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40. Jahrgang Heft 3 März 2019

Editorial
Prof. Dr. Martin J. Hug, Freiburg


Übersicht
Sandra Thiel, Andrea I. Ciplea, Ralf Gold und Kerstin Hellwig, Bochum
Erfahrungen aus dem Deutschen Multiple Sklerose und Kinderwunschregister

Familienplanung und Kinderwunsch sind bedeutende Aspekte im Leben der meisten Frauen. Da die multiple Sklerose zunehmend bei Frauen im jungen Erwachsenenalter diagnostiziert wird, ergeben sich viele Fragen sowohl für behandelnde Ärzte als auch für betroffene junge Paare, nicht nur zu den gegenseitigen Wechselwirkungen der multiplen Sklerose mit einer Schwangerschaft, sondern vor allem auch zum richtigen Umgang mit den verschiedenen immunmodulatorischen Therapien vor, während und nach einer Schwangerschaft. Im folgenden Übersichtsartikel sollen viele dieser praxisrelevanten Fragen geklärt werden. Einbezogen werden die gängige Literatur, aktuelle Sicherheitsdaten und Erfahrungen aus demDeutschen Multiple Sklerose und Kinderwunschregister. Dargestellt werden die pharmakokinetischen Besonderheiten zur Anwendung immunmodulatorischer Therapien während Schwangerschaft und Stillzeit.

Schlüsselwörter: Multiple Sklerose, Schwangerschaft, Stillzeit, Kinderwunsch, immunmodulatorische Therapien, Pharmakokinetik

Multiple sclerosis and family planning – Experiences from the German Multiple Sclerosis and Pregnancy Registry

The desire to have children is an essential aspect for most women. As multiple sclerosis typically has its onset in the childbearing phase of life, patients and treating physicians are frequently confronted with questions concerning family planning, pregnancy and childbirth, especially how to proceed prior to conceiving due to unknown safety of disease-modifying therapy exposure in early pregnancy. In this article we try to answer many practical relevant questions. We refer to established literature, current safety data and our own experiences from the German Multiple Sclerosis and Pregnancy Registry and we will present pharmacokinetic changes during pregnancy and lactation, which affect disease modifying therapies.

Key words: multiple sclerosis, pregnancy, lactation, desire to have children, disease modifying therapies, pharmacokinetic

Krankenhauspharmazie 2019;40:129–39.



Kongress
Solvejg Langer, Stuttgart
6. Kongress für Arzneimittelinformation am 1. und 2. Februar in Köln

Mittlerweile zum sechsten Mal fand unter dem Motto „Der Apotheker als Wissensmanager – mehr Sicherheit für Arzt und Patient“ der Kongress für Arzneimittelinformation in Köln statt. Auch in diesem Jahr erwartete die Besucher wieder eine bunte Palette an Vorträgen, Workshops und Postern – von den Basics zum richtigen Einstieg in die Arzneimittelinformation bis hin zu Spezialinformationen für die Profis.

Krankenhauspharmazie 2019;40:141–4.



Solvejg Langer, Stuttgart
Kongress für Arzneimittelinformation 2019

Cochrane-Reviews hat wahrscheinlich jeder in der Arzneimittelinformation tätige Apotheker schon einmal in der Hand (oder auf dem Bildschirm) gehabt. Doch auch hier gilt „Review ist nicht gleich Review“ und diese (Qualitäts-)Unterschiede müssen aufgedeckt und beurteilt werden. Wie das geht, hörten Teilnehmer eines Plenarvortrags beim 6. Kongress für Arzneimittelinformation am 1. und 2. Februar in Köln. Danach bot ein weiterer Vortrag die Möglichkeit, tiefer in die Nutzung von kostenlosen Suchdiensten wie Google Scholar und PubPharm einzusteigen.

Krankenhauspharmazie 2019;40:145–7.



Tanja Saußele, Stuttgart

Personalisierte Medizin ist bereits in aller Munde. Viele Patienten sind mit dem Begriff vertraut und wenden sich mit entsprechenden Fragen an ihren Arzt oder Apotheker. In seinem Vortrag „Pharmacogenomics und Precision Medicine – leere Worte oder konkrete Realität?“ erläuterte Professor Matthias Schwab aus Stuttgart, wie diese Präzisionsmedizin, im Sinne einer evidenzbasierten Wissenschaft, in die klinische Praxis gelangen kann.

Krankenhauspharmazie 2019;40:148–9.



Solvejg Langer, Stuttgart

Haben Ihre Eltern Sie als Kind so dazu gebracht, etwas zu essen, dass Sie gar nicht essen wollten? Sie wurden eiskalt manipuliert – die gute Nachricht: es war zu Ihrem Besten. Die Teilnehmer des Kongresses für Arzneimittelinformation konnten am Samstag erfahren, wie wir alle manipulieren, manipuliert werden und wie wir dem entgehen. Das Gute an der Manipulation: Sie ist nicht per se schlecht, sondern kann auch für Gutes eingesetzt werden.

Krankenhauspharmazie 2019;40:150–1.



Solvejg Langer, Stuttgart

Auch beim 6. Kongress für Arzneimittelinformation in Köln durfte ein Highlight nicht fehlen: die Top-Paper-Session. Dr. Dorothea Strobach, München, stellte wie auch in den letzten Jahren die wichtigsten Publikationen zum Thema Arzneimittelinformation vor – eingebettet in eine Science-Fiction-Welt aus Raumschiffen und Warp-Antrieben.

Krankenhauspharmazie 2019;40:152–3.



Bericht
Julia Richter und Claudia Langebrake, Hamburg

„Ein Tag der Freude“ – mit diesen Worten schlossen Prof. Frank Dörje, Präsident des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA), und Prof. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), die erste gemeinsame Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und Apotheker zur interprofessionellen Zusammenarbeit am 12. November 2018 in Hamburg.

Krankenhauspharmazie 2019;40:154–8.



Serie
Der Artikel wurde unter Einbeziehung von Diskussionsbeiträgen von Dr. Jörg Brüggmann, Berlin, Prof. Dr. Christoph Hiemke, Mainz, und Dr. Jochen Weber, Bad Wildungen, erstellt.
Das Interaktionspotenzial atypischer Antipsychotika

Wirksamkeit und Verträglichkeit einzelner atypischer Antipsychotika ist abhängig vom Metabolismus über Cytochrom-P450(CYP)-Isoenzyme. Auch können die Metaboliten zum klinischen Ansprechen beitragen. Das im engeren Sinn einzige „echte“ Atypikum Clozapin als Goldstandard in der Behandlung therapieresistenter Psychosen weist eine hohe intra- und interindividuelle Variabilität im Metabolismus auf. In der Interaktionstabelle (Tab. 1) wird das Verhalten der Substanzen dieser Wirkstoffgruppe zu den CYP-Enzymen dargestellt.



Dr. Gesine Picksak für den Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit
Alaun 2 % – Blaseninstillation intravenös?

Fehlende Kenntnis, Unaufmerksamkeit und eine unzureichende Kommunikation zwischen Arzt und Pflegekraft führten beinahe dazu, dass eine Alaun-Blaseninstallationslösung zur Blutungsstillung einer Patientin intravenös appliziert wurde; eine lebensbedrohliche Situation hätte die Folge sein können.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Gerrit Seifert, Mainz
NSAR bei Risikopatienten – Eine gute Idee?

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sind häufig verordnete und wirkungsvolle Arzneimittel. Der Einsatz von NSAR birgt allerdings das Risiko für Herz-Kreislauf- und Nierenprobleme. Viele Fachgesellschaften raten bei diesen Risikogruppen vom Einsatz von NSAR ab. Dadurch besteht die Gefahr des verstärkten Einsatzes von Opioiden zur Schmerzkontrolle mit entsprechenden Risiken. Die vorliegende Untersuchung konnte keinen Zusammenhang zwischen der kurzzeitigen Verordnung von NSAR und einem erhöhten Sicherheitsrisiko feststellen.



Hardy-Thorsten Panknin, Berlin
Kosteneffektivität eines Antibiotic-Stewardship-Programms

Ein Antibiotic-Stewardship-Programm ist langfristig kosteneffektiv. Der Aufwand für die Implementierung wird durch die Reduktion des Antibiotikaverbrauchs zur Therapie von Infektionen durch multiresistente Erreger ausgeglichen, so das Ergebnis einer komplexen spanischen Analyse.

 Mit einem Kommentar von Prof. Dr. med. Stefan Schröder, Düren



Solvejg Langer, Stuttgart
Dupilumab bei unkontrolliertem Asthma

Der gegen den Interleukin-4 Rezeptor gerichtete Antikörper Dupilumab könnte neben der atopischen Dermatitis auch eine Therapieoption bei Asthma bronchiale sein. In zwei Studien zeigte er einen positiven Einfluss auf Exazerbationsrate und forciertes exspiratorisches Volumen.



Simone Reisdorf, Erfurt
Acetylsalicylsäure – eine Dosis passt nicht für alle

Acetylsalicylsäure (ASS) wird in der kardiovaskulären Prävention häufig eingesetzt. Dabei kommen Dosen von weniger als 50 mg bis deutlich mehr als 500 mg pro Tag zur Anwendung, je nach Region, Leitlinie und Indikation. Körpergröße und Körpergewicht der Patienten spielten bei der Entscheidung über die Dosis bislang kaum eine Rolle. Eine Metaanalyse auf Ebene der Patientendaten stellt dieses Vorgehen nach dem Schema „One dose fits all“ infrage.



Dr. Maren Mundt, Duingen
Kürzerer Androgenentzug – bessere Lebensqualität

Die dreijährige Androgenentzugstherapie in Kombination mit Radiotherapie ist Standard für Patienten mit lokalisiertem Hochrisiko-Prostatakarzinom. In einer kanadischen Studie, in der die 36-monatige Behandlung mit einer 18-monatigen verglichen wurde, war die Gesamtüberlebenszeit in der Nachbeobachtung der beiden Gruppen nicht signifikant unterschiedlich. Die Lebensqualität war unter der kürzeren Therapie signifikant besser.



Dr. med. Marianne Schoppmeyer, Nordhorn
Positive Wirkung von Dextrose gegenüber Triamcinolon

Die konservative Therapie des Karpaltunnelsyndroms besteht – neben manueller Schonung und systemischer Gabe von Antiphlogistika – in der Injektion von Corticosteroiden in das perineurale Gewebe des N. medianus im Bereich der Handwurzel. Mögliche Nebenwirkungen wie Degeneration des Axons und Myelins, Sehnenruptur, Hautverdickung, Atrophie des Bindegewebes und andere beunruhigen Ärzte. In einer randomisierten doppelblinden klinischen Studie haben taiwanesische Wissenschaftler nun die Anwendung 5%iger Dextrose-Lösung im Vergleich mit dem Corticosteroid Triamcinolon untersucht.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau