Pharmazeutische Betreuung bei diabetischem Fußsyndrom: klinischer Verlauf und Behandlungsergebnisse


Kristian Fresenius und Irene Krämer, Mainz

Das diabetische Fußsyndrom stellt eine häufige und besonders gravierende Folgeerkrankung des Diabetes mellitus dar. Die Schwere der physischen und psychischen Beeinträchtigungen sowie die hohen Krankheitskosten lassen der Prävention, Behandlung und Rezidivprophylaxe des diabetischen Fußsyndroms einen hohen Stellenwert zukommen. Daher etablierten und untersuchten wir den Einfluss einer pharmazeutischen Betreuung auf klinische und soziale Behandlungsergebnisse bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom. 52 Patienten mit diabetischem Fußsyndrom wurden in die randomisierte, kontrollierte Interventionsstudie eingeschlossen. Die Patienten der Interventionsgruppe wurden kontinuierlich durch einen Apotheker pharmazeutisch betreut; die Kontrollgruppe erhielt die übliche medizinische Betreuung. Zur Messung des Einflusses der pharmazeutischen Betreuung wurde als primärer Zielparameter der klinische Verlauf der Fußläsionen gewählt. Sekundäre klinische Zielparameter waren die Rezidivfreiheit und die Rehospitalisierungsrate. Weiterhin wurden arzneimittelbezogene Probleme dokumentiert und ausgewertet. Jeder Patient wurde über einen Zeitraum von 12 Monaten beobachtet. Die Studienergebnisse belegen einen positiven Einfluss der pharmazeutischen Betreuung auf die klinischen Endpunkte bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom. Nach 12 Monaten war die Anzahl an komplett abgeheilten bzw. nicht abgeheilten Läsionen in beiden Gruppen gleich. Doch die Zeitdauer bis zur Wundheilung der Indexläsionen konnte in der Interventionsgruppe deutlich verkürzt werden. Zudem konnte in der Interventionsgruppe die Anzahl an neu aufgetretenen Läsionen sowie weiterer Krankenhausaufenthalte um jeweils fast 50 % verringert werden. Insgesamt zeigt die klinisch-pharmazeutische Betreuung positive Ergebnisse und Tendenzen, die in weiteren Studien mit höheren Fallzahlen und einer längeren Beobachtungsphase bestätigt werden müssen. Aufgrund der Resultate wäre es wünschenswert, eine strukturierte und engmaschige pharmazeutische Betreuung der Patienten mit diabetischem Fußsyndrom regelhaft und über den bisherigen Rahmen hinaus anzubieten. Diese sollte in eine Betreuung der Patienten auch in öffentlichen Apotheken münden.
Schlüsselwörter: Diabetisches Fußsyndrom, Indexläsion, Wundheilung, Rezidiv, Rehospitalisierung, pharmazeutische Betreuung, Ergebnisverbesserung

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