Medikationsanalyse auf chirurgischen und internistischen Stationen


Welche Patienten profitieren besonders von pharmazeutischer Betreuung?

Kirsten Dahse, Sonja Mayer, Gröbenzell, Johanna Lerner, Michael H. Schoenberg, München, und Ulrich Krötsch, Gröbenzell

Ziel einer Arzneimitteltherapie ist die Optimierung des klinischen Zustands des Patienten bei Reduktion vermeidbarer arzneimittelbezogener Probleme (ABP). Diese Arbeit analysiert auftretende ABP und Kriterien, die Patienten für ABP prädisponieren, um mit gleichem Aufwand mehr Risikopatienten zu identifizieren und um Maßnahmen zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit im interdisziplinären Setting zwischen Kliniker, Krankenhaushygieniker und Pharmazeut einzuleiten. Auf chirurgischen und internistischen Stationen wurden neben ABP und involvierten Wirkstoffen Alter, Geschlecht, Serumcreatinin-Spiegel, Anzahl verordneter Wirkstoffe und Antibiotikatherapien aller visitierten Patienten anonymisiert in einer Access-Datenbank erfasst. Die ABP wurden ausgewertet und die häufigsten klinisch relevanten Interaktionen der Kategorien „kontraindiziert“ und „vorsichtshalber kontraindiziert“ zusammengefasst. Unterschiede zwischen Patienten mit und ohne ABP wurden analysiert und Kriterien für Risikopatienten definiert. Im Rahmen der Visitationen wurden die Kurven von 3366 Patienten analysiert. Bei 1324 Patienten wurden 2126 ABP festgestellt, darunter 327 ABP, die ursächlich mit der Gabe von Antibiotika im Zusammenhang standen. Den größten Anteil machten Arzneimittelinteraktionen und unzweckmäßige Dosierungen aus.
In die Risikoanalyse wurden die während einer dreimonatigen Projektdauer erhobenen Daten von 553 Patienten einbezogen. 229 Patienten mit 361 ABP vs. 324 Patienten ohne ABP wurden identifiziert. Serumcreatinin-Spiegel und Anzahl verordneter Wirkstoffe bei Patienten mit und ohne ABP unterschieden sich signifikant, jedoch nicht das Alter. Patienten mit einer laufenden Antibiose oder mindestens zehn Wirkstoffen oder einem Serumcreatinin-Spiegel von mehr als 1,3 mg/dl bei Männern und 1,1 mg/dl bei Frauen machten 80% aller Patienten mit einem ABP aus.

Schlüsselwörter:
Medikationsanalyse, arzneimittelbezogene Probleme, Risikopatienten, Alter, Nierenfunktion, Creatinin, Antibiotikatherapie

Krankenhauspharmazie 2015;36:451–7.

Liebe Leserin, lieber Leser, dieser Artikel ist nur für Abonnenten der KPH zugänglich.

Sie haben noch keine Zugangsdaten, sind aber KPH-Abonnent?

Registrieren Sie sich jetzt:
Nach erfolgreicher Registrierung können Sie sich mit Ihrer E-Mail Adresse und Ihrem gewählten Passwort anmelden.

Jetzt registrieren