Editorial Prof. Dr. Frank Dörje, ADKA-Präsident

Eine runde Sache!

Kongress Solvejg Langer, Stuttgart

Der Medikationsprozess im Krankenhaus

44. Wissenschaftlicher Kongress des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e. V., Berlin

Mehr als 1000 Teilnehmer fanden in diesem Jahr den Weg nach Berlin zum wissenschaftlichen Kongress der ADKA. Unter dem Motto „Der Medikationsprozess im Krankenhaus – eine runde Sache“ drehte sich in drei Keynote-Lectures, elf Seminaren und Workshops sowie zwölf Satellitensymposien alles um das Closed Loop Medication Management. Außerdem wurden zahlreiche Preise an Projekte aus Krankenhausapotheken vergeben und in diesem Jahr zum insgesamt 26. Mal die ADKA-Ehrennadel verliehen.
Krankenhauspharmazie 2019;40:297–300.

Kongress Solvejg Langer, Stuttgart

Preisverleihungen anlässlich des ADKA-Kongresses 2019

Im Rahmen des ADKA-Kongresses 2019 in Berlin wurden zahlreiche Arbeiten aus deutschen Krankenhausapotheken mit Preisen ausgezeichnet. Der Innovationspreis 2019 ging an ein Team aus Kassel, die beste Doktor- und Diplomarbeit kamen in diesem Jahr aus München. Daneben wurden noch drei Posterpreise für wissenschafts- und praxisorientierte Poster verliehen. Über den Autorenpreis der Krankenhauspharmazie durfte sich ein Autorenteam aus Mainz freuen. Die besten Ausbildungsapotheken im Bereich Krankenhaus waren in diesem Jahr allesamt Häuser, die diesen Wettbewerb schon einmal für sich entscheiden konnten.
Krankenhauspharmazie 2019;40:301–4.

Seite 305 -310
Kongress Bericht von Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart

ADKA-Mitgliederversammlung 2019

Ein Höhepunkt der ADKA-Mitgliederversammlung 2019 war die Verleihung der ADKA-Ehrenmitgliedschaft an Rudolf Bernard. Wegweisende Entscheidungen wurden in Bezug auf die Ausschussstruktur getroffen: Um den Verband für die Umsetzung des ADKA-Ziels 2021 „Closed Loop Medication Management“ zu rüsten, wurde ein Ausschuss „Elektronische Verordnung“ gegründet und das Thema Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in die Koordinierungsgruppe „Ziel 2021“ eingegliedert; das Handlungsfeld Medikationsfehler des bisherigen Ausschusses „Arzneimitteltherapiesicherheit“ wurde in den Ausschuss „Pharmazeutische Interventionen“ integriert. Turnusgemäß wurden alle Ausschussvorsitzenden neu gewählt. Rudolf Bernard stellte sein Amt als 2. Vorsitzender zur Verfügung, weil er ab September die Geschäftsführung der ADKA übernehmen wird. Almut Weygand stellte sich als seine Nachfolgerin erfolgreich zur Wahl.
Krankenhauspharmazie 2019;40:305–10.

Seite 311 -321
Übersicht Jürgen Barth, Gießen

Tumoragnostische Krebstherapie

Nach zielgerichteter Therapie (targeted therapy) und personalisierter Therapie (personalized therapy) gibt es nun den Begriff der tumoragnostische Therapie (tumor agnostic therapy) im Rahmen der Präzisionsonkologie (precision oncology). Nachdem Pembrolizumab zunächst nur für bestimmte Tumorentitäten eingesetzt wurde, wurde es 2017 von der Food and Drug Administration (FDA) für solide Tumoren mit bestimmten Eigenschaften, aber unabhängig vom Tumorausgangsgewebe, zugelassen. Im Jahr 2018 folgte die Zulassung von Larotrectinib für pädiatrische und adulte Tumoren mit Fusionsmutationen der Neurotrophic Receptor Tyrosine Kinase-Gene (NTRK sprich Entrek) ohne weitere bekannte Resistenzmutationen. Die Anwendung erfolgt also nicht nach Organotropie, sondern biomarkergesteuert bei Vorliegen der genannten Genfusionen. Weitere Substanzen sind in der Entwicklung bzw. bereits in klinischer Prüfung. Dieser Beitrag gibt einen Einblick in dieses sich fortentwickelnde Gebiet der Präzisionsonkologie.
Schlüsselwörter: Neurotrophic Receptor Tyrosine Kinase Gene, NTRK, Tropomyosin-Rezeptor-Tyrosinkinase, TRK, Next Generation Sequencing, Fusionsmutationen, Biomarker, Präzisionsonkologie
Krankenhauspharmazie 2019;40:311–21.

English abstract

Tumor agnostic cancer therapy

After targeted therapy and personalized therapy the term tumor agnostic therapy in the context with precision oncology was created. In 2017 pembrolizumab was approved by the Food & Drug Administration (FDA) for solid tumors with certain characteristics, but independent of tumor histology. In 2018 larotrectinib was approved for pediatric and adult tumors with fusion mutations of the neurotrophic receptor tyrosine kinase gene (NTRK) without known acquired resistance mutations. The use is not determined by organotropism, but biomarker driven, namely in the presence of the mentioned gene fusions. Other molecules are under development or in clinical trials respectively. This article gives insight into the developing landscape of precision oncology.

Key words: Neurotrophic receptor tyrosine kinase gene, NTRK, tropomyosin receptor tyrosine kinase, TRK, next generation sequencing, fusion mutation, biomarker, precision oncology

Seite 322 -325
Bericht Dominik Schuler, Villingen-Schwenningen

Individualisierte Krankenhauspharmazie für besondere Patientenbedürfnisse

Bericht vom 24. EAHP-Kongress 2019 in Barcelona

Unter dem Motto „Personalised Hospital Pharmacy – Meeting the needs of every patient“ fand vom 27. bis zum 29. März der 24. Kongress der European Association of Hospital Pharmacists (EAHP) statt. Teilnehmer aus mehr als 60 Ländern trafen sich im Centre de Convencions Internacional de Barcelona (CCIB). Damit war die katalanische Hauptstadt nach 2014 erneut Veranstaltungsort des EAHP-Kongresses. Über 3000 Besucher machen den Kongress zum größten seiner Art auf dem „alten Kontinent“. Auch in diesem Jahr wurde ein umfassendes Programm bestehend aus Keynote-Lectures, Satelliten-Veranstaltungen, Seminaren und Workshops angeboten.
Krankenhauspharmazie 2019;40:322–5.

Seite 326 -327
Bericht Miriam Gyalrong-Steur, München

ABP als Ursache für Klinikeinweisungen

Arzneimittelbezogene Probleme können (Mit-)verursacher für Klinikeinweisungen sein, werden aber häufig nicht als solche erkannt. Teilnehmer am 24. EAHP-Kongress konnten in einem Seminar Strategien zur Erkennung solcher Probleme und Möglichkeiten zur Intervention kennelernen.
Krankenhauspharmazie 2019;40:326–7.

Serie Dr. Gesine Picksak für den Ausschuss für Arzneimitteltherapiesicherheit

Medikationsfehler

Sound-alikes – die nächsten Beispiele …

Und schon wieder ist es zu Verwechslungen von Arzneimitteln mit ähnlich klingenden Namen, sogenannten Sound-alikes, gekommen. Begünstigt wird diese Verwechslung beispielsweise durch mündliche Verordnungen, Missverständnisse bei mündlichen Übergaben und fehlende Überprüfungen bzw. Rückversicherungen bei Unsicherheiten [4].

Seite 332 -338
Referiert & kommentiert Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Pneumonie und Hautinfektionen

Neues Antibiotikum Omadacyclin

In zwei aktuellen Phase-III-Studien wurden Wirksamkeit und Sicherheit von Omadacyclin gegenüber Moxifloxacin bei ambulant erworbener Pneumonie und gegenüber Linezolid bei akuten Hautinfektionen geprüft.

Seite 332 -338
Referiert & kommentiert Dr. Claus Gassner, Villingen-Schwenningen

Schwangerschaftsdiabetes

Kein Unterschied zwischen Metformin und Insulin in Bezug auf die kindliche Entwicklung

Wird ein durch die Schwangerschaft hervorgerufener Diabetes mellitus nicht adäquat behandelt, sind schwerwiegende Folgen für das Kind möglich. Nach den Ergebnissen der vorliegenden Studie kann für die Therapie sowohl Insulin als auch Metformin verwendet werden, ohne dass die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes nach der Geburt durch die Medikamente negativ beeinflusst wird.

Seite 332 -338
Referiert & kommentiert Dr. Petra Jungmayr, Esslingen

Fortgeschrittenes Hormonrezeptor-positives Mammakarzinom

Palbociclib und Fulvestrant in der Zweitlinientherapie

Die Kombination aus dem Anti-Estrogen Fulvestrant und Palbociclib, einem Inhibitor der Cyclin-abhängigen Kinase (CDK) 4 und 6, verlängerte in Subgruppen das Gesamtüberleben von Frauen, die an einem Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen, fortgeschrittenen Mammakarzinom erkrankt waren. In der Gesamtstudiengruppe war der Unterschied in der Überlebenszeit nicht signifikant.

Seite 332 -338
Referiert & kommentiert Dr. Maren Mundt, Duingen

Akute lymphatische B-Zell-Leukämie

Überlebenszeit als Maßstab für Kosteneffizienz

Bei Kindern und jungen Erwachsenen mit refraktärer oder rezidivierter akuter lymphatischer B-Zell-Leukämie betragen die krankheitsfreien Überlebensraten über einen Fünfjahreszeitraum 10 bis 20 %. CAR-T-Zellen, die sich gegen das CD19-Antigen von Leukämiezellen der B-Zelllinien richten, stellen eine neue potenziell kurative Behandlungsoption dar, die jedoch sehr teuer ist. Wissenschaftler in den USA schlagen die gewonnenen Lebensjahre und die Lebensqualität in dieser Zeit als Parameter für den Nutzen der Therapie vor.

Seite 332 -338
Referiert & kommentiert Gerrit Seifert, Mainz

Multiresistenter Staphylococcus aureus

MRSA-Sanierung nach Krankenhausentlassung reduziert Infektionsrisiko

Patienten, die mit multiresistentem Staphylococcus aureus (MRSA) besiedelt sind, haben ein hohes Risiko, nach ihrer Krankenhausentlassung an einer MRSA-Infektion zu erkranken. Die Resistenz gegenüber gängigen Antibiotika erschwert die Behandlung einer solchen Infektion. Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass eine Kombination aus MRSA-Sanierung mit Chlorhexidin und Mupirocin sowie einer umfassenden Patientenschulung einer reinen Patientenschulung überlegen ist und das Infektionsrisiko senkt.

Seite 332 -338
Referiert & kommentiert Dr. Annette Junker, Wermelskirchen

Allogene Stammzelltransplantation

Zusammensetzung des Mikrobioms entscheidend für das Gesamtüberleben

Notizen Bettina Christine Martini, Legau

Aktuelle Meldungen von EMA, FDA, BfArM und AkdÄ

ADKA intern

Praxismodul: Apotheken in klinischen Studien

Voraussetzungen schaffen – Herausforderungen meistern