Seite 405 -406
Editorial Priv.-Doz. Dr. Claudia Langebrake Vorsitzende des Wissenschaftlichen Komitees der ADKA

Wissenschaft in der Krankenhauspharmazie in Pandemiezeiten – und es geht doch …

Seite 407 -415
Übersicht Ute Blassmann, Heidelberg, Otto Frey, Anka Röhr und Alexander Brinkmann, Heidenheim

Therapeutisches Drug-Monitoring von Antibiotika bei kritisch kranken Intensivpatienten

Praktische Umsetzung in der klinischen Routine

Die individuelle Dosisanpassung von Antibiotika ist zentraler Bestandteil der klinisch-pharmazeutischen Beratung in der Intensivmedizin. Aktuelle Leitlinien fordern darüber hinaus bei schwerkranken Patienten eine individuelle Dosierung unter Serumspiegelkontrolle. Neben der zeitnahen Quantifizierung im Apothekenlabor kann der klinische Pharmazeut als Teil des interprofessionellen Teams bei der Auswahl, der Dosierung und der Applikation unterstützen. Am Beispiel der am häufigsten verwendeten Beta-Lactame wird die Umsetzung des therapeutischen Drug-Monitorings in der klinischen Routine dargestellt.
Schlüsselwörter: Pharmakokinetik, TDM, Antibiotika, Dauerinfusion
Krankenhauspharmazie 2020;41:407–15.

English abstract

Therapeutic drug monitoring of antibiotics in critically ill patients

Antibiotic dose adjustment presents a central part of a clinical pharmaceutical service for critically ill patients. To address pharmacokinetic changes in critically ill patients, current guidelines now call for dosing additionally personalized through therapeutic drug monitoring (TDM). Clinical pharmacists can support with prompt measurement in the pharmacy laboratory and can give advice in the selection, dosage and application of antibiotics as part of the interprofessional team. This paper will provide a practical guide on how antimicrobial TDM can be applied in everyday clinical practice by the example of the most frequently used ß-lactams.

Key words: Pharmacokinetics, TDM, antibiotics, continuous infusion

Seite 416 -420
Übersicht Claudia Mildner, Mainz, und Dorothea Strobach, München

Evidenz in der Arzneimittelinformation

Chancen und Grenzen

Einfach formuliert ist evidenzbasiertes Handeln das zu tun, was erwiesenermaßen wirksam, sinnvoll und umsetzbar ist. In diesem Artikel soll auf zwei Aspekte evidenzbasierten Handelns für die Arzneimittelinformation eingegangen werden: Welche evidenzbasierten Empfehlungen gibt es für die Arbeitsweise der Arzneimittelinformation? Was muss bei der Nutzung vorhandener Evidenz für die Beantwortung von Anfragen bedacht werden?
Schlüsselwörter: Arzneimittelinformation, evidenzbasierte Arbeitsweise, evidenzbasierte Medizin
Krankenhauspharmazie 2020;41:416–20.

English abstract

Evidence in drug information – chances and limitations

Put briefly, working evidence-based could be defined as taking into practice what has been shown to be effective, useful and realizably. We discuss two aspects of evidence-based working in the context of drug information: What recommendations can be drawn for an evidence-based working method in drug information? What has to be considered when using available evidence while answering drug information requests?

Key words: Drug information, evidence-based working, evidence-based medicine

Seite 421 -428
Übersicht Martin J. Hug, Freiburg

Umsetzung der Falsified Medicines Directive in der Krankenhausapotheke

Wo sind wir in 2020 und was erwartet uns in der Zukunft?

Arzneimittelfälschungen stellen eine ernste Bedrohung für die Therapiesicherheit dar, sind aber innerhalb der legalen Vertriebskette glücklicherweise eher selten. Dennoch hat die Europäische Union mit der Falsified Medicines Directive ein Maßnahmenpaket geschnürt, das derartige kriminelle Aktivitäten erschweren oder unmöglich machen soll. Seit dem 9. Februar 2019 sind aufgrund dieser Richtlinie alle pharmazeutischen Unternehmen verpflichtet, bestimmte Humanarzneimittel mit Sicherheitsmerkmalen auszustatten, die von den Apotheken bei der Abgabe an den Patienten überprüft werden müssen. Die Umsetzung dieser Richtlinie stellt alle Beteiligten vor größere Herausforderungen, da die technischen und personellen Ressourcen in Krankenhausapotheken a priori nicht vorhanden sind. Deshalb sind auf nationaler wie europäischer Ebene Bemühungen notwendig, den Prozess durch Maßnahmen wie Automatisierung, Aggregation und warenbegleitende Datenlieferung zu vereinfachen.
Schlüsselwörter: Falsified Medicines Directive, delegierte Verordnung, Serialisierung, Aggregation, warenbegleitende Datenlieferung
Krankenhauspharmazie 2020;41:421–8.

English abstract

Implementation of the Falsified Medicines Directive in the hospital pharmacy – where are we in 2020 and what is to be expected in the future?

Counterfeit medicines impose a severe threat against medication safety but fortunately only occur rarely within the legal supply chain. Nevertheless, with the Falsified Medicines Directive the European Commission has unveiled a package of measures that render such criminal activities excessively difficult or practically impossible. As of February 9th 2016, all marketing authorization holders are required to place safety features on the packaging of certain medicinal products for human use, that need to be verified by the pharmacy staff upon supply to the public. The implementation of said directive however imposes major challenges to all parties involved, since neither technical nor human resources of hospital pharmacies can be expected to be already in place. Therefore, efforts are necessary at the national as well as at the European level to ease the burden by measures such as automation, aggregation and mass decommission via electronic shipment advice.

Key words: Falsified Medicines Directive, Commission Delegated Regulation (EU) 2016/161, serialization, aggregation, mass decommission via electronic shipment advice

Seite 429 -432
Kongress Solvejg Langer, Stuttgart

Top-Papers 2020

Was klinische Pharmazeuten gelesen haben sollten

Ein großes Highlight des ADKA-Kongresses ist die Top-Paper-Session, die seit über zehn Jahren ein fester Programmpunkt ist. Der Kongress musste dieses Jahr aus bekannten Gründen abgesagt werden. Auf Lesetipps muss trotzdem niemand verzichten. Prof. Dr. Martin J. Hug, Dr. Matthias Fellhauer, Prof. Dr. Hans-Peter Lipp und Dr. Yvonne Pudritz verrieten uns ihre Top-Veröffentlichungen aus den Gebieten Innere Medizin, Infektiologie, Onkologie und klinische Pharmazie.
Krankenhauspharmazie 2020;41:429–32.

Seite 433 -435
ADKA intern Prof. Dr. Frank Dörje, MBA ADKA-Präsident

Der Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker e. V. (ADKA) dankt seinen Sponsoren

Seite 436 -443
Serie Holger Petri, Bad Wildungen

Interaktionscheck

Das Interaktionspotenzial der Antiarrhythmika

Antiarrhythmika werden nach Vaughan Williams in vier Klassen eingeteilt. Die Klasse-I- und III-Substanzen dienen primär der rhythmuserhaltenden Behandlung. Substanzen der Klasse II und IV werden in der Therapie von Herzrhythmusstörungen zur Frequenzkontrolle eingesetzt. Einzelne Wirkstoffe haben ein komplexes pharmakokinetisches Interaktionspotenzial, das bei den zumeist multimorbiden Patienten unter Polypharmazie zu beachten ist. In den Interaktionstabellen (Tab. 1 und 2) wird das Verhalten der einzelnen Antiarrhythmika zu den Cytochrom-P450(CYP)-Isoenzymen dargestellt.

Seite 444
Serie Annedore Staack, Burg, und Dr. Gesine Picksak, AMTS-Beauftragte der ADKA e. V.

Medikationsfehler

Chargenrückruf – wurden wirklich alle Bereiche informiert?

Häufig werden aus Fertigarzneimitteln Kapseln hergestellt. Anbrüche dieser Fertigarzneimittel, aus denen nur einzelne Tabletten zur Herstellung entnommen werden, verbeiben häufig nach entsprechender Kennzeichnung in der Rezeptur.

Seite 445 -449
Referiert & kommentiert Dr. Matthias Desch, Kogl, Österreich

Venöse Thromboembolie

Wirksamkeit und Sicherheit direkt wirkender oraler Antikoagulanzien bei älteren Patienten

Direkt wirkende, orale Antikoagulanzien sind mittlerweile weit verbreitet, dennoch ist die Datenlage bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten ≥ 75 Jahren mit akuter Thromboembolie dünn. Eine Metaanalyse aus dem Journal of The American Geriatrics Society arbeitet die bisherigen Daten auf.

Seite 445 -449
Referiert & kommentiert Dr. Claudia Bruhn, Berlin

Schmerztherapie bei Tumorpatienten

Opioid-Gabe: Kontinuierlich oder besser nach Bedarf?

Aus einem systematischen Review und einer Metaanalyse hat ein britisch-australisches Forscherteam die Schlussfolgerung gezogen, dass eine Opioid-Gabe nach Bedarf für einige Patienten mit Tumorschmerzen möglicherweise effektiver sein könnte als der Goldstandard Dauermedikation. Für klinische Empfehlungen ist die Datenlage jedoch noch nicht ausreichend.

Seite 445 -449
Referiert & kommentiert Dr. Sabine Fischer, Stuttgart

Atopische Dermatitis

Nemolizumab und topische Wirkstoffe bei atopischer Dermatitis mit Pruritus

Der humanisierte monoklonale Antikörper Nemolizumab richtet sich gegen den Interleukin-31-Rezeptor A, der an Pruritus und Entzündungen bei atopischer Dermatitis beteiligt ist. In Phase-II-Studien verringerte Nemolizumab die Schwere der atopischen Dermatitis. In der vorliegenden Phase-III-Studie wurde nun die Wirksamkeit und Sicherheit von Nemolizumab in Kombination mit topischen Präparaten getestet.

Seite 445 -449
Referiert & kommentiert Dr. Annette Junker, Wermelskirchen

Ältere Krebspatienten

Geriatrisches Assessment führt zu besserer Lebensqualität

Weltweit steigt die Anzahl der Menschen über 65 Jahre, wodurch auch die Notwendigkeit für eine systemische Gesundheitsforschung zu älteren Patienten steigt. Da Krebs vielfach eine Erkrankung des Alters ist, ist der Bedarf einer solchen Forschung hier besonders groß. Während des amerikanischen Krebskongresses wurde eine Studie vorgestellt, die gezeigt hat, dass ein geriatrisches Assessment zu deutlichen Verbesserungen der Lebensqualität und besserer Pflegeplanung für ältere Krebspatienten führt.

Seite 450
Notizen Solvejg Langer, Stuttgart, Mit einem Kommentar von Dr. Matthias Fellhauer, Villingen-Schwenningen

G-BA-Beschluss

Fidaxomicin für Kinder und Jugendliche bei Clostridioides-difficile-Infektion

Seite 451 -454
Seite 455
ADKA intern

46. Wissenschaftlicher Kongress der ADKA in Berlin 2021

Aufruf für Poster und Kurzvorträge

„Medikationsmanagement im Krankenhaus 2021“ lautet das Thema des 46. Wissenschaftlichen Kongresses der ADKA vom 6. bis 8. Mai 2021 in Berlin. Das Wissenschaftliche Komitee lädt ein, mit einem Poster oder Kurzvortrag das Programm aktiv mitzugestalten.

Seite 456
Ausschreibung

Promotionspreis für Krankenhauspharmazie

Gestiftet von der Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG

Zum elften Mal verleiht die ADKA den Promotionspreis für Krankenhauspharmazie. Takeda stiftet diesen Preis im Rahmen ihrer Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Seite 457
Ausschreibung

Förderung der Teilnahme am 25. EAHP-Kongress

Mit freundlicher Unterstützung durch die B. Braun Melsungen AG

Ausschreibung von Kongress-Stipendien zur Förderung der Teilnahme am 25. EAHP-Kongress in Wien 2021 durch die ADKA-Stiftung zur Förderung der Klinischen Pharmazie e. V.

Seite 458 -487
Kongress

45. Wissenschaftliche ADKA Posterausstellung

Abstracts der Poster

Die Abstracts der Poster und Kurzvorträge sind in Wissenschaftliche Poster und Praxis-Poster getrennt und jeweils alphabetisch nach Autorennamen (Erstautor) sortiert. Die Poster werden im Rahmen des virtuellen ADKA-Wissenschaftssymposiums als 45. Wissenschaftliche Posterausstellung online auf www.adka.de präsentiert.