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40. Jahrgang Heft 2 Februar 2019

Editorial
Dr. Cornelia Vetter-Kerkhoff, München, Dr. Claudia Mildner, Mainz, und Dr. Steffen Amann, München; Kongressleitung des 6. Kongresses für Arzneimittelinformation Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V.


Übersicht
Dorothea Strobach und Hanna Mannell, München
Was bedeutet das für die klinische Praxis?

Tyrosinkinaseinhibitoren haben einen hohen therapeutischen Stellenwert in der Onkologie und werden auch zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Einige Vertreter können als Nebenwirkung zu einem Anstieg des Serumcreatinins, akuter oder chronischer Niereninsuffizienz führen. Ein Anstieg des Serumcreatinins kann durch die Hemmung renaler Transporter der Creatinin-Sezernierung bedingt und nicht mit einer Einschränkung der glomerulären Filtrationsrate verbunden sein. In diesen Fällen ist die Abschätzung der Nierenfunktion auf Basis des Cystatin C sinnvoll, um eine echte Nierentoxizität von einem reinen Anstieg des Serumcreatinins abzugrenzen. Zugleich muss die Möglichkeit von Arzneimittelinteraktionen durch die Hemmung der renalen Transporter berücksichtigt werden. Die Datenlage und Anzeige in Interaktionsdatenbanken ist jedoch unzureichend.

Schlüsselwörter: Tyrosinkinaseinhibitoren, Transporter, Nierenfunktion, Creatinin, Cystatin C, Arzneimittelwechselwirkungen

Krankenhauspharmazie 2019;40:70–7.

Influence of tyrosine kinase inhibitors on renal transporters

Tyrosine kinase inhibitors (TKI) have a high therapeutic value and are currently used in the treatment of cancer and autoimmune diseases. However, some of the TKI can cause increased serum creatinine levels and acute or chronic renal insufficiency. Inhibition of renal transporters of active creatinine secretion causes a rise in serum creatinine level without affecting the glomerular filtration rate. Thus, assessing renal function on the basis of cystatin C concentrations is recommended in these cases, to distinguish between actual renal toxicity and a TKI induced increase in serum creatinine. In addition, drug-drug interactions due to inhibition of renal transporters have to be considered. Unfortunately, studies regarding this issue are still sparse and the available information is often not included in standard drug interaction databases.

Key words: tyrosine kinase inhibitors, transporter, renal function, creatinine, cystatin c, drug interactions



Originalarbeit
Lisa Rasinger, Karin Hummer, Ulrike Feldner, Gudrun Lackinger, Silvia Struger, Monika Angerer und Désirée Lerchster, Villach, Österreich

Das Polypharmazieboard wurde im LKH Villach vor fünf Jahren eingeführt. Seither findet die interdisziplinäre Patientenfallbesprechung wöchentlich statt und ist mit der Optimierung der Medikation multimorbider Patienten beschäftigt, mit dem Ziel, unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu vermeiden, Interaktionsrisiken zu minimieren und die Anzahl verordneter Arzneimittel zu reduzieren.

Schlüsselwörter: Polypharmazie, Multimedikation, interdisziplinäre Fallbesprechung, Patientensicherheit, Arzneimitteltherapiesicherheit

Krankenhauspharmazie 2019;40:79–82.

Polypharmacy Board – interdisciplinary patient case discussion

Five years ago, the „Polypharmacy Board“ was introduced at LKH-Villach. Since then, a weekly based interdisciplinary patient case discussion is taking place, focusing on the optimization of drug therapy among multimorbid patients, as avoiding adverse drug reaction, minimizing interaction risks and reducing the number of prescribed medications.

Key words: polypharmacy, multimedication, interdisciplinary case discussion, patient safety, medication safety



Dorothea Strobach, München, und Carolin Schuhmacher, Villingen-Schwenningen Für das Bewertungsgremium des Ringversuchs* und den Ausschuss Arzneimittelinformation der ADKA
Testanfrage und Musterlösung

Im November 2018 fand der 2. Ringversuch Arzneimittelinformation der ADKA statt. Wie im ersten Durchgang 2017 wurde den angemeldeten Teilnehmern eine Testanfrage unter simulierten Praxisbedingungen gestellt. Thematisch ging es diesmal um den präoperativen Umgang mit einer bestehenden Arzneimitteltherapie. Alle Teilnehmer des Ringversuchs erhalten nach Abschluss der Auswertung ihr Ergebnis im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt aller Teilnehmer in den einzelnen Auswertungskategorien. Zusätzlich wird bei diesem Ringversuch erstmalig ein Zertifikat vergeben mit den Kategorien „teilgenommen“ und „mit Erfolg teilgenommen“.



Serie
Dr. Gesine Picksak für den Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit
Und es passiert immer wieder: Überdosierungen mit MTX …

Aufgrund ungewöhnlicher Einnahmerhythmen kommt es immer wieder vor, dass Hochrisikowirkstoffe wie zum Beispiel Methotrexat versehentlich täglich statt einmal wöchentlich verschrieben, verabreicht und/oder eingenommen werden. Dies führt meistens zu schwerwiegenden Nebenwirkungen oder sogar zum Tod des Patienten.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Sylvia Obermeier, Villingen-Schwenningen
Profitieren auch nicht kardiovaskulär vorerkrankte Diabetiker von SGLT2-Hemmern?

Typ-2-Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Bisher durchgeführte randomisiert kontrollierte Studien mit Natrium-Glucose-Kotransporter-2-(SGLT2-)Hemmern, wie die EMPA-REG OUTCOME-Studie [5] und das CANVAS-Programm [4], konnten vor allem für Typ-2-Diabetiker mit kardiovaskulären Vorerkrankungen eine Verminderung der Anzahl schwerwiegender unerwünschter Ereignisse wie Herzinsuffizienz (HI) und Tod zeigen. Ob auch Patienten ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung von SGLT2-Hemmern profitieren, war die Fragestellung einer neuen Analyse der CVD-REAL-Studie.



Dr. Claus Gassner, Villingen-Schwenningen
Verschiedene Antibiotikaregime vergleichbar effektiv

Nach einer aktuellen Netzwerk-Metaanalyse sind unterschiedliche Antibiotika für die Behandlung früher kutaner Manifestationen der Lyme-Borreliose gleichermaßen effektiv und verträglich.



Dr. med. Marianne Schoppmeyer, Nordhorn
Methadon effektiver als Morphin

Das neonatale Abstinenzsyndrom (NAS), unter dem viele Neugeborene in den ersten Lebenstagen leiden, wenn ihre Mütter während der Schwangerschaft Opioide eingenommen haben, kann effektiver mit Methadon therapiert werden als mit Morphin. Dies zeigen die Ergebnisse einer kleinen randomisierten klinischen Studie aus den USA.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau


Kongress
Abstracts der Poster beim 6. Kongress für Arzneimittelinformation in Köln, 1. bis 2. Februar 2019 in Köln.

Die Abstracts der Poster sind in Wissenschaftliche Poster und Best Practice Poster jeweils alphabetisch nach Autorennamen (Erstautor) sortiert.