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40. Jahrgang Heft 7 Juli 2019

Kongress
Solvejg Langer, Stuttgart
Der Closed-Loop-Medikationsprozess – aktueller Stand und Nutzen

Beim 44. Wissenschaftlichen Kongress der ADKA in Berlin legten Prof. Dr. Frank Dörje, Erlangen, und Priv.-Doz. Dr. Claudia Langebrake, Hamburg, in zwei Keynote-Lectures dar, wie es in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern um das Closed Loop Medication Management bestellt ist und welchen Vorteil diese Form der Patientenversorgung gegenüber der herkömmlichen hat.

Krankenhauspharmazie 2019;40:345–7.



Solvejg Langer, Stuttgart

Oder wie sich Priv.-Doz. Dr. Claudia Langebrake in ihrer Anmoderation der dritten Plenarsession beim diesjährigen ADKA-Kongress ausdrückte: „Ihr müsst solange lernen, bis eure Finger gleich lang sind.“ Einige vorgeschlagene Maßnahmen in dem Gebiet der Aus-, Fort- und Weiterbildung sind die Pflichtfortbildung und die Umstrukturierung des Pharmaziestudiums, über die auch im Seminar für Studierende anschließend noch angeregt diskutiert wurde. Da war man sich einig, dass die Fächer Klinische Pharmazie und Pharmakologie auf jeden Fall mehr Raum in der universitären Ausbildung einnehmen sollten.

Krankenhauspharmazie 2019;40:348–9.



Solvejg Langer, Stuttgart

In einem Seminar beim 44. wissenschaftlichen Kongress der ADKA in Berlin lag der Fokus auf aktuellen Entwicklungen in der Infektiologie. Zum einen wurde in diesem Jahr das Update der S3-Leitlinie „Strategien zur Sicherung rationaler Antibiotika-Anwendung im Krankenhaus“ veröffentlicht, zum anderen wurde beleuchtet, wie sich Antibiotic Stewardship in elektronischen Verordnungssystemen gestalten lässt.

Krankenhauspharmazie 2019;40:350–1.



Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart

Am 9. Februar 2019 trat die delegierte Verordnung (EU) 2016/161 zur europäischen Fälschungsschutzrichtlinie inkraft. Wie klappt ein Vierteljahr danach, zum Termin des 44. Wissenschaftlichen ADKA-Kongresses Anfang Mai, die praktische Umsetzung und welche Fragen sind noch offen? Darüber informierten Rudolf Bernard, München, und Prof. Dr. Martin Hug, Freiburg, in einem Seminar.

Krankenhauspharmazie 2019;40:352.



Solvejg Langer, Stuttgart
Was klinische Pharmazeuten gelesen haben sollten

Ein großes Highlight des Kongresses war wie bereits all die Jahre zuvor die Top-Paper-Session, die seit dem ADKA-Kongress 2010 in Freiburg ein fester Programmpunkt ist. Prof. Dr. Martin J. Hug, Dr. Matthias Fellhauer und Dr. Tilman Schöning stellten wegweisende Veröffentlichungen aus den Gebieten Innere Medizin, Infektiologie und Onkologie vor.

Krankenhauspharmazie 2019;40:353–5.



Antje Prenzel, Berlin

Vor zehn Jahren wurde der Seminartag „Von PTA für PTA“ für Krankenhaus-PTA ins Leben gerufen und erfreut sich seither großer Beliebtheit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen diesen Tag für einen regen Gedanken- und Erfahrungsaustausch. Von Beginn an unterstützt die ADKA diesen Seminartag unter anderem durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten und die Honorierung der Gastredner. Die inhaltliche Planung und Durchführung liegt in den Händen von Antje Prenzel, Leitung des Arbeitskreises Krankenhaus-PTA des BVpta e. V.

Krankenhauspharmazie 2019;40:356–8.



Originalarbeit
Inga Ulmer, Claudia Mildner, Irene Krämer, Mainz

Seit Oktober 2016 haben Patienten, die  3 Arzneimittel (AM) dauerhaft anwenden, gesetzlichen Anspruch auf einen bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP). Neben Machbarkeit, Praxistauglichkeit und Akzeptanz des BMP bei Patienten, Apothekern und Ärzten ist der positive Einfluss auf die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) ein weiterer relevanter Aspekt des BMP. In dem Modellprojekt Rheinland-Pfalz wurden 601 teilnehmende Patienten mittels einer elektronischen Version des bundesweiten Medikationsplans (eBMP) interdisziplinär und intersektoral in einem Online-Portal über jeweils sechs Monate betreut. Als sekundärer Endpunkt wurden die erstellten eBMP retrospektiv nach Art und Anzahl AMTS-relevanter Aspekte analysiert wie Risikoarzneimittel nach modifizierter ISMP-Liste, potenziell inadäquate Arzneimittel (PIM) für Patienten  65 Jahre (Priscus-Liste), Interaktionen und klinisch relevante Medikationsfehler während des Krankenhausaufenthalts. 70 % (423/601) der Patienten wendeten im Studienverlauf Risikoarzneimittel an und für 21 % (77/375) der älteren Patienten waren PIM verordnet. Krankenhausapotheker identifizierten während des Krankenhausaufenthalts bei 21 % (124/601) der Patienten 254 interventionsbedürftige Medikationsfehler. Jede achte vorgesehene Entlassmedikation wies Medikationsfehler auf. Hauptgründe der pharmazeutischen Interventionen waren klinisch relevante Interaktionen (29 %; 73/254), nicht geeigneter Einnahmezeitpunkt (21 %; 53/254) oder ungeeignete Dosierung (16 %; 41/254). Der eBMP kann als valide Datengrundlage für AMTS-Prüfungen herangezogen werden und ermöglicht die Analyse von potenziellen Arzneimittelrisiken nach Art und Häufigkeit. Zur Verbesserung der AMTS ist ein Medikationscheck in Verbindung mit der Erstellung des BMP erforderlich.

Schlüsselwörter: Medikationsplan, Bundeseinheitlicher Medikationsplan, Arzneimitteltherapiesicherheit

A nationwide-standardized medication plan to improve medication safety

Recently, the utilization of a nationwide standardized medication plan (MP) was enacted in the German healthcare system. Feasibility and acceptance of the electronic version (eMP) have been shown. Its impact on medication safety issues is another important aspect to be investigated.

About 600 patients were taken care by utilization of an eMP in a prospective, interdisciplinary multicenter study following hospitalization. Pharmacists and physicians updated the eMP for 6 months after hospital discharge. The compiled eMP were retrospectively analysed for the frequency and type of medication safety concerning issues (e.g. high alert medication according to an adapted version of ISMP classification, potentially inappropriate medication (PIM) for patients ≥ 65 years according to Priscus list, clinically relevant medication errors during hospital stay).

In total, for 601 patients 2,199 eMP with 23,479 datasets were compiled. About 10 % of the prescribed medication was classified as high-risk and 70 % of patients used one or more high-risk medication. At least one PIM was prescribed for every fifth elderly patient. For more than half of the patients, medication was changed during hospital stay and oftentimes initiated by pharmaceutical interventions. Hospital pharmacists detected 254 clinically relevant medication errors during hospital stay in 21 % of patients. Every eighth preliminary discharge medication revealed medication errors. Main reasons for pharmaceutical interventions were clinically relevant drug interactions (29 %), inappropriate time of medication intake (21 %) or false dosage (16 %).

The eMP can be used as reliable basis for medication reviews. Despite the utilization of eMPs, clinically relevant medication errors and prescribing of PIM got obvious. To improve medication safety, a combination of eMP and medication review is most successful.

Key words: Medication plan, nationwide standardized medication plan, medication safety

Krankenhauspharmazie 2019;40:359–66.



Analyse von CYP450-Wechselwirkungen
Holger Petri, Bad Wildungen
Das Interaktionspotenzial der Antiandrogene

Antiandrogene können die metabolische Aktivität verschiedener Cytochrom-P450(CYP)-Isoenzyme verändern und somit die Plasmaspiegel anderer Arzneimittel klinisch relevant verändern. Pharmakokinetische Interaktionsrisiken durch Komedikation sind dagegen nur im Einzelfall von Bedeutung. In der Interaktionstabelle (Tab. 1) wird das Verhalten der Antiandrogene zu den CYP-Enzymen dargestellt.



Serie
Dr. Gesine Picksak, AMTS-Beauftragte der ADKA
Erneut: Liegezeitverlängerung durch Falschlagerung einer Infusion?

Eine Etoposid-Infusionslösung wird durch versehentliche Lagerung im Kühlschrank und zusätzlich durch Einfrieren an der Kühlschrankrückwand unbrauchbar. Nur dank rascher erneuter Zubereitung kann der Chemotherapiezyklus fortgesetzt werden.



Referiert & kommentiert: Aus der internationalen Literatur
Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen
Intrathekale Gabe mesenchymaler Stammzellen

Mesenchymale Stammzellen aus dem Knochenmark (BM-MSC), zweimal im Abstand von 26 Tagen intrathekal verabreicht, sind möglicherweise bei der amyotrophen Lateralsklerose wirksam. Dies ergab eine randomisierte Phase-II-Studie, in der die BM-MSC-Gabe zusätzlich zu Riluzol im Vergleich zu einer Riluzol-Monotherapie untersucht wurde.



Dr. Claus Gassner, Villingen-Schwenningen
Vergleichbare Wirksamkeit von oralen und parenteralen Antibiotika

Die Therapie von Knochen- und Gelenkinfektionen ist komplex und in der Regel mit einer mehrwöchigen Antibiotikagabe verbunden. Hierbei ist die Wirksamkeit der oralen Anwendung von Antibiotika der intravenösen Gabe offensichtlich nicht unterlegen. Die Rate an Therapieversagern nach einem Jahr ist für beide Applikationswege vergleichbar. Komplikationen waren unter der parenteralen Gabe jedoch häufiger zu beobachten.



Dr. Marianne Schoppmeyer, Nordhorn
Keine funktionalen Verbesserungen unter Fluoxetin

Patienten, die nach einem Schlaganfall an einer Depression leiden, erhalten häufig das Antidepressivum Fluoxetin. Frühere Studien hatten gezeigt, dass das Medikament nicht nur antidepressiv wirkt, sondern auch die körperlichen Beeinträchtigungen verbessert. Diese Studienergebnisse konnten von einer britischen Forschergruppe nun jedoch nicht bestätigt werden.



Dr. Maja M. Christ, Stuttgart
Eine anhaltende Gewichtsreduktion kann Typ-2-Diabetes heilen

Einen bestehenden Typ-2-Diabetes durch anhaltende Gewichtsreduktion rückgängig machen? Den 2-Jahres-Daten der DiRECT-Studie zufolge ist das mithilfe eines strukturierten Gewichtsmanagementprogramms bei einem Teil der Patienten möglich. Etwa ein Drittel der Patienten war nach 24 Monaten noch in Diabetes-Remission – abhängig vom Ausmaß des Gewichtsverlusts. Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich im Lancet veröffentlicht.



Notizen
Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen