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Editorial Prof. Dr. Frank Dörje, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker e. V. (ADKA)

Selbstbewusst in ein neues Jahrzehnt!

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Originalarbeit Bastian Mende, Essen, Irene Krämer, Jannik Almasi, Mainz, Christoph Klaas, Bernhard Rainer Kujau, Münster, Swantje Eisend, Herwig Heindl, Kiel, Jacopo Raffaelli, Calw, und Jochen Schnurrer, Essen

Best Practices zur Implementierung und zum Einsatz der APOTECAchemo Technologie

Konsentierte Empfehlungen der deutschen APOTECAcommunity

Die Implementierung einer Roboterlösung in der Krankenhausapotheke sollte mit dem Ziel geplant und strukturiert werden, dass sich automatisierte und manuelle Herstellung gegenseitig effizient ergänzen und parallel ablaufen. Die deutsche Community der APOTECAchemo-Nutzer und -Technologieexperten erstellte während eines zweitägigen Treffens im September 2018 Best Practices für die optimale Implementierung und anschließende Anwendung der APOTECAchemo-Technologie in deutschen Krankenhausapotheken. Vor dem Treffen der APOTECAcommunity wurde eine Umfrage mit 24 Statements bzw. Empfehlungen zur Implementierung und zum Einsatz der APOTECAchemo-Technologie an die deutschen APOTECAchemo-Nutzer gesendet. Die 24 Best Practices wurden vier Kategorien zugeordnet: Workflow & Organisation, Produktion, Rollen & Verantwortlichkeiten sowie Qualität & Prozesskontrolle. Die Umfrageteilnehmer wurden gebeten, die gesammelten Best Practices hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit in deutschen Krankhausapotheken zu bewerten. Basierend auf den Ergebnissen der Umfrage wurden die Best Practices für die vier Kategorien während des Treffens bestätigt bzw. angepasst sowie zusätzliche Best Practices definiert. Es wurden Best Practices für die Implementierung und Nutzung der APOTECAchemo-Technologie durch die deutsche APOTECAcommunity konsentiert. Die von der deutschen APOTECAchemo-Community definierten Best Practices sind von Nutzen für erfahrene Anwender und insbesondere für Krankenhausapotheken, die die Technologie neu implementieren.
Schlüsselwörter: Best Practices, Robotik, Arbeitsfluss, Qualitätssicherung, Anwendertreffen Deutschland
Krankenhauspharmazie 2020;41:3–10.

English abstract

Best Practices for the implementation and use of the APOTECAchemo technology agreed by the German hospital pharmacy user group

Robotic systems, designed for the aseptic preparation of ready-to-administer parenterals in hospital pharmacies, should facilitate a fully integrated workflow and a process organization interconnecting the automated and manual preparation.

During a two-day meeting in September 2018, the German community of APOTECAchemo users and technology experts developed Best Practices for the optimal implementation and subsequent application of APOTECAchemo technology in pharmacy based aseptic preparation of ready-to-administer antineoplastic medicinal products.

Prior to the meeting of the user group a survey with 24 statements for the implementation and use of the APOTECAchemo technology was sent to the German APOTECAchemo users. The 24 Best Practices were assigned to 4 categories: workflow & organization, production, roles & responsibilities and quality & process control. The survey participants evaluated the proposed Best Practices in view of the practicability in German hospital pharmacies. During the meeting, results of the survey were consented or adapted and additional best practices were defined.

The best practices defined by the German APOTECAchemo community support experienced users and are especially useful for hospital pharmacies newly implementing the technology.

Key words: Best Practices, robotic, German user group, workflow, quality control

Seite 11 -15
Originalarbeit Viktoria Mühlbauer, Hamburg

Verständliche Beipackzettel

Ein Ding der (Un-)Möglichkeit?

Patienten und Angehörige der Gesundheitsberufe nutzen häufig den Beipackzettel, um Informationen zu Nebenwirkungen von Arzneimitteln zu erhalten. Dass häufig kein kausaler Zusammenhang zwischen gelisteter Nebenwirkung und Arzneimitteleinnahme besteht oder mit einer geringeren Häufigkeit als dargestellt, ist sowohl Patienten als auch Angehörigen der Gesundheitsberufe selten bewusst. Dabei gibt es Möglichkeiten, diesen Sachverhalt verständlich darzustellen und folglich informierte Entscheidungen zu ermöglichen. In den Gesundheitswissenschaften der Universität Hamburg wurden zwei Studien zu diesem Thema durchgeführt und publiziert, die hier nochmals zusammenfassend dargestellt werden.
Schlüsselwörter: Beipackzettel, Nebenwirkung, gemeinsame Entscheidungsfindung, Faktenbox
Krankenhauspharmazie 2020;41:11–5.

English abstract

Comprehensible package leaflets – almost (im)possible?

Patients and health care professionals often use package leaflets to retrieve information on the side effects of drugs. Often neither patients nor health professionals are aware of the fact that there is no causal relation between the listed side effect and drug intake or with a lower frequency than listed there. However, it is possible to provide patients with the information necessary to allow them to make informed decisions. Our research group from Health Sciences and Education, Hamburg University, carried out and published two studies on this topic. Here we present a summary of our findings.

Key words: package leaflet, side effects, shared decision-making, drug facts box

Seite 17 -24
Bericht Carina Vetye, München und Buenos Aires

Pharmazeutisches Know-how in Katastrophensituationen

In Katastrophensituationen sind viele zusätzliche Verletzte und Kranke in kurzer Zeit zu versorgen, obwohl die lokale Infrastruktur und das einheimische Gesundheitspersonal auch von der Katastrophe betroffen sind. Dann ist internationale Hilfe – beispielsweise in Form von Feldapotheken – besonders wichtig, um das lokale Gesundheitssystem zu entlasten: Die Arbeit mit einer solchen Apotheke muss allerdings erlernt werden.
Krankenhauspharmazie 2020;41:17–24.

Seite 25 -28
Serie Holger Petri, Bad Wildungen

Interaktionscheck

Das Interaktionspotenzial der Anxiolytika

Die Anxiolytika sind eine pharmakologisch heterogene Gruppe von Arzneimitteln. Aus der Gruppe der Benzodiazepine sollten Lorazepam und Oxazepam bevorzugt angewandt werden, weil sie ein vorteilhaftes pharmakokinetisches Profil aufweisen. Dieses beinhaltet auch ein inertes Verhalten zu den Cytochrom-P450(CYP)-Enzymen und schließt diesbezügliche Interaktionsrisiken aus. Der Metabolismus von Buspiron erfolgt primär über CYP3A4, weshalb Wechselwirkungen mit CYP3A4-Modulatoren zu beachten sind. Opipramol ist ein Substrat von CYP2D6. Pregabalin wird weitgehend unverändert ausgeschieden. In der Interaktionstabelle (Tab. 1) wird das Verhalten der einzelnen Arzneimittel zu den CYP-Enzymen zusammengefasst.

Seite 29 -30
Serie Tanja Schicksnus, Bad Pyrmont, und Dr. Gesine Picksak, AMTS-Beauftragte der ADKA

Medikationsfehler

Eine unvollständige Arzneimittelanamnese lässt Patienten und Arzt schwitzen

Eine unvollständige Arzneimittelanamnese führte dazu, dass Arzneimittelinteraktionen nicht sofort als solche erkannt wurden. Da Patienten absichtlich und unabsichtlich eingenommene Medikamente verschweigen, sollte bei unerwünschten Ereignissen immer in Betracht gezogen werden, dass es sich dabei um Nebenwirkungen oder Interaktionen von Arzneimitteln handeln kann, deren Einahme dem medizinischen Personal nicht bekannt war.

Seite 31 -37
Referiert und kommentiert Sylvia Obermeier, Villingen-Schwenningen

Früherkennung kolorektaler Neoplasmen

Effekt einer Einzeldosis Acetylsalicylsäure auf die Sensitivität immunologischer Stuhltests

Für das Screening zur Erkennung kolorektaler Neoplasmen werden mittlerweile fäkale immunochemische Stuhltests (FITs bzw. iFOBTs) empfohlen. Die Mehrheit der kolorektalen Karzinome kann hierdurch erkannt werden. Dagegen ist die Sensitivität zur Entdeckung fortgeschrittener Adenome, den Vorstufen der Karzinome, bislang nur unzureichend.

Seite 31 -37
Referiert und kommentiert Dominik Schuler, Villingen-Schwenningen

Nosokomiale Infektionen

Einzelzimmer im Krankenhaus – wirksame Infektionsprävention?

Die Empfehlung zu Einzelzimmern in der Planung neuer Gesundheitseinrichtungen beruht auf der Annahme, dass so die Übertragung von Krankheitserregern und damit das Auftreten nosokomialer Infektionen verringert werden kann. Die vorliegende Studie einer Arbeitsgruppe am Royal Victoria Hospital in Montreal (Provinz Québec; Kanada) bestätigt diese Annahme für bestimmte grampositive Erreger.

Seite 31 -37
Referiert und kommentiert Dr. Petra Jungmayr, Esslingen

Prostatakarzinom

Verzögerte Diagnose unter der Einnahme von 5-α-Reduktase-Hemmern

Die Einnahme von 5-α-Reduktase-Inhibitoren und eine damit einhergehende Senkung des PSA-Werts können die Aussagekraft eines PSA-Screenings beeinträchtigen und zu einer verzögerten Krebsdiagnose sowie zu einer erhöhten Mortalität führen.

Seite 31 -37
Referiert und kommentiert Solvejg Langer, Stuttgart

Diabetes mellitus

Führen SGLT2-Inhibitoren zu Harnwegsinfekten?

Durch SGLT2-Inhibitoren ist im Harntrakt vermehrt Glucose verfügbar, was Bakterienwachstum und somit Harnwegsinfekte möglicherweise begünstigt. Eine aktuelle Kohortenstudie zeigte keinen solchen Zusammenhang, allerdings wurden nur Patienten ohne besonderes Risiko für Harnwegsinfekte untersucht.

Seite 31 -37
Referiert und kommentiert Maximilian Günther, Bonn

Metastasiertes Prostatakarzinom

Cabazitaxel im Vergleich mit Abirateron oder Enzalutamid bei progredienter Erkrankung

Cabazitaxel erweitert die Therapiemöglichkeiten beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom. In der vorliegenden randomisierten kontrollierten Studie zeigt der Wirkstoff eine bessere Wirksamkeit nach vorangegangener Chemotherapie mit Docetaxel und Krankheitsprogression unter Abirateron oder Enzalutamid als ein Wechsel zum anderen Androgen-Signalweg-Inhibitor.

Seite 31 -37
Referiert und kommentiert Dr. Claudia Bruhn, Berlin

Behandlung des Pseudokrupps

Wahlfreiheit beim Cortison

Zur Notfallbehandlung schwerer Pseudokrupp-Anfälle bei Kindern haben sich Glucocorticoide etabliert, die als Einzeldosis am häufigsten oral, intravenös, als Aerosol oder rektal verabreicht werden. Eine kürzlich publizierte Studie hatte untersucht, ob orales Prednisolon oder niedrigdosiertes Dexamethason genauso effektiv sein können wie die Standarddosis Dexamethason.

Seite 38
Notizen Dr. rer. nat. Stefan Fischer

G-BA-Beschluss

Fixdosiskombination aus Empagliflozin und Linagliptin bei Diabetes mellitus Typ 2

Seite 39 -42
Notizen Bettina Christine Martini, Legau

Aktuelle Meldungen von EMA, FDA, BfArM und AkdÄ

Seite 43
ADKA intern

vdek-Zukunftspreis 2019 für pharmazeutische Arzneimittelanamnese in der Anästhesieambulanz

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) verlieh 2019 zum zehnten Mal den vdek-Zukunftspreis, diesmal zum Thema „Patientensicherheit“. Die Apotheke des Klinikums der Universität München belegte den mit 8000 Euro dotierten zweiten Platz mit dem Projekt „Mehr Patientensicherheit bei Operationen – Integration eines Apothekers in die Anästhesieambulanz“.