Schnittstellenmanagement Arzt – Pflege


Dokumentationsqualität bei der Arzneimittelverordnung im Krankenhaus

Sabrina Enslin, Barbara Geyer, Kirsten Dahse und Christian Sickau, Gröbenzell

Der Stationsapotheker vor Ort nimmt in Kliniken eine wichtige Rolle zur Vermeidung von Medikationsfehlern ein. Nach durchgeführter individueller Medikationsanalyse bespricht der Apotheker mit dem medizinischen Personal die Patientenfälle mit Klärungsbedarf und bietet Vorschläge zur Optimierung und zu Alternativen an. Durch die persönliche Anwesenheit und fachliche Kompetenz gewinnt der Apotheker das Vertrauen der Ärzte und Pflegekräfte und wird bei Unsicherheiten bezüglich Arzneimittelfragen auch telefonisch kontaktiert. Im Rahmen der vorliegenden Projektarbeit in einer Klinik mit handschriftlich geführten Patientenakten wird die Qualität der Dokumentation auf pflegerischer und ärztlicher Seite analysiert mit dem Ziel, alle an der Behandlung Beteiligten für Fehlerquellen zu sensibilisieren. Die Ergebnisse sollen klinikintern eine Grundlage für die Argumentation zur Einführung eines elektronischen Verordnungssystems unter Mitwirkung der Apotheke schaffen. Nicht nur bei der manuellen Dokumentation der Pflege können Übertragungsfehler vorkommen, sondern auch formal unzutreffende Verordnungen des Arztes stellen ein Risiko für die Arzneimitteltherapiesicherheit des Patienten dar. Eine unklare Schreibweise, eine nicht eindeutige Verordnung durch Überschreiben von Arzneimittelnamen und Dosierungen sowie unvollständige Angaben führen zu arzneimittelbezogenen Problemen. Dokumentationsmängel bei der Dosierung von Arzneimitteln sind in der Stichprobe der häufigste Grund zur Anmerkung. Die Ergebnisse werden durch drei ausgewählte Fälle veranschaulicht. An der Schnittstelle zwischen Arzt und Pflege in der schriftlichen Dokumentation besteht von Aufnahmemedikation bis zu Therapieänderungen und Verlegungen im Laufe des Klinikaufenthalts Potenzial zur Verbesserung.
Schlüsselwörter: Schnittstelle, Pflegedokumentationssystem, Medikationsfehler, Übertragungsfehler, Arzt, Pflege, Kurvenvisite
Krankenhauspharmazie 2020;41:83–9.

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