Anwendungsbeobachtungen – mehr als Marketinginstrumente?*


Egid Strehl, Freiburg

Anwendungsbeobachtungen (AWBs) wurden in der Vergangenheit unzertrennlich mit Marketing in Verbindung gebracht [8]. Heute versuchen AWBs Boden in Richtung Wissenschaftsinstrument gut zu machen. Nach Daten der Techniker Krankenkasse werden in Deutschland jährlich etwa 930 Mio. Euro für AWBs aufgewendet. Zwei Drittel der Kosten gehen dabei zu Lasten der Krankenkassen, die jene Arzneimittel bezahlen müssen, die Gegenstand von AWBs sind. Das therapeutische Ziel ließe sich dabei aber auch mit anderen Medikamenten erreichen, die nur ein Drittel dieser Kosten verursachen würden [1, 9]. Da AWBs bevorzugt mit Präparaten durchgeführt werden, die dem Hersteller gute Gewinne bescheren, wird allgemein hin gerne von „gekauften Verordnungen“ gesprochen [2, 3]. Aus dieser Schmuddelecke sollen die AWBs mit einer Vielzahl von Maßnahmen zur Steigerung von Qualität und Seriosität nun herausgeführt werden. Doch darf man diesen Anstrengungen und Versprechungen tatsächlich vertrauen?
Schlüssselwörter: Anwendungsbeobachtungen, Wissenschaftsinstrument, Marketinginstrument, Medikamentenkosten
Krankenhauspharmazie 2008;29:381-5.

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