Editorial Prof. Dr. Irene Krämer, Vorsitzende des ADKA-Ausschusses für die Herstellung und Analytik, Mainz

Aktualisierte ADKA-Leitlinie für die Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln

Übersicht Dirk Keiner, Suhl

Genderspezifische Aspekte in der Infektiologie

Multiresistente Erreger sind ein Problem in der Krankenversorgung und Antibiotikaresistenzen nehmen weltweit zu. Die Bemühungen, diese einzudämmen, sind national (DART) und international (WHO) groß. Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Prävention von Infektionen wie auch im Therapiemanagement sind aus epidemiologischen Studien bekannt. Diese sollten jedoch stärker beachtet und mit Blick auf die Arzneimitteltherapiesicherheit und das Medikationsmanagement berücksichtigt werden.
Schlüsselwörter: Antibiotika, Geschlechterunterschiede, Gendermedizin, Arzneimitteltherapiesicherheit
Krankenhauspharmazie 2017;38:2–5.

English abstract

Gender differences in infection diseases

The progressing antimicrobial multidrug resistance (MDR) in hospital is a major threat for patient care and health around the world. National and international strategies and organizations support programs to fight multidrug resistant microorganisms. Epidemiological studies have shown gender differences in prevention and management of infections. As a consequence differences between males and females should be included in medication management to guarantee medication safety.

Key words: antibiotics, gender differences, gender medicine, medication safety

Übersicht Wiltrud Probst, Heidenheim, und Katja de With, Dresden

Surveillance des Einsatzes von Antiinfektiva im Krankenhaus

Eine Umsetzungshilfe für den Klinikapotheker

Die Surveillance des Antiinfektivaeinsatzes gilt zusammen mit der Surveillance von Resistenzdaten zu Krankheitserregern und Infektionen weltweit als ein wichtiges Element von Antibiotic Stewardship (ABS). Die kontinuierliche Erfassung von Antiinfektivaverbräuchen, deren Bewertung, Kommunikation und Durchführung sich daraus ergebender Maßnahmen ist seit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes 2011 für deutsche Krankenhäuser gesetzlich verpflichtend. Eine aussagekräftige Surveillance mit regelmäßigen Trend- und Benchmark-Analysen ist ein wertvolles Instrument zur Beurteilung der Auswirkungen von ABS-Maßnahmen auf den Antibiotikaeinsatz und die Resistenzentwicklung. Der Klinikapotheker spielt bei der Datenerhebung, bei der Bewertung der Ergebnisse und Umsetzung von ABS-Maßnahmen eine wesentliche Rolle.
Schlüsselwörter: Surveillance, Antibiotika, Verbrauch, Infektionsschutzgesetz
Krankenhauspharmazie 2017;38:6–22.

English abstract

Surveillance of antibiotic consumption – the role of the clinical pharmacist

The availability of hospital-wide surveillance data of antimicrobial drug use and resistance is required for successful ABS programmes. Since the amendment of the German Infection Protection Act (Infektionsschutzgesetz [IfSG]) in 2011, continuous surveillance and evaluation of antimicrobial consumption data are mandatory for german hospitals. Monitoring of antibiotic consumption data enables internal and external benchmarking which is crucial to evaluate the impact of ABS-measures. As a member of the ABS-team clinical pharmacists are responsible for reporting antimicrobial use and therefore play an important role at implementing ABS programs.

Key words: Surveillance, antibiotic consumption, Infection Protection Act (IfSG)

Übersicht Eva Meyle, Heidelberg, und Donald Ranft, Leipzig, für den Ausschuss Antiinfektive Therapie

Implementierung von Antimicrobial- Stewardship-Programmen

Leitlinien der Infectious Diseases Society of America und der Society for Health Care Epidemiology of America 2016

IDSA und SHEA veröffentlichten im April die neue Leitlinie „Implementing an Antibiotic Stewardship Program“. Der Schwerpunkt der Leitlinie liegt auf der Bewertung und Empfehlung von ABS-Interventionen für die Praxis. Gleichzeitig erlaubt der Aufbau der Leitlinie den Krankenhäusern, sich aus den einzelnen Interventionen individuelle ABS-Programme zusammenzustellen und zu implementieren. Ziele der Leitlinie sind, das Patienten-Outcome zu verbessern, die Rate an unerwünschten Ereignissen, besonders die Inzidenz von Clostridium-difficile-assoziierten Diarrhöen zu senken und eine Verbesserung der Resistenzsituation zu erreichen. Als effektivste ABS-Maßnahmen werden die Vorabgenehmigung vor Therapiestart („pre-authorization“) und patientenspezifische Verordnungsanalysen mit Feedback im Rahmen von Antibiotika-Visiten („prospective audit and feedback“) empfohlen. Antimicrobial-Stewardship-Programme sollen interdisziplinär sein, unter Beteiligung von Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen und klinischen Pharmazeuten. Explizit soll ein Infektiologe mit Antimicrobial-Stewardship-Kenntnissen Leiter von Antimicrobial-Stewardship-Programmen sein.
Schlüsselwörter: Antimicrobial Stewardship, Antibiotic Stewardship, Leitlinie, Antibiotika-Resistenz, rationale Antiinfektivatherapie, Infectious Diseases Society of America
Krankenhauspharmazie 2017;38:23–5.

English abstract

Surveillance

In April the new guidelines for „Implementing an Antibiotic Stewardship Program“ have been published by IDSA and SHEA.

The guidelines focus on evaluation and recommendation of ABS interventions for daily practice. By means of the guidelines’ structure, hospitals are able to create and implement their individual ABS program as a selection of single interventions. Aims of the guidelines are the improvement of patient-outcome, reducing adverse events and Clostridium-difficile-associated diarrheas and lower antibiotic resistance rates. Recommended as most effective interventions are pre-authorization and prospective audit and feedback. ABS programs are supposed to be interdisciplinary, with involvement of physicians from different specializations and clinical pharmacists. ABS teams should be led by an clinical infectious diseases specialist equipped with particular ABS knowledge.

Key words: Antimicrobial stewardship, antibiotic stewardship, guideline, antibiotic resistance, rational antiinfective therapy, Infectious Diseases Society of America

Leitlininie Expertengremium: Cornelia Bruns, Bremen, Ralph Heimke-Brinck, Erlangen, Sebastian Herbig, Essen, Irene Krämer, Mainz, Franziska Krebs, Hamburg, Jürgen Maurer, Frankfurt/M., Michael Ober, Heidelberg, und Yvonne Remane, Leipzig

ADKA-Leitlinie für die Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln in der Krankenhausapotheke

Stand der letzten Änderung: 2.6.2016

Krankenhauspharmazie 2017;38:26–41.

Serie Holger Petri, Bad Wildungen

Analyse von CYP450-Wechselwirkungen – kleiner Aufwand, große Wirkung

Das Interaktionspotenzial der oralen Antidiabetika

Die oralen Antidiabetika können entsprechend ihrer Wirkungsmechanismen in unterschiedliche Arzneimittelgruppen eingeteilt werden. Glinide und Sulfonylharnstoffe wirken blutzuckerunabhängig insulinotrop und besitzen gegenüber anderen oralen Antidiabetika ein höheres Hypoglykämierisiko. Pharmakokinetische Wechselwirkungen sind bei Arzneistoffen aus diesen beiden Gruppen von hoher klinischer Relevanz. In den Interaktionstabellen (Tab. 1 und 2) wird das Verhalten der oralen Antidiabetika zu den Cytochrom-P450-Isoenzymen dargestellt.

Serie Dr. Gesine Picksak für den Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit

Der tückische Messlöffel

Eine Mutter traut sich die Dosierung des Antibiotikasafts für ihren Säugling mithilfe des recht ungenauen Messlöffels nicht zu, wodurch sich die notwendige Therapie um einen Tag verzögert. Eine beigefügte Dosierspritze hätte dieses Problem möglicherweise behoben.

Referiert & kommentiert Dr. Claus Gassner, Villingen-Schwenningen

Infektionen im Kindesalter

RNA-Test zur Unterscheidung bakterieller und viraler Infektionen bei Kindern

Bei hochfieberhaften Infekten im Kindesalter ist rasches Handeln erforderlich. In der Regel werden umgehend breitwirksame Antibiotika eingesetzt, auch wenn diese nur bei Bakterien, nicht aber Viren als Krankheitsursache indiziert sind. Mit einem neuartigen RNA-Test können zukünftig möglicherweise virale von bakteriellen Infektionen abgegrenzt und somit eine schnelle Entscheidung für oder gegen eine Antibiotikatherapie getroffen werden.

Referiert & kommentiert Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen

Systolischer Blutdruck

Niedriger Zielwert auch für ältere Patienten von Vorteil?

Bei älteren, ambulant behandelten Patienten im Alter ab 75 Jahren resultierte eine intensive medikamentöse Blutdrucksenkung (Zielwert systolisch <120 mm Hg) im Vergleich zu einer leitlinienkonformen Blutdrucksenkung (Zielwert systolisch <140 mm Hg) in einer signifikanten Reduktion klinischer Endpunkte, einschließlich der Gesamtsterblichkeit.

Referiert & kommentiert Dr. Jutta Zwicker, London

Psoriasis vulgaris

Ixekizumab wirksamer als Etanercept bei der Behandlung von Psoriasis

In den zwei Phase-III-Studien UNCOVER-2 und UNCOVER-3 zeigte Ixekizumab überlegene Wirksamkeit gegenüber Etanercept oder Placebo bei der Behandlung von moderater bis schwerer Psoriasis vulgaris. Die Linderung der Hautsymptome ging mit einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität einher.

Referiert & kommentiert Dr. Jutta Zwicker, London

Psoriasis vulgaris

Ixekizumab – sehr gute Wirksamkeit über 60 Wochen

Die Ergebnisse der UNCOVER-Studien bestätigen die Wirksamkeit von Ixekizumab bei moderater bis schwerer Psoriasis vulgaris über einen Zeitraum von 60 Wochen. Die Langzeitdaten offenbaren jedoch auch Risikosignale in Bezug auf die Sicherheit.

Referiert & kommentiert Solvejg Langer, Stuttgart

Herzinsuffizienz

Ixmyelocel-T als neuer Therapieansatz

In einer Phase-II-Studie wurde eine neuartige Zelltherapie bei Herzinsuffizienz getestet. Das Gemisch aus mesenchymalen Stammzellen und Makrophagen wird in das geschädigte Herzgewebe injiziert und soll dort immunmodulatorische Effekte haben sowie Angiogenese und Gewebeumbau fördern.

Notizen Bettina Christine Martini, Legau

Aktuelle Meldungen von EMA, FDA, BfArM und AkdÄ

ADKA intern Ausschuss Pharmazeutische Interventionen

DokuPIK-Interventionswoche im Februar 2017

Der Ausschuss Pharmazeutische Interventionen veranstaltet in der Zeit vom 1. bis 28. Februar 2017 eine DokuPIK-Interventionswoche.