Akute Neuropathien in Verbindung mit dem Zytostatikum Oxaliplatin


Einsatz von Calcium- und Magnesium-Salzen

Hans-Peter Lipp, Tübingen

Oxaliplatin-assoziierte akute Neurotoxizität ist durch Symptome wie das rasche Einsetzen von Dys- und Parästhesien gekennzeichnet, die sich durch gleichzeitige Kälteeinwirkung erheblich verstärken können. Immer wieder werden auch spontane Muskelkontraktionen im Bereich der Extremitäten oder im Kieferbereich beobachtet. Der Pathomechanismus, der diesen akuten sensorischen Neuropathien zugrunde liegt, ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt, schließt jedoch sehr wahrscheinlich die Bedeutung von Oxaliplatin-Metaboliten ein. In diesem Zusammenhang könnte Oxalat-Ionen, die im Körper aus dem Platin-Komplex Oxaliplatin freigesetzt werden, eine besondere Rolle zukommen: Oxalsäure kann in experimentellen Systemen Parästhesien auslösen, die auf einer Erhöhung der Nervenerregbarkeit und einer Beeinflussung von Ionenkanälen durch Chelatisierung von Calcium- und Magnesium-Ionen beruhen. Eine französische Arbeitsgruppe propagiert seit längerem die Infusion von Calcium/Magnesium-Verbindungen zur Reduktion der Oxaliplatin-assoziierten Neuropathien und verweist dabei auch auf ermutigende retrospektiv erhobene Studienergebnisse. Um ein einheitliches Vorgehen voranzubringen, ist es empfehlenswert, analog den gewählten Studienbedingungen bis auf weiteres Calciumgluconat und Magnesiumsulfat-Heptahydrat (jeweils 1000 mg als Zusatz in z. B. 100 ml Glucose 5%) zu verwenden, zumal sich diese Mischung über mindestens 24 Stunden als ausreichend physikalisch-chemisch stabil erwiesen hat.
Schlüsselwörter: Oxaliplatin, Neuropathie, Calcium, Magnesium
Krankenhauspharmazie 2005;26:153–9.

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