APOSTAT – eine elektronische Datenbank zur Dokumentation und Analyse der pharmazeutischen Betreuung


Mareike Kunkel, Matthias Ganso und Irene Krämer, Mainz

Im Universitätsklinikum, jetzt Universitätsmedizin, Mainz werden seit 2004 stationäre und teilweise auch ambulante Patienten pharmazeutisch betreut. Für die elektronische Dokumentation dieser Tätigkeiten wurde von Apothekern ein Eingabeformular und eine Datenbank (APOSTAT [Apotheker auf Station]-Datenbank) in Microsoft Access® (MS Access®) entwickelt. Der Anspruch an die Datenbank und das Eingabeformular waren vor allem die Option zur schnellen und präzisen Eingabe und zur vielfältigen qualitativen und quantitativen Analyse der Daten. Die Funktionalität der Datenbank, das Design und die Funktionen des Formulars wurden in regelmäßigen Abständen entsprechend den Anregungen der Anwender angepasst und optimiert. Um die Qualität der Datenbank zu prüfen, wurde aus 4 690 im Universitätsklinikum Mainz durchgeführten pharmazeutischen Interventionen eine Stichprobe von 200 Interventionen randomisiert ermittelt und nach verschiedenen Gesichtspunkten wie Patientendemographie, arzneimittelbezogenes Problem, Ergebnis, ATC-Code, dem PIE-System (Problem-Intervention-Ergebnis-System) oder den resultierenden direkten Kosten für die Arzneimitteltherapie beispielhaft ausgewertet. Die APOSTAT-Datenbank ist sehr gut geeignet, pharmazeutische Betreuungen zu dokumentieren und zu analysieren. Durch Hinterlegung von Nachschlage-Tabellen wurden die Eintragungen weitestgehend konkretisiert und vereinfacht und die Dateneingabe kann innerhalb weniger Minuten erfolgen. Durch einfache Abfragen in MS-Access® können die unterschiedlichsten Parameter miteinander verknüpft, ausgewertet und die Analysen gespeichert werden. Mit der Kombination aus Papier- und EDV-basierter Erfassung und Dokumentation konnte erfolgreich der Nutzen von pharmazeutischer Betreuung im stationären Bereich beschrieben werden. Die Analyse der Stichprobe ergab, dass 71 % der Interventionen vom behandelnden Arzt akzeptiert wurden und 1 400 Euro an direkten Kosten eingespart werden konnten. Das häufigste arzneimittelbezogene Problem war eine nicht behandelte Indikation (13 %), vor allem wurde eine Änderung der Dosis, des Applikationszeitpunkts oder -intervalls (31 %) von einem Apotheker empfohlen und in nahezu 50 % der Fälle konnte die Patientensicherheit verbessert werden. In 45 % der analysierten Interventionen wurde die Relevanz von den intervenierenden Apothekern als moderat eingeschätzt. Die Wirkstoffe Ciprofloxacin (n = 12), Pantoprazol (n = 10) und Vancomycin (n = 8) verursachten am häufigsten Probleme in der Arzneimitteltherapie im Krankenhaus.
Schlüsselwörter: Pharmazeutische Intervention, arzneimittelbezogenes Problem, Dokumentation, Auswertung, Datenbank
Krankenhauspharmazie 2009;30:156–65.

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