisierung, pharmazeutische Logistik und neue Therapieformen“ – so lautete das Motto des 42. Wissenschaftlichen Kongresses der ADKA, der vom 11. bis 13. Mai 2017 stattfand. Rund 920 Teilnehmer aus Krankenhäusern, Industrie und Universitäten trafen sich in Würzburg, um gemeinsam einen Blick auf die Zukunft der Krankenhauspharmazie zu werfen. In drei Keynote-Lectures, zahlreichen Seminaren und Workshops sowie zwölf Satellitensymposien wurden Themen wie elektronische Verordnungen, neuartige Therapieformen und Antibiotic Stewardship unter die Lupe genommen. 54 Poster – zum ersten Mal aufgeteilt in „Wissenschaft“ und „Praxis“ – inklusive einer geführten Postertour rundeten das vielfältige Programm ab.

Krankenhauspharmazie 2017;38:277–80.



Solvejg Langer, Stuttgart

Im Rahmen des ADKA-Kongresses 2017 in Würzburg wurden zahlreiche Arbeiten aus deutschen Krankenhausapotheken mit Preisen bedacht. Neben Projekten zur Förderung der multiprofessionellen Zusammenarbeit von Pharmazeuten und Medizinern wurden „klassisch pharmazeutische Arbeiten“ über Herstellung und Analytik gewürdigt sowie die besten Ausbildungsapotheken im Bereich Krankenhaus ausgezeichnet.

Krankenhauspharmazie 2017;38:281–3.



Bericht von Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart
Würzburg, 12. Mai 2017

Zu den zukunftsweisenden Themen der diesjährigen ADKA-Mitgliederversammlung gehörten verbandsinterne IT-Projekte wie die neue Homepage und die Einführung eines CRM(Customer relationship management)-Systems. Besonders lebhaft diskutierten die rund 300 Teilnehmer Fragen zur Qualifizierung von Krankenhausapothekern, die sich auf europäischer Ebene durch die Diskussion eines gemeinsamen Ausbildungsrahmens (Common training framework) und auf Verbandsebene aus dem Positionspapier der Projektgruppe Stationsapotheker ergaben.

Krankenhauspharmazie 2017;38:284–8.



Originalarbeit
Sophie Bremer, Jena, Frank Erdmann, Halle (Saale), und Sindy Barke-Burjanko, Freiberg
AMTS bei Morbus Parkinson

Morbus Parkinson stellt durch seinen progressiven Verlauf und das häufig hohe Erkrankungsalter alle am Medikationsprozess Beteiligten vor eine große Herausforderung. Die motorischen Einschränkungen der Patienten sowie das Alter können zu Schwierigkeiten bei der Arzneimittelapplikation führen. Die zunehmende Zahl an verordneten Arzneimitteln birgt sowohl ein hohes Risiko für Interaktionen als auch für Medikationsfehler. Hierbei sind vor allem die besonderen Umstände der Einnahme von Levodopa zu berücksichtigen, denn eine verminderte Resorption durch in der Nahrung vorkommende Proteine kann die Patientensicherheit durch fluktuierende Wirkstoffspiegel stark gefährden. Der Apotheker kann als Partner in der Therapie durch Beratung der Ärzte zu Arzneimittelinteraktionen, Schulung der Patienten und des Pflegepersonals und zur Konsultation bei Unklarheiten hinsichtlich der Arzneimittelapplikation zurate gezogen werden.

Schlüsselwörter: Arzneimitteltherapiesicherheit, Patientensicherheit, Morbus Parkinson, Apotheker, Arzneimittelinteraktionen, Arzneimittel-Nahrungsmittel-Wechselwirkungen, Levodopa

Krankenhauspharmazie 2017;38:289–93.

Interdisciplinary collaboration to increase patient safety – Drug-therapy-safety in Parkinson’s disease

Morbus Parkinson is a great challenge for safety in drug therapy. The disease occurs at an advanced age and progresses even through drug therapy, because there is no causal therapy available yet, only the symptoms can be treated. The patient safety is at risk by the high number of prescribed drugs, which can lead to medication errors and unfavorable drug-interactions.

The gold-standard in drug-therapy of Morbus Parkinson is still levodopa, which is a prodrug of dopamine with special requirements of application. The lag between the application of levodopa and the meals must be respected, due to changing bloodlevels caused by reduced enteral resorption of levodopa by competing proteins.

In this observation study the focus was set on drug-drug-interactions, drug-food-interactions and the knowledge of the different parties involved in the medication process. The pharmacist, who doesn’t play a big role in therapy yet, can improve the patient safety by analyzing the medication concerning drug-interactions, educating patients and the nursing staff as well as by consultation with ambiguities of drug-application.

Key words: drug-therapy-safety, patient safety, Morbus Parkinson, pharmacist, drug-drug-interactions, drug-food-interactions, levodopa



Bericht
Dr. Petra Jungmayr, Esslingen

2016 wurde mehr als ein Dutzend neuer Krebsmedikamente zugelassen, von denen einige über einen neuartigen Wirkungsmechanismus verfügen. In einem Vortrag beim 25. Norddeutschen Zytostatika Workshop (NZW) wurden Wirkung, Indikation, Metabolisierung, Dosierung, Darreichungsformen, Einnahmezeitpunkt, Nebenwirkungen und Besonderheiten der neuen Onkologika skizziert. Hier eine Übersicht zu Wirkweise und Indikationen.

Krankenhauspharmazie 2017;38:294–6.



Katharina Thanheiser, Ingolstadt
Ein Erfahrungsbericht

Die Anforderungen an Zytostatika-herstellende Apotheken wurden mit Änderung der Apothekenbetriebsordnung 2012 deutlich erhöht und das Aufgabenfeld des onkologisch tätigen Apothekers wird zunehmend komplexer. Der Einblick in den Arbeitsalltag anderer Kollegen im Rahmen einer Hospitation ist eine spannende Möglichkeit, viele praktische Tipps für den eigenen Arbeitsablauf zu sammeln.

Krankenhauspharmazie 2017;38:297–8.



Serie
Dr. Gesine Picksak für den Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit
„Häng noch mal ein Wasser an …“

Bei der täglichen Arbeit kommt es immer wieder zu Missverständnissen. Jeder kennt das Phänomen: Man sagt etwas und das Gegenüber reagiert völlig unerwartet. Offensichtlich ist etwas falsch verstanden worden und es dauert eine Weile, bis das Missverständnis aufgeklärt werden kann. Kommunikation ist eine komplizierte Angelegenheit! Jeder von uns kommuniziert auf unterschiedliche Weise.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Dr. Jutta Zwicker, Dresden
Safinamid erhöht die „On-Zeit“

Viele Parkinson-Patienten leiden in späteren Stadien trotz optimierter Levodopa-Therapie unter motorischen Fluktuationen und „Off-Zeit“. Safinamid verbesserte in der Phase-III-Studie SETTLE in dieser Patientengruppe die „On-Zeit“ signifikant und war dabei gut verträglich.

 Mit Rezensentenkommentar



Solvejg Langer, Stuttgart
Opicapon als Add-on zu Levodopa


Dr. Dr. Tanja Neuvians, Ladenburg
Weniger perioperative Komplikationen bei Narkose mit Larynxmaske

Werden Larynxmasken zur Sicherung der Atemwege unter Narkose verwendet, treten bei Kindern über einem Jahr weniger perioperative respiratorische Nebenwirkungen (PRAE) auf. Die vorliegende Studie konnte zeigen, dass dies auch für Kinder unter einem Jahr gilt.



Dr. Petra Jungmayr, Esslingen
Prospektive Kohorten-Studie sieht einen Zusammenhang

Die Anwendung hormoneller Verhütungsmittel ist einer dänischen Studie zufolge mit einer vermehrten Verordnung von Antidepressiva und Erstdiagnosen einer Depression assoziiert. Diese Beobachtung, die vor allem für Heranwachsende zutrifft, führt zur Vermutung, Depressionen als mögliche Nebenwirkungen einer hormonellen Kontrazeption anzusehen.



Dr. Claus Gassner, Villingen-Schwenningen
Benralizumab: Antikörper als weitere Therapieoption bei schwerem Asthma?

Schweres Asthma lässt sich trotz der Therapie mit inhalativen Glucocorticoiden und langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika nicht bei allen Betroffenen ausreichend kontrollieren. Der Interleukin-5-Rezeptor-alpha-Antikörper Benralizumab könnte für diese Patienten zukünftig eine weitere Therapieoption darstellen. Die Wirksamkeit von Benralizumab wurde in einer Phase-III-Studie (SIROCCO-Studie) überprüft, deren vielversprechende Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden.



Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Kombination mit Azithromycin reduziert Infektionsrate

Die Ergänzung der Antibiotikaprophylaxe beim Kaiserschnitt um Azithromycin führte zu einer Reduktion der postoperativen Infektionen bei der Mutter ohne gleichzeitig das neonatale Outcome zu verschlechtern.

 Mit einem Kommentar von Prof. Dr. Matthias Trautmann, Stuttgart



Dr. Barbara Kreutzkamp, Hamburg
Amitriptylin und Topiramat bei Kindern und Jugendlichen ohne Wirkung?

Amitriptylin oder Topiramat beugen bei Kindern und Jugendlichen einer Migräne nicht besser vor als Placebo, haben aber deutlich mehr Nebenwirkungen, so das Ergebnis einer vorzeitig abgebrochenen prospektiven randomisierten Doppelblindstudie.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau


ADKA intern
Arzneimitteltherapiesicherheit Fehler- und Medikationsanalyse, Medication Reconciliation


Persönliches
Tomas Kallenbach, Geschäftsführer, und Prof. Dr. Reinhard Fünfstück, Ärztlicher Direktor