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39. Jahrgang Heft 6 Juni 2018

Editorial


ADKA-Statement
ADKA-Präsidium, ADKA-Präsidiumsarbeitsgruppe „EDUCATION“, ADKA-Vorstand und Mitgliederversammlung (Kasten) im Mai 2018


Kongress
Solvejg Langer, Stuttgart
43. Wissenschaftlicher Kongress des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V., Stuttgart

Unter dem Motto „Patientenindividuelle Krankenhauspharmazie – Heute und Morgen“ fand vom 3. bis zum 5. Mai der 43. Wissenschaftliche Kongress der deutschen Krankenhausapotheker statt. Mit der Rekordteilnehmerzahl von über 1000 registrierten Anmeldungen trafen sich in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Vertreter aus Krankenhäusern, Industrie und Universitäten, um die Zukunft der Krankenhauspharmazie zu diskutieren. In drei Keynote-Lectures, zehn Seminaren und Workshops sowie zwölf Satellitensymposien konnten sich die Teilnehmer zu Themen rund um die patientenindividuelle Krankenhauspharmazie fortbilden. Das Angebot reichte dabei vom Entlassmanagement über die pharmazeutische Herstellung bis zur Arzneimittelinformation.

Krankenhauspharmazie 2018;39:239–42.



Solvejg Langer, Stuttgart

Im Rahmen des ADKA-Kongresses 2018 in Stuttgart wurden zahlreiche Arbeiten aus deutschen Krankenhausapotheken mit Preisen ausgezeichnet. Neben einem innovativen ABS-Projekt wurden die beste Dissertation und Diplomarbeit gewürdigt sowie Posterpreise in den Kategorien „Wissenschaft“ und „Praxis“ verliehen. Über den Autorenpreis der Krankenhauspharmazie durfte sich ein Autorenteam aus Hamburg freuen. Außerdem wurden wie jedes Jahr die besten Ausbildungsapotheken im Bereich Krankenhaus gekürt.

Krankenhauspharmazie 2018;39:243–6.



Bericht von Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart

Die ADKA-Mitgliederversammlung hat sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, in den Krankenhäusern das Closed-Loop Medication Management und den regelhaften Einsatz von Stationsapothekern flächendeckend umzusetzen, und hat das Präsidium mit dem Auftrag versehen, dies als strategisches Hauptziel für 2021 voranzutreiben. Turnusgemäß übernahm Prof. Dr. Frank Dörje, Erlangen, das Amt des ADKA-Präsidenten von Rudolf Bernard, München, und schied der bisherige 2. Vizepräsident Markus Müller, Berlin, aus dem Präsidium aus. Zum 1. Vizepräsidenten wurde Dr. Thomas Vorwerk, Hannover, gewählt.

Krankenhauspharmazie 2018;39:247–52.



Übersicht
Hans-Peter Lipp, Tübingen
Eine Standort-Bestimmung im Kontext bisheriger klinischer Erfahrungen

Der regulatorische Begriff Biosimilar trägt der Tatsache Rechnung, dass ein rekombinanter Herstellungsprozess in lebenden Zellen sowohl beim Referenzarzneimittel als auch beim Biosimilar unweigerlich mit einer Variabilität der biologischen Aktivität von Charge zu Charge verbunden ist, sodass im Allgemeinen von einem Korridor an Mikroheterogenität auszugehen ist. Inzwischen sind 13 verschiedene Wirkstoffe als Biosimilars verfügbar. Mit Rituximab ist mittlerweile auch der erste Vertreter in der klinischen Onkologie einsetzbar. Eine Vergleichsstudie bei Patienten mit follikulärem Lymphom hat gezeigt, dass das Biosimilar hinsichtlich seiner klinischer Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit dem Referenzarzneimittel nicht unterlegen war. Aus krankenhauspharmazeutischer Sicht ist es wichtig, dass zu rekombinanten Produkten zeitnah auch Daten zur physikalisch-chemischen Stabilität für die anwendungsfertigen Zubereitungen bereitgestellt werden können. Die Akzeptanz zum Einsatz von Biosimilars ist mittlerweile unter Fachkreisen sehr hoch. Switch-Studien ließen darüber hinaus keine Nachteile beim Einsatz von Biosimilars erkennen, allerdings wird ein unkontrollierter Präparatewechsel nicht befürwortet.

Schlüsselwörter: Biosimilar, Mikroheterogenität, Rituximab, physikalisch-chemische Stabilität, Switch-Studien

Krankenhauspharmazie 2018;39:253–62.

Biosimilars – past, present and outlook: standing in clinical context

Biosimilar is regulatorily defined and based on the fact that a recombinant production process in living cells is generally associated with a variability of biological activity from batch to batch within a corridor of microheterogeneity in respect to the biosimilar as well as the reference drug.

Meanwhile, 13 different drugs can be used as biosimilars with rituximab as the first congener in clinical oncology based on a comparative trial in patients with follicular lymphoma revealing non-inferiority in respect to clinical efficacy, tolerability and safety. However, physico-chemical stability data for recombinant products are of great concern, too. Meanwhile, the use of biosimilars is generally highly accepted among experts. In addition, switch studies did not indicate any disadvantage. However, uncontrolled switch between different preparations should be avoided.

Key words: Biosimilar, microheterogeneity, rituximab, physico-chemical stability, switch studies



Der klinisch-pharmazeutische Fall
Sarah Lachenmayr, Alexandra Weber und Dorothea Strobach, München

Das Fallbeispiel zeigt die weitreichenden Folgen einer durch Vancomycin verursachten akuten Nierenfunktionsstörung bei einem Lymphom-Patienten.

Krankenhauspharmazie 2018,39:263–4.



Serie

Florian Bechler, Münster, und Dr. Gesine Picksak, Hannover, für den Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit

Immer im Blick behalten: CYP-Interaktion mit DOAK

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Arzneistoffen, die über das CYP-System metabolisiert werden, und Inhibitoren bzw. Induktoren dieser Systeme ist verstärkt mit Nebenwirkungen bzw. Abnahme der Wirksamkeit zu rechnen. Gegebenenfalls müssen Dosierungen angepasst oder Therapien umgestellt werden.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen
Erhöhtes kardiovaskuläres Risiko bei Behandlungsbeginn?

COPD-Patienten, die neu mit einem langwirksamen Beta-2-Rezeptoragonisten oder Muscarinantagonisten therapiert wurden, hatten in den ersten 30 Tagen nach Behandlungsbeginn ein um etwa 50 % erhöhtes Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse. Insgesamt war die Anwendung dieser Arzneimittel aber nicht mit einer Zunahme von Herz-Kreislauf-Komplikationen verknüpft.



Dr. Annette Hille-Rehfeld, Stuttgart
Antibiotikaresistenzen schneller feststellen

Seit multiple Resistenzen gegen Antibiotika weltweit zunehmen, ist Zurückhaltung bei der Medikation angesagt, um die Selektion resistenter Erreger nicht weiter zu forcieren. Doch solange Antibiotika-Suszeptibilitätstests bis zu drei Tage in Anspruch nehmen, bleibt bei schweren akuten Infektionen die initiale Verordnung von Breitbandantibiotika unumgänglich. Ein an der Universität Uppsala entwickelter Schnelltest könnte Abhilfe schaffen.



Dr. Claus Gassner, Villingen-Schwenningen
Weniger Kopfschmerzen unter Fremanezumab

Einen neuartigen Therapieansatz zur Migräneprophylaxe bietet der monoklonale CGRP(calcitonin gene-related peptide)-Antikörper Fremanezumab. In ersten klinischen Studien senkte Fremanezumab im Vergleich zu Placebo signifikant die Häufigkeit der monatlichen Kopfschmerzattacken.



Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen
Thrombektomie im Zeitfenster zwischen 6 und 16 Stunden beim Schlaganfall: die DEFUSE-3-Studie

 Mit einem Kommentar des Autors

Die endovaskuläre Thrombektomie ist auch bei Patienten mit ischämischem Insult im Zeitfenster zwischen 6 und 16 Stunden wirksam. Die Patientenauswahl erfolgte hier durch Perfusions-CT oder Perfusions- und Diffusions-Kernspintomographie.



Dr. Jutta Zwicker, Dresden
Off-Label-Rituximab zeigte sich im klinischen Alltag überlegen

 Mit einem Kommentar des Autors.

Eine schwedische Kohortenstudie zeigte bei Patienten mit schubförmiger multipler Sklerose niedrigere Abbruchraten bei initialer Therapie mit Rituximab verglichen mit anderen krankheitsmodifizierenden Therapien.



Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen
Dr. Annette Junker, Wermelskirchen
Weniger Transfusionen nach Gentherapie


Notizen
Bettina Christine Martini, Legau


ADKA intern

Mit dem Projekt „MARIAM – Mehr AMTS durch Identifizierung von Risikofaktoren bei der Arzneimittelanamnese“ hat die Apotheke des Klinikums der Universität München den mit 6000 Euro ausgestatteten zweiten Platz beim deutschen Preis für Patientensicherheit belegt. Der Preis wurde am 3. Mai 2018 im Rahmen der Jahrestagung des „Aktionsbündnis Patientensicherheit“ (APS) verliehen.